Schutztrieb- wie weit darf er gehen?

Diskutiere Schutztrieb- wie weit darf er gehen? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Angenommen Schutzhunderassen wie Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner ect werden von ihrem Besitzern auch im VBG geführt und gearbeitet. Oder er...
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #1
blackdobermann

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Angenommen Schutzhunderassen wie Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner ect werden von ihrem Besitzern auch im VBG geführt und gearbeitet.
Oder er wird mit anderen Hundesportarten beschäftigt, hat allerdings seinen stark ausgeprägten Schutzinstinkt behalten.
In welchen Altagssituationen wäre es Vertretbar, dass der Hund seinen Menschen beschützen will?
Wenn sein Besitzer stürzt und ihn wer aufhelfen möchte? Wenn man der Person vlt was abnimmt oder gibt? Wenn man ihr mal kurz auf die Schulter klopft?
Ich kann mir vorstellen dass junge Hunde da noch unterscheiden lernen müssen, wann wirklich ihr Schutz gebraucht wird und wann nicht.
Wie seht ihr dass, oder wie sind eure Erfahrungen?
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen?

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  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #2
Grüß dich,

Das ist ein sehr interessantes Thema, zumal es dfür natürlich auch sicher sehr, sehr viele verschiedene Meinungen und Erfahrungen gibt. Ich erzähle dir daher einfach mal meine persönliche.

VPG bzw. Sportschutz ist Sport für Mensch und Hund. Im Grunde so wie Agility. Die Action gibt es auf dem Platz und dort zählt die Leistung - nicht außerhalb oder sonstwo. Ich kenne zwei super Hunde, welche ihre Triebe wirklich nur auf dem Platz zeigen, da kann man mit dem Hetzärmel in der Pampa herumwinken und die Hunde tun gar nichts.
Und so gehört sich das in meinen persönlichen Augen auch. So sollte eine sportliche Ausbildung aussehen.

Die meisten Hunde sind intelligent und kennen sowohl einen Unterschied zwischen "Geschirr drauf und Platz volle Kanne arbeiten" und "Halsband und lockeres Laufen in der Stadt".
Genau dafür baut man zb. das Geschirr so auf, das der Hund das einwandfrei unterscheiden kann, wann jetzt Arbeit angesagt ist und wann nicht.
Das es nach wie vor viele schwearze Schafe in diesem Hundesport gibt, brauche ich wohl nicht erwähnen.

Gar keine Frage, gibt es Leute, die es total geil finden, wenn ihr Hund auch außerhalb dieses Verhalten zeigt und Menschen stellt/verbellt. Und natürlich gibt es auch Leute, die das Verhalten außerhalb vom Platz fördern.

Wenn man ihr mal kurz auf die Schulter klopft?

Als Diensthund mit Wega üben wir das - im Ringsport gehört es auch zur Prüfung.

Mal ein Beispiel:

Wenn ich Wega im Fuss neben mir führe, dann verbellt er zwar, tut aber ohne Kommando sonst nichts spektakuläres.
Wenn ich ihn jedoch zwischen meine Beine stelle und ihn nur noch am Geschirr halte, weiß er, das es gleich ernst wird. Das Knurren und Bellen wird tiefer, böser, er konzentriert sich mehr und baut sehr viel Körperspannung auf.


Für einen im Sportschutz (VPG) geführten Hund halte ich es aber definitiv nicht brauchbar.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #3
Bei mir auf Arbeit kommen manchmal ein Älteres Ehepaar mit ihrem Schäferhund.
Ich wollte der Frau helfen und reichte ihr was, der Schäferhund tickte aus. Der Mann hatte schon zu tun ihn zu halten.
Ähnliche Situation auch bei meiner Kollegin, mit dem selben Hund und Bsitzern. Sie wollte wieder der Frau was zeigen und schon ging der Schäfer ab.

Ich finde es.... to much.

Die junge Dobermannhündin einer Kundin wird im VPG geführt, ist noch unter einem Jahr. Sie beschützt stark das Kind der Familie, dieses ist mal gestürzt und ein Fremder wollte dem Kind helfen. Das passte der Hündin gar nicht.
Hier denke ich dass sie einfach noch jung ist und noch lernen muss. Richtig?

Also bei dir ist es erwünscht und wichtig, dass Wega schon anschlägt wenn jemand dich antätschelt? Könnte ich mir auch im Stadion gut vorstellen...
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #4
Grüß dich,

Es spielen in meinen Augen halt auch sehr viele Faktoren mit - Schutztrieb ist auch erblich und kann diesen auch zeigen, wenn er nie im Sportschutz gearbeitet wurde. Manche Hunde bringen unendlich viel Schutztrieb mit, andere hingegen kaum.
Gerade Schäferhunde aller Art sind meistens mit einer guten Portion davon ausgestattet. Oftmals muss der gar nicht irgendwie gefördert werden sondern zeigt sich einfach.

Hier denke ich dass sie einfach noch jung ist und noch lernen muss. Richtig?

Hier würde mich interessieren, was denn der Hund schon alles "kann"? Bzw. was mit ihr schon gemacht wurde? Ich finde es wichtig, das die Hunde gerade im Sport auch geistig reifen. Sie sind schnell überfordert weil Mensch zu viel zu schnell erreichen will. Und eine "gute" Ausbildungsstätte zu finden die sich an den Hund anpasst ist teilweise schwer zu finden.
Oftmals ist es ja immer noch so, das viele im ersten Jahr die Hunde einfach beissen lassen und erst mit einem Jahr "muss" dann Unterordnung ganz plötzlich drauf...Schäferhunde halten dieses "Reinquetschen" viel besser aus als die Belgier.

Also bei dir ist es erwünscht und wichtig, dass Wega schon anschlägt wenn jemand dich antätschelt?

Genau. Mein Hund ist im Notfall meine Lebensversicherung, mein Schutz. Großteils jedoch einfache Prävention um solche Situationen nicht erst aufkommen zu lassen.

Im Privatbereich/Freizeitbereich außerhalb des Platzes ist das in meinen Augen unnötig :)
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #5
Danke für deine Meinung Foss ;)

Ich denke auch dass der Schäfer nicht unbedingt im Schutzhundesport tätig ist... aber so ein Verhalten sollte man meiner Meinung nach umlenken?
Ich meine wenn der Mann mal stolpert weil der Hund ausrastet, hängt dieser dann am Arm eines Passanten (oder mir ^^')

Leider weiß ich nicht was derzeit mit der Dobermannündin gemacht wird. Die Frau hat schon viele Dobermänner gehabt und hat auch lange nach nem guten VPG Platz gesucht.... ich wollte sowieso mal fragen in welchem sie ist, will mal gucken gehen ^^ Aber sie ist recht unregelmäßig da.

So wie ich es eigentlich verstanden habe, wird im VPG erst Unterordnung, dann Fährte und dann Schutz gemacht, richtig?
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #6
Du kannst durchaus einen Trieb umlenken, umso tiefer der jedoch sitzt, umso schwieriger wird das - und das kann eine Heidenarbeit werden. Und viele in dem Sportbereich machen sich die Arbeit erst gar nicht...man kommt nicht mit einem Hund zurecht? Super, Hund versauert im Zwinger. Daraus folgt: nocht mehr Probleme.

So wie ich es eigentlich verstanden habe, wird im VPG erst Unterordnung, dann Fährte und dann Schutz gemacht, richtig?

In welcher Reihenfolge man ausbildet, weiß ich jetzt gar nicht wirklich. Ich kenne es halt meistens so, das die Hunde im ersten Jahr oftmals sehr stark im Beutetrieb gefördert werden, sprich Beutespielen, Hetzleder, Junghundärmel und dann der Grundgehorsam meistens dann erst draufgepackt wird, wenn der Hund älter ist.


Wenn du dich für den Bereich interessierst, schau dir vielleicht mal folgende Bücher an:

http://www.amazon.de/echte-führige-...qid=1392662622&sr=8-1&keywords=Manfred+Müller

http://www.amazon.de/artgerechte-Au...id=1392662642&sr=8-19&keywords=Manfred+Müller

Sind wirklich großartig, da wird einem von "Triebstau" bis hin zu "seelische Härte" alles wunderbar erklärt und gezeigt, wie man von Welpenalter an einen Hund in diese Richtung artgerecht fördert.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #7
Off-Topic
Hach, ich freu mich immer so, wenn ich vernünftige Beiträge zu dem Thema von dir lese, Foss^^
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #8
Off-Topic
Danke ich versuchs....manche Dinge sind ja teilweise echt schwer zu erklären, wenn man tiefer in die Materie geht. ^^
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #9
Off-Topic
Ich auch :)


Alles klar, da haste recht.
Danke erstmal für deine Sichtweise und Meinungen :)

Die Bewertung des zweiten verlinkten Buches lassen mich ein bisschen schlucken....
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #10
Die Hündin meiner Tante (Labbi-Goldi-Mix, 8 J.) hat auch bisschen Schutzinstinkt, was in einigen Situationen auch nicht schlecht ist. Laut meiner Tante hat sich das so richtig erst nach ihrer Kastra (Not-Kastra) im Sommer entwickelt (Zusammenhang?).

Meine Tante geht z.B. mit ihr immer allein. Im Dunkeln fühlt sich meine Tante natürlich schon sicherer, weil sie weiß, dass Sally sie beschützen würde. Als wir letztens da waren, kam uns ein Mann entgegen. Im Wald, dunkel gekleidet und den hat Sally auch angebellt. Ist auch leicht nach vorn gegangen, aber ohne knurren und meine Tante hatte sie (ohne Leine) unter Kontrolle.

Meinst du sowas in der Richtung?

Ansonsten: Wenn ich einen Hund hätte und wüsste, dass das Vertrauen so groß ist, dass er mich im Notfall beschützen würde = Super. Aber ich würde nicht wollen, dass er einfach so Leute anbellt oder gar knurrt (z.B. Spaziergänger, Leute in der Stadt, etc) würde ich nicht wollen.

Dein Beispiel mit den Schäferhund find ich schon etwas zu viel des guten.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #11
Off-Topic
Laut meiner Tante hat sich das so richtig erst nach ihrer Kastra (Not-Kastra) im Sommer entwickelt (Zusammenhang?).
Höchstwahrscheinlich. Sowieso schon recht selbstbewusste Hündinnen werden nach Kastrationen gerne mal noch "biestiger", wenn man so will, weil ihnen einfach das Östrogen etc. fehlt, was ja eher dämpfend auf die Risikobereitschaft wirkt. Das Testosteron hingegen, was ja auch Hündinnen produzieren, wird hingegen auch gern mal "Kampf-Hormon" genannt. Bei sehr unsicheren Hündinnen kann es durchaus Sinn machen zu kastrieren um ihnen etwas mehr Sicherheit zu geben:) Exkurs beendet:D
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #12
Ja, wobei ich dass noch im Rahmen finde. Im Dunkeln entwickeln ja viele Hunde unterschiedlicher Rassen diesen Schutzinstinkt.
Ich finde es mMn wichtig den Hund aus der Situation raus zu bekommen.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #13
Off-Topic
Ich bin sowieso der Meinung, das jeder Grundkenntnisse in der Selbstverteidigung haben sollte. So ein Wochenkurs/Wochenendkurs tut niemanden weh und man lernt fürs Leben. - Die Schwester meines Exfreundes wurde nämlich trotz eines mittelgroßen Hundes sexuell missbraucht. Bevor ich mich auf den Hund verlasse (der vielleicht abgetsochen oder sonst was wird) ist es mir lieber, das ich selbst auch genug in Petto habe um mich angemessen zu verteidigen.


Stimme dir aber zu, die meisten Menschen heutzutage haben mehr Angst vor Hunden als vor Waffen - Hunde sind da für die Prävention super. Vor allem wenn sie dann noch Knurren bzw. sich nach vorne in die Leine legen. :) (Und ja, ich mag das.)
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #14
Off-Topic
Da sehe ich auch einen Zusammenhang. Wobei eine Kastra bei ängstlichen Hunden eher kontraproduktiv wäre, da Testosteron die "Angst"Stoffe die in der Nierennebenrinde produziert werden (ich habe den Namen vergessen -.-), zurückhält.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #15
Angenommen Schutzhunderassen wie Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner ect werden von ihrem Besitzern auch im VBG geführt und gearbeitet.
Oder er wird mit anderen Hundesportarten beschäftigt, hat allerdings seinen stark ausgeprägten Schutzinstinkt behalten.
In welchen Altagssituationen wäre es Vertretbar, dass der Hund seinen Menschen beschützen will?
Wenn sein Besitzer stürzt und ihn wer aufhelfen möchte? Wenn man der Person vlt was abnimmt oder gibt? Wenn man ihr mal kurz auf die Schulter klopft?
Ich kann mir vorstellen dass junge Hunde da noch unterscheiden lernen müssen, wann wirklich ihr Schutz gebraucht wird und wann nicht.
Wie seht ihr dass, oder wie sind eure Erfahrungen?
VPG hat NICHTS mit Schutztrieb zu tun. Der wird dadurch weder stärker noch schwächer, entweder er ist da, oder eben nicht. (Mondio, auch das "auf die Schultern fassen", finde ich, gehört eher in Richtung "Schlüsselreiz löst Reaktion auf Beute aus", als in Richtung Schutztrieb).

Es ist - lt. Gesetz - eigentlich in keiner Situation vertretbar, dass ein Hund seinen Menschen schützt. Beißt der Hund den Einbrecher, dann kann der Einbrecher Anzeige wegen Körperverletzung stellen und ICH krieg ein dran. Ein Hund darf, so gesehen, niemals beissen. Wenn man überfallen wird, ist es eben so kritisch...

Und dann ist es einfach auch eine Frage vom Handling/Trainierbarkeit/Umwelt. Ein Hund, der so ein ausgeprägtes Schutzverhalten intus hat, dass er alle Menschen erstmal kacke findet und am liebsten den Rest der Welt eliminieren will, wird niemals lernen "wann ihr Schutz gebraucht wird", so wie du dir das vorstellst.
Man kann Schutzverhalten nicht einfach so an- und abstellen. Schutztrieb ist gekoppelt mit einem ernomen Misstrauen, Reizbarkeit, etc. das kriegt man nicht wegerzogen, die Hunde wurden ewig und drei Tage danach selektiert, fremdes doof zu finden.

Ein Hund DARF nichts tun, egal, was passiert - aber dazu gehört weniger "lernen wann der Schutz gebraucht wird", als strikte Führung. Wenn ich durch den Hausflur gehe und mir kommt jemand entgegen, kriegt der Hund ein "bei Fuß" zu gezischt und hat einfach nicht aufzumucken. Das ist Gehorsam - merkt kein Mensch, aber toll findet die Hündin es in dem Moment sicher nicht, dass da ein anderer so nah in so beengtem Raum um mich rumschleicht. Würde man ihr freie Wahl lassen... :roll:


Bei mir auf Arbeit kommen manchmal ein Älteres Ehepaar mit ihrem Schäferhund.
Ich wollte der Frau helfen und reichte ihr was, der Schäferhund tickte aus. Der Mann hatte schon zu tun ihn zu halten.
Ähnliche Situation auch bei meiner Kollegin, mit dem selben Hund und Bsitzern. Sie wollte wieder der Frau was zeigen und schon ging der Schäfer ab.

Ich finde es.... to much.

Die junge Dobermannhündin einer Kundin wird im VPG geführt, ist noch unter einem Jahr. Sie beschützt stark das Kind der Familie, dieses ist mal gestürzt und ein Fremder wollte dem Kind helfen. Das passte der Hündin gar nicht.
Hier denke ich dass sie einfach noch jung ist und noch lernen muss. Richtig?

Also bei dir ist es erwünscht und wichtig, dass Wega schon anschlägt wenn jemand dich antätschelt? Könnte ich mir auch im Stadion gut vorstellen...

Zum Schäfer: Joa, das kann man auch als zu viel empfinden. Sollte in der heutigen Gesellschaft nicht so sein bzw. auffallen. Denn Hunde müssen lieb und nett und kuschelig sein, jeder muss mal anpacken können ... Ich finde es nicht verwunderlich. Nicht wenige Hunde sind so - wo wir wieder am Punkt "Führung" wären.

Mich würde stark interessieren, wie du es anstellst, dass der Hund lernt, wann er beschützen darf und wann nicht. Der Hund kann nur schwer unterscheiden, ob der Mensch helfen will oder sonst was. Fremde haben erstmal Abstand zu halten, dass machen diese Hunde klar. Wenn man damit umgehen und leben kann, kein Problem.

Vorallem bleibt es dann auch selten bei Anschlagen. Anschlagen tut mein Hund, wenn er etwas bedrohliches hört oder es klingelt. Wenn der Mensch vor ihm steht, dann ist die Grenze zum "anschlagen", ihrer Meinung nach, schon längst überschritten. ;)

Ich denke auch dass der Schäfer nicht unbedingt im Schutzhundesport tätig ist... aber so ein Verhalten sollte man meiner Meinung nach umlenken?
Ich meine wenn der Mann mal stolpert weil der Hund ausrastet, hängt dieser dann am Arm eines Passanten (oder mir ^^')

Leider weiß ich nicht was derzeit mit der Dobermannündin gemacht wird. Die Frau hat schon viele Dobermänner gehabt und hat auch lange nach nem guten VPG Platz gesucht.... ich wollte sowieso mal fragen in welchem sie ist, will mal gucken gehen ^^ Aber sie ist recht unregelmäßig da.

Auch hier wieder: Wie will man das Verhalten umlenken? Schutzverhalten kannst du nicht umlenken, in dem du sagst "pass auf das Paket Taschentücher auf, nicht mehr auf mich". Wenn der Hund dieses Verhalten zeigt, dann erklärt man ihm, was erlaubt ist und was nicht, Hund kriegt entsprechendes Kommando wenn es kritisch wird und fertig.




Das ist auch das, was ich immer wieder predige. Schutztrieb ist nicht "ich wuff mal ein bisschen, wenn ein Mensch im dunkeln komisch ist". Ein Hund mit Schutztrieb kann unglaublich krass sein und einsam machen. Kann, muss nicht. Gibt auch weltoffene Hunde, die erst auf bestimmte Schlüsselreize nach vorn gehen... aber mit so einem Hund läuft man dann eben nicht locker durch die Stadt oder fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und dafür fehlt den Menschen das Verständnis...
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #16
Mein Schäfer-Mix besitzt auch einen hohen Schutztrieb.
Allerdings ist dieser nicht antrainiert wurden.
Er setzt diesen jedoch bei jeder Unsicherheit seiner Menschen ein.
Wir haben ihn in soweit trainiert das er sich raus hält wenn mein Junge und ich miteinander rangeln, Männlein und ich schupsen u.s.w. !
Allerdings schätze ich den Rüden so ein das er den Unterlegenen (auf der Straße) schützen würde.
Also nicht unbedingt Herrchen oder Frauchen, es sei denn das ich ihm zeige ich bin unsicher in der Situation.
Unsere Enkeltochter darf er nicht bewachen, denn dafür sind ja wir Menschen da!
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #17
Off-Topic
Ein Hund darf, so gesehen, niemals beissen. Wenn man überfallen wird, ist es eben so kritisch...

Natürlich hast du Recht.
Ist ein relativ schwieriges Thema, da Notwehr auch juristisch gesehen nicht ganz so einfach ist. Wenn man sich dem Angriff gegenüber "entsprechend/angemessen verteidigt, fallen die Dinge ganz anders aus. Ich/Wir bewegen uns da teilqweise in einer Grauzone. Wenn mich jemand nur leicht anstubbst und ich ihm gleich 3 Rippen breche, war das eine übertriebene Verteidigung und ich hab die Schuld. Wenn mir aber jemand versucht, mir den Arm abzusäbeln und mein Hund beisst ihm drei Finger ab, dann würde das (je nach Richtersicht) schon wieder unter "angemessene Gegenwehr" fallen und wäre juristisch ganz anders zu handhaben.
Zudem ist es noch so, das der Diensthund unters Waffengesetzt fällt....und dann gibts noch die Faktoren wie Zeit und alles...

Sprich wenn man angegriffen wird und dann erstmal so geschockt ist, das man nicht reagiert...und dem Gegner erst nach 3 Minuten eine "reinhaut", wäre das zum Beispiel wieder ein eigener Angriff und keine Notwehr mehr.

Ist ja alles nicht so einfach ^^
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #18
Stimmt. Aber gilt Wega auch als Diensthund?! Ich glaube nicht... :eusa_think:
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #19
Aye wir arbeiten ja auf die Diensthundeprüfung hin. Sonst hätte ich mir keinen Hund kaufen brauchen.
 
  • Schutztrieb- wie weit darf er gehen? Beitrag #20
Mhm, man kann den Hund ja auch bei sich führen, ohne "Diensthundeprüfung" (du musst mir eine PN dazu schreiben, dass interessiert mich - was tut man da? Was wird verlangt?). Der Hund gilt dann als "gefährlich", oder? Maulkorb- und Leinenpflicht?!
 
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