Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt

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  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #21
Die Übersäuerung ist eigentlich ein zentrales Thema, wird aber meist als nicht so wichtig angesehen oder wahrgenommen es ist aber wohl verständlich, dass der Hund im Magen eine entspr. starke Magensäure braucht um Fleisch und Knochen für den Darm verwertbar zu machen, tritt die Magensäure aus dem Magen wird sie sofort neutralisiert, basisch auch unter pH-Wert bekannt, sinkt der pH-Wert greift er seine Reserven an Knochen/Skelett, um diese Übersäuerung zu vermeiden müssen Basen zugeführt werden, das sind in der Regel Knochen und MicroMineral welches nicht nur zur Mineralstoffversorgung da ist, sondern den Hund vor Übersäuerung schützt, ohne dem führt das unweigerlich zur Übersäuerung, ein Geheimniss dessen, warum so viele Nur-Fleisch- Barfer Probleme bekommen. Gegen Übersäuerung versucht sich der Organismus zu wehren, entweder nach unten oder nach oben, letzteres passiert beim Hund als Sodbrennen, analog Mensch, Säure greift die Zellen der Speiseröhre an, nach unten über den Darm kann Durchfall entstehen durch Störung der Darmflora, das ist aber bekannt hoffe, das es so verständlicher ist. Die Problematik an Barfen ist: richtig zu barfen, es gehören eine Menge Zusätze, vor allen Dingen die richtigen dazu und das ist bei den Barfern sehr, sehr unterschiedlich und führt dann eben zu Problemen.


Hallo:)

Ich möchte mich mal als bekennender Prey-fütterer dazu äußern, grad was die Übersäuerung angeht.
Sicherlich, braucht der Hund eine stärkere Magensäure um Fleisch und Knochen zu verwerten aber man kann einer Übersäuerung auch eigentlich ganz einfach entgegensteuern.

Man sollte schlicht keine festen Fütterungszeiten haben.
Der Hund gewöhnt sich an diese Zeiten ( morgens nach dem Gassi, abends nach dem Gassi) und ist dann in einer Erwartungshaltung. Dann wird Magensäure produziert (die schärfer ist) und der Hund bricht.
Nimmt man dem Hund diese Erwartungshaltung, indem man unterschiedliche Zeiten hat, hat man das Problem mit der Magensäure nicht.

Ich füttere ja nur Fleisch, Innerein, Knochen, Fell (Ballaststoff für Verdauung) und seid dem ich auf nur eine Mahlzeit am Tag und immer zu verschiedenen Zeiten umgestiegen bin hab ich mit Sodbrennen, Erbrechen, Kratzen, Augenausfluss ( also alles, was auf eine körperliche Übersäuerung schließt) keine Probleme mehr;)
Achso und ich brauch weder Minerale noch sonstwas um das es dem Hund gut geht. Blutbild von allen Organwerten und der Mineralsstoffhaushalt waren top.

Ich würde aber gern mal die Artikel von Mogens Eliasens "in den Raum werfen". Finde sie sehr interessant und toll zu lesen:)

 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #22
Mir erschließt sich der Zusammenhang zwischen Magensäure und Uhr/Zeit nicht. Auch der Link gibt dazu keine Antwort, vielleicht kannst Du das näher erläutern.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #23
Wie bist Du denn drauf, seit wann Märchen, wie eine Säure umschlägt, erfährt man schon in der Schule und im übrigen interessiert mich Deine Lieferung herzlich wenig, jedenfalls wird barfen ohne die richtigen Zusätze, also nur Fleisch, nicht funktionieren, sonst hättest Du kaum MM bestellt, ich z.B. barfe nicht, gebe aber Barfzusätze täglich, weil ich eine Fütterung habe, wo es dringend geraten ist Vitamine und Mineralien zuzusetzen, wo ist das Problem ?

Es funktioniert auch ohne. Noch mal, ich habe es bestellt weil ich wissen will ob es Auswirkungen aufs Blutbild hat.
Es gibt bei richtiger Fütterung von nur Fleisch keine übersäuerung im Magen. Um die Dramflora gesund zu halten braucht es nur frischen Blättermagen mit Inhalt.

@ Braunini wir füttern zwei mal täglich, morgens zw. 5 und 9 und abends auch. In weiss nicht ob das verschieden genug ist, aber wir haben kein erbrechen, kratzen o.ä
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #24
OK, ich habe es zur Kenntnis genommen, den Blättermagen erwähnst Du erst jetzt, da sieht die Sache schon anders aus, aber nicht jeder gibt Blättermagen, nicht jeder Hund verträgt Blättermagen viele bekommen Durchfall z.B. da ist MM schon besser, wer will schon diese lecker, stinkende Sache neben seinen Wohnzimmer haben, geht vielleicht auf dem Dorf in einer Vorbereitungsküche.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #25
OK, ich habe es zur Kenntnis genommen, den Blättermagen erwähnst Du erst jetzt, da sieht die Sache schon anders aus, aber nicht jeder gibt Blättermagen, nicht jeder Hund verträgt Blättermagen viele bekommen Durchfall z.B. da ist MM schon besser, wer will schon diese lecker, stinkende Sache neben seinen Wohnzimmer haben, geht vielleicht auf dem Dorf in einer Vorbereitungsküche.
Liest du schlecht? Das hab ich schon am 3.5. um 8:59 erwähnt:

edit: Diskussion ausgegliedert

Yvi179@ was/wie barfst du denn? Wichtig für eine gute Verdauung sind Pansen und Blättermagen, möglichst frisch.
Was auch meist zu viel gegeben wird, ist Obst und Gemüse. Das kommt bei uns alle 1-2 Wochen mal in den Napf, dafür gibt es täglich
frischen Blättermagen mit Inhalt. Da hatte noch keiner Probleme und lt. Blutbild sind alle Werte top.

Was man auch geben kann sind solche Sachen wie DarmFlor oder Darm aktiv von CD Vet. Das ist gut wenn man nicht so frisches bzw. gefrorenes Barf hat.

Da meine 2 Mahlzeiten bekommen, steht der Blättermagen und der Rest im Kühlschrank. Das Zeug ist genauso von der Kuh wie der stinkende Käse.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #26
OK, ich habe es zur Kenntnis genommen, den Blättermagen erwähnst Du erst jetzt, da sieht die Sache schon anders aus, aber nicht jeder gibt Blättermagen, nicht jeder Hund verträgt Blättermagen viele bekommen Durchfall z.B. da ist MM schon besser, wer will schon diese lecker, stinkende Sache neben seinen Wohnzimmer haben, geht vielleicht auf dem Dorf in einer Vorbereitungsküche.
Dazu muss man aber sagen, dass es bei jeder Methode – egal ob Prey oder mit Beilage – ausdrücklich empfohlen wird, in manchen Rechnungen sogar zu recht großen Teilen. Daher finde ich es schade, wenn nur wegen dem Geruch gänzlich darauf verzichtet wird. Die meisten Hunde fressen das meiner Erfahrung nach gerade deswegen gerne, sodass der Geruch auch nicht ewig in der Bude rumsteht. Sicher »rieche« ich es auch, wenn ich es verfüttere, die Schüssel ist in dem einen Fall aber so schnell leer, dass der Geruch sofort verflogen ist. Und wenn es nicht in der Schüssel ist ist es eingefroren im Gefrierfach, da riecht das nach gar nichts. Ich gebe aber gerne zu, dass der Geruch weder angenehm noch jedermanns Sache ist, wer sich allerdings an sowas stört, sollte m.E. auch nicht (voll) barfen. Es ist ja auch kein Zwang zu barfen. Wer mit den Gerüchen oder dem rohen Fleisch nicht klar kommt ist halt nicht dafür geeignet.

Was den Durchfall angeht höre ich das in Bezug auf Blättermagen das erste Mal, das tritt eher bei Leber und Niere auf.

Zu den Uhrzeiten: Du denkst da wohl an den Pawlowschen Hund, der so auf einen Reiz konditioniert war, dass er Speichel produzierte, selbst ohne das Futter auch nur zu sehen, nur übertragen auf die Uhrzeit? Da muss ich aber sagen, dass das bei uns keinen Unterschied macht. Sofern mein Hund frisst – er ist nach wie vor ein schlechter Esser – bekommt er immer zu den gleichen Zeiten sein Futter. Trotzdem bricht er seit dem Barfen wirklich nur noch, wenn er einen gesamten Tag nicht frisst.

Wegen der Gensache: Leider kann man die ganze Studie nicht einsehen, sondern nur für teuer Geld online kaufen :?. Allerdings habe ich das Abstract gefunden, also die Zusammenfassung, die auch schon in die Richtung geht, die ich vermutet habe:
We identify candidate mutations in key genes and provide functional support for an increased starch digestion in dogs relative to wolves.

Frei übersetzt:
Wir konnten Mutationen in Schlüsselgenen identifizieren, welche für eine funktionale Unterstützung einer erhöhten Stärkeverdauung bei Hunden im Vergleich zu Wölfen sorgen.
Die Studie heißt übrigens »The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet«. Axelsson E et al..
Das würde aber nicht bedeuten, dass Hunde von Fleisch übersäuern oder davon entwöhnt sind, sondern dass sie – wie bereits erwähnt – in gewissem Maße die Fähigkeit besitzen, Stärke zu spalten, was ein Wolf nicht kann und was z.B. auch Katzen nicht können. Da wären wir dann auch wieder bei der Produktion des Enzyms Alpha-Amylase.

Den Rest muss ich nachher googlen, wenn ich mehr Zeit habe.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #27
Mischling, beim Prey wird Pansen /Bläma zum Fleisch gezählt, zu recht minderwertigem sogar, deshalb wird es bei der Art zu füttern nicht zu häufig empfohlen.

Fiesta, ein Hund der zu regelmäßigen Zeiten sein Futter bekommt produziert dann schon Magensäure, da er in der Erwartung ist gleich Futter zu bekommen. Diese Erwartungshaltung sollte man ihm nehmen, so dass der Magennur noch dann Säure produziert, wenn er tatsächlich Futter bekommt.
Dann übersäuert er auch nicht mehr.
Wenn man jetzt mehrere kleine Mahlzeiten füttert produziert der Magen kontinuierlich Säure, was sich natürlich auf den Urin usw. legt und ihn saurer macht.

Wir haben zu Anfang auch 2 mal täglich gefüttert,weil Buffy nach 12 Std regelmäßig gebrochen hat. Jetzt wo wir zu unterschiedlichen Zeiten (mal früh/mittags/abends/nachts) füttern und nur eine "große" Portion, haben wir keine Probleme mehr.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #28
Braunini, hast du ne Quelle zu der Magensäureproduktion? Bei Speichel kenne ich es wie gesagt vom pawlowschen Hund, bei Magensäure nicht, auch nicht, dass das dann in der Menge geschieht, dass es auf den Urin schlägt.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #29
Das mein Therad mal wieder so eine Diskusion hoch zieht hätte ich nicht.
Das Diva vielleicht eine Magenübersäuerung hat, war nur ein Verdacht, nicht fakt.
Patch wird weiterhin gebarft und ihm geht es gut. Auch erbricht er nicht oder man hat das gefühl das ihm ständig übel ist. Klar frißt er Gras, aber das macht er schon seit 3 Jahren. Und barfen tu ich seit Januar erst.
Woher nur das stammt weiss ich immernoch nicht.
Auch du Fiesta konntest mir diese Frage nicht beantworten. Kommt es vom Boden? Vom Futter?? Keine Ahnung, und bisher konnte ich auch noch nicht viel finden.
Du solltest dir Diva nach 3 Wochen Dosenfutter mal anschauen. Das Fell ist struppig und stumpf, dauernd wird sich gekratzt, das hatte ich vorher nicht:roll:. Mir kann keiner mehr erzählen das Trofu Artgerecht ist. Allein die Massen die ein Hund trinkt durch Trofu ist doch schon nicht normal. Ich kenne einen Hund der dauernd Ohrenprobleme hatte, ein anderer dauernd Augenentzündung, beide waren mit Umstellung auf Barf schnell gesund. Wie erklärst du das? Auch Diva hatte leichte Ohrenprobleme und durch barf war es weg.

Lg Yvi
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #30
Klar frißt er Gras, aber das macht er schon seit 3 Jahren. Und barfen tu ich seit Januar erst.
Woher nur das stammt weiss ich immernoch nicht.
Kann es sein, dass er bevorzugt Quecke frisst? Das Gras enthält viel Kieselsäure, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Barfer füttern daher oft Kieselerde. Ich weiß nicht, ob Hunde dieses Gras scheinbar deswegen bevorzugen oder vielleicht wegen Beschaffenheit und Geschmack. Allerdings nehmen Hunde mit Mineralstoffmangel auch gerne Erde auf, ein gar so schlechtes Gespür für Nährstoffe scheinen sie also nicht zu haben. Muss nicht einmal unbedingt heißen, dass er in diese Richtung Probleme hat, aber vielleicht ist es eine Art Instinkt, ich weiß es nicht. Bei manchen Hunden scheint es auch einfach nur schlechte Angewohnheit zu sein, wenn ein Hund aber bestimmte Gräser heraus sucht finde ich das schon interessant. Meiner frisst auch hin und wieder Gras, aber nur ganz bestimmte Halme. Von manchen lutscht er auch nur den Tau ab :lol:.


Zu Speichel und Magensaft: Laut Meyer/Zentek hat der Speichel vorwiegend schmierende Funktion, weswegen bei Gabe von Rohfleisch weniger Speichel (schleimiges Sekret) produziert wird als bei Gabe von z.B. Fleischpulver (wässriger Speichel aus der Parotis/Ohrspeicheldrüse). Desweiteren setzt er sich zum Großteil aus Mineralstoffen zusammen, vorwiegend Natrium, Kalium und Chlorid. In geringerer Menge sind auch Kalzium, Phosphor und Magnesium enthalten, hier variiert die Menge aber stark. Sofern kein Fütterungsreiz kommt, wird auch erst einmal kein Speichel produziert, sondern nur ein Sekret durch die Unterzungendrüsen, welches den Fang feucht hält.
Der Magensaft weist einen hohen Salzsäuregehalt auf (0,5-0,6%), auch Natrium und Kalium sind in hoher Menge vertreten. Hinzu kommen Schleimstoffe und Verdauungsenzyme, die uns in Bezug auf den pH-Wert aber erstmal wenig interessieren.

Der pH-Wert selbst beeinflusst die Wirksamkeit der Verdauungsenzyme und die Aktivität der darmeigenen Bakterien. Im Magen sind die Werte zwischen den Mahlzeiten recht hoch (etwa 6), nach der Mahlzeit sinken die Werte allerdings stark ab, bedingt durch den hohen Salzsäuregehalt des Magensafts. Optimal ist ein Wert im sauren Bereich, also 1,5 bis 3,5. Und dieser Rückgang richtig sich nach Fütterungsmenge, Sekretmenge (Magensaft) und Futterzusammensetzung. Bei eiweiß- oder mineralstoffhaltiger Nahrung kann der Abfall des pH-Wertes ausbleiben. Kurz zum weiteren Verlauf: Der Speisebrei wird durch das alkalische Pankreassekret im Zwölffingerdarm wieder auf einen pH-Wert von etwa 6 gebracht werden. Im Dünndarm kann der Wert dann wieder leicht auf 7 steigen, im Dickdarm fällt er wieder leicht ab, sodass der Kot schlussendlich einen pH-Wert von 6 bis 7 hat. Der Haken ist, dass ohne den pH-Abfall im Magen das Enzym Pepsin (Eiweißspaltung) nicht optimal aktiviert werden kann.

Jetzt aber der Knackpunkt: Es kommt NICHT auf die Rohfütterung allein an, sondern wie gesagt auf die Menge an Futter, die Sekretbildung und den Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen. Letzteres kann ein Trocken- oder Nassfutter ebenso betreffen wie eine Barfmahlzeit. Die Sekretbildung hängt von zwei Faktoren ab: Art und Umfang der Nahrung. Allerdings entscheiden verschiedene Reize, wie viel produziert wird.
1. Gehirnphase: Konditionierung im weitesten Sinne, das heißt Auslösen der Magensaftproduktion durch einen Reiz, der mit Futter verbunden wird (öffnen der Dose o.ä.)
2. Magenphase: Kauen und Schlucken der Nahrung, Gefühl von Futter im Magen, Kontakt des Futters mit der Magenschleimhaut. Fleisch, Fleischbrühe, Kochsalz, Säuren und – aufgepasst – Wasser(!) stimulieren scheinbar die Produktion. Zuckerlösungen wirken hemmend, pflanzliches Eiweiß wie aus Soja z.B. wirkt ebenfalls stimulierend, aber in geringerem Umfang. Nimmt ein Hund Fleisch(brühe) oder auch Milch auf, steigt die produzierte Menge an Magensaft fast proportional zur Fütterungsmenge, bei Brot, Zucker, Kartoffeln und Butter nicht.
D.h.: Es wird nicht überdimensioniert Magensaft produziert und das immer weiter, sondern lediglich direkt bei Aufnahme von Fleisch wird im angemessenen Verhältnis zur aufgenommenen Futtermenge Magensaft für die Verdauung produziert.
3. Darmphase: Bei hohen pH-Werten im Zwölffingerdarm oder bei Registrierung von Eiweißabbauprodukten (d.h. als Reaktion auf die Aufnahme von eiweißhaltiger Nahrung) wird vermehrt Magensaft produziert, um de pH-Wert zu drücken und damit die Verdauung auf völlig normalem Wege zu ermöglichen.


So, ich hoffe, jetzt sind wir alle im Bilde zum Thema Verdauung und pH-Wert, sodass auch jeder mitreden kann, wenn er möchte.
Was ich nochmal zusammenfassend betonen möchte:
Hemmung der Magensaftproduktion/zu hoher pH-Wert: JEDE Nahrung mit hohem Gehalt an Eiweiß oder Mineralstoffen kann den Abfall des pH-Wertes auf ein saures Level direkt nach der Nahrungsaufnahme theoretisch verhindern. Allerdings reagiert dann der Zwölffingerdarm auf den zu hohen Wert und regt (über Gastrin und Cholecystokinin, beides Peptidhormone) die Produktion des Magensaftes erneut an, sodass mehr Salzsäure eingeleitet wird, der pH-Wert sinkt und damit sauer wird, was anschließend im Zwölffingerdarm selbst wieder neutralisiert wird. Im schlimmsten Fall wird der Magensaft durch das Verfüttern von einer hohen Menge Fleisch/Eiweiß also nicht zu sauer, sondern bleibt zu neutral und das Eiweiß kann nicht richtig verdaut werden. Wie gesagt ist das aber auch kein Dauerzustand, sondern bezieht sich nur auf die unmittelbare Zeit nach der Fütterung, der Zwölffingerdarm greift ja auch noch ein.

Stimulation der Magensaftproduktion/Senkung des pH-Wertes: Wie wir festgestellt haben ist das Absinken des pH-Wertes auf ein saures Level nicht schädlich, sondern nötig, da dadurch unter anderem die Spaltung von Eiweiß in Gang gesetzt wird. Neutralisiert wird dieser Wert bereits an der nächsten Haltestelle nach dem Magen wieder. Nicht zu leugnen ist, dass Fleisch (eiweißhaltige Nahrung vermutlich allgemein) die Produktion anregt, während andere Lebensmittel sie bremsen. Es ist aber die Rede von proportional – das heißt verhältnismäßig, angemessen, sich danach richtend – zur Fütterungsmenge. D.h.: Kleinere Mahlzeit, weniger Magensaft, während bei Brot dieselbe Menge für einen Laib wie für eine Scheibe produziert wird. Nunja, mehr Fleisch benötigt nunmal mehr eiweißspaltende Enzyme. Außerdem wäre das »Problem«, sofern es denn besteht, dann bereits behoben, würde man einfach ein wenig kleinere Mahlzeiten füttern, wozu nicht umsonst bei Problemen dieser Art immer geraten wird. Das ist eben auch ein Punkt: Es gibt wie gesagt noch weitere Faktoren, die den Vorgang beeinflussen, z.B. eben die Fütterungsmenge und die Zugabe zum Fleisch.

Und nur, um es gesagt zu haben: Mineralstoffhaltige Nahrung kann den gesunden pH-Abfall hemmen – das zur Beigabe von Mineralstoffpülverchen. Der Magensaft MUSS sauer sein, sonst funktioniert die Verdauung nicht richtig. Produziert ein Hund stetig Magensaft und übersäuert ohne Fütterungsreiz (was bei den meisten von uns das Problem ist) hat das also auch nichts mit dem Fleisch zu tun, denn die Produktion wird nur durch die Erwartung von Futter (und dafür genügt nicht nur die Uhrzeit, es braucht einen Reiz oder ein Signal wie das Öffnen des Kühlschrankes) oder die direkte Aufnahme angeregt. Es braucht also für die Verdauung von Fleisch per se mehr Magensaft, der wird dann aber auch verwendet, durch den Darm ausgeleitet und dort wieder neutralisiert.

So, und nu hab ich endlich fertig :mrgreen:.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #31
Klar frißt er Gras, aber das macht er schon seit 3 Jahren. Und barfen tu ich seit Januar erst. Woher nur das stammt weiss ich immernoch nicht.


Kann es sein, dass er bevorzugt Quecke frisst? Das Gras enthält viel Kieselsäure, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Barfer füttern daher oft Kieselerde. Ich weiß nicht, ob Hunde dieses Gras scheinbar deswegen bevorzugen oder vielleicht wegen Beschaffenheit und Geschmack. Allerdings nehmen Hunde mit Mineralstoffmangel auch gerne Erde auf, ein gar so schlechtes Gespür für Nährstoffe scheinen sie also nicht zu haben. Muss nicht einmal unbedingt heißen, dass er in diese Richtung Probleme hat, aber vielleicht ist es eine Art Instinkt, ich weiß es nicht. Bei manchen Hunden scheint es auch einfach nur schlechte Angewohnheit zu sein, wenn ein Hund aber bestimmte Gräser heraus sucht finde ich das schon interessant. Meiner frisst auch hin und wieder Gras, aber nur ganz bestimmte Halme. Von manchen lutscht er auch nur den Tau ab :lol:.

Jetzt musste ich doch erstmal google fragen:lol:. Und ja genau das Fressen am liebsten;)

Lg
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #32
Frei übersetzt:
Wir konnten Mutationen in Schlüsselgenen identifizieren, welche für eine funktionale Unterstützung einer erhöhten Stärkeverdauung bei Hunden im Vergleich zu Wölfen sorgen.
Die Studie heißt übrigens »The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet«. Axelsson E et al..
Das würde aber nicht bedeuten, dass Hunde von Fleisch übersäuern oder davon entwöhnt sind, sondern dass sie – wie bereits erwähnt – in gewissem Maße die Fähigkeit besitzen, Stärke zu spalten, was ein Wolf nicht kann und was z.B. auch Katzen nicht können. Da wären wir dann auch wieder bei der Produktion des Enzyms Alpha-Amylase.

Ich habe behauptet: nicht nur der Hund ist domestiziert, sondern auch sein Magen und das Forscher Hinweise dafür über Genforschung Hinweise haben, indem eine Stärke gebildet wird, die beim Wolf so nicht gebildet wird, der Hund bildet eine stärkere Säure um das Fleisch zu bearbeiten im Magen, wie die Übersäuerung dann statt findet steht in meinen Posting Nr. 8., der Hund übersäuert eigentlich nur, weil starke Basen fehlen um das Ganze zu neutralisieren, bei nur Fleisch-Fütterung, nur dem kann man ja abhelfen. So gesehen, können Hunde bei nur Fleischfütterung übersäuern, aber nicht vom Fleisch, sondern mangels basischen Haushalt der dann unterstützt werden sollte. Sicher spielt die AlphaAmylase für den Verdauungstrakt eine Rolle, ändert aber nichts an meinen Erklärungen dazu, habe nur versucht es verständlich rüber zu bringen.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #33
Ich glaub, wir reden da gerade ein wenig aneinander vorbei... Ich hatte das so verstanden, dass diese gefundene Genmutation die Verdauung dahingehend beeinflusst habe, dass sich die Ernährungspräferenz zu stärkehaltigen Produkten hin verschoben hätte und daher der Magensaft nicht mehr auf die Verdauung von Fleisch ausgelegt sei.
Eigentlich sind das dann zwei getrennte Dinge: Einmal die Möglichkeit, Stärke zu spalten, was wohl auch mit dem Genexperiment zusammen hängt und – auch wenn ich leider das Ausmaß der Studie nicht kenne – durchaus zutrifft.
Das andere wäre aber der Säure-Basen-Haushalt. Der Hund hat doch neutralisierende Stoffe, allen voran das Natriumbikarbonat im Pankreassaft? Der Magen selbst wird durch die dort produzierten Schleimstoffe vor der Säure geschützt. Wie kommst du dann darauf, dass das nicht da wäre oder nicht funktionieren würde, wenn man Fleisch füttert? Der pH-Wert sinkt gleich, egal ob Fleisch oder kein Fleisch, und der Ausgleich wird auch in gleichem Maße produziert? Selbst wenn die Menge des Magensaftes und damit der Salzsäure durch die Fleischfütterung steigt wird damit auch der Reiz an den Pankreas erhöht und mehr Natriumbikarbonat ausgeschüttet.
Oder verstehe ich gerade nicht, was du meinst?


@Yvi: Dann wären wir der Sache zumindest mal näher gekommen :lol:.
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #34
Das sind auch zwei Sachen: einmal die Stärke, die beim Wolf so nicht vorhanden ist, nur bei unseren Haushunden, zu anderen ist es die fehlende Stärke der Basen um die Säure zu neutralisieren.
Bei Fehlernäherung und fehlenden Vitaminen, das ist z.B. bei nur Fleischfütterung der Fall, reicht auf Dauer die Stärke/Menge des basischen Haushalts nicht aus, dann greift der Körper seine Reserven an, in der Regel das Skelett, hatte ich aber alles schon geschrieben, um nun den Organismus vor Übersäuerung zu schützen, entsorgt der Hund selbst, entweder nach unten mit Durchfall oder nach oben mit Sodbrennen/ Erbrechen gelben Schleims.
Du kannst nicht davon ausgehen, dass der Hund immer automatisch seinen Base-Säuren-Haushalt ausgleicht, dann würde kein Hund mehr Sodbrennen, Schmatzen, Erbrechen mehr haben.



Ich glaub, wir reden da gerade ein wenig aneinander vorbei... Ich hatte das so verstanden, dass diese gefundene Genmutation die Verdauung dahingehend beeinflusst habe, dass sich die Ernährungspräferenz zu stärkehaltigen Produkten hin verschoben hätte und daher der Magensaft nicht mehr auf die Verdauung von Fleisch ausgelegt sei.

Ist ja richtig, nur bekommt er Nur- Fleisch, wird eine starke Säure produziert, die beim Wolf so nicht gefunden wurde, und da unser Hundemagen eben auch domestiziert ist, muss der Mensch Zusätze bringen, sonst findet die Übersäuerung statt. Vielleicht meinen wir beide das gleiche. :eusa_think:
 
  • Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt Beitrag #35
Aber um die Stärke der Base geht es doch gar nicht, wenn dann um die Menge. Die Base an sich genügt, um die Salzsäure auszugleichen, egal ob Fleisch oder Trockenfutter. Deren »Art« ändert sich durch die Fütterung ja nicht. Einzig die Menge der Salzsäure variiert, das tut sie aber nicht nur bei Fleisch, sondern grundsätzlich bei höherer Eiweißmenge, da die Säure die Eiweißspaltung in Gang bringt. Dementsprechend würde das unabhängig vom Barf geschehen. Allerdings wäre das alleine auch nicht ausreichend, um die Übersäuerung entstehen zu lassen, denn diese Schwankungen in der Magensaftmenge sind ja beabsichtigt und begründet. Dementsprechend wird auch mehr Base produziert, wenn mehr Säure produziert wird. Da der Körper dies selbst herstellen kann ist das erstmal auch kein Problem.

Mangelernährungen sind wieder ein anderes Thema. Ich hatte das zuerst so verstanden, dass du das grundsätzlich auf das rohe Fleisch als Auslöser einer Übersäuerung beziehst, weil du noch dazu geschrieben hattest, dass du deswegen kochst.
Wenn es um einen Mangel geht, welcher wäre das dann? Wenn bekannt ist, dass sich Mängel auf die Produktion von Magensaft auswirken, müsste ja nachzulesen sein, welcher Mangel genau? Ich bin eigentlich alle Vitamin- und Mineralstoffmangel bereits durchgegangen und konnte nirgends etwas finden, dass es sich auf die Produktion von Magensaft oder Pankreassaft auswirken würde. Natürlich würde ein Schaden am Pankreas, wie es bei Yvi z.B. der Fall ist, wiederum die Ausschüttung der Base beeinflussen können, aber auch dazu konnte ich bisher nichts lesen. Außerdem ging es ja nicht um organkranke Tiere, sondern um Barf bei gesunden Tieren und Probleme, die rein aus Fütterungsfehlern heraus resultieren.

Ich habs auch gerade nochmal nachgelesen: Die Produktion des Pankreassaftes samt der neutralisierenden Base erfolgt in kleineren Mengen stetig und ansonsten ausgelöst durch den Kontakt des Chymus mit der Schleimhaut, sodass spezifisch auf die Salzsäure reagiert wird. Dass das gehemmt werden kann mag möglich sein, aber wodurch denn genau? Du sprichst immer von Mangel und Fehler, aber welcher Mangel denn?
Dass das nicht bei jeder Belastung 100% automatisch läuft ist mir klar, sonst müsste auch ich nicht aufstoßen :lol:. Aber zwischen einem Rülpser zwischendurch und dem mehr oder minder chronischen Übersäuern ist für mich ein Unterschied.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ist ja richtig, nur bekommt er Nur- Fleisch, wird eine starke Säure produziert, die beim Wolf so nicht gefunden wurde,
Hast du da den Namen zu?? Ich hab nur die Daten zum Hund hier und kann daher leider nicht abgleichen.
Die einzig entscheidende Säure beim Hund ist demnach aber Salzsäure und die wird immer produziert.

Ich glaube auch, dass wir gar nicht so weit auseinander liegen, wir reden glaub nur ein wenig aneinander vorbei :lol:.

edit: Ah, Moment: Ich rede aber auch nicht vom Fleisch pur! Bei reiner Fleischfütterung wird definitiv mehr Salzsäure produziert, wobei wie gesagt durch die Reize an der Schleimhaut dann auch wieder mehr Base produziert werden sollte.
 
Thema:

Einfluss von Rohfleisch auf den Säure-Basen-Haushalt

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