Beißen ohne Vorwarnung

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  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #1
GinasTraum

GinasTraum

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Hallo liebe Mitnutzer,
meine Labrador-Hündin ist 10 Jahre alt, ihr Verhalten Menschen gegenüber sehr friedfertig. Leider ist es in letzter Zeit zur Beißerei mit anderen Hunden gekommen, weil diese in einer Rudelsituation (Mutter, Oma, Kleinkind in Karre und entgegen kommender Hund an der Leine kommt knurrend auf sie zu) ohne Ankündigung sich auf den knurrenden Hund stürzt, um diesen zurechtzuweisen. Leider kam es auch zu Verletzungen und der Tierarzt mußte konsultiert werden. Erst gestern trafen wir 2 kleine Terrier, die sie kannte. Nur waren sie dieses Mal mit einer Betreuerin und angeleint unterwegs. Unsere Hündin (ohne Leine) begrüßte sie schnüffelnd, während der ältere der beiden Terrier sie anknurrte und unsere Hündin sich sofort auf ihn stürzte.
Wir konnten sie zum Glück zurückreißen, so daß außer dem Schrecken auf beiden Seiten nichts passierte.
Vielleicht verkennen wir die Situation und machen etwas falsch. Die Ratlosigkeit und Enttäuschung ist jedenfalls groß.

Vielleicht habt Ihr einen Tipp:?::idea:
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #2
Hm. Mal grundsätzlich, Begegnungen, wo ein Hund angeleint ist und der andere nicht, sind eh nicht toll. Entweder beide ohne Leine oder beide angeleint, dann aber auch ohne Begrüßungsgeschnuffel zuzulassen einfach aneinander vorbei. Dass heißt, wenn der andere Hund nicht abgeleint wird - dein eigenen ranholen und anleinen. Punkt. Das ist jedenfalls so ein Grundsatz, der mir mal beigebracht wurde.

Grund ist, dass ein angeleinter Hund aufgrund der Bewegungseinschränkung, die er an der Leine erfährt, evtl. gestresster und auch aggressiver reagieren kann als ohne Leine. Wenn du mit mehreren Leuten in einem Fahrstuhl eingeklemmt bist und nicht raus kannst, ist eine Unterhaltung unter Umständen auch gestresster und mit aggressiverem Grundton, als wenn du mit denselben Leuten gemütlich auf einer großen Wiese sitzt. Und es gibt auch Hunde, die fühlen sich mit "Herrchen als Verstärkung am anderen Ende" eben stärker und verhalten sich frecher und stänkern - ohne Leine würden sie sich zivilisierter verhalten. Deshalb nur Hunde ohne Leine einander begrüßen lassen, wenn beide Besitzer damit einverstanden sind. Will einer seinen Hund angeleint lassen, aus welchen Gründen auch immer, hat auch der andere Hundeesitzer seinen Hund anzuleinen oder - falls der sehr gut erzogen ist - ohne Leine im BeiFuß vorbeizubringen - ohne Schnupperkontakt zu erlauben.

Es gibt bei meiner Hündin nur eine Ausnahme, wo ich sie freilaufend zu einem angeleinten Hund lasse, und das ist ein Hund, den ich und auch meine Hündin sehr gut kennen, der aus bestimmten Gründen nicht abgeleint werden kann und der bekanntermaßen nicht zu "Leinengemotze" neigt, was evtl. Aggressivitäten nach sich ziehen könnte. Aber das ist, wie gesagt, die absolute Ausnahme.
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #3
Vielen Dank Tapa für sie schnelle Antwort. Mir sind die Grundregeln schon klar. Bei den geschilderten Fällen kannten sich die Hunde und haben schon mehrfach auf der Hundewiese miteinander gespielt. Im ersten Fall /(Mutter, Kind und Oma mit Hund) waren beide Hunde nicht angeleint und der andere Hund kam schon zähnefletschend auf unsere Hündin zugelaufen. Im zweiten Fall glaubten wir uns auf die "Hundefreundschaft" verlassen zu können. Seit unser Hund selbst gebissen wurde vor einigen Jahren droht er nicht mehr, sondern geht unvermittelt zum Angriff über. Das geht dann so schnell, dass man vor Schock kaum reagieren kann.
Sie hatte das Verhalten früher nicht und darum fragen wir uns, ob man es ihr wieder aberziehen kann.
Schöne Grüße
GinasTraum
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #4
Sorry verstehe das nicht ganz... Hundefreundschaft? Wenn der andere Hund zähnefletschend auf deinen zu kommt? AH hab´s noch mal gelesen. Der Zweite Fall war die Hundefreundschaft:eusa_doh:
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #5
Ohne Vorwarnung geht deine Hündin sicherlich nicht los, da findet eine Kommunikation statt, die ihr vielleicht nur nicht sofort erkennt.
Ein Grund dafür kann sein, dass eure Hündin vllt Schmerzen hat, oft verändert sich dann auch das Wesen des Hundes.
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #6
Huhu,

Seit unser Hund selbst gebissen wurde vor einigen Jahren droht er nicht mehr, sondern geht unvermittelt zum Angriff über. Das geht dann so schnell, dass man vor Schock kaum reagieren kann.
Das wage ich zu bezweifeln ;). Manche Hunde kommunizieren eben »überschwänglich«, da wird auf viel Lärm und Bewegung wert gelegt, andere kommunizieren sehr filigran, durch wenige Blicke, eine Neigung des Kopfes o.ä.. Kennst du den Satz »Man kann nicht nicht kommunizieren«? Das trifft ebenso auf Hunde zu, denn ein Hund der starr steht und abwartet kommuniziert auch.
Was den Fall mit dem zähnefletschenden Hund angeht: Wenn ein anderer direkt auf deinen los will ist verständlich, dass da keine große Kommunikation mit Beschnuppern, sich Umrunden und Co. stattfindet. Nicht jeder Hund reagiert darauf erst einmal mit Beschwichtigung, manche sind dann eben »gleich dabei« und halten sich nicht mehr lange mit dem Klären der Situation auf. Kommt der andere Hund schon auf Krawall gebürstet an ist die Situation immerhin schon klar, da gibt es nichts mehr abzuschätzen.

Im zweiten Fall mit der Hundefreundschaft: Auch solche Beziehungen können sich wandeln, besonders wenn einer der Hunde langsam älter und schwächer/stärker wird oder sich sonst etwas im eingespielten Verhältnis zwischen den beiden verschoben hat. Es kann z.B. das erste Mal gewesen sein, dass der Terrier sich eine derartige Respektlosigkeit erlaubt hat und dein Hund wollte klarstellen, dass das in Zukunft gar nicht mehr vorkommen braucht. Ebenso möglich ist, dass der Terrier deinen Hund aus seiner Sicht ungerechtfertigt gemaßregelt hat, d.h. die Geste an sich hätte sie respektiert, aber nicht in dieser Situation.

Man sollte auch nie ausschließen, dass es zum einen Hunde gibt, die die Schwäche des anderen Nutzen, um vielleicht schon länger unterschwellig brodelnde Konflikte auszutragen (hier, dass der Hund an der Leine war) oder auch Hunde mal einfach einen schlechten Tag haben, bereits Frust und Stress verspuren und absolut keinen Bock auf Streit haben. Da kann es schon mal zu einer Überreaktion bzw. zum Dampf ablassen kommen.
Was dazu kommt ist, dass viele Konflikte zwischen Hundefreunden schon Wochen vor der Eskalation beginnen. Hier und da mal ein falscher Blick, ein kurzes Zähne zeigen, ein Rempeln gegen die Seite – es gibt viele kleine Provokationen, die sich nach und nach hochschaukeln können, bei denen der eine den anderen testet und dieser vielleicht irgendwann die Nase voll hat.

Summa summarum: Hunde am besten immer beide frei oder beide an der Leine zusammen lassen (wobei ich letzteres dank Leinenaggression vieler Hunde für schwierig halte), wenn ein anderer schon entsprechend kampflustig daher kommt dazwischen gehen. Und solange noch wirklich Lärm und Getue dabei ist handelt es sich auch eher um Kommentkämpfe mit der Absicht, die Rangfolge zu klären und wenig zu verletzen. Tötungsabsicht steckt erst dahinter, wenn sich still ineinander verbissen wird, bevorzugt in den Hals. Beobachte deinen Hund einfach genau bei Hundebegegnungen, schon lange bevor ihr direkt beieinander seid und auch währenddessen – ich wette, er kommuniziert ;).
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #7
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Mischling. :p
Auch allen anderen, die sich die Mühe machten zu antworten. Allmählich geht mir da ein Licht auf:idea:.
Da sich unsere Hündin erst so benimmt, seit sie selbst 2 x gebissen wurde - auch ohne Ankündigung und mit anschließender Tierarztbehandlung - hat sie wahrscheinlich die Schnauze voll und lässt sich überhaupt nichts mehr bieten. Wir müssen also besser aufpassen in den jeweiligen Situationen, um keine Beißerei aufkommen zu lassen. Aber vielleicht kennt Ihr das Gefühl, wenn gesagt wird: "Sie haben Ihren Hund nicht im Griff" oder "Was ist das denn für ein blöder Hund." Wir denken immer, nach 10 Jahren müssten wir unseren Hund kennen, aber es gibt immer wieder Überraschungen.
 
  • Beißen ohne Vorwarnung Beitrag #8
Hallo, vielleicht hat dein Hund schmerzen, du solltest das mal beim Tierarzt ansprechen und ihn durchchecken lassen, sollte dies nicht der fall sein rate ich mal bei einem Hundeverhaltenstherapeut hilfe zu suchen. Lg. und viel Erfolg
 
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