Ich habe mich jetzt leider aus Zeitgründen nicht ganz durchlesen können, möchte aber auch kurz dazu schreiben.
Meine erste Hündin ist aus einem UPS-Wurf. Ich habe sie mit 8 Wochen bekommen, kannte Mutter, Vater und Oma (ländliche Gegend). Ich habe mich auch total über den Besitzer aufgeregt, da es schon das zweite Mal war, dass ihm das passiert. Beim ersten Mal warens nur 2 Welpen, beim zweiten Mal schon 9, davon haben 2 nicht überlebt. Danach wurden die beiden Hündinnen endlich kastriert... Dennoch war meine Maus das Beste, was mir passieren konnte, aber ok, das ist emotional...
Wie ich schon schrieb: Unser Familienhund von damals war auch ein solcher Bauernhofwelpe und ich werde ihn immer lieben. Genauso wird jemand seinen Hund vom Vermehrer auch lieben, wenn er ihn erst mal hat. Das ist ganz normal und ja auch richtig so, ändert aber nun mal rein gar nichts daran, dass man mit der Abnahme das System unterstützt.
So, warum nun keinen Hund von dort holen? Die suchen ja auch ein Zuhause und die meisten UPS-Produzenten haben wohl auch oft keine Lust auf Wiederholung.
Genau darum geht es: Keine Lust auf Wiederholung machen. Das tut man nun mal nicht, in dem man die Welpen abnimmt (und vor allem nicht, wenn man auch nur einen Euro dafür zahlt!). Es müsste einfach nur mit genug Arbeit, Zeit und vor allem Kosten verbunden sein, DANN würde den Leuten tatsächlich die Lust auf eine Wiederholung vergehen bzw. was noch besser ist: Die Leute würden beginnen VORHER darüber nachzudenken. Bestimmt aber nicht, solange die so süßen Welpen ohne großen Aufwand, teilweise sogar mit Gewinn, weggehen!
Und was passiert denn mit den Welpen, wenn sie keiner will? Hier bei uns in der Gegend werden unerwünschte Katzen- und Hundebabys oft genug noch vom Bauern ersäuft, erschlagen, mit der Mistgabel aufgespiest etc. Problem gelöst, bis zum nächsten Mal! Diese Bauern haben erst gar nicht nach möglichen Besitzern gesucht!
Alle wissen immer so genau, dass das passiert.. da muss ich mich wirklich fragen: Wenn es so sicher ist und/oder der Bauer es selber sagt (bezieht sich auf den Post direkt über mir), warum zeigt man ihn dann nicht an? Davon ganz abgesehen schrieb ich oben auch schon mehrfach, dass Mitleid dort aber leider nicht hilft, bzw. natürlich hilft man DEM Welpen, der vor einem sitzt damit, aber man unterstützt mit der Abnahme nun mal das System, egal ob es nun angebliche "Ups-Würfe" sind, oder Vermehrerwelpen. Bei Vermehrerwelpen ist allen klar (zumindest wenn man darüber nachdenkt), dass die Welpen getötet werden, wenn sie nicht weggehen und trotzdem haben mittlerweile zum Glück genug Menschen den Verstand "NEIN" zu sagen, weil es nun mal nichts bringt DEN Welpen zu retten, wenn nur deswegen eben ein neuer Welpe produziert wird, der dann wieder DER Welpe ist...
Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass alle Züchter nur auf nachfrage decken lassen. Die planen einen Wurf und suchen dann nach Besitzern. Sollte ich mich hier irren, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Hunde auf seriösen Weg zu vermehren tut eigentlich auch nicht Not, wenn man einen Blick in Tierheime und ins Ausland wirft... Und unseriöse, scheinbar seriöse Züchter, gibt es auch genug.
Für mich ist ein seriöser Züchter jemand, der erst auf Nachfrage deckt. Zu welchem Züchter man geht ist einem ja selber überlassen und man kann ja ohne Probleme genau die Art Züchter unterstützen, deren Art und Weise der Zucht man als gut empfindet. Für mich gibt es da recht hohe Ansprüche. Die schrieb ich oben ja auch schon in Kurzfassung dazu.
Tiere aus dem Ausland her holen folgt übrigens genau dem selben Prinzip wie auch die Untersützung von Vermehrern oder angeblichen UPS-Würfen. Machst du einen Platz frei, sorgst du nur dafür, dass er direkt von selber Stelle wieder gefüllt wird. Wir haben dazu auch irgendwo einen extra Thread gehabt (Straßenhunde vermehren sich anhand des vorhandenen Platz- und Futterangebotes).
MIR ist es eben wichtig das System zu unterstützen, welches ich mir für die Zukunft wünsche und für mich ist das ein seriöser Züchter!
Das nur als Statement zu dem "man soll sich keinen Hund aus einem UPS-Wurf holen, um das nicht zu unterstützen". Wenn man sich keinen holt, verhindert man keinen einzigen weiteren UPS-Wurf! Da muss man schon anders dagegen ankämpfen. Zum Beispiel Kastration/Sterilisation nicht länger so verteufeln, wie es viele immer noch tun...
Natürlich verhindert man so solche Würfe. Vielleicht keinen der verschwindend geringen tatsächlichen UPS-Würfe, aber eben vor allem die "Och Welpen sind doch süß und wenns passiert, passiert es halt" und "Ich hätte schon gerne mal, dass meine Hündin 1x Welpen hat und Nachbars Rüde ist so ein toller Hund!" und "Gassi gehen? Ach was.. ich mach die Tür auf und dann läuft sie ihre Runde im Dorf und kommt wieder, wenn sie fertig ist" etc.
Du willst also sagen, dass man eine unbegründete Kastration (mit teilweise sehr schwerwiegenden seelischen und gesundheitlichen Folgen für den Hund!) nun befürworten soll, weil es Leute gibt die nicht im Stande sind auf ihre Hunde aufzupassen? Vor allem wird sie ja momentan noch von allen Seiten befürwortet und der Wandel beginnt nun erst. Die Leute, die Welpen wollen und/oder denen es egal ist, die möchten in der Regel nicht die Kosten einer Kastration übernehmen. Solche Leute denken erst über sowas nach, wenn die Arbeit, Zeit und Kosten von einer Welpenaufzucht höher werden als die einer Kastration.
Wo wir eben wieder bei dem Punkt sind: Man unterstützt mit der Abnahme (auch der kostenlosen!) das System und sorgt für weitere solcher Würfe!
Hat man nun jemand, der seine Unachtsamkeit bereut und hoch und heilig verspricht, dass er die Hündin danach kastrieren lässt bzw. - was ich für wesentlich sinnvoller halte - schlicht besser aufpassen wird, dann kann man von mir aus ja so naiv sein und das glauben, aber mir persönlich wäre das zu riskant. Wer sagt mir denn, dass derjenige sich das nicht doch nochmal anders überlegt, wo doch alles so wunderbar funktioniert hat (eventuell sogar noch Gewinn gemacht wurde), oder gar direkt einfach gelogen hat.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Pia stammt auch aus einem Ups- Wurf von einem Bauernhof.
Ich war dort und hab mir die Hunde angesehen wollte sie aber noch nicht mitnehmen, weil sie grade mal 6 Wochen alt war.
Darauf hin wurde gedroht der Hund würde einfach, salopp gesagt, entsorgt.
Also hab ich sie mitgenommen, nicht gekauft.
Als sie dann bei uns war hab ich mich erst mal durchgegoogelt und ja ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Aber was macht das für einen Unterschied ob ein Bauer/Vermehrer what ever seine Hunde auf den Markt wirft oder ob das ein Züchter tut.
Da spielt es in erster Linie keine Rolle ob die Tiere nun gesund oder sozialisiert sind.
Sie sind erstmal einfach nur da. Ob's jetzt der viel zu kurnasige Mops oder der verwurmte Mix ist... das tut sich in dem Moment gar nix!
Natürlich ist es nicht richtig die kommerzielle Vermehrung von Hunden (unter anderem) zu unterstützen indem man sich einen Hund für'n Appel und'n Ei aus der Bauernschaft oder den Mischling von drei Straßen weiter für 350,- kauft.
Aber seht euch doch mal bitte an was die immer so hoch gelobte Vereinsgeprüften Zuchten so zu Tage bringen.
Hunde die für unter 500,- nicht weg gehen und trotzdem der lebende Beweis für ein Verbrechen gegen die Natur sind.
Von mir oben zitiert:
Natürlich kann man sich jetzt Fragen "Warum dann seriöse Züchter unterstützen?".
Der Punkt ist: Was wäre mir lieber? Was wünsche ich mir für die Zukunft? Hunde die aus seriöser Zucht kommen, bei denen es gesundheitliche und zuchttechnische Kontrollen gibt, die erst auf Nachfrage "produziert" werden und bei denen die Züchter durch Seminare und Schulungen auch ein wenig Ahnung von dem haben was sie da tun, oder wilde Vermehrungen ohne irgend etwas davon. Ich meine damit nicht nur Rassehunde aus dem VDH. Für mich gibt es mehrere seriöse Vereine und auch sehr positive Zuchtgedanken bei bestimmen "Mischlingen". Es geht hier wirklich einfach um "seriöse" Züchter.
Mit dem was man selber unterstützt (was man nun mal mit dem Kauf tut), pflastert man automatisch den Weg in die Zukunft!
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Für mich kämen z.B. auch viele Rassen nicht in Frage. Es liegt ja an einem selber zu schauen was man unterstützen möchte. Ich persönlich würde, egal ob Rasse oder nicht, auch keinerlei Gendefekte unterstützen, die sich auf die Gesundheit auswirken können, selbst wenn sie offiziell anerkannt sein mögen (Ridgeback, Merle, Dilute etc.). Auch andere Extreme, die sich auf die Gesundheit auswirken, kämen für mich nicht in Frage. Hat aber auch nichts mit dem Thema an sich zutun, finde ich.
Ich versuche es dir auch nochmal näher zu bringen, was viele nicht zu verstehen scheinen:
Kaufe ich einen Hund von einem Züchter, der genau so züchtet wie ich es gut finde, dann sorge ich dafür, dass genau dieser Züchter weiter züchten wird bzw. dass generell dieses System unterstützt und damit ausgebaut wird.
Genau das tue ich aber auch, wenn ich einen Welpen aus dem Kofferraum kaufe und nun mal auch, wenn ich einen Welpen von angeblichen Ups-Würfen hole.
Menschen, die absichtlich Würfe produzieren (und sie dann auch gerne mal "Ups-Wurf" nennen), werden damit sicherlich nicht aufhören, solange es sich für sie lohnt. Sollten sie damit aber am Ende sogar draufzahlen müssen, dann werden sie es ziemlich sicher nicht wiederholen bzw. würde es so etwas generell kaum noch geben, wenn entsprechende Abnehmer fehlen würden und sich das herumgesprochen hat.
Menschen, die einfach nicht auf ihre Hunde aufpassen, die werden damit eher anfangen, wenn so ein Wurf Geld, Zeit und Arbeit kostet, als wenn am Ende alles wunderbar - ja sogar mit Gewinn - verläuft.
Menschen, die die ungewollten Welpen einfach töten, kann man logischerweise auch eher damit abbringen, dass man das Entsorgen erschwert, als damit ihnen die Arbeit (und das Risiko!) auch noch abzunehmen (ja sogar ihnen noch Geld zu geben!). Wenn sich hier alle so sicher damit sind, dann tut doch was, was wirklich hilft! Geht zu dem Menschen hin, macht ihm Arbeit, macht ihm Schwierigkeiten! Klärt ihn über das Gesetz - die hohen Strafen - auf, droht mit einer Anzeige (meldet es auch ruhig, wenn jemand es schon ankündigen sollte), geht täglich vorbei und schaut nach dem Rechten etc. Einfach "Schwierigkeiten" machen, so dass derjenige sich in Zukunft gut überlegt, ob er nicht doch besser auf seinen Hund aufpasst und/oder ihn kastrieren lässt.
Wie gesagt: Bei Vermehrerwelpen ist den meisten Menschen mittlerweile klar, dass es nichts bringt das Mitleid entscheiden zu lassen. Dabei hat man dort wirklich so gut wie keine Möglichkeit das "Entsorgen" zu verhindern bzw. überhaupt zu erschweren. Bei Menschen die hier in Deutschland leben, wo man den Wohnort kennt, ja sogar eventuell selber vor Ort ist, kann man so viel tun!