Negative Verknüpfung - wie ändern?

Diskutiere Negative Verknüpfung - wie ändern? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo ihr, nun komme ich mal wieder mit einem Problem zu euch bzgl. meiner allgemein sehr sensiblen Hündin. Nicki ist nun 2 und soweit ganz gut...
  • Negative Verknüpfung - wie ändern? Beitrag #1
Chat_Sauvage

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Hallo ihr,

nun komme ich mal wieder mit einem Problem zu euch bzgl. meiner allgemein sehr sensiblen Hündin.
Nicki ist nun 2 und soweit ganz gut vom Charakter gefestigt. Was für mich bedeutet, dass sie viel eigenständiger geworden ist und nicht mehr so sehr abhängig von mir. Das Alleine bleiben ist zwar nach wie vor immer wieder ein großer Schwerpunkt, aber da bin ich langsam mit meinem Latein am Ende.

Zur Zeit beschäftigt mich eins viel 'dramtischere' Situation.
Mein Freund wohnt ein Stückchen von mir weg und daher bin ich vor allem am Wochenende meistens bei ihm. Er hat selbst zwei Hunde und weil meine so oder so beschäftigt werden muss und wir sehr viel mit den Hunden machen, nehme ich sie oft mit.

Unsere Beziehung hatte vor allem in den letzten 2 Monaten starke Schwankungen, wir haben viel gestritten und psychisch geht es mir grade wieder gar nicht gut. Nicki merkt das sowieso schon und ich versuche sie auch bestmöglichst da raus zu halten. Nur wenn ich mit ihr bei meinem Freund bin und wir haben Unstimmigkeiten, wird das schwer. Er lebt in einer kleineren Wohnung mit Mutter und Schwester, Hunde sind quasi immer in seinem Zimmer wo auch wir uns aufhalten. Es kam jetzt natürlich schon das ein oder andere mal vor, dass wir diskutiert/gestritten haben bzw. ich wieder geweint habe, weil ich fertig mit den Nerven war.

Nicki hat damit nichts weiter zu tun, außer dass sie es in dem Moment mitbekommt. Und nun hab ich den Salat. Sobald ich mit ihr bei meinem Freund ankomme, wird sie nervös. Sie schleicht geduckt um mich herum, beschwichtigt, hechelt usw. Wenn ich sie dann auf ihren Platz lege, zittert sie am ganzen Körper und steht total unter Stress. Ich hab jetzt schon so viel probiert. Komplett ignorieren, darauf eingehen wenn sie kommt und sich fast in mich 'eingraben' will... keine Chance. Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis sie wieder auf normalem Level ist und ganz geht es auch nicht weg.

Wenn wir wiedere Zuhause sind ist sie fix und fertig, selbst wenn wir gar nicht groß laufen waren und schläft erst mal ewig...

Problem auch, wir pushen uns dann gegenseitig hoch. Es fällt mir unheimlich schwer, ruhig zu reagieren und ich werde auch nervös/angespannt.

Weiß einfach nicht mehr, wie ich mich verhalten soll in der Situation..die einfach momentan jedes Wochende so stattfindet. :(

Mittlerweile reiße ich mich bei allem zusammen, wenn es mir emotional nicht gut geht laufe ich eine Runde mit meinem Freund und den Hunden. Da ist sie abgelenkt und merkt das nicht so, dann kann ich ungestört mit meinem Freund reden. Gleiches gilt auch für andere Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten, die wir haben.

Habt ihr mir irgendwelche Tips, wie ich ihr wieder vermitteln kann, dass alles gut ist. Sie wieder zur Ruhe kommt und da entspannen kann? Ich leide auch sehr wenn ich sehe, wie viel Stress sie hat...

Danke schon mal.
 
  • Negative Verknüpfung - wie ändern? Beitrag #2
Kannst du dich erst Mal 1-2 Mal Abstand nehmen und dort nicht hinfahren? Wenn ihr aktuell eh öfters streitet und du fertig mit den nerven bist, deinen Hund damit ansteckst und ihr euch dort gegenseitig aufpuscht warum gönnst du dir nicht einfach mal Urlaub? Es muss ja keine Beziehungspause sein, einfach nur ne Pause. Tue dir und den Hund die Autofahrt und den Stress einfach mal nicht an, das muss doch lästig sein, rüberfahren und wissen das ihr beide unter Strom steht, du fertig bist, mit deinen Freund zoffst und dein Hund mit drunter leidet? Versuch, frisch erholt und als ´Neustart´ dort dann wieder hinzukommen?
 
  • Negative Verknüpfung - wie ändern? Beitrag #3
Also dazu muss ich kurz sagen, dass sich meine allgemeine psychische Verfassung so schnell nicht ändern wird. Nur bekommt Nicki es bei mir Zuhause halt nicht mit, weil wir ein riiiiesen großes Haus haben und sie nicht mit mir in einem Zimmer ist.
Natürlich ist es lästig, sehr sogar. Meine Verfassung rührt von meiner Vergangenheit. Abstand nehmen und erst mal nach mir schauen stellt auch schon das Problem dar. Ich leide stark unter Verlustängsten - mache mein Leben quasi abhängig von meinem Partner. Es fällt mir schon unheimlich schwer, auch nur einen Tag nicht bei ihm sein zu können. Dann versinke ich in Depressionen, zumal mir mein Arbeitstag enorm Stress und absolut keine Freude bereitet. So sind es die einzig und allein die Momente mit ihm, die mich momentan noch einigermaßen über Wasser halten.

Da er aber ein 'normaler', eigenständiger Mensch ist und ich mir wegen jeder noch so kleinen Kleinigkeit den Kopf zerbreche, gibt es viele Unstimmigkeiten. Eine Trennung wäre für mich ungefähr so, wie wenn man versucht den Butter wieder vom Brot zu bekommen - schlicht undenkbar. Schon ein im Affekt gesprochenes 'ich gehe jetzt, wir hören wann anders wieder voneinander' löst bei mir eine Panik aus, die kann ich dir gar nicht wörtlich beschreiben.

Naja und so sitze ich jetzt fest in meinem Kreislauf. Muss versuchen, meine Ängste mit ihm und meiner Therapeutin zu bewältigen - ein langwiriger Prozess. Und gleichzeitig habe ich da den Hund. Ich hatte jetzt zwischenzeitlich auch 3 Wochenende Pause, wo ich alleine zu ihm gefahren bin und Nicki daheim gelassen habe. Aber dieses Wochenende ging das wieder von vorne los.:(
 
  • Negative Verknüpfung - wie ändern? Beitrag #4
Das ist ja wirklich eine schwierige Situation. :? Ich gehe jetzt mal nur auf die positive Verknüpfung ein.
Sowas ist eigentlich ganz leicht wieder herzustellen. Nicki muss die Umgebung eben nur wieder positiv wahrnehmen, d.h. mach mit ihr Dinge, die ihr gut tun: bürste und kraule sie dort, entspann dabei am besten selbst etwas. Vielleicht hilft auch positiv bestärktes (mit Futter) Platztraining oder ein kleines Spiel zwischendurch. Das wichtigste bei einer so sensiblen Hündin wäre natürlich, dass du selber ruhig bleibst und dich nicht reinsteigerst. Da das wohl etwas schwieriger ist, kann es sein, dass der Prozess der positiven Verknüpfung auch deutlich länger dauert. Optimal wäre auch, wenn Nicki solche negativen Erfahrungen dort nicht mehr machen würde.

Ich hoffe, dass du das mit deinem Freund und deiner Hündin irgendwie überein bringen kannst. Es ist ja doch purer Stress für alle Beteiligten. Kopf hoch, nichts ist unmöglich und jedes Problem kann auch irgendwie bewältigt werden. Es ist ja schonmal super, dass du/ihr einen Therapeuten in Anspruch nehmt.

Hast du in deinem Alltag den irgendwas, was dich beruhigt? In jeder Situation? Sei es ein bestimmtes Lied, ein Kuscheltier, aufschreiben der Probleme oder sonst etwas. Daraus kannst du ein Ritual entwickeln, das dir in schwierigen Situationen hilft einen kühlen Kopf zu bewahren. Solche Kleinigkeiten können ungemein hilfreich sein.
 
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