Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration

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Edit Pewee: Da in einem anderen Thema nicht passend, sind die folgenden Beiträge 1-10 für diejenigen abgetrennt, die sich noch weiter grundlegend über das Thema Kastration austauschen möchten!

Wie alt ist die Hündin und warum soll sie kastriert werden, gibt es eine medizinische Indikation ?

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hier meine gern verlinkte Seite, wenn du dich ein wenig einlesen willst: Irgendwo müsste ich auch nocht die dort verlinkte Studie in den Tiefen meines PCs haben, wenn Interesse besteht.

Ich halte von solchen Seiten eigentlich nicht viel, weil sie indirekt zur Sterilisation oder Kastration auffordern, normal müsste da ein Hinweis sein, dass das nur mit medizinischer Indikation geht, außerdem ist diese Seite nicht unabhängig und vertritt Eigeninteresse.
Im übrigen hatte ich bei all meinen Hunden nur eine Kastration und das war aus medizinischen Gründen besser so, was man aber sehr oft damit den Tieren antut, weil "justforfun" oder Frauchen/Herrchen eben so denkt, TÄ rein wegen des Geldes auch noch mitspielen, ist ungeheuerlich, so verkommt das TschG zur Lachnummer.
 
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  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #2
Tierärzte kastrieren. Sterilisationen werden eigentlich nie durchgeführt (bzw nur sehr selten), da sie zwar die Reproduktionsfähigkeit unterbinden, der Hormonhaushalt aber normal bleibt. Bei der Sterilisation werden nur die Ei- oder Samenleiter durchtrennt, keine Keimdrüsen entfernt.
Kastrationen haben nicht nur Nachteile für die Tiere. Rüden, die narrisch werden bei jeder läufigen Hündin haben Stress und leiden. Das ist nicht lustig für die.
Genausowenig ists für Hündinnen lustig wenn sie heftigst scheinträchtig werden.
Hinzu kommt gerade bei der Hündin noch die Pyometra-Prävention.
Die Inzidenz für Pyometras liegt zwischen 15% (Fukuda, 2001) und 23% (Egenvall et al., 2001, schweden), d.h. jede 5.-6. Hündin. Oder HGCE, so häufig bei alten unkastrierten Hündinnen.
Das lässt sich so einfach mit einer Kastration während sie noch jung sind verhindern. Und es reicht, die Eierstöche zu entfernen. Solange die Gebärmutter gesund ist muss diese nicht mit entfernt werden. Ohne hormonelle Stimulation durch die Eierstöcke atrophiert die und tut nichts mehr.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #3
Die Hündin meiner Tante musste letztes Jahr kastriert werden, war sogar ne Not-Kastra, weil sich nach der Läufigkeit Keime in die Gebärmutter gesetzt haben (wenn ich das richtig verstanden habe). Sie ist jetzt gut 8 1/2 Jahre alt und ne Labbi-Mix Hündin.

Sie wurde nach der Kastra sogar aktiver und am Futter hat meine Tante auch nichts geändert. Inkontinent wurde sie auch nicht. Viele haben meiner Tante wohl sogar gesagt, dass sie jetzt besser aussieht.

Ich bin ganz ehrlich: Ich würde, wenn ich ne Hündin hätte, auch eher kastrieren lassen. Das mit Sally war echt kein Spass, durch die Not-OP hats auch nochmal mehr gekostet und vorher sah es fast schon schlecht aus für sie... Sie musste sogar zum TA getragen werden, der glücklicherweise direkt gegenüber seine Praxis hat.

Die verstorbene Hündin meiner Großeltern bekam alle halbe Jahre oder so, ne Spritze damit sie nicht läufig wird (fragt mich nicht, was das war, war damals noch zu jung und als es mich interessiert hätte, hat sie das nicht mehr bekommen als sie älter wurde). Sie hatte zum Schluss Krebs, wer weiß, ob der nicht von der Gebärmutter kam... Meine Großeltern hielten es ja nicht für nötig, mal genauer untersuchen zu lassen.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #4
Tierärzte kastrieren. Sterilisationen werden eigentlich nie durchgeführt (bzw nur sehr selten), da sie zwar die Reproduktionsfähigkeit unterbinden, der Hormonhaushalt aber normal bleibt. Bei der Sterilisation werden nur die Ei- oder Samenleiter durchtrennt, keine Keimdrüsen entfernt.
Kastrationen haben nicht nur Nachteile für die Tiere. Rüden, die narrisch werden bei jeder läufigen Hündin haben Stress und leiden. Das ist nicht lustig für die.
Genausowenig ists für Hündinnen lustig wenn sie heftigst scheinträchtig werden.
Hinzu kommt gerade bei der Hündin noch die Pyometra-Prävention.
Die Inzidenz für Pyometras liegt zwischen 15% (Fukuda, 2001) und 23% (Egenvall et al., 2001, schweden), d.h. jede 5.-6. Hündin. Oder HGCE, so häufig bei alten unkastrierten Hündinnen.
Das lässt sich so einfach mit einer Kastration während sie noch jung sind verhindern. Und es reicht, die Eierstöche zu entfernen. Solange die Gebärmutter gesund ist muss diese nicht mit entfernt werden. Ohne hormonelle Stimulation durch die Eierstöcke atrophiert die und tut nichts mehr.

Ja, und mit einer Kastration erhöhst du das Risiko für Probleme mit dem Bewegungsapparat und Krebs an anderen Stellen. Mal ganz von den bekannten (weil eben einfach sichtbar und verknüpfbaren) Risiken wie die Inkontinenz, schlechtere Fell, Gewichtszunahme, Mobbing etc. abgesehen.

Was nicht mehr da ist kann nicht erkranken, richtig. Ich halte trotzdem gar nichts von einer Kastration, vor allem einer Frühkastration, ohne einen Grund. Der muss nicht zwingend medizinisch sein, aber sollte eben auch über "es nervt mich, dass mein Hund dauernd schnuppert und das Beinchen hebt" gehen.

Sicherlich gibt es Hunde die tatsächlich unter dem Stress leiden. Allerdings ist es schlicht fahrlässig von uns Menschen zu denken wir müssten jeden Stress von den Hunden fern halten. Auch Stress ist wichtig, vor allem so ein natürlicher Stress, für Gesundheit und Wohlbefinden. Erst, wenn der Stress wirklich zu viel und dauerhaft wird, ist er als etwas Negatives anzusehen.

Die Sexualhormone dienen nicht nur der Sexualität. Sie spielen auch eine wichtige Rolle für Knochen, Haut, Muskeln, Gefäße und Stoffwechsel. Nicht ohne Grund sind die Wechseljahre bei einer Frau der Punkt an dem Osteoporose und Herz- und Kreislaufprobleme stark zunehmen (ebenso wie die Frauen gerne "stark zunehmen"). Wer glaubt bei Hunden würde das alles ganz anders funktionieren und bei ihnen würde das ja nur den bösen, bösen Stress der Sexualität wegnehmen, ist meiner Meinung nach einfach nur naiv und will die Augen gar nicht aufmachen.

Ich bin wirklich niemand der sagt Kastrationen seien prinzipiell abzulehnen, aber diese Mentalität die dort herrscht (auch gerne von Tierärzten verbreitet), dass eine Kastration (teilweise sogar Frühkastration!) völlig normal und positiv ist, stört mich gewaltig.

Geht es nur um die Verhinderung der Fortpflanzung sollte die Sterilisation das Mittel der Wahl sein und eine Kastration nur in Bedarfsfällen angewendet werden.

Im Endeffekt interessiert das Tierschutzgesetz bei dem Punkt leider niemand und so kann noch jeder selber entscheiden ob er seinen Hund kastrieren lässt oder nicht. Ich kann nur immer an die Menschen appellieren, dass sie sich auch über die Risiken (auch über die nicht offensichtlichen) informieren und dem Ganzen einfach einen Gedanken mehr widmen.

Übrigens zum Thema direkt:
Wie weiter oben schon geschrieben gehen die Hormone von den Eierstöcken aus. Mit dem Wegfall der Hormone hat man automatisch die ganzen Risiken die damit einhergehen. Da hat die Gebärmutter nicht mehr viel mit zutun.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #5
Ja, und mit einer Kastration erhöhst du das Risiko für Probleme mit dem Bewegungsapparat und Krebs an anderen Stellen. Mal ganz von den bekannten (weil eben einfach sichtbar und verknüpfbaren) Risiken wie die Inkontinenz, schlechtere Fell, Gewichtszunahme, Mobbing etc. abgesehen.

Was nicht mehr da ist kann nicht erkranken, richtig. Ich halte trotzdem gar nichts von einer Kastration, vor allem einer Frühkastration, ohne einen Grund. Der muss nicht zwingend medizinisch sein, aber sollte eben auch über "es nervt mich, dass mein Hund dauernd schnuppert und das Beinchen hebt" gehen.

Sicherlich gibt es Hunde die tatsächlich unter dem Stress leiden. Allerdings ist es schlicht fahrlässig von uns Menschen zu denken wir müssten jeden Stress von den Hunden fern halten. Auch Stress ist wichtig, vor allem so ein natürlicher Stress, für Gesundheit und Wohlbefinden. Erst, wenn der Stress wirklich zu viel und dauerhaft wird, ist er als etwas Negatives anzusehen.

Die Sexualhormone dienen nicht nur der Sexualität. Sie spielen auch eine wichtige Rolle für Knochen, Haut, Muskeln, Gefäße und Stoffwechsel. Nicht ohne Grund sind die Wechseljahre bei einer Frau der Punkt an dem Osteoporose und Herz- und Kreislaufprobleme stark zunehmen (ebenso wie die Frauen gerne "stark zunehmen"). Wer glaubt bei Hunden würde das alles ganz anders funktionieren und bei ihnen würde das ja nur den bösen, bösen Stress der Sexualität wegnehmen, ist meiner Meinung nach einfach nur naiv und will die Augen gar nicht aufmachen.

Ich bin wirklich niemand der sagt Kastrationen seien prinzipiell abzulehnen, aber diese Mentalität die dort herrscht (auch gerne von Tierärzten verbreitet), dass eine Kastration (teilweise sogar Frühkastration!) völlig normal und positiv ist, stört mich gewaltig.

Geht es nur um die Verhinderung der Fortpflanzung sollte die Sterilisation das Mittel der Wahl sein und eine Kastration nur in Bedarfsfällen angewendet werden.

Im Endeffekt interessiert das Tierschutzgesetz bei dem Punkt leider niemand und so kann noch jeder selber entscheiden ob er seinen Hund kastrieren lässt oder nicht. Ich kann nur immer an die Menschen appellieren, dass sie sich auch über die Risiken (auch über die nicht offensichtlichen) informieren und dem Ganzen einfach einen Gedanken mehr widmen.

Übrigens zum Thema direkt:
Wie weiter oben schon geschrieben gehen die Hormone von den Eierstöcken aus. Mit dem Wegfall der Hormone hat man automatisch die ganzen Risiken die damit einhergehen. Da hat die Gebärmutter nicht mehr viel mit zutun.
Danke dafür!
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #6
Ja, und mit einer Kastration erhöhst du das Risiko für Probleme mit dem Bewegungsapparat und Krebs an anderen Stellen. Mal ganz von den bekannten (weil eben einfach sichtbar und verknüpfbaren) Risiken wie die Inkontinenz, schlechtere Fell, Gewichtszunahme, Mobbing etc. abgesehen.
Ja, gibt eine relativ neue Studie bei Golden Retrievern und Labradoren, die sagen, sie hätten da Zusammenhänge gefunden.
Mehr dazu hier:
Ich kenne viele Hunde, sowohl kastriert als auch unkastriert. Probleme können auftreten, müssen aber nicht. Bei der Fellqualität gibt es Rassen, die das öfter haben als andere, genauso bei der Inkontinenz. Gehört der Hund einer Rasse an, die bekannt diese Probleme häufiger haben mus man das mit in die Überlegung einbeziehen und abwägen. Eine inkontinente Hündin zu haben ist nicht schön. Gewichtskontrolle liegt in erster Linie in der Hand des Besitzers.

Und ja, die Frühkastration... Muss mMn nicht sein.
Wie gesagt, es gibt die Studie von Schneider et al. (1969), die eine starke Korrelation zwischen Kastrationszeitpunkt und Mammatumorinzidenz gefunden haben (vor der 1. LF warens 0,5%, nach der ersten 8%, nach der 2. und später 26%).
auch ganz interessant
Gibt sicher noch andere, die hab ich aber nicht im gelesen.

Sicherlich gibt es Hunde die tatsächlich unter dem Stress leiden. Allerdings ist es schlicht fahrlässig von uns Menschen zu denken wir müssten jeden Stress von den Hunden fern halten. Auch Stress ist wichtig, vor allem so ein natürlicher Stress, für Gesundheit und Wohlbefinden. Erst, wenn der Stress wirklich zu viel und dauerhaft wird, ist er als etwas Negatives anzusehen.
es gibt positiven und negativen Stress, stimmt. dauerhafter Stress ist jedoch meistens kein guter. Zuviel Stress macht übrigens auch fett ;)

Ich sage nicht, dass prinzipiell jeder Hund kastriert werden muss, oder das chirurgisch sein muss.
Bei Hündinnen überwiegen in meinen Augen jedoch die Vorteile. Keine Pyometras, weniger Mammatumore, keine ungewollten Trächtigkeiten (da muss ja nichtmal der Besitzer der Hündin schuld sein).
Das sind drei häufige Probleme unkastrierter Hündinnen, deren Inzidenzen die der Tumore durch Kastration überwiegen.

Was jeder Besitzer aus den unterschiedlichen Studienergebnissen und Meinungen macht ist seine Entscheidung.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #7
Richtig. Es gibt auch noch die Bielefelder Kastrationsstudie. An sich aber relativ wenig und noch "zu wenig", um wirklich eine Aussagekraft zu haben. Dennoch wissen wir recht genau welche negativen Folgen der Wegfall der Sexualhormone beim Menschen hat und die Studien zeigen in die gleiche Richtung. Verwunderlich ist das sicherlich nicht.
Man sollte also durchaus auch bedenken, dass es Folgen gibt, die wir einfach noch nicht in Zusammenhang gestellt haben, die aber trotzdem vorhanden sind. Wir wissen welche Wirkungen die Hormone haben (eben wesentlich mehr als "nur" Sexualität) und wissen sehr genau was es für den menschlichen Körper bedeutet, wenn sie fehlen. Davon auszugehen, dass es Hunden dabei ähnlich oder gar gleich ergeht sollte meiner Meinung nach das Mindeste an Gedanken sein, was man dahingehend aufbringt.

Wie du auch schon geschrieben hast ist z.B. die Wahrscheinlichkeit eines Mammatumors nach einer späten Kastration nicht mehr relevant bzw. gleichgesetzt mit denen von intakten Hündinnen. Eine Frühkastration bringt aber erheblich mehr Nachteile. Gerade an der Studie mit den Golden Retrievern sieht man sehr deutlich, dass gerade die Frühkastration sich verheerend auf den Bewegungsapparat auswirkt. Die Knochen sind im Wachstum und benötigen die Hormone.

Einer ungewollten Trächtigkeit kann man auch mit einer Sterilisation entgegen wirken.

Was bleibt ist die Pyometra. Ich muss sagen, dass ich das in meinem Umkreis auch relativ häufig von Problemen dahingehend höre. Wobei sich "häufig" hier durchaus an den erhobenen Zahlen orientiert. Also eine von fünf intakten Hündinnen bzw. ca. 20%. Das ist für mich auch relativ viel! Bei einer Hündin hat man hier also durchaus etwas, was man bei einer späten Kastration mit bedenken kann. Allerdings bleibt hier die Frage: Lohnt es sich für ein 20% Risiko (bzw. eigentlich müsste man noch bedenken, dass auch bei Kastrationen noch Entzündungen vorkommen können) andere Risiken in Kauf zu nehmen? Auch welche, die wir noch gar nicht "schwarz auf weiß" herausgefunden haben, von denen man aber durchaus ausgehen sollte, dass es sie gibt (wie eben beim Menschen auch).?

Hätte ich eine Hündin, würde ich einfach abwarten. Ist genau meine Hündin eine von denen die mit der Gebärmutter Probleme hat, kann ich sie immer noch kastrieren. Würden dort nun noch andere Faktoren hinzukommen (wie z.B. sehr starke Scheinträchtigkeitssymtpome nach jeder Läufigkeit) eventuell auch tatsächlich "einfach so".

Beim Stress sind wir uns ja einig. Man muss einfach schauen wie es dem Hund damit geht, wie stark und häufig er gestresst ist und vor allem, ob er eben auch wieder runter kommt. Ich kenne durchaus auch einige Rüden bei denen ich sagen würde, dass eine Kastration auch ohne medizinische Indikation etwas Positives ist. Eben Rüden, die gar nicht mehr "runter" kommen, auch nicht Zuhause und auch nicht in einer Zeit, wo selten läufige Hündinnen unterwegs sind. Rüden, die dauerhaft ihr Futter verweigern, zuhause nur gestresst von einem Fenster zum anderen laufen, dauerhaft hechelnd und höchstens mal an einem "Kissen" versuchen diesen Stress abzubauen.

Meine beiden intakten Rüden haben aber z.B. gar keine Probleme. Ja, sie schnüffeln gerne lange und markieren wie die Weltmeister. Ist eine läufige Hündin unterwegs, kann so ein Spaziergang auch schon mal stressig für mich sein. Allerdings kommen sie (und ich auch) schnell wieder runter und zuhause ist eh alles vergessen.

Wie du schon sagst, ist es im Endeffekt die Entscheidung der Besitzer. Ich finde eben nur, dass dahingehend ein Umdenken stattfinden müsste. Die wenigsten Besitzer interessieren sich für die Studien bzw. wissen überhaupt davon. Die wenigsten wollen sich mit dem Thema beschäftigen. Was der Tierarzt sagt und tut muss schon richtig sein, außerdem "macht das doch jeder so".

Ich gehe mal davon aus, dass die TE sich informiert hat und ihre Gründe hat. Deswegen, auch weil ich es oben kurz angeschnitten hatte, noch zum direkten Thema: Auch eine kastrierte Hündin kann noch eine Pyometra bekommen. Allerdings liegt das meistens an einer nicht gründlichen Entfernung des Eierstockgewebes. Auch eine "eigentlich" entfernte Gebärmutter kann die Hündin da nicht schützen.

Wenn es wirklich eine Kastration sein muss, würde ich also nur die Eierstöcke entfernen lassen. Vor allem, weil die Operation ansonsten eben eine größere ist und dementsprechend auch wieder mehr Risiken dazu kommen (erhöhte Chance für Inkontinenz etc.).
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #8
Ihr Lieben, wir sprechen aber hier nicht vom Für und Wider von Kastrationen, sondern um welche Art der Kastration. Das Thema muss wirklich nicht bei jeder noch so kleinen Frage wieder aufgerollt werden. Es gibt zich Threads, in denen ihr über diese allgemeine Frage sprechen könnt, bitte tauscht euch doch in diesen aus und konzentriert euch hier auf Yvis Frage. Wenn ihr darüber weiterdiskutieren möchtet, kann ich die Beiträge gerne irgendwo abgrenzen und ihr diskutiert dort weiter.

Ich halte von solchen Seiten eigentlich nicht viel, weil sie indirekt zur Sterilisation oder Kastration auffordern, normal müsste da ein Hinweis sein, dass das nur mit medizinischer Indikation geht, außerdem ist diese Seite nicht unabhängig und vertritt Eigeninteresse.

Das ist völlig wurscht, da es nicht darum geht, ob ich zur Kastration rate, sondern zu welcher ich rate und dafür ist die Seite optimal, da sie begründet, wieso sie die Total-OP ablehnt. ;) Mir ist durchaus bewusst, welche Seiten ich poste und da es nicht um die Frage geht, ob Yvi ihre Hündin kastrieren lassen möchte, kann ich den Link ruhigen Gewissens posten, da ich mit dem Autor ohnehin keinen Einfluss mehr auf die "ob-Frage" nehme, sondern nur meine Aussage untermauere, wieso ich der Hündin nicht alles entnehmen lassen würde.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #9
Bielefelder Kastrationsstudie- war eine Fragebogenaktion. 1010 Fragebögen und deren Auswertung.
Das Problem solcher Umfragen ist, dass sie auf der Beurteilung der Besitzer beruhen. Wesentlich ist auch das Design des Fragebogens (man kann sowas sehr suggestiv formulieren) und die Auswertung. Ausserdem muss man sich auch immer fragen, wer solche Fragebögen bevorzugt beantwortet, also ob das eine repräsentative Stichprobe ist.
zudem hat die Autorin meins Wissens weder einen medizinischen noch biologischen Hintergrund. Afair hat sie in Erziehungswissenschaften promoviert.
Die Studie findet sich auch in keiner Onlinebibliothek und ist nur als Buch erhältlich. (Peer review?)


Gerade an der Studie mit den Golden Retrievern sieht man sehr deutlich, dass gerade die Frühkastration sich verheerend auf den Bewegungsapparat auswirkt. Die Knochen sind im Wachstum und benötigen die Hormone.
ja, bei golden retrievern. Das ist eine Rasse. Schon zu den Labradoren, die doch recht ähnlcih sind, gibts Unterschiede. Wäre interessant, wie das dann bei Dackel oder Chihuahua aussieht.
Einer ungewollten Trächtigkeit kann man auch mit einer Sterilisation entgegen wirken.
kann man, muss man halt mit seinem TA besprechen.

Hätte ich eine Hündin, würde ich einfach abwarten
Und hätte ich eine würde ich sie nach der ersten Läufigkeit kastrieren.

Klar kannste sie auch kastrieren lassen wenn ne Pyo da ist. Das Risiko steigt halt mit Alter und anderen Erkrankungen sowie dem schlechteren Allgemeinzustand stark an.

Wie du schon sagst, ist es im Endeffekt die Entscheidung der Besitzer. Ich finde eben nur, dass dahingehend ein Umdenken stattfinden müsste. Die wenigsten Besitzer interessieren sich für die Studien bzw. wissen überhaupt davon.
Besitzer, die sich interessieren, können diese Infos finden. Wer sich nicht schert nicht. Es gibt mittlerweile genug gute Blogs (ja, man muss ein bisl Quellenkritik betreiben), die Studien analysieren und verstöndlich präsentieren. So wie der skeptvet den ich oben verlinkt hab.


Ich gehe mal davon aus, dass die TE sich informiert hat und ihre Gründe hat. Deswegen, auch weil ich es oben kurz angeschnitten hatte, noch zum direkten Thema: Auch eine kastrierte Hündin kann noch eine Pyometra bekommen. Allerdings liegt das meistens an einer nicht gründlichen Entfernung des Eierstockgewebes. Auch eine "eigentlich" entfernte Gebärmutter kann die Hündin da nicht schützen.
Wenn noch Eierstockgewebe drin ist (und der Kollege sich ärgern sollte) werden die aber in den meisten Fällen auch läufig. Das kann man bemerken.
Im Prinzip ist das eh wie ne Sterilisation. Nicht mehr Fortpflanzungsfähig aber hormonell intakt.



Und nochmal zur eigentlichen Frage: Eierstöcke entfernen reicht bei einer jungen Hündin mit unauffälliger Gebärmutter völlig aus.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #10
Off-Topic
Ich trenne mal ab, das Thema wird wohl größer ;)
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #11
Da es ein extra Thema gibt nun, sag ich doch noch was dazu:

Ich schrieb nicht ohne Grund, dass die 2-3 Studien die es momentan gibt noch nicht aussagekräftig sind. Es bleibt dennoch die Tatsache, dass die Sexualhormone beim Hund nun mal genauso wirken wie beim Menschen und damit eben nicht nur die Sexualität beeinflussen, sondern auch Knochen, Haut, Muskeln, Gefäße und den Stoffwechsel. Beim Menschen sind die Folgen bekannt. Davon auszugehen, dass Hunde die Folgen nicht haben oder zu sagen "das ist nur bei der Rasse so!" ist meiner Meinung nach einfach nur naiv.
Sicherlich wird es beim Hund etwas abweichen, genauso auch bei einzelnen Rassen. Auch andere Faktoren (vor allem eben Umweltfaktoren) werden, wie immer und überall, eine Rolle spielen.
Was aber bleibt ist die Tatsache, dass hier extremer Bedarf an weiteren Untersuchungen und Studien besteht und man davon ausgehen muss, dass die Wegnahme der Hormone negative Folgen für die Gesundheit haben kann.

Sicherlich kann man sich hinstellen und sagen "Ja, aber die Studie ist nicht ganz so toll und die Studie da ist nur für Golden Retriever.", aber denkst du denn wirklich, dass beim Dackel von nebenan eine Kastration dann schon keinerlei Risiken (außer den bekannten, die man auch nicht vernachlässigen sollte) haben wird, weil es dazu ja schließlich noch keine Studie gibt?

Wie gesagt, bin ich genauso wenig gegen jede Kastration, wie du für eine generelle Kastration bist (bzw. bei Hündinnen anscheinend schon?), aber hier ist einfach ein Umdenken gefragt.



 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #12
Ein paar mehr Paper dazu gibts schon.
Hier ist z.b. ein review aus 2010

Wie jeder Eingriff hat Kastration positive und negative Effekte. Diese muss man abwägen und sich entscheiden. (Und jetzt drehste mir hoffentlich nichtmehr das Wort im Mund rum)
Verschiedene Leute werden immer bei der selben Beweislage zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen.
Klar kann man sagen "bis wir nicht alles wissen lass ich das nicht machen", aber dann wirds in diesem Leben nix mehr.

Und beim Hund gibts nunmal erhebliche Unterschiede bei verschiedenen Erkrankungen zwischen den Rassen.
Alleine deswegen wäre es interessant, diese Studie mit verschiedenen Rassen zu wiederholen. Vielleicht gibts da ja auch bei den Tumoren Unterschiede, wer weiss. Was, wenn die Kastration die Inzidenz für Tumor x bei einer Rasse erhöht, bei einer anderen aber senkt? oder wenns bei Rüden so ist und bei Hündinnen anders? -> muss mit anderen Rassen wiederholt werden. Sonst is man genauso schlau wie vorher.

Studien müssen immer die Qualitätsstandards erfüllen. Schlechte Studien, bei denen entweder das Design schon nicht passt oder bei der Auswertung geschummelt wurde sagen gar nichts aus.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #13
Das ist völlig wurscht, da es nicht darum geht, ob ich zur Kastration rate, sondern zu welcher ich rate
Und wo ist der Unterschied, wenn alles verboten ist ?

Das ist genau nämlich genau der Punkt:" raten" welche Teile entnommen werden erfolgt durch den TA, und dann muss eine medizinische Indikation vorliegen (TschG) und ich muss mich schon wundern über solche Aussagen in einem tierschutzorientierten Forum. Eigenartig.


da es nicht um die Frage geht, ob Yvi ihre Hündin kastrieren lassen möchte, kann ich den Link ruhigen Gewissens posten,

Denke in 3 Monaten ? Ja oder Ja ?
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #14
Ich weiß nicht, wie man davon ausgehen kann, dass das, was die Natur mitgegeben hat und was völlig normal (!) für jeden weiblichen Hundekörper ist, schädlicher bzw. gefährlicher für den Körper sein kann, als ein Eingriff in den Hormonhaushalt/Körper. Das geht völlig an meiner Logik vorbei.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #15
Einmal das und zum anderen verstehe ich absolut nicht warum man sich darüber unterhält, welches Teil zu entnehmen incl. Studien, nun das bessere sei, vielleicht bin ich noch zu klein, das zu begreifen......:eusa_think:
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #16
Ich weiß nicht, wie man davon ausgehen kann, dass das, was die Natur mitgegeben hat und was völlig normal (!) für jeden weiblichen Hundekörper ist, schädlicher bzw. gefährlicher für den Körper sein kann, als ein Eingriff in den Hormonhaushalt/Körper. Das geht völlig an meiner Logik vorbei.

Ist doch ganz einfach. Kastration hilft den Menschen mit ihren Hunden leichter umzugehen (zumindest in der Theorie) und Tierärzte verdienen gut daran. Das alleine reicht vollkommen aus um jede erdenkliche Studie die zugunsten einer Kastration sein könnte zu finanzieren und mit dieser kann dann wunderbar argumentiert werden, denn Gegenstudien (auch wenn es sie beim Menschen gibt) fehlen. Perfekte Welt für all die, die sie so haben wollen und nicht weiter nachdenken möchten.
Kupierte Ohren waren auch mal wunderbar dafür geeignet Infektionen vorzubeugen und eine kupierte Rute kann auch nicht mehr aufgeschlagen werden. Ist ja auch nicht ganz falsch und je nach Situation kann eine kupierte Rute z.B. auch wirklich sinnvoll sein. Trotzdem von vornherein jeden Hund zu kupieren, weil es in bestimmen Fällen sogar hilfreich sein könnte, empfinde ich - genauso wie eine unnötige Kastration - einfach als falsch.

Für mich ist das ganz einfach: Ich weiß welche Aufgaben Sexualhormone im Körper erfüllen. Ich kenne die Folgen beim menschlichen Körper und ich sehe in welche Richtung die wenigen Studien gehen, die es gibt. Mit dem Wissen muss ich einfach davon ausgehen, dass es im Hundekörper, egal welcher Rasse, auch negative gesundheitliche Folgen haben kann und das alleine reicht für mich vollkommen aus um einen solchen Eingriff nur durchzuführen, wenn er wirklich notwendig ist. Wie gesagt zweifle ich nicht daran, dass er notwendig sein kann.. aber in den meisten Fällen wird eben kastriert, weil das "praktisch" ist und "jeder so macht".
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #17
Und wo ist der Unterschied, wenn alles verboten ist ?

Wo der Unterschied ist? Wenn eine Kastration nötig ist/gemacht werden soll, sollte man sich informieren, welche Möglichkeiten es gibt und welche Folgen/Probleme/Nachteile die jeweilige Art der Kastration hat. Dafür war mein Link gedacht. Ich weiß gar nicht, wieso wir da jetzt grundlegend hätten drüber diskutieren müssen. Wenn eine Kastration nötig ist, ist eben auch die Information aus dem Link nötig (bzw. aus anderen Links, wenn man andere/bessere hat). Da brauchen wir auch gar nicht über das vermeintliche Verbot zu reden, welches eh problemlos mit Grauzonen umgangen werden kann. Denn um die Frage ging es gar nicht und darum hat sich auch mein Ursprungspost nicht gedreht.


Denke in 3 Monaten ? Ja oder Ja ?

Ich weiß nicht, ob du meine Frage richtig verstanden hast. :eusa_think: Es ging nicht darum, WANN Yvi die Kastra machen lässt, sondern OB. Da sie sich bereits entschieden hat, dass sie ihre Hündin kastrieren lässt, ging es nur noch um die Frage, wie sie sie kastrieren lässt. Zu diesem Zweck habe ich den Link gepostet. Hätte sie mich gefragt, ob sie ihre Hündin kastrieren lassen soll, hätte ich diesen Link nicht benutzt, sondern vermutlich gar keinen, weil mich weder die reine pro noch die reine contra Seite endgültig überzeugt.

Fiesta, vielleicht liest du meine Beiträge einfach mal in Ruhe durch. Du weißt gar nicht, ob gesundheitliche Probleme bei Yvis Hündin vorliegen. Es gibt beim Thema Kastration mehr zu beachten als nur die Frage, OB man sein Tier kastrieren lässt. Es soll eben auch Hunde geben, bei denen das nötig ist und dann muss man sich informieren, wie man den Hund kastrieren lässt, da es eben verschiedene Möglichkeiten gibt, die alle ihre Konsequenzen haben. Da gibts nichts groß zu verstehen. Ihr habt bei Yvi einfach nur wieder eine riesen Grundsatzdiskussion angefangen, ohne mal abzuwarten, ob es bei Yvi einen Grund für die Entscheidung gibt. Da muss man keinen großen Terz drum machen und Beiträge in Frage stellen, die in diesem Thread leider mal wieder als eine der wenigen die Ausgangsfrage beantwortet haben.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #18
Ich bin raus, hier wird alles verdreht .........meine Güte.........:eusa_doh:
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #19
Ich verstehe gerade das Problem nicht. Ich habe nur meinen Standpunkt erklärt, wieso ich zu bestimmten Dingen geraten und bestimmte Links gepostet habe. Die Diskussion entstand erst, weil du die Diskussionsgrundlage verdreht/verwechselt hast - nicht ich ;) Aber von mir aus können wir das Thema ruhen lassen, da ich zu einer Grundsatzdiskussion in alten Threads schon einiges sagte und mich in meinen anderen Posts auf einen speziellen Fall bezogen hab und daher leider nichts Neues hinzufügen kann.
 
  • Neue Diskussionsrunde zum Thema Kastration Beitrag #20
Also noch einmal kurz zum Thema Tierschutzgesetz: die Kastration ist explizit erlaubt. Auch wenn einige meinen, dass Hunde ausgeschlossen wären, weil man sie ja an der Leine halten könnte und sie so kontrollierbar bleiben, sind und bleiben sie instinktgesteuerte Tiere. Im Zweifelsfall könnte jede Hündin/jeder Rüde ausbrechen und deswegen ist kein Hund 100%ig kontrollierbar. Soviel mal zur rechtlichen Seite.

Ich selbst werde im Moment mehr und mehr zum Kastrationsfan (und nein, ich verdiene nicht daran!). Bei der Dummheit des 08/15 Hundebesitzers wärs mir am liebsten es gäbe eine Kastrationspflicht. Dieses ewige meine Hündin ist soooo süß, von der will ich einen Welpen haben oder ich brauch ein wenig Geld, deswegen soll sie mal (wieder) werfen oder warum eigentlich nicht? oder eine Hündin soll auch diese Muttergefühle haben oder ich dachte die Schutzhöschen halten einen Rüden ab oder Ich hätte nie gedacht, dass meine Hündin wegrennt, wenn sie läufig ist, sonst hört sie doch immer sooo gut oder oder oder.
Gegen all diese Leute kann man sich den Mund fusselig reden. Und wenn es dann mal passiert ist, dann will man die Welpen auch nicht weg machen lassen. Bei uns hier in der Stadt seh ich selten eine läufige Hündin an der Leine...
 
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