Angenommen Schutzhunderassen wie Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner ect werden von ihrem Besitzern auch im VBG geführt und gearbeitet.
Oder er wird mit anderen Hundesportarten beschäftigt, hat allerdings seinen stark ausgeprägten Schutzinstinkt behalten.
In welchen Altagssituationen wäre es Vertretbar, dass der Hund seinen Menschen beschützen will?
Wenn sein Besitzer stürzt und ihn wer aufhelfen möchte? Wenn man der Person vlt was abnimmt oder gibt? Wenn man ihr mal kurz auf die Schulter klopft?
Ich kann mir vorstellen dass junge Hunde da noch unterscheiden lernen müssen, wann wirklich ihr Schutz gebraucht wird und wann nicht.
Wie seht ihr dass, oder wie sind eure Erfahrungen?
VPG hat NICHTS mit Schutztrieb zu tun. Der wird dadurch weder stärker noch schwächer, entweder er ist da, oder eben nicht. (Mondio, auch das "auf die Schultern fassen", finde ich, gehört eher in Richtung "Schlüsselreiz löst Reaktion auf Beute aus", als in Richtung Schutztrieb).
Es ist - lt. Gesetz - eigentlich in keiner Situation vertretbar, dass ein Hund seinen Menschen schützt. Beißt der Hund den Einbrecher, dann kann der Einbrecher Anzeige wegen Körperverletzung stellen und ICH krieg ein dran. Ein Hund darf, so gesehen, niemals beissen. Wenn man überfallen wird, ist es eben so kritisch...
Und dann ist es einfach auch eine Frage vom Handling/Trainierbarkeit/Umwelt. Ein Hund, der so ein ausgeprägtes Schutzverhalten intus hat, dass er alle Menschen erstmal kacke findet und am liebsten den Rest der Welt eliminieren will, wird niemals lernen "wann ihr Schutz gebraucht wird", so wie du dir das vorstellst.
Man kann Schutzverhalten nicht einfach so an- und abstellen. Schutztrieb ist gekoppelt mit einem ernomen Misstrauen, Reizbarkeit, etc. das kriegt man nicht wegerzogen, die Hunde wurden ewig und drei Tage danach selektiert, fremdes doof zu finden.
Ein Hund DARF nichts tun, egal, was passiert - aber dazu gehört weniger "lernen wann der Schutz gebraucht wird", als strikte Führung. Wenn ich durch den Hausflur gehe und mir kommt jemand entgegen, kriegt der Hund ein "bei Fuß" zu gezischt und hat einfach nicht aufzumucken. Das ist Gehorsam - merkt kein Mensch, aber toll findet die Hündin es in dem Moment sicher nicht, dass da ein anderer so nah in so beengtem Raum um mich rumschleicht. Würde man ihr freie Wahl lassen... :roll:
Bei mir auf Arbeit kommen manchmal ein Älteres Ehepaar mit ihrem Schäferhund.
Ich wollte der Frau helfen und reichte ihr was, der Schäferhund tickte aus. Der Mann hatte schon zu tun ihn zu halten.
Ähnliche Situation auch bei meiner Kollegin, mit dem selben Hund und Bsitzern. Sie wollte wieder der Frau was zeigen und schon ging der Schäfer ab.
Ich finde es.... to much.
Die junge Dobermannhündin einer Kundin wird im VPG geführt, ist noch unter einem Jahr. Sie beschützt stark das Kind der Familie, dieses ist mal gestürzt und ein Fremder wollte dem Kind helfen. Das passte der Hündin gar nicht.
Hier denke ich dass sie einfach noch jung ist und noch lernen muss. Richtig?
Also bei dir ist es erwünscht und wichtig, dass Wega schon anschlägt wenn jemand dich antätschelt? Könnte ich mir auch im Stadion gut vorstellen...
Zum Schäfer: Joa, das kann man auch als zu viel empfinden. Sollte in der heutigen Gesellschaft nicht so sein bzw. auffallen. Denn Hunde müssen lieb und nett und kuschelig sein, jeder muss mal anpacken können ... Ich finde es nicht verwunderlich. Nicht wenige Hunde sind so - wo wir wieder am Punkt "Führung" wären.
Mich würde stark interessieren, wie du es anstellst, dass der Hund lernt, wann er beschützen darf und wann nicht. Der Hund kann nur schwer unterscheiden, ob der Mensch helfen will oder sonst was. Fremde haben erstmal Abstand zu halten, dass machen diese Hunde klar. Wenn man damit umgehen und leben kann, kein Problem.
Vorallem bleibt es dann auch selten bei Anschlagen. Anschlagen tut mein Hund, wenn er etwas bedrohliches hört oder es klingelt. Wenn der Mensch vor ihm steht, dann ist die Grenze zum "anschlagen", ihrer Meinung nach, schon längst überschritten.
Ich denke auch dass der Schäfer nicht unbedingt im Schutzhundesport tätig ist... aber so ein Verhalten sollte man meiner Meinung nach umlenken?
Ich meine wenn der Mann mal stolpert weil der Hund ausrastet, hängt dieser dann am Arm eines Passanten (oder mir ^^')
Leider weiß ich nicht was derzeit mit der Dobermannündin gemacht wird. Die Frau hat schon viele Dobermänner gehabt und hat auch lange nach nem guten VPG Platz gesucht.... ich wollte sowieso mal fragen in welchem sie ist, will mal gucken gehen ^^ Aber sie ist recht unregelmäßig da.
Auch hier wieder: Wie will man das Verhalten umlenken? Schutzverhalten kannst du nicht umlenken, in dem du sagst "pass auf das Paket Taschentücher auf, nicht mehr auf mich". Wenn der Hund dieses Verhalten zeigt, dann erklärt man ihm, was erlaubt ist und was nicht, Hund kriegt entsprechendes Kommando wenn es kritisch wird und fertig.
Das ist auch das, was ich immer wieder predige. Schutztrieb ist nicht "ich wuff mal ein bisschen, wenn ein Mensch im dunkeln komisch ist". Ein Hund mit Schutztrieb kann unglaublich krass sein und einsam machen. Kann, muss nicht. Gibt auch weltoffene Hunde, die erst auf bestimmte Schlüsselreize nach vorn gehen... aber mit so einem Hund läuft man dann eben nicht locker durch die Stadt oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und dafür fehlt den Menschen das Verständnis...