- Komm gut an, Leila Beitrag #1
Rettet_die_Tiere
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Diesen Thread widme ich Leila.
Du warst ein eine kleine, süße Katze. Tagtäglich bist du durch die Straßen gestreunt und wolltest gestreichelt werden. Jeder hat dich geliebt. Keiner hatte etwas gegen dich, du warst weder böse noch hast du jemanden gestört. Du bist nämlich immer weggegangen, wenn man dich nicht mehr streicheln wollte, du hast gemerkt, wenn jemand nicht mehr wollte... Du hättest keinem etwas Böses gewollt, nicht mal der letzten Fliege. Deine Besitzer und dein Bruder Leon liebten dich über alles. Du hast es immer geliebt, dich in meine Hand zu kuscheln, zu mir zu liegen... Ich durfte dich nie ins Haus lassen, meine Eltern wollten das nicht, obwohl du immer vor der Tür gestanden bist und auf mich gewartet hast. Nachts, wenn ich die Fenster kurz offen hatte, hörte ich ein Maunzen, schnalzte mit der Zunge und sah dich unten im Garten herumlungern. Teilweise bliebst du die ganze Nacht, nur um am nächsten Tag eine kurze Streicheleinheit zu bekommen, wenn meine Mutter mich zur Schule fuhr. Wenn ich nicht da war, warst du bei den Nachbarn, die dich immer mit Kuscheln verwöhnten, da sie deine Besitzer sehr eng kannten und große Katzenfreunde waren.
Niemand hätte dir je etwas getan, da keiner deinem kätzchenhaften Miauen wiederstehen konnte, mit dem du um liebkosende Hände gebeten hast. Deine rundliche, liebenswerte Statur, deine treuen gelben Augen, die perfekt mit dem rabenschwarzen Fell harmonierten- du warst perfekt. Egal, dass du Angst vor lauten Geräuschen hattest, egal, dass du weggerannt bist, wenn dir jemand entgegentrat, der sich nicht gekniet hatte, egal, dass du ohrenbetäubend die ganze Nacht nach meiner Familie und mir gerufen hast- für mich warst du perfekt. Ich liebte dich genau so, wie du warst, Leila.
Früher hatte ich die Angewohnheit, wenn es im Sommer regnete, mich unter der Terassenüberdachung in eine Decke einzumummeln und auf einen Liegestuhl zu legen. Du hattest das oft gesehen und legtest dich zu mir. Den Kopf legtest du mir auf die Schulter, dann hast du geschnurrt, ganz laut... Und du warst eingeschlafen. Ich wollte dich nicht wegscheuchen, du hast seelenruhig geschlafen... Ich blieb lange bei dir, bis meine Mutter mich hereinrief. Als ich dich weckte, liefst du ein klein wenig weg von dem Liegestuhl, hast dich auf die Fliesen gesetzt und lange auf mich gewartet. Das war die erste Nacht, in der du die ganze Zeit vor der Balkontür gesessen bist.
Du hast mir auch immer Tiere gebracht. Meine Mutter mochte das nicht, überhaupt nicht. Ich fand es auch nicht lecker, aber das zeigte, dass du dich für mich angestrengt hattest. Ich wusste das sehr zu schätzen. Als ich einmal bei meiner besten Freundin schwimmen gehen wollte, bist du mir die ganze Zeit bis in den Garten meiner Freundin hinterhergelaufen. Als ich in den Pool stieg, hast du dich für eine Weile entfernt. Bibbernd und schlotternd, in ein Handtuch gewickelt und patschnass lief ich wieder nach Hause. Du wartetest im Blumenbeet auf mich und trugst etwas zwischen den Zähnen. Während ich nähertrat, hast du es fallen lassen: Ich sah eine kleine Eidechse davonrennen. Natürlich warst du wieder hinter ihr her. Im Badeanzug und triefend nass hockte ich mich auf den Rindenmulch und scheuchte die kleine Eidechse weg, damit du sie nicht wieder packen konntest, du kleine Jägerin. Ehe ich Zeit hatte, irgendwas anderes zu machen, hattest du dich tief schnurrend neben mich hingelegt und drücktest mir das Köpfchen in die Hände.
Eines Tages wachte ich morgens auf und war erkältet. Mein Hals tat unendlich weh, mein Kopf schmerzte und ich konnte mich schlecht auf den Beinen halten. Den ganzen Tag blieb ich im Bett und musste viel trinken. Gegen Abend nahm ich mein Buch und las ein wenig. Meine Mutter war gerade raus, um zu rauchen. Ich wurde erst unsicher, als ich draußen Kinder schrecklich heulen hörte und das Quitschen eines jäh anhaltenden Autos hörte. Ich dachte mir nichts und las weiter. Keine halbe Minute später kam meine Mutter hereingerannt und rief leise "Schei*e..." vor sich hin. Ich schwang mich auf und lief zügig zu ihr. Sie saß an ihrem Schreibtisch und wählte hastig eine Nummer. Ich fragte sie, was los sei. "Leila wurde angefahren" lautete ihre Antwort. In meinem Kopf spielten sich mit einem Schlag siebzigtausend Szenarien ab. Ich stürmte im Schlafanzug aus dem Haus blickte mich auf der Straße um und sah es. Du lagst drei Meter vor mir, neben dir kniete das Kind der Nachbarn, die deine Besitzer so gut kannten. Sie weinte unaufhörlich, während ihre beste Freundin sie tröstete und mit Tränen in den Augen auf dich herrabblickte. Vor dir stand ein Auto mit geöffneter Tür, dessen Fahrer dich leichenbleich anstarrte. Ich rannte zu dir. Ein Blick genügte und ich wusste, dass es vorbei war. Der letzte, kleine Funken Hoffnung in mir wurde durch ein Gewitter von tausend trauernden Gedanken gelöscht. Ich fiel vor dir zu Boden. Du lagst seitlich, deine treuen, vom Scheinwerfer des Autos beschienenen Bernsteinaugen blickten weit aufgerissen in die Ferne, die sie nicht mehr sehen konnten.
Ich saß vor dir auf der Straße. Normalerweise hätte ich frieren müssen, doch die Kälte, die in mir stach, war viel stärker als die des Bodens. Nach ein paar Sekunden, die mir wie Stunden vorkamen, verstand ich alles. Die Wahrheit kam mir wie ins Gesicht geschlagen. Meine Augen füllten sich mit Tränen, die vor dir auf den Boden tropften. Ich war plötzlich wie gelähmt. Ich sah mich um. Meine Mutter stand mit erschrockenem Blick hinter mir und brachte mich nach Hause. Als ich drin war, ging sie wieder heraus und ließ mich für einen Moment allein. Ich konnte mich nun nicht mehr auf den Beinen halten. Ich sank langsam zu Boden. Heiße Tränen rannten mir die Wangen hinunter und fielen auf die Fliesen. Ich rannte herum, erwartete, dass du gleich im Garten auftauchen und nach mir rufen würdest. Doch dann jagten mir wieder diese Bilder durch den Kopf, die mir das Schlimmste wieder aufs Neue bestätigten. Ich stürmte zum Fenster und blickte hinaus. Im Nachbarhaus brannten Lichter, ich konnte hören, wie meine Nachbarin schrecklich heulte und ihre Mutter anflehte, dich noch mal sehen zu können. Nun war es endgültig. Du warst tot, es war zu Ende. Nichts hätte dich je wieder zurückbringen können. Ich rannte noch mal raus und sah gerade, wie dein völlig aufgelöster Besitzer über dir kniete. Meine Mutter kam wieder rein und ging in den Keller. Ich folgte ihr weinend und sah, wie sie ein Körbchen nahm und wieder die Treppen hochlief. "Hier kann er Leila zu sich nach Hause tragen" sagte sie auf meine Frage hin. Als sie hinausging, stürmte ich ihr erneut hinterher. Ich blieb draußen stehen und sah, wie dein Besitzer dich vorsichtig und zart, als würdest du schlafen, hochnahm und in den Korb legte. Ich unterdrückte den Tränenschwall, der mich zu überwältigen drohte, um es deinem Besitzer nicht noch schwerer zu machen. Er rappelte sich hoch und nahm den Korb in die Hände. "Es tut mir furchtbar leid" sagte der Fahrer, der immer noch so bleich war wie vorher. Dein Besitzer gab keine große Antwort, sondern zuckte nur matt mit den Schultern. Er verabschiedete sich und ging mit dem Korb in den Armen davon. Als er davonging, schaute er völlig aufgelöst auf dich hinab. Ich hatte den Eindruck, dass er es auch erst in diesem Moment richtig realisierte.
R.I.P Leila :010:
?- 21.11.14
Irgendwann sehen wir uns wieder. Komm gut an. :051:
Du warst ein eine kleine, süße Katze. Tagtäglich bist du durch die Straßen gestreunt und wolltest gestreichelt werden. Jeder hat dich geliebt. Keiner hatte etwas gegen dich, du warst weder böse noch hast du jemanden gestört. Du bist nämlich immer weggegangen, wenn man dich nicht mehr streicheln wollte, du hast gemerkt, wenn jemand nicht mehr wollte... Du hättest keinem etwas Böses gewollt, nicht mal der letzten Fliege. Deine Besitzer und dein Bruder Leon liebten dich über alles. Du hast es immer geliebt, dich in meine Hand zu kuscheln, zu mir zu liegen... Ich durfte dich nie ins Haus lassen, meine Eltern wollten das nicht, obwohl du immer vor der Tür gestanden bist und auf mich gewartet hast. Nachts, wenn ich die Fenster kurz offen hatte, hörte ich ein Maunzen, schnalzte mit der Zunge und sah dich unten im Garten herumlungern. Teilweise bliebst du die ganze Nacht, nur um am nächsten Tag eine kurze Streicheleinheit zu bekommen, wenn meine Mutter mich zur Schule fuhr. Wenn ich nicht da war, warst du bei den Nachbarn, die dich immer mit Kuscheln verwöhnten, da sie deine Besitzer sehr eng kannten und große Katzenfreunde waren.
Niemand hätte dir je etwas getan, da keiner deinem kätzchenhaften Miauen wiederstehen konnte, mit dem du um liebkosende Hände gebeten hast. Deine rundliche, liebenswerte Statur, deine treuen gelben Augen, die perfekt mit dem rabenschwarzen Fell harmonierten- du warst perfekt. Egal, dass du Angst vor lauten Geräuschen hattest, egal, dass du weggerannt bist, wenn dir jemand entgegentrat, der sich nicht gekniet hatte, egal, dass du ohrenbetäubend die ganze Nacht nach meiner Familie und mir gerufen hast- für mich warst du perfekt. Ich liebte dich genau so, wie du warst, Leila.
Früher hatte ich die Angewohnheit, wenn es im Sommer regnete, mich unter der Terassenüberdachung in eine Decke einzumummeln und auf einen Liegestuhl zu legen. Du hattest das oft gesehen und legtest dich zu mir. Den Kopf legtest du mir auf die Schulter, dann hast du geschnurrt, ganz laut... Und du warst eingeschlafen. Ich wollte dich nicht wegscheuchen, du hast seelenruhig geschlafen... Ich blieb lange bei dir, bis meine Mutter mich hereinrief. Als ich dich weckte, liefst du ein klein wenig weg von dem Liegestuhl, hast dich auf die Fliesen gesetzt und lange auf mich gewartet. Das war die erste Nacht, in der du die ganze Zeit vor der Balkontür gesessen bist.
Du hast mir auch immer Tiere gebracht. Meine Mutter mochte das nicht, überhaupt nicht. Ich fand es auch nicht lecker, aber das zeigte, dass du dich für mich angestrengt hattest. Ich wusste das sehr zu schätzen. Als ich einmal bei meiner besten Freundin schwimmen gehen wollte, bist du mir die ganze Zeit bis in den Garten meiner Freundin hinterhergelaufen. Als ich in den Pool stieg, hast du dich für eine Weile entfernt. Bibbernd und schlotternd, in ein Handtuch gewickelt und patschnass lief ich wieder nach Hause. Du wartetest im Blumenbeet auf mich und trugst etwas zwischen den Zähnen. Während ich nähertrat, hast du es fallen lassen: Ich sah eine kleine Eidechse davonrennen. Natürlich warst du wieder hinter ihr her. Im Badeanzug und triefend nass hockte ich mich auf den Rindenmulch und scheuchte die kleine Eidechse weg, damit du sie nicht wieder packen konntest, du kleine Jägerin. Ehe ich Zeit hatte, irgendwas anderes zu machen, hattest du dich tief schnurrend neben mich hingelegt und drücktest mir das Köpfchen in die Hände.
Eines Tages wachte ich morgens auf und war erkältet. Mein Hals tat unendlich weh, mein Kopf schmerzte und ich konnte mich schlecht auf den Beinen halten. Den ganzen Tag blieb ich im Bett und musste viel trinken. Gegen Abend nahm ich mein Buch und las ein wenig. Meine Mutter war gerade raus, um zu rauchen. Ich wurde erst unsicher, als ich draußen Kinder schrecklich heulen hörte und das Quitschen eines jäh anhaltenden Autos hörte. Ich dachte mir nichts und las weiter. Keine halbe Minute später kam meine Mutter hereingerannt und rief leise "Schei*e..." vor sich hin. Ich schwang mich auf und lief zügig zu ihr. Sie saß an ihrem Schreibtisch und wählte hastig eine Nummer. Ich fragte sie, was los sei. "Leila wurde angefahren" lautete ihre Antwort. In meinem Kopf spielten sich mit einem Schlag siebzigtausend Szenarien ab. Ich stürmte im Schlafanzug aus dem Haus blickte mich auf der Straße um und sah es. Du lagst drei Meter vor mir, neben dir kniete das Kind der Nachbarn, die deine Besitzer so gut kannten. Sie weinte unaufhörlich, während ihre beste Freundin sie tröstete und mit Tränen in den Augen auf dich herrabblickte. Vor dir stand ein Auto mit geöffneter Tür, dessen Fahrer dich leichenbleich anstarrte. Ich rannte zu dir. Ein Blick genügte und ich wusste, dass es vorbei war. Der letzte, kleine Funken Hoffnung in mir wurde durch ein Gewitter von tausend trauernden Gedanken gelöscht. Ich fiel vor dir zu Boden. Du lagst seitlich, deine treuen, vom Scheinwerfer des Autos beschienenen Bernsteinaugen blickten weit aufgerissen in die Ferne, die sie nicht mehr sehen konnten.
Ich saß vor dir auf der Straße. Normalerweise hätte ich frieren müssen, doch die Kälte, die in mir stach, war viel stärker als die des Bodens. Nach ein paar Sekunden, die mir wie Stunden vorkamen, verstand ich alles. Die Wahrheit kam mir wie ins Gesicht geschlagen. Meine Augen füllten sich mit Tränen, die vor dir auf den Boden tropften. Ich war plötzlich wie gelähmt. Ich sah mich um. Meine Mutter stand mit erschrockenem Blick hinter mir und brachte mich nach Hause. Als ich drin war, ging sie wieder heraus und ließ mich für einen Moment allein. Ich konnte mich nun nicht mehr auf den Beinen halten. Ich sank langsam zu Boden. Heiße Tränen rannten mir die Wangen hinunter und fielen auf die Fliesen. Ich rannte herum, erwartete, dass du gleich im Garten auftauchen und nach mir rufen würdest. Doch dann jagten mir wieder diese Bilder durch den Kopf, die mir das Schlimmste wieder aufs Neue bestätigten. Ich stürmte zum Fenster und blickte hinaus. Im Nachbarhaus brannten Lichter, ich konnte hören, wie meine Nachbarin schrecklich heulte und ihre Mutter anflehte, dich noch mal sehen zu können. Nun war es endgültig. Du warst tot, es war zu Ende. Nichts hätte dich je wieder zurückbringen können. Ich rannte noch mal raus und sah gerade, wie dein völlig aufgelöster Besitzer über dir kniete. Meine Mutter kam wieder rein und ging in den Keller. Ich folgte ihr weinend und sah, wie sie ein Körbchen nahm und wieder die Treppen hochlief. "Hier kann er Leila zu sich nach Hause tragen" sagte sie auf meine Frage hin. Als sie hinausging, stürmte ich ihr erneut hinterher. Ich blieb draußen stehen und sah, wie dein Besitzer dich vorsichtig und zart, als würdest du schlafen, hochnahm und in den Korb legte. Ich unterdrückte den Tränenschwall, der mich zu überwältigen drohte, um es deinem Besitzer nicht noch schwerer zu machen. Er rappelte sich hoch und nahm den Korb in die Hände. "Es tut mir furchtbar leid" sagte der Fahrer, der immer noch so bleich war wie vorher. Dein Besitzer gab keine große Antwort, sondern zuckte nur matt mit den Schultern. Er verabschiedete sich und ging mit dem Korb in den Armen davon. Als er davonging, schaute er völlig aufgelöst auf dich hinab. Ich hatte den Eindruck, dass er es auch erst in diesem Moment richtig realisierte.
R.I.P Leila :010:
?- 21.11.14
Irgendwann sehen wir uns wieder. Komm gut an. :051: