Da mach ich auch mit!
Katze Nr. 1 zog ganz unverhofft ein, da war ich noch ziemlich klein. Ich wollte immer ein Haustier haben, aber meine Eltern, eher gesagt mein Stiefvater, waren gänzlich dagegen. Also kam Samy nicht ungewollt, sondern nach langer Überredungskunst von mir und letztendlich auch von meiner Mutter.
Leider haben meiner Meinung nach noch sehr viele Erwachsene keine Ahnung von Katzenhaltung... und ich war noch ein Kind. Die Kleine durfte ziemlich bald raus und war dann auch immer über nacht weg. Bis sie eben eines Morgens nicht mehr zurück kam...
Umgezogen ins erste Haus, zog dann auch bald das nächste Kätzchen ein. Wie auch Samy viel zu jung, die Molly. Wieder war es ein langer Kampf mit dem Herrn Stiefpapa, aber Mutter hat ihn gewonnen und stand eines Tages mit der Kleinen in einem Weidenkörbchen vor mir. Sie kam vom befreundeten Bauern aus dem Dorf.
Molly verstarb wie Samy viel zu jung, ich glaube sie waren beide kein Jahr alt. Sie lag einfach so unter unserem gestapelten Holz. Ziemlichj mysteriös. Keine Verletzungen, nichts. Auch sie wurde viel zu früh in den Freigang entlassen.
So zog es sich weiter. Die Bettelei aber haben wir nicht mehr gebraucht. Katze Nr. 3 zog einfach ohne Vorwarnung seitens meines Stiefvaters ein. Sam, der erste Kater. Aus den Zeitungsannoncen. Er wurde wie die anderen auch viel zu früh von der Mutter getrennt.
Nur Katze Nr. 4, Samy (2) war eifgentlich nicht geplant. Ein paar Tage bevor wir den Kater holen wollten, war ich mal wieder beim Bauern... Kätzchen gucken :uups:
Nachdem meine Mutter mich so langsam vermisst hatte, woltle sie mich dort abholen. Da kam uns die Idee, warum nicht 2 Kätzchen :eusa_shhh:
Also die kleinste eingepackt, da diese von der Mutter verstoßen wurde von Anfang an. Musste mit der Flasche gefüttert werden. Den Heimweg hat sie im Fahrradkörbchen verbracht und Zuhause wurde sie gleich dem Stiefvater auf den Bauch gesetzt. Somit hatten wir auch schon gewonnen :mrgreen:
Sam und Samyy waren ein Traumpaar. Sie die ruhige, gelassene. Er der dusselige Tollpatsch. Zum ersten mal sah ich, wie es ist, zwei Katzenkinder zusammen aufwachsen zu sehen. Eine Wohltat für die Seele und Zucker pur :angel:
Leider hatte auch Sam kein langes Leben. Freigang vor der Kastra.... Termin stand schon fest, zwei Tage zuvor fand ich ihn vor unserem Haus auf der Hauptstraße. Und diesen Anblick werde ich NIE vergessen. Es war einfach die EIGENE Katze, die da lag.. Zu dem Zeitpunkt dürfte ich 12 oder 13 gewesen sein.
Also war die gute Samy wieder alleine. Wann genau weiß ich jetzt nicht mehrm, aber es zog dann noch die Paula ein. Zur Welt gekommen bei Minusgraden, draußen in der Kälte. 2 Geschwister erfroren, der Rest ziemlich bald überfahren...
Wenigstens die Zicke konnten wir 'retten'. Katze Nr. 5 die viel zu jung war und natürlich auch wieder viel zu früh nach draußen gelassen wurde.
Nur die liebe Samy hatte in der zwischenzeit ihr Sozialverhalten völlig verloren... wie sollte es auch anders sein. Sie war lange allein und sowieso ohne Mutter aufgewachsen.
Und dann kommt da ein nerviges Katzenkind, dass gerne zeigt, wie verrückt es doch sein kann.
Die beiden haben - ich schätze - 5 Jahre zusammen gelebt. Ohne einen Faucher oder eine Schelle war aneinander vorbeilaufen nicht denkbar.
Samy zog sich mehr und mehr zu unserer Nachbarin zurück. Bis sie irgendwann krank wurde. Niesen, rotzen, husten. Zig Tierarztbesuche, leider erfolglos.
Ich glaube sie war 7, als sie einfach nicht mehr nach Hause kam. Zu dem Zeitpunkt war ihr Zustand schlecht, aber wir konnten ihr unmöglich den Freigang verwähren.
Die Nacht zuvor schlief sie noch in meinem Bett. Das hat sie eigentlich seit Paulas Einzug nie wieder getan. Nur in dieser Nacht. Und die Dicke hat mir freundlicherweise ein Schnurrhaar zurück gelassen..
Paula war natürlich weniger traurig darüber, dass sie nun die einzige Königin Zuhause war.
Und Katze Nummer 6, die wahrscheinlich letzte Katze für längere Zeit, kam sehr spontan. Es stand kurz davor, dass ich mit meinem damaligen Freund zusammen gezogen wäre. Katzen waren beide unser Ding und wir wollten natürlich in unserer Wohnung eigene haben. Er entschied sich für einen MC Kater aus schlechter Haltung und ich... ja ich erfüllte mir meinen lang ersehnten Traum. So kam ich zu meinem ersten, wirklich eigenen Kater. Einem Neva Masquarade Prinzen aus einer Zucht.
Jede einzelne unserer damaligen Katzen war ein Diamant für sich. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und sie mit mir. Alle habe ich auf eine betsimmte Weise geliebt. Aber dieses Seelentier, von dem oft gesprochen wird, hatte ich nie. Dieses besondere Gefühl, die Verbundenheit. Ich durfte das nie spüren.
Ein Hund war immer mein großer Traum, dem Menschen viel mehr verbunden. Das sollte mein Seelentier werden, dachte ich mir. Mein erster eigener Hund.
Aber dann zog der Prinz ein und eroberte mein Herz wie noch keine andere Katze es je zuvor geschafft hat.
Wir beide waren unzentrennlich. Wie A**** und Eimer :mrgreen:
Saß ich am PC, lag er auf meinem Schoß. Durfte er nicht, lag er auf der Tastaturablage. Stand ich in der Küche, kletterte er mir die Füße hoch bis auf die Schulter. Und nacht, ja da kuschelte er sich dicht an meinen Nacken unter die Haare. Sein Schnurren bedeutete mir die Welt, ich schlief so gut ein wie noch nie.
Leider kommt unverhofft bekanntlich oft und ich habe mich von meinem Freund getrennt. Tabasco kam mit zu uns nach Haue und Königin Paula war von dem Prinzen sichtlich wenig angetan. Vor zwei Jahren dann haben wir meinen Stiefvater 'verlassen' und sind in ein anderes Haus gezogen.
Paula, die genau wie Samy keinerlei Sozialverhalten mehr hatte, blieb in ihrem Reich.
Zeitgleich mit dem Umzug kam dann auch der erste eigene Hund. Tabs und Welpi haben sich geliebt. Der Prinz ging mit uns beiden gassi, ohne Scheu vor fremden Hunden. Hauptsache er durfte bei mir sein. Autotüre auf - Tabasco drin. Tierarzt war ohne Transportbox kein Problem. Er blieb IMMER bei mir. Natürlich durfte er, nachdem ich mit der Zeit schlauer geworden bin, erst mit ca. 10 Monaten das erste mal alleine raus.
Er war wirklich vorsichtig, wir hatten schon zuvor lange mit Geschirr Kontakt zur Außenwelt. Wir zwei haben uns gegenseitig zur Ruhe gebracht, ich wusste endlich was es heißt, eine Seelentier bei sich zu haben. Er hat mir einfach die Welt bedeutet und auch mein größter Traum, der Hund, konnte das in dieser Weise nicht toppen.
So oft habe ich mich gefragt was sein wird, wenn er irgendwann nicht mehr bei mir ist. Und dieses 'irgendwann' kam leider viel zu früh. Kurz nach seinem ersten Geburtstag wurde er in unserem eigenen Garten vergiftet. Die anschließende Zeit war für mich purer Horror. In der Arbeit bin ich erst zusammengebrochen, als ich dann Zuhause war und wir ihn begraben haben, war ich apathisch und ruhig. Für mich war das keine Realität. Ich war mir sicher, morgen wäre alles wieder wie immer. Nur war es nicht so. Kein herzzerreißendes Miauen wenn ich nach Hause komme, keine Flauschekugel über die man fällt, weil sie wieder seelenentspannt im Weg liegt... kein beruhigendes Schnurren mehr an meinem Nacken. Gott, wie lange konnte ich nicht mehr richtig einschlafen
Spaziergänge absofort allein mit Welpi. Auch Nicki musste sich daran gewöhnen.. sie hat ihn lange überall gesucht.
Mittlerweile ist der Alltag zurück, aber ich weine noch oft. Stehe jeden Abend an seinem Grab und es tut unendlich gut, mit ihm zu reden. Dieses Band zwischen uns hält über den Tod hinaus. ich fühle mich ruhig und geborgen, wenn ich dort stehe. Als wäre er ganz in der Nähe.
So kam es nun, dass wir letzendlich 'katzenlos' sind. Mit meiner heutigen Erfahrund wird definitiv keine Katze mehr in Freigang gehalten, wenn es doch so viele Gefahrenquellen gibt. Zweiter Punkt wäre dann die Einzelhaltung, da Mutter niemals zwei Katzen zustimmen würde.
Auch wenn ich bald ausziehe, wird das wohl nur mehr ein Wunsch bleiben. Mein jetziger Partner hat eine Allergie und wir kommen zusammen schon auf 3 Hunde.
Mal sehen, sollten sich früher oder später doch wieder Tore öffnen.. dann werden auf jeden Fall zwei neue Prinzen einziehen.
Die Züchterin wäre schon lange gefunden :angel: