Der "perfekte" Hund

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  • Der "perfekte" Hund Beitrag #1
suno

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Der "perfekte" Hund, wie seht ihr das?
Mich würde eure Meinung interessieren.
"Daddy" ist nur als all gemeinhin bekanntes Beispiel aufgeführt...ich erhoffe mir einen nicht Milan lastigen Diskurs

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Ihr wisst ja ich bin Schäferhund Liebhaber und Besitzer - und als solcher ist man ja gern mal auch "verschrien" s. einige Schäferhundvereine. Und die besondere Spezies der möchtegern Hausmeister- Polizei- Hundebesitzer.... oh jeh.


Mein "perfekter" Hund

Nun ich persönlich möchte gerne ein Wesen mit Charakter und Eigenarten mit Lebensenergien und Lebensfreude an meiner Seite haben. Mit dem Bewusstsein und entsprechendem Verhalten, relativ große und dementsprechend bei falscher/mangelhafter Haltung und Erziehung potenziell gefährlich werdende Hunde zu besitzen.


Aber, ich möchte keine Maschinen, keinen zutiefst unterwürfigen Hund, der sich gar nichts mehr (zu)traut, der verhuscht und Strafe, egal welcher Art, vermeidend um Anerkennung heischt, der nur auf Befehle agiert und sich nichts mehr ausdenkt.

Ich habe und übernehme als Mensch selbstverständlich die Verantwortung aber ich möchte einen oder hier, zwei Partner, über die ich mich auch mal wundern kann, die mich zum Lachen bringen , die mir durch ihre jeweiligen, besonderen Eigenarten auch mal Neues vermitteln. Auf deren speziellen Besonderheiten ich sehr gerne und oft von anderen unverstanden, was mir egal ist, eingehe - es sind meine besten Freunde.

Natürlich gibt es Grundregeln, für die Hund aber ebenso auch für mich, - so wie auch im Zusammenleben von Menschen - darüber hinaus aber, möchte ich mich mit besonderen, freien, glücklichen Wesen umgeben - egal ob Mensch oder Hund.

Und dazu gehört für mich auch das voran gehen und erkunden neuer Möglcihkeiten. Es macht Spaß zu schauen was die Hunde alles interessant finden, sie zu beobachten und voraus zu ahnen was nun wieder "entdeckt" wird.

Das macht für mich im übrigen auch einen Rudelführer aus - ich möchte ihn lieber Rudelleiter nennen - wenn auch mein Hund selbst Dinge enscheidet, ich werde immer um Stunden vorausdenken und mindestens um 50 m weiter voraus schauen.
Und kann ich dies nicht - werde ich den Hund, das Kind, meinen Partner oder wen auch immer - an meiner Seite wissen wollen - oder gar zum Schutz - mich vor sie stellen.

Aber mit Sicherheit nicht ausnahmslos ausbremsen, indem sie alle unterwürfig hinter mir her trotteln.

Die Art Hund , zu dem z.B. Milans Daddy erzogen wurde (bzw. wie es in der TV Sendung rüberkommt) , möchte ich persönlich auf keinen Fall.

LG Suno
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #2
Gutes Thema ^^

Ich habe meinen für mich perfekten Hund gefunden.
Aber das war mit Arbeit und etlichen Monaten Zeit verbunden.

Ich will auch ein Tier das selbständig "handelt", eben auch nicht wie eine Maschiene funktioniert.

Larry hat Macken, wie ich... doch das treibt uns zusammen. Wir können damit umgehen und kennen diese. So wie er manchmal anstrengend ist, bin ich das als Halter sicherlich auch :mrgreen:
Und wenn er mal abhaut und meint er könne das Eichhörnchen auf dem Baum fangen, bin ich doch zufrieden das ich ihn dann locker einsammeln kann bzw er auf Ruf zurück kommt und nicht wie damals, alles im Chaos endet.

Einige kennen unsere Geschichte, Leine ab, Fährte, Kopp zu, weg...
Ich habe nen Dickschädel mit Jagdtrieb.

Und wie ist es heute? Ich kann gechillt mit dem Bären die Wälder unsicher machen, lange Runden, entspannte Runden gehen
Kommt nen Reh wird stehen geblieben und ich könnt immer noch los schreien vor Freude das es wirklich was gebracht hat. Setzt er manchmal trotzdem hinterher kriegt er sich nach einigen Metern ein und dreht ab.
Aber die 100% werde ich nicht erreichen, dafür ist er immer noch ein selbstständiger Hund.

Ich bin zufrieden so wie es jetzt ist.
Ein hund der mir jeden "Wunsch" von ne Augen ablesen will, wäre für mich langweilig.
Ich brauch die Herrausforderung, das Tier das noch einen eigenen Kopf hat und wo ich weiß, das es noch ein Tier ist

Doch ohne Arbeit und regelmäßiges üben wären wir nie soweit gekommen
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #3
Oh was für ein tolles Thema!

Den Ausdruck "perfekter Hund" finde ich irgendwie widersprüchlich in sich, da "perfekt" ja meist mit "makellos" gleichgestellt wird. Einen makellosen Hund gibt es aber nicht. Und soll es auch niemals geben. Also nenne ich es anstatt "perfekter Hund" einfach mal mein "Traumhund".
Mein Traumhund soll ein richtiges Tier sein, mit instinktiven Reaktionen, seiner eigenen Sicht der Dinge und seiner eigenen Meinung gegenüber anderen Dingen und Lebewesen. Ich sehe meinen Hund als meinen Begleiter und Freund, nicht als Sklave, der nur meinen Befehlen zu folgen hat. Der "Traumhund" muss man natürlich erzogen werden und er sollte einiges können. Dies gilt in erster Linie einem sicheren und entspannten Zusammenleben mit dem Hund. Bestimmt ist es für den Hund aber auch viel toller, wenn ihm jemand zeigt, was er darf und was nicht. Dann ist er sich seiner Sache sicher, weiss wie er es richtig macht. Ein verunsicherter Hund macht seine "Sache" nicht richtig, wenn er nicht weiss, ob er es so richtig/gut macht.. wenn ihr versteht was ich meine ;) Aber der Traumhund muss nicht jedes Kommando, was ich irgendwo mal aufgeschnappt habe, zu meinem Vergnügen beherrschen.

Ich persönlich finde es spannend, wenn der Hund "Baustellen" hat. Das heisst natürlich nicht, dass ich mir jetzt wünsche, mein Hund hätte eine krasse Leinenagression :lol: Aber es sollte doch immer etwas geben, an dem man arbeiten muss. Sei das der Rückruf, oder die Leinenführigkeit.. ist doch langweilig sonst! Ich persönlich finde das sehr spannend, herauszufinden, auf welche "Methoden" und Tricks der Hund in der Erziehung am besten anschlägt. und es gibt doch nichts tolleres als Fortschritte zu beobachten, für die man selbst verantwortlich ist :)

Das Zusammenleben mit dem Traumhund muss entspannt sein. Der Hund darf auf Spaziergängen von der Leine wo es erlaubt ist und dann darf er hinter oder vor mir, links oder rechts von mir gehen, wo immer er es am spannendsten findet. Er darf sich Dinge ansehen und anschnuppern und ganz Hund sein. Wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin, will ich ein Tier mit eigenem Gehirn beobachten, kein Roboter.
Dazu gehört auch, dass er mit seiner eigenen Sprache auf andere Hunde reagiert, sie begrüsst, schnuppert wer denn da ist und vielleicht sogar mit ihnen spielt und tobt - und nicht ohne einen Mucks an ihnen vorbeigehen muss.

Für mich also die "perfekte" Hund/Halter- Beziehung: Ein Herz und eine Seele - und doch hat auch jeder seine eigene Welt.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Off-Topic
*Edit nachdem ich Michse's Beitrag gelesen habe*: Irgendwie haben wir glaube ich alle hier eine sehr ähnliche Meinung zu diesem perfekten Hund! :D
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #4
Sehr schoenes Thema. Ich schliesse mich da auch gleich mal Michse an... meine Hunde haben Macken (der eine mehr, der andere weniger ;)). Wir muessen noch an so einigen Sachen arbeiten, aber das schweisst eben zusammen. Ich wuerde meine beiden fuer nichts hergeben wollen.
Ich liebe es mit meinen Maedels neue Wege zu erkunden und freue mich am Abend, wenn beide ganz ausgepowert neben mir liegen und mir einfach das Gefuehl geben, wir hatten einen tollen und erlebnisreichen Tag zusammen.
Coco, die am Anfang sehr aengstlich war, blueht immer mehr auf, ist neugierig und fasst mehr und mehr Vertrauen.
Ich moechte auch keinen Hund, der staendig nur darauf bedacht ist, mir alles Recht zumachen. Es ist eine Herausforderung...jeden Tag aufs neue.
Es gibt fuer mich auch nicht den perfekten Hund.
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #5
Ein "perfekter Hund" ist für mich ein Hund ohne Ecken und Kanten, makellos, vollkommen, ein Hund der sich nicht mehr weiterentwickeln kann, der in einem ewigen Stillstand ist. Ein Zustand, den ich so nicht haben möchte und den ich auch nicht für erstrebenswert halte.
Für viele Menschen ist der perfekte Hund eben so etwas wie "Daddy" von CM. Ein Hund, der immer gehorcht, der immer seinem Besitzer folgt, der keine eigenständigen Entscheidungen trifft - eine Maschine, kein "echter Hund" mehr.

Für mich sind meine Vier "DIE" Hunde, und auch der im November verstorbene Hund war für mich ein "DER" Hund. Und keiner von ihnen ist und war perfekt und keiner wird es je sein. Für viele passt der Hund der zum nächsten Schlammloch vorläuft und sich genüsslich dort hineinschmeißt sicher nicht perfekt, mir zaubert das ganze einfach nur ein Lachen ins Gesicht. Sicher denken auch viele Nicht-Hundehalter, die das Bild vom "perfekten" Hund im Kopf haben, "Oh Gott", wenn sie meine vier über das Feld hetzen sehen, plitschnass, voller Schlamm, sich gegenseitig zu Boden rumpelnd, auf einander liegend, raufend, bellend und schlagen innerlich die Hände überm Kopf zusammen.

Meine Hunde müssen nicht jedes beliebige Kommando willenlos durchführen, müssen nicht fünfhundert mal hintereinander sinnlose Tricks ausführen, ohne das sie ihren Vorteil daraus ziehen und sie müssen auch nicht in das allgemeine Bild von "Ein toller Hund" passen, nur weil die Gesellschaft das gern so hätte.

Somit ist für mich einfach der "perfekte Hund" ein Hund, der eben nicht perfekt, nicht vollkommen ist. Ein Hund der seine Charakterzüge hat, Charakterzüge die ich mag und genau so welche die ich vielleicht auch nicht so gern mag, ein Hund mit Ecken und Kanten, mit einem eigenen Kopf, mit Macken und "Ticks". Einfach ein Individuum, auf das man sich einstellen muss, genau so wie sie sich gezwungener Maßen auf mich einstellen müssen.

Meine Vier sind so unterschiedlich wie sie nur sein könnten und trotzdem ist keiner weniger "perfekt" als der andere.
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #6
Suno und ihre absolut tollen Themen - wie immer halt...:mrgreen:

Also ich kann nur aus der eigenen Erfahrung sagen, dass der "perfekte Hund" keine einheitliche, für alle Hundebesitzer gültige Definition ist. Jeder hat andere Erwartungen und Wünsche wie der Hund sein sollte und wie sich das Zusammenleben gestalten sollte.

Ich für mich kann feststellen, dass ich im Vergleich zu vielen anderen Hundebesitzern eine doch recht "lockere" Erwartungshaltung in Bezug auf meine Hunde haben - ich will Hunde haben, die ich einschätzen kann, die sich mir gegenüber also völlig störungsfrei offenbaren, ohne zu großen Respekt und ohne zu große Respektlosigkeit. D.h. für mich, dass ich je nach Einschätzung von Situation und Hund so agieren kann, dass weder mir, dem Hund, noch anderen Menschen, Hunden, Tieren etwas passiert.

Da ich einen Podenco habe und einen Whippet-Dackel-Mix mit starkem Jagdtrieb kam ich schnell von der Erwartungshaltung ab, dass meine Hunde immer und überall ohne Leine laufen können müssen. Ich habe keine 100% bei meinen beiden Spaniern und ich werde sie nie haben - trotz Reizangeltraining, Longieren und genug körperlicher und geistiger Auslastung. Meine Schäfi-Mix-Hündin ist überall ableinbar, immer abrufbar und gibt mir in der Regel mindestens 99%. Das sind dann auch wieder die Unterschiede in Bezug auf den "Perfektionismus" in Abhängigkeit von Rasse und Herkunft der Hunde.

Kommandos wie "Sitz", "Platz" und deren sofortige Ausführung in allen Lebenslagen - das liegt mir nicht und hat für mich nichts mit einem "perfekten" Hund zu tun. Meine Hunde wissen, dass sie einzufrieren haben, wenn ich "Stopp" brülle - ob sie das stehend, liegend oder sitzend tun ist mir reichlich egal. Sie wissen, dass "Bei" bedeutet, dass sie in meinem Einflussradius von 1-2m um mich bleiben sollen - ob das nun direkt neben mir, hinter mir oder vor mir ist, ist mir auch egal. Sie wissen, dass "Okay" ihnen erlaubt loszurennen, das Futter zu nehmen, Leute zu begrüßen, zu spielen oder was auch immer sie gerade machen wollen und sie wissen dass "Warten" oder "Nein" eben diese Handlungen verzögern bzw. ganz unterbinden. Sie wissen, dass "Leg dich" mit einem entsprechenden Zeigen auf einen bestimmten Platz oder nicht bedeutet, dass sie sich wie auch immer an dieser Stelle oder an einer von ihnen ausgesuchten Stelle hinzulegen haben. Mit "Bleib" wird das "Leg dich" aufrecht erhalten, wenn ich selbst mich bewege, die Hunde aber liegen bleiben sollen. "Komm" und so was haben wir auch noch, aber ich hab das nicht um meine Hunde "vorzuführen" sondern um sie zu lenken und eben in bestimmten Situationen auf so auf sie einwirken zu können, dass sie auch gleich wissen was ich will - und da bieten sich Kommandos eben an, da sie erlernt werden und der Hund somit nicht erst lange analysieren muss, was ich von ihm will, zumal wir Menschen ja gerne die Tendenz haben in unserer ganzen Körpersprache unklar zu sein...;)

Ich will meinen Hunden alles wegnehmen können, notfalls mit Griff in den Magen. Ich will meine Hunde überall anfassen können. Ich will, dass meine Hunde gerne in meiner Nähe sind, aber trotzdem Grenzen akzeptieren, d.h. sie dürfen aufs Bett, aufs Sofa, auch mit mir zusammen, aber wenn ich sie wegschicke, dann haben sie zu verschwinden. Das fordere ich schon mal ein, aber wirklich selten, da sie meistens von selber Platz machen, wenn ich komme und sie merken, dass ich eben genau da hinsitzen will, wo sie gerade liegen.

Der "perfekte" Hund ist für mich im Prinzip mein Podenco. Er ist so unglaublich sanft, liebevoll und anhänglich. Er vertraut mir, er folgt mir und er glaubt mir auch in der Regel, wenn ich etwas zu einem Tabu erkläre. Dennoch ist er frei und stark. Er kuscht nicht vor mir, er schließt sich mir an. Er unterwirft sich mir nicht, er akzeptiert meine Präsenz. Trotzdem trifft er eigene Entscheidungen, wägt ab, ob und wann es sich lohnt die von mir getroffene Entscheidung wirklich zu befolgen und innerhalb welcher Zeit. Und das ist für mich okay so - klar hat sein Jagdtrieb uns schon ein paar Mal in dumme Situationen gebracht und seine Entscheidung in diesem Moment war absolut falsch und er hat nicht auf meine Einwände gehört, aber das passiert in 1 von 100 Fällen und lässt sich in einer Welt voller Gefahren (Schnellstraßen, Abhänge etc.) für rennende Hunde ohne Blick fürs Detail nicht immer ganz vermeiden. Aber deshalb versuche ich auch durch Schleppleine, gezielten Freilauf in übersichtlichen Gebieten etc. die Gefahren für ihn und seine Entscheidungen zu minimieren, das ist meine Verantwortung ihm gegenüber. Und wir fahren gut damit, seit nun mehr fast sechs Jahren.

Und ohne jetzt jemandem zu nahe treten zu wollen - ich bin einfach nicht der Typ für die typische Unterordnungsarbeit etc. - meine drei Hunde OHNE BH-Prüfung und OHNE Kursbesuche sind die einzigen drei Hunde, die im Agilitytraining während der Parcoursbegehung ohne anleinen, stetiges näher robben, ständiges aufstehen, hysterisches bellen, liegen bleiben und sich erst wieder bewegen, wenn ich es sage...:eusa_shhh: Mag daran liegen, dass meine drei auch grundsätzlich die ruhigsten in der Gruppe sind (okay das Schäfertier kann auch ganz schön hysterisch werden...:D) oder vielleicht daran, dass ich nicht so viel wert auf ein akkurat ausgeführtes "Platz" lege, sondern mehr auf die Tatsache, dass sie da bleiben wo sie sind, ob nun im Kopfstand oder auf dem Rücken liegend ist ja egal...:lol: Denn das ist für mich "perfekt" - nicht die Stilnote der Pfotenhaltung beim Platz und das "Platz" quasi aus dem Rennen heraus in metertiefem Matsch, sondern ein Hinlegen und Bleiben bis ich was anderes sage. Mehr will ich nicht.

Meine drei Schätze sind sicher nicht "perfekt" in Ausführung und Beherrschung von Kommandos und in den Augen mancher anderen Hundebesitzer, aber für mich sind sie perfekt, weil sie genauso sind, wie ich sie haben will. Kontrollierbar, aber dennoch eigenständige Wesen. Und sie funktionieren in meinem Alltag, ich habe keine Probleme durch sie oder ihr Verhalten, Probleme mit anderen werden vermieden in dem ich brenzlige Situationen weitestgehend vermeide oder eben schnellstmöglich und souverän löse. Wir Vier gehen zusammen durchs Leben und nicht Drei im Schatten von Einem.
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #7
Mein Hund ist...
nicht perfekt. Wer ist das schon? Was ist das schon?
Mein Hud darf macken haben.
Er soll keinen Jagdtrieb haben und wenn gut abzurufen sein.
Er soll nicht allzuviel Hüten, aber gut das rudel trotzallem auch zusammenhalten dürfen.
Er soll auch mal seinen Dickkopf haben, denn ganz ehrlich? Ohne den wäre das Leben doch langweilig ;)
Er soll schon auf mich hören, denn wenn er nur das macht, was ER will, ist es auch nicht gut.
Er soll mein treuer gefährte sein. Mir immer beistehen, wenn ich anngegriffen werde, mich beschützen. An meiner Seite laufen.
Er soll MEIN Hund sein :)
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #8
Tolles Thema!

Der perfekte Hund ist für mich ein Hund, der sehr führerbezogen ist, mitdenkt und sich leicht motivieren läßt.
Er sollte arbeitswillig sein, selbstständig sein und natürlich auch eigene Entscheidungen treffen - solange es sich im Rahmen hält und nicht ausartet.
Selbstständigkeit im Sinne von "Ich renn dem anderen Hund nach, egal was Frauchen tut" brauche ich nicht - mir ist es auf Dauer zu anstrengend, einen Hund zu haben, bei dem ich ständig alles kontrollieren muss und mich umdrehen muss. um zu schauen ob Hund eh noch da ist - weil er seinen eigenen Kopf hat.

Akos ist so ein Hund. Ich verscheuche ihn jetzt seit 2 Jahren jedes verdammte Mal von der Haustüre da er immer davor liegt - und kaum schaue ich mal 5 Minuten nicht hin, liegt er schon wieder dort. Und sowas geht mir einfach maßlos auf den Keks und brauche ich nicht. Da möchte ich einen Hund, der mein Verbot/Gebot akzeptiert - auch wenn ich es nur einmal gesagt habe.
Wenn ich bei nem Hund erst zigtausend Sachen ausprobieren muss, ob er mit Beute motivierbar ist, mit Futter,....und er dann womöglich mit gar nix motivierbar ist (siehe Akos) und ich jedes Mal das Kommando mit dem schärfsten Tonfall geben muss, damit ich überhaupt Aufmerksamkeit bekomme, kann ich auf so nen Hund verzichten.

Im Grunde ist ein perfekter Hund für mich ein leichtführiger, führerbezogener Hund, der am liebsten überall dabei ist und leicht zu motivieren ist.

LG Foss
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #9
Hallo,
ich freue mich sehr, daß das Thema Anklang findet und so wunderschöne und ehrliche Beiträge hervorruft.
Danke dafür.

Die, in der Überschrift enthaltenden, zugegeben etwas amerikanischen(zwei Hände mit zwei Fingern in der Luft) , Anführungszeichen sollen eine selbstkritische, ironische Auslegung von "!perfekt!" - implementieren.

und das finde ich ja in diesem Forum so herausragend und lehrreich:

Die Ansichten so viel wie möglich unterschiedlicher Hundebesitzer zu sammeln und - wenn möglich - daraus etwas interessantes und weiterführendes für sich selbst zu lernen.
Danach kann man dann vielleicht nicht nur für sich , sondern auch für andere Erkenntnisse erlangen.

Politisch korrekt finden wir alle Vorurteile böse - in der Realworld - haben wir sie aber alle- und ich schlisse mich da (leider) nicht aus, sogar und erschreckender weise auch unter uns Hundeliebhaber.
Ich möchte meine gerne abbauen...je mehr je besser - deshalb dies Thema.


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In diesem Thema interessiert mich zum Beispiel, unser unterschiedlicher Ansatz von Toleranz, Erwartung und ja ; Einstellung.

Dass wir alle unsere Hunde lieben und ihnen gut tun wollen, davon gehe ich aus. Es geht nicht darum wer Recht hat oder seinen Hund weswegen auch immer besser behandelt oder anders liebt.

Es ist mir eine Freude Dinge / Ansätze zu erfahren, z.B.Michse und ihren Dickschädel Larry oder Tompinas Podenco und Whippet-Dackel-Mix .... Foss, deren Beitrag mir / uns (Hunde) direkt auf den Leib geschrieben schein..
So große Unterschiede im Ansatz was Rasse und deren Affinität betrifft und gleich zeitig so ähnliche, im Endergebnis sogar gleiche , Anforderungen.


Ich freue mich sehr von so viel wie Möglich unterschiedlichen Hundehaltern, mehr zu erfahren.

LG Suno
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #10
Hui, interessant...

Ich denke ,ja dass mein Hund perfekter ist als ich, von daher.;).
Ich frage mich nämlich öfter- bin ICH der perfekte Halter für meinen Hund? Was kann ich besser machen, damit es ihm "Pudelwohl" geht...

Klar lege ich wie schon von euch erwähnt Wert darauf, dass er folgt. Nicht jagen geht, einfach zu anderen Hunden rennt - das Kleine und Große Hunde einmal eins eben.
Und genau dass sind dann die Punkte zu denen ich mir Gedanken mache- wenn er dann mal nicht sofort kommt- oder aber eine Übung grade nicht klappt.

Bevor ich es auf seinen Dickkopf schiebe, den er zweifelsfrei hat, suche ich bei mir, was kann ich anders machen? War meine Körpersprache widersprüchlich zum sprachlich gegebenen Kommando?
Ergo denke ich ein Hund kann eben nur so perfekt sein, wie sein Halter ( also wohl nie so ganz ;)) - nur ist der Eine damit zufrieden, der Andere nicht.
Der Eine erkennt es vielleicht- Andere vielleicht nie.

Und im Grunde haben wir sie doch alle, die für uns perfekten Hunde, denn jeder bekommt den Hund den er Verdient *10Euro ins Phrasenschwein wirft*


Noch kurz, was im einzelnen Balou für mich so "perfekt" macht.

- verschmuster Kuschelbär
- geht Ärger mit anderen aus dem Weg
- sagt aber auch schonmal klar, wenns ihm zuviel wird
-wenn er gegenüber frechen Junhunden seine Königliche Ignoranz raushängen lässt- ist zu amüsant:lol:
eben sein ganzer Charakter, den er hat- nicht der Gehorsam der anerzogen ist.

Das ist das was ihn für MICH Perfekt macht, alles andere ist anerzogen und trainiert, und kann durch Training- bei dem einem mehr dem anderen weiniger erreicht werden.


Lange Rede kurzer Sinn-
der Perfekte Hund für mich muss in allererster Linie charakterlich zu mir passen.
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #11
Interessantes Thema und grade wirklich passend.
Werde in letzzer Zeit oft genau damit konfrontiert.

In erster Linie sehe ich es genau wie Willi.
Mein Hund ist für mich perfekter, als ich es bin und all die Dinge, die nicht passen, liegen einzig und allein an mir.

Oft höre ich Sätze wie 'dein Hund folgt wirklich perfekt', 'ich wäre froh, wenn meiner mal so hören würde' oder 'du kannst wirklich stolz sein'

Bin ich aber nicht wirklich...

Durch meine Verbissenheit und den Drang danach, alles von Anfang an richtig und konsequent zu machen, habe ich jetzt einen Hund mit Kadaver-Gehorsam.
Keinen Hund, der alles aus Freude tut und immer Spaß daran hat, mir zu gehorchen.

Wie du selbst sagst, Suno. Ein Hund muss in gewisser Weise eigenständig bleiben. Sei es im Denken oder im Handeln, aber es muss es tun.
Nicki hat sich mir durch meine Strenge zu 100% untergeordnet. Ich habe ihr von Anfang an alle Entscheidungen abgenommen und somit ist sie in vielen Situationen überfordert.

Sie wehrt sich nicht, wenn sie bestiegen, angepöbelt oder sonstiges wird. Sie unterwirft sich sofort jedem Hund und überlässt mir alles weitere.
Was sie im Bezug auf mich an den Tag legt, kann ich ohne Zweifel als Kadaver-Gehorsam bezeichnen.

Wenn sie im WZ vor dem Ofen liegt und ich den Raum betrete, steht sie sofort auf und geht in ihr Körbchen.
Aber sie tut diese Dinge, zumindest einige davon, nicht mehr mit Freude. Sondern weil sie weiß, sie muss.

Sie würde wohl liebend gern mal einer Katze hinterher jagen. Einfach so zu anderen Hunden rennen etc. Aber sie tut das nicht, ja sie hat es noch nie getan.
Nicht, weil sie viel lieber bei mir bleibt, sondern eben weil sie weiß, sie muss hierbleiben..
Es ist viel eher die Unsicherheit, wie ich reagiere, wenn sie es doch tun würde.

Dieser Gehorsam ist auf Dauer alles andere als schön und nimmt dem Hund jeglichen Spaß. Sie testet nicht mehr selber, hat nur wenig Selbstbewusstsein. Das ist schade und darauf bin sicher nicht stolz.

Auch wenn jeder dem ich begegne vor Neid platzt, ich würde nichts lieber wollen als nochmal von vorne anzufangen und alles lockerer anzugehen.

Gehorsam. Ein Punkt, bei dem viele Leute ihren Hund als perfekt betrachten, wenn dieser sitzt.
Doch ich finde, wenn Gehorsam auf falscher basis läuft, macht er mehr kaputt als gut...

Einen perfekten Hund wird es daher für mich nie geben.
Perfekt wäre nur der Hund, dessen Halter immer und uneingeschränkt perfekt handelt.
Und das gibt es in meinen Augen nicht.

Es ist immer das Team Mensch-Hund, das funktionieren muss.
Und solange keine gravierenden Auffälligkeiten da sind und beide zusammen harmonieren ist es wohl für jeden in irgendeiner Weise 'perfekt'
Nur eben immer anders ;)
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #12
Mein Hund ist weit entfernt von "perfekt". Nicht falsch verstehen, ich liebe ihn und er gehört zur Familie.
Nichts desto trotz ist er ein Lebewesen mit "Fehlern" bzw Charaktereigenschaften, bei denen wir einfach nicht zu 100% zueinander passen. Nicht tragisch, aber nach wie vor gibt es Dinge an meinem Hund, die mich herausfordern und/oder regelmäßig in den Wahnsinn treiben :D

Aber ich erwarte auch keinen "perfekten" Hund. Bzw. überlege ich gerade, was für mich "perfekt" heißen würde. Einerseits hätte ich gerne, dass der Rückruf zu 98% sitzt. Andererseits will ich einen Hund behalten, der eben auch eigene Entscheidungen trifft und mir eindeutig zeigt, wann es ihm zu langweilig wird.

Also kann ich das nicht genau beantworten. Wir werden weiter zusammen Spaß haben und weiter jeden Tag mehr zusammenwachsen. Und vielleicht kommen wir irgendwann zu dem Punkt, an dem wir uns so weit angenähert haben dass ich sagen kann er wäre "perfekt" oder wir wären ein "perfektes Paar"... Wer weiß das schon :D
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #13
Ganz ehrlich? Ein perfekter Hund ist doch ein langweiliger Hund.
Es ist doch immer wieder schön was zum üben zu haben, einen Hund zu haben der er selbst ist und keine Maschine oder? Zumindest denke ich so ;)
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #14
huhu,
nein nein : die "Perfektion" eines jeden kann (und darf) ja gerade in der Imperfektion liegen :mrgreen:....

Das ist auch ganz individuell....so ist z.B. die extrem ausgeprägte Begleithund Attitude meiner Rosi sicher für ganz viele ein Graus. Nicht jeder lebt gerne mit einem zweiten Ich im Windschatten...:uups: Für mich ist das aber perfekt
Oder , ihre Eigenarten was Schlafsystem und "Unterhalten" angeht....
LG Suno
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #15
Nicht jeder lebt gerne mit einem zweiten Ich im Windschatten...:uups:

So jemand, bin ich zum Beispiel ;) - ich habe da quasi die gegenteilige Erwartung an meinen Hund: "bloß nicht an meinem Rockzipfel kleben..." :mrgreen: Und das Schöne an den Hunden und ihrer Vielfalt ist ja, dass es für jeden Haltertypen irgendwo einen passenden Hundetypen gibt - klar mit individuellen Unterschieden von Hund zu Hund, auch innerhalb einer Rasse gibt es manchmal Welten - ich hätte für mich z.B. nicht gedacht, dass ich mich eines Tages hinstellen kann und sagen kann "Ich habe die perfekte Rasse gefunden." und doch kann ich es heute. Mein Podenco ist laut anderer Podi-Besitzer, seiner erfahrenen Ex-Pflegestelle und den vielen Beschreibungen der Rasse, die ich nun schon gelesen habe, ein "typsicher Podenco" und er ist für mich PERFEKT! :D

Klar liebe ich auch meine beiden Mädels - und sie sind auch auf ihre Weise für mich perfekt. Aber rein aus der Rasse- und Charakterwarte heraus gesehen, könnte ich meinen Schäfi-Mix-Hündin an manchen Tagen auf den Mond schießen, wenn sie wieder wie angenagelt an meinem Bein klebt und mich anhimmelt...das finde ich furchtbar! :lol: Und meine Kleine hat zwar ordentlich Pfeffer und Gott sei Dank neben der ganzen Whippetpower und Whippetsensibilität auch eine gute Portion Dackel abbekommen, sodass sich ihre Frauchen-Anhimmel-Anfälle meist in Grenzen halten...;) Da bin ich immer froh, wenn Tom mir dann seinen Allerwertesten entgegen hält und mein Rufen mit einem "Warte kurz, ich muss noch was erledigen"-Blick gekonnt übergeht...:D

Und am Schönsten finde ich dann eigentlich, dass trotz dieser Unterschiede zwischen Hund und Hund und den jeweiligen Haltern - wie bei Suno und mir zum Beispiel - trotzdem die Wellenlängen in Bezug auf so viele Fragen die gleichen sind! :mrgreen:
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #16
@Tompina. Da hast du so Recht besonders dieser Satz gefällt mir:

Und am Schönsten finde ich dann eigentlich, dass trotz dieser Unterschiede zwischen Hund und Hund und den jeweiligen Haltern - wie bei Suno und mir zum Beispiel - trotzdem die Wellenlänge in Bezug auf so viele Fragen die gleichen sind! :mrgreen:

LG Suno
 
  • Der "perfekte" Hund Beitrag #17
Wenn ich mir einen Hund backen könnte, wäre er flink wie ein Kaninchen, schlau wie ein Fuchs, mutig wie ein Löwe, ausgestattet mit der inneren Ruhe eines Nilpferdes und hätte Nerven wie Drahtseilen. ;)

Außerdem hätte dieser Hund einen "klaren Kopf", könnte zwischen gut und böse unterscheiden, wäre reaktionsschnell, ein ausdauernder Workaholic, ein Arbeitstier, das gerne ausschläft und entspannt und würde mir sowieso jeden Wunsch von den Augen ablesen...

Damit es nicht so schwierig wird, DEN Hund zu finden, habe ich einfach zwei. Beide verkörpern jeweils ca. 50% der "Anforderungen" an meinen perfekten Hund. Ich bin zufrieden. :004:
 
Thema:

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