Zusammenführung mit "unsozialer" Katze?

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Hallo!
Ich bräuchte mal euren Rat.
Mein Freund und ich leben zusammen mit unserer ca 3 1/2 Jahre alten Katze Shiva in einer 55qm-Altbauwohnung. Shiva haben wir im März aus dem Tierheim geholt. Die beiden Hauptzimmer plus Wintergarten (= quasi ein geschlossener Balkon) sind die ganze Zeit für Shiva begehbar und machen ca. 35-40qm aus. Da ich jetzt mit meiner Ausbildung angefangen habe und mein Freund nun auch wegen seiner Arbeit weniger zuhause ist, denken wir darüber nach, Shiva Gesellschaft zu organisieren.
Uns ist BEWUSST dass Katzen nicht allein gehalten werden sollten! Allerdings wurde uns im Tierheim gesagt, dass Shiva nicht sehr umgänglich mit Artgenossen sei, was auch der Grund ist, weswegen sie allein abgegeben wurde und auch weswegen wir überhaupt so lange gewartet haben.
Andererseits wurde Shiva uns generell auch als anspruchsvolle, fast "böse" Katze präsentiert, die schnell zuhaut und sich nur streicheln lässt während sie frisst. Als wir dann aber zuhause waren, ist sie direkt aufgetaut und mittlerweile super verschmust und verspielt. Im Tierheim hieß es, dass sie einfach keine Katzen mag und deswegen im Tierheim dauerhaft unter Stress stand, weswegen sie so "aggro" war und man konnte auch beobachten wie sie, als sie das erste mal um uns herum frei laufen durfte (im Tierheim), dass sie immer mal wieder direkt auf die anderen Katzenkäfige zugegangen ist, um die andere Katze anzufauchen, zu knurren oder nach ihr zu hauen.
Daher also meine Frage: Hat jemand schonmal Erfahrungen mit "unsozialen" Katzen gemacht und kann mir weiterhelfen, ob es sich überhaupt lohnt, es zu versuchen?

Es hat sich nun auch ergeben, dass eine Lehrerin von mir ein 12 Wochen altes Katerchen abzugeben hat, welches auf einem Bauernhof gefunden wurde. Ich hab gehört, dass die Katzen an sich möglichst gleich alt sein sollten aber wenn er so viel jünger ist, könnte sie da nicht evtl Mamagefühle entwickeln?
In meiner Klasse gab es auch andere Interessenten, das heißt, wenn es bei uns nicht klappt, wird er sicher ein Zuhause finden, die Frage ist, ob es den Stress, den er dabei hat, ihn herzubringen, um zu schauen, ob es mit Shiva klappt, überhaupt wert ist.
Aber auch wenn es nicht dieses Katerchen wird, wollen wir wenn möglich schon eine zweite Katze, damit Shiva nicht so viel allein ist.

Meine Fragen sind nur: Wird sie damit überhaupt glücklich wenn sie gar keine anderen Katzen mag? Was muss ich berücksichtigen und wie gehe ich bei einer Zusammenführung vor?

Ich würde mich über eine schnelle Antwort von euch freuen! :)

Liebe Grüße
Kira
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #2
Hallo! :039:

Also prinzipiell würde ich jetzt auf die Aussage des Tierheimes nicht allzu sehr vertrauen. Weil wie du schon geschrieben hast, die Katzen dort sind enorm gestresst. Und mit dreieinhalb Jahren ist da eigentlich noch viel drin.

So... ein Kitten alleine zu einer erwachsenen, leicht biestigen Kätzin zu setzen ist auf jeden Fall keine gute Idee. Wenn, dann zwei Kitten, da diese niemals alleine sein sollten. Stell dir mal vor als Kind wohnst du NUR unter lauter erwachsenen. Das ist einfach nicht toll.

Mit zweien könntest du es ruhig probieren, sie zu vergesellschaften. Deiner Mietz wird das auf jeden Fall zu Gute kommen. Allerdings empfehle ich dir, es erstmal auf Nummer sicher zu versuchen und die drei durch eine Gittertür zu trennen, also eine langsame Vergesellschaftung durchzuführen. Solange, bis sie quasi am Gitter miteinander kommunizieren ohne sich aufzufressen. So können sie sich in aller Ruhe an die neuen Gerüche gewöhnen. Ich glaube, gerade für deine Katzendame wird das sehr wichtig sein.

Nicht einfach zusammensetzen. Im Zweifel werden da direkt zu viele negative Gedanken im Gedächtnis bleiben und das kann schädlich für die Vergesellschaftung sein.


EDIT: Achso, das mit den Muttergefühlen kannst du glaub ich getrost vergessen x)
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #3
könnte sie da nicht evtl Mamagefühle entwickeln?

Das vergiss mal ganz schnell wieder. Als unser Kater zu uns kam, sahen unsere beiden Katzendamen (eine auch eine Zicke, eine eine total soziale, liebe Maus) haben ihn nicht als Babyersatz, sondern als Eindringling in ihr Revier gesehen.

Außerdem würde ich keine Kätzchen nehmen. Eine 3 1/2 jährige Katze, die es gewohnt ist, eine Einzeldiva zu sein und dann bekommt sie ein oder zwei kleine Wirbelwinde vor die Nase, die nur spielen, raufen und toben wollen?
Das könnte schnell nach hinten los gehen.

Was spricht denn gegen eine etwas gleichalte Katze?
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #4
Hallo Kira :).

Ich kann tatsächlich aus Erfahrung sprechen - meine erste Katze hat über 6 Jahre in Einzelhaft gelebt und war denkbar schlecht sozialisiert. Der erste Versuch einer Vergesellschaftung ist - auch aufgrund der Tatsache, dass ich null Ahnung hatte - total schief gegangen. Der zweite hat viel Geduld und einige Zeit erfordert, aber es hat geklappt. Unmöglich ist also gar nichts ;). Und eure Shiva kennt im Gegensatz zu meiner damaligen Katze prinzipiell ja Artgenossen, auch wenn das im Tierheim nicht so toll war für sie. Was aber auch kein Wunder ist: Im Tierheim präsentieren sich Katzen oft ganz anders als im späteren Zuhause. Der Stress durch die anderen Tiere, den wenigen Platz, die Gerüche, die Pfleger... das ist für manche Katzen schlicht zuviel und sie reagieren dann entweder mit einem totalen Rückzug oder Aggressionen gegenüber anderen Katzen oder auch Menschen.

Einen Zwerg von zwölf Wochen würde ich jetzt allerdings auch nicht auswählen. Eher eine gut sozialisierte Katze in ihrem Alter. Mit einer langsamen Zusammenführung kann ich dir leider nicht weiterhelfen, weil ich das noch nie - auch nicht in dem Extremfall damals - gemacht habe. Hier gab´s immer den Holzhammer und es hat immer funktioniert.

Und ja, Schuhkarton hat Recht: Muttergefühle oder Welpenschutz kannst du abhaken, ist nicht ;).
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #5
Außerdem würde ich keine Kätzchen nehmen. Eine 3 1/2 jährige Katze, die es gewohnt ist, eine Einzeldiva zu sein und dann bekommt sie ein oder zwei kleine Wirbelwinde vor die Nase, die nur spielen, raufen und toben wollen?
Das könnte schnell nach hinten los gehen.

Hmmh ja :eusa_think: da könntest du recht haben.. gleichalt ist vermutlich risikoarmer.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Da kann ich dir aber auch im Vorfeld noch das Buch "Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand" von Christine Hauschild empfehlen. Das ist sehr informativ und zeigt verschiedene Zusammenführungsarten auf und erklärt diese auch sehr gut. Und erklärt auch gut die Konsequenzen, was passiert wenn man so und so handelt.
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #6
Hallo!

Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Es ist ja schonmal toll, dass der Gedanke mit Shiva eine Zukunft zu haben scheint :)
Der Kleine wird es dann wohl eher nicht werden, denn den gibts nur allein.. Lieber wäre mir sowieso eine etwas ältere Katze dann, statt zwei kleiner... Ich habe auch schonmal so geguckt wo es noch Katzen abzugeben gibt damit denen das Tierheim erspart bleibt und hab da zwei potenzielle Kandidaten gefunden... wie sieht das denn aus? Sollte es für Shiva lieber Katze oder Kater sein? Was funktioniert besser?
Und sollte die Katze eher ein bisschen jünger oder eher ein bisschen älter sein (da ich bezweifle, dass wir genau dreijährige finden)? Shiva verhält sich meines Erachtens nach noch sehr jung (vom Verspieltheitsgrad usw) aber ich will natürlich auch nicht dass ihr die neue Katze nur auf die Nerven geht. Auf dem schwarzen Brett gab es einen zweijährigen Kater und eine siebenjährige Katze... wäre einer von beiden ganz theoretisch was?
Ich spreche damit natürlich für die weitere Zukunft weil ich weiß, dass wir sowieso ja noch Vorbereitungen für eine neue Katze treffen müssen und ich werde mich da auch noch einmal reinlesen (danke übrigens für die Buchempfehlung Schuhkarton ;)) .. das alles ist einfach nur damit ich einen groben Überblick habe wie das alles so ist... Shiva ist nämlich meine erste Katze und ich weiß noch nicht so recht wie die ticken :D

Liebe Grüße!
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #7
Man sagt, dass Katzen& Katzen und Kater&Kater besser zusammen passen, da Kater eher raufen/balgen/kämpfen wollen und Kätzinnen eher weniger.
Ich habe aber auch schon von vielen "gemischgeschlechtlichen" Traumpaaren gehört...

Es kommt hauptsächlich auf den Charakter an: Wie ist deine Shiva so?
Wie bewegt sie sich durch die Wohnung; läuft sie zB immer hinter einem her und zeigt ihre Neugier oder sitzt sie eher irgendwo und guckt aus der Ferne? Schläft sie viel? Womit und wie spielt sie am liebsten?

Bei Privatpersonen ist es immer so eine Sache - es gibt natürlich auch Leute, die wirklich nur ein gutes Zuhause für ihre Katze suchen und sie genau beschreiben können; es gibt aber auch welche die "Ja ja" sagen, nur damit sie das Tier endlich los werden.
Aber ein Anruf schadet ja bestimmt nicht.

Ansonsten würde ich mal das Internet befragen: Bei uns gibt es viele Tierschutzvereine, die nur Pflegestellen haben. Die können oftmals ihre Schützlinge gut einschätzen ^^
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #8
Eine Katzenzusammenführung ist immer ein bisschen wie Roulette spielen ;)
Es geht in der Regel gut, nur wenige VGs scheitern wirklich.
Die Frage ist immer nur: WIE läuft es? Manchmal geht es ganz schnell, manchmal dauert es ein paar Wochen, manchmal dauert es aber auch ein paar Monate.
Zum Geschlecht hat Keisuke ja schon was gesagt - es kommt auch meiner Meinung nach wirklich eher auf den Charakter als auf das Geschlecht an. Und den Charakter von TH-Tieren kann man halt leider meist nicht so gut beurteilen, da sie sich im TH oft ganz anders verhalten als später im eigentlichen Zuhause. Unser Poldi hat z. B. im Tierheim ausschließlich hinter der Heizung gehockt, sich nicht anfassen lassen.... Ich war die erste (laut TH-Mitarbeitern), die ihn hinter der Heizung hervorlocken konnte.... Bei uns eingezogen, hat er ca. 2-3 Tage hauptsächlich unter der Couch im Gästezimmer gewohnt - dann ist er schlagartig aufgetaut und ist seit Jahren der schmusigste Kater, den wir überhaupt haben... der lässt alles mit sich machen.... Dinah hingegen wurde nur mit ihm zusammen vermittelt, weil die beiden zusammen ausgesetzt wurden - die hasst aber nichts so wie andere Katzen und faucht alles an, was 4 Beine und Fell hat... Die ist aber diesbezüglich wirklich ´ne absolute Ausnahme, und mittlerweile hat sie sich an 4 von 5 Katzen ziemlich gut gewöhnt und toleriert sie....
Man kann also nie wirklich sicher sein, aber die Chancen stehen allgemein doch sehr gut....
Was das Alter betrifft - wenn Eure Katze jetzt ca. 3,5 Jahre alt ist, dann kommt es beim Altersunterschied auf ein paar Wochen nicht an. Da kann es durchaus eine Katze im Alter von 2-5 Jahren sein... viel jünger sollte sie nicht sein - wenn sie 6 Jahre alt ist, sollte das auch noch gehen.... Da müsst Ihr also nicht "punktgenau" suchen ;)

LG, seven
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #9
Ansonsten würde ich mal das Internet befragen: Bei uns gibt es viele Tierschutzvereine, die nur Pflegestellen haben. Die können oftmals ihre Schützlinge gut einschätzen ^^
Das wäre mein erster Tipp: Such dir einen Tierschutzverein mit privaten Pflegestellen, der dir zusagt. Bei Anzeigen in der Zeitung oder Aushängen irgendwo bist du sehr darauf angewiesen, dass die Leute dir die Wahrheit sagen und du musst blind vertrauen. Im schlimmsten Fall bekommst du so dann eine zweite Katze, die absolut nicht sozialisiert ist und hast das perfekte Chaos zu Hause :?. Kein guter Plan.
Im Tierheim besteht eben das bereits oben beschriebene Problem, dass die Tiere in dieser Stress-Situation schlecht eingeschätzt werden können.
Auf einer privaten Pflegestelle dagegen lebt die Katze ganz normal im Familienalltag mit und die Leute können die zu vermittelnden Tiere meist sehr gut beurteilen und einschätzen. So etwas sollte deine Anlaufstelle sein in diesem Fall ;).
 
  • Zusammenführung mit "unsozialer" Katze? Beitrag #10
Mein Mütze war auch ein "asozialer" Einzelkater, als er bei mir einzog. Er hatte zuvor 2 Jahre als Wohnungskater bi einem berufstätigen Single gelebt, der ihn dann einfach in der leeren Wohnung zurückgelassen hatte, als er auszog.:x

Die Zusammenführung mit meinem Rudel hat ein paar Monate gedauert. Mütze kannte einfach kein "kätzisch" und hat hier Angst und Schrecken verbreitet, weil er immer gleich zugehauen hat, sobald sich ihm eine Katze näherte.

Aber mittlerweile hat sogar ER gelernt, dass man mit Katzenkumpels herrlich spielen und raufen kann:D.

Also nichts ist unmöglich! Nur Mut zur Zweitmiez!:) Ich würde mich - wie hier ja schon geraten wurde- an Pflegestellen wenden, die den Charakter ihrer Pflegies meistens ganz gut einschätzen können. Ein gut sozialisiertes Mädchen so im Alter von 2-5 Jahren scheint mir hier am besten zu passen.

Viel Glück und Erfolg bei der Suche!
 
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