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  • Hunde von privat Beitrag #21
Syn, ich glaube, nach den Züchtern, die du für dich als seriös ansiehst, muss man aber lange suchen. Mir persönlich ZU lange. Nachdem unsere alte Rottweilerhündin eingeschläfert werden musste und wir nach kurzer Trauerzeit einen neuen Hund wollten, habe ich mich an Rottizüchter meiner weiteren Umgebung gewendet und keiner hatte von denen einen aktuellen Wurf (was an sich ja nicht schlecht ist), oder auch nur einen geplant. Eine Züchterin züchtet nur alle 2 J. mit ihrer Hündin. Finde ich gut. Aber in dem Jahr war halt nicht. Eine andere Züchterin hatte eine alte und eine junge Zuchthündin. Die alte zu alt, die junge zu jung (unter 2j. läßt sie nicht decken und die junge war 1,5j.). Mir wurde geraten, mich an den Zuchtwart des Bundeslandes zu wenden, um in Erfahrung zu bringen, welcher Züchter aktuell einen Wurf hat oder bald hat. Habe ich getan. Welch Zufall, der Zuchtwart hatte selber gerade einen Wurf anstehen. Von einer gemieteten (oder so ähnlich ) Hündin, die 1,5j. war. Den Namen der Hündin nannten sie mir und ich habe im Netz nach ihr gesucht. Dabei sah ich ihren Röntgenstatus sowie den ihrer Vorfahren und konnte sehen, das jede neue Generation dieser Linie einen schlechteren Wert, als den davor hatte, genauso sah es bei dem deckenden Rüden aus. Beide waren bzgl HD und ED schon grenzwertig, also sagte ich für einen Wurf dieser Hündin mit dem Rüden ab. Eine andere Junghündin (6Monate) wurde mir zeitgleich angeboten, die der Zuchtwart wieder zurück bekommen hatte. Als ich für den anstehenden Wurf abgesagt hatte, war die Junghündin schon wieder weg. Einen weiteren Tipp bzgl des Bundesgebiets gab es nicht mehr. Nur ein schmallippiges "dann nicht".

Das ist der AdRK. Wieviel seriöser soll es noch gehen?

Den Welpenpreis hatte ich noch gar nicht erfragt, die Junghündin sollte *grübel* 1400-1600 Euro kosten. Jaja, die teuren Papiere, Ausstellungen usw. Mir kommt es echt nicht auf den Pfennig an, aber das finde ich ehrlich hart.


Jetzt haben wir 2 Hunde aus dem Tierschutz. Beide schon erwachsen, keine Probleme mit dem Pinkeln im Haus usw und die haben nur einen Bruchteil dessen gekostet. Wobei ich sagen muss, dass auch dieser TS kein guter ist. Wie ich im Nachhinein festgestellt habe. Denn es ist eine einzelne Dame gewesen, die sich an einen großen TSV ran gehängt hat und sogar mit einem großen Tierheim zusammen arbeitete, die sicherlich ursprünglich mal den Tierschutzgedanken im Kopf hatte, aber am Schluss dann doch nur massenhaft Tiere aus Polen einfahren ließ und die Hand aufgehalten hat, sich selbst dabei aber auch immer mehr in zum Animalhoarder entwickelte. Aber im Gegensatz zum Züchter hat sie zumindest beim ersten Hund noch geguckt, wo der hinkommt.

Es ist mir mittlerweile egal, woher ich meinen Hund habe. Ich weiß, dass ich für mich eine ethischen Linie verfolge und an die halte ich mich. Wie andere das sehen oder gar glauben, mich deswegen be- und verurteilen zu können, ist mir wurscht. Ich versuche immer, das Richtige zu tun und informiere mich. Um dann hinterher doch zu merken, dass nicht alles koscher gewesen ist. Hinterher ist man immer schlauer und so bleibt mir nur, mich an meine eigenen moralischen Grundsätze zu halten.
Es sind sicher nicht alle Züchter, Zuchtwarte und Tierschützer so, wie ich sie erlebt habe. Aber mir ist meine Freizeit und mein gesamtes Leben einfach zu wertvoll, als dass ich mich nun bei jedem einzelnen Züchter, Zuchtwart ...... usw in Deutschland melde, um davon überzeugt zu werden, dass man eben immer erst hinterher das wahre, zumeist hässliche Gesicht sieht.

Vielleicht wirds beim nächsten mal ein UPS-Hund. Wobei meine erste Rottihündin so einer war - allerdings ein geplantes Ups. Und auch der Schuß ging nach hinten los, weil sehr krank.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hunde von privat Beitrag #22
Für mich ist ein seriöser Züchter jemand, der erst auf Nachfrage deckt. Zu welchem Züchter man geht ist einem ja selber überlassen und man kann ja ohne Probleme genau die Art Züchter unterstützen, deren Art und Weise der Zucht man als gut empfindet. Für mich gibt es da recht hohe Ansprüche. Die schrieb ich oben ja auch schon in Kurzfassung dazu.

MIR ist es eben wichtig das System zu unterstützen, welches ich mir für die Zukunft wünsche und für mich ist das ein seriöser Züchter!

Hört sich ja alles gut an, aber wir sind nunmal Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Denkansätzen.
Ich persönlich finde Züchter nicht gut, selbst wenn sie "auf Nachfrage" züchten und noch so auf Gesundheit etc. achten.
Es werden schliesslich ABSICHTLICH neue Welpen produziert, während endlos viele Hunde im Tierheim vor sich hin vegetieren. Und das finde ich persönlich
ebenso verwerflich. Mal ganz davon abgesehen, finde ich 300€ als Schutzgebühr angemessener als dass jemand mit mehreren tausend Euro seinen
Lebensunterhalt finanziert.

Es kommt immer auf das eigene Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen an. Wie schon gesagt wurde,
nicht hinter jedem Ups-Wurf steht PROFIT. Und darauf kommt es doch letztendlich an.

REIN THEORETISCH könnte man ja ewig so weitermachen, bis der letzte Moralapostel kommt und sagt, Hunde haben nichts in einem Haushalt verloren
und der Wolf gehört in die Natur. Punkt. Dafür müsste man aber die Welt neu machen, und ich denke jeder sieht ein, wie utopisch das ist.
Es wird immer Haustiere geben, und irgendwo müssen diese herkommen. Und da es sich nunmal um Lebewesen handelt und gesetzlich als Sache gilt,
kann jeder damit machen, was er will - eben auch Welpen produzieren.
Jeder kann entscheiden, aus welcher Quelle sein Hündchen kommt. Und jeder wird andere Vorzüge haben.

Du Syn, wünschst dir einen seriösen Züchter.
Ich empfinde das wiederum als unnötige Vermehrung und bin froh über meinen kleinen Ups-Welpen.
Einem anderen mag egal sein, wo das Fellknäuel herkommt, Hauptsache "es knistert" bei der ersten Begegnung.
Hat nicht jedes Lebewesen ein schönes Leben verdient, egal wo es herkommt? Ist doch bei uns Menschen nicht anders.
Klar, wird für einige "Produzenten" nur der Profit im Vordergrund stehen. Aber das wird wohl immer so bleiben.
 
  • Hunde von privat Beitrag #23
Puschmuck, tut mir leid das so zu sagen, aber dein eigener Egoismus steht da nun mal dem (in meinen Augen) seriösen Züchter im Weg. Wenn ein Züchter erst dann seine Hündin decken lässt, wenn entsprechende Nachfrage vorhanden ist und zusätzlich noch im großen Maße auf die Zuchttauglichkeit bzw. Gesundheit schaut, dann muss man einfach mit einer längeren Wartezeit rechnen. "Hund - jetzt sofort!" geht da nun mal nicht bzw. nur wenn es sich durch Zufall ergibt (es gibt z.B. auch bei Züchtern immer mal Abgabehunde oder Interessenten, die im letzten Moment abspringen).

Was das mit dem Thema an sich zutun hat weiß ich aber nicht. Oder meinst du damit, dass Leute die nicht warten wollen, dann lieber zum nächsten Vermehrer oder Hinterhof laufen? Das stimmt. Das tun auch die Leute, die nicht bereit sind für die seriöse Zucht entsprechenden Betrag zu zahlen, weiter weg zu fahren und/oder sich überhaupt mal richtig vor dem Hundekauf zu informieren. Solange das so ist, wird es da leider auch immer weiter Abnehmer geben und somit immer weiter Tierleid geben.

Dagegen kann man leider nicht viel mehr tun, als zu versuchen die Leute aufzuklären.

Eine seriöse Zucht kostet nun mal Geld, gibt es nicht an jeder Ecke und man muss eben eventuell etwas länger warten.
 
  • Hunde von privat Beitrag #24
Wenn ich das Totschlagen, Ersäufen etc. von Tieren selbst bezeugen kann - worauf ich auch gerne verzichte -, dann werde ich eingreifen. Dann aber sicher nicht, indem ich eine Anzeige erstatte, sondern es nach Möglichkeit nicht so weit kommen lasse. Ich bin also nie selbst Zeugin geworden, kenne aber genug Geschichten. Gut, da ist auch immer Spekulation dabei, aber mal ehrlich: Wer auf seinem UPS-Wurf sitzenbleibt, ist nicht immer so verantwortungsvoll und bringt sie dann ins Tierheim. Es gibt ja schließlich noch die Lösung, die Tiere irgendwo zu "entsorgen", dazu muss man sie noch nicht mal umbringen. Und da man im TH sicher auch Vorwürfe kassieren wird - was ja nicht ganz unberechtigt ist - entscheidet sich wahrscheinlich für die Entsorgungs-Variante. Wie dies dann aussieht, sei dahingestellt.

Für mich ist ein seriöser Züchter jemand, der erst auf Nachfrage deckt. Zu welchem Züchter man geht ist einem ja selber überlassen und man kann ja ohne Probleme genau die Art Züchter unterstützen, deren Art und Weise der Zucht man als gut empfindet. Für mich gibt es da recht hohe Ansprüche.

Naja, da gibt es sicher aber wieder viele, viele Leute, die da nicht so hohe Ansprüche haben und v.a. keine Lust haben, solange zu warten, bis genug Interessenten für einen Wurf zusammen sind. Oft sieht man auf Züchterseiten, dass Würfe angeboten werden. Da scheint ja wohl vorher kein Interessent da gewesen zu sein. Aber gut, ich habe mich nur bzgl. eines Zweithundes flüchtig mit dem Thema beschäftigt, aber in der Welt der Züchter scheint mir auch nicht alles rosa. Auch nicht bei den Leuten, die beim Züchter "kaufen".

Tiere aus dem Ausland her holen folgt übrigens genau dem selben Prinzip wie auch die Untersützung von Vermehrern oder angeblichen UPS-Würfen. Machst du einen Platz frei, sorgst du nur dafür, dass er direkt von selber Stelle wieder gefüllt wird. Wir haben dazu auch irgendwo einen extra Thread gehabt (Straßenhunde vermehren sich anhand des vorhandenen Platz- und Futterangebotes).

Meinen Zweithund habe ich von einer Tierschutzorga aus D, die einem Tierheim in Ungarn bei der Vermittlung hilft. Meiner scheint laut Impfpass die ersten zwei Jahre einen Besitzer gehabt zu haben, dann war er fünf Jahre im TH in Ungarn. Ja, bei uns gibt es genug Hunde, auch dank UPS-Würfe und Züchter, weshalb also Tiere aus dem Ausland holen. Bei mir hatte das verschiedene Gründe, die hier zu weit führen würden. Ich sehe daran nicht unbedingt etwas Falsches. Warum nicht etwas Gutes tun, indem man sich solche einem Tier, das im Ausland wahrscheinlich nicht so tolle Aussichten auf Vermittlung hat, wie hier, eine Chance geben. Natürlich sollte man sich aber vorher ausreichend informieren und sich Infos über solche Hunde einholen. Klar, die Flut an solchen Hunden wird man dadurch nicht eindämmen, aber sorry: Dadurch, dass ich es nicht mache, wird es auch nicht besser! Da muss man schon Aufklärung und Tierschutzarbeit vor Ort leisten und zwar über Jahre! Und ich rede jetzt von den Straßenhunden und nicht den ausländischen Vermehrern und schwarzen Schafen, die Profit daraus schlagen!

Natürlich verhindert man so solche Würfe. Vielleicht keinen der verschwindend geringen tatsächlichen UPS-Würfe, aber eben vor allem die "Och Welpen sind doch süß und wenns passiert, passiert es halt" und "Ich hätte schon gerne mal, dass meine Hündin 1x Welpen hat und Nachbars Rüde ist so ein toller Hund!" und "Gassi gehen? Ach was.. ich mach die Tür auf und dann läuft sie ihre Runde im Dorf und kommt wieder, wenn sie fertig ist" etc.

Tut mir leid, aber so optimistisch bin ich nicht, um daran zu glauben. Leuten, mit solch einer Einstellung, ist so und so nicht zu helfen und das ist ja auch wieder nur ein Bruchteil der UPS-Würfe...

Du willst also sagen, dass man eine unbegründete Kastration (mit teilweise sehr schwerwiegenden seelischen und gesundheitlichen Folgen für den Hund!) nun befürworten soll, weil es Leute gibt die nicht im Stande sind auf ihre Hunde aufzupassen? Vor allem wird sie ja momentan noch von allen Seiten befürwortet und der Wandel beginnt nun erst. Die Leute, die Welpen wollen und/oder denen es egal ist, die möchten in der Regel nicht die Kosten einer Kastration übernehmen. Solche Leute denken erst über sowas nach, wenn die Arbeit, Zeit und Kosten von einer Welpenaufzucht höher werden als die einer Kastration.

Wir hatten früher immer Katzen, da war es selbstverständlich, diese zu kastrieren. Als ich meine Hündin bekam, habe ich mich nach Beratung mit dem TA für eine Kastration meiner Hündin entschieden. Dies hatte weder seelische noch gesundheitliche Folgen für meine Hündin. Ich war allerdings schon damals irritiert, als man mich vor der OP im Wartezimmer ansprach, wieso ich das denn machen lasse. Ich will hier nicht erneut eine Diskussion über pro und kontra vom Zaun brechen. Insgesamt denke ich, dass sich das Für und Wider recht gut die Waage halten und wenn ich eben sehe, wie viele UPS-Würfe es gibt, und dass Hunde eben nicht zwingend kontrollierbarer sind als Katzen, v.a. bei Leuten, die obige Einstellung haben, erscheint mir das Propagieren "pro Kastration/Sterilisation" doch die sinnvollere Lösung. Die informierten, verantwortungsbewussten Hundehalter, die am liebsten ihren Hund vom Züchter holen und eben keinen UPS-Wurf wollen, können sich gerne dagegen entscheiden. Überhaupt ist das ja sowieso immer eine Entscheidung des Halters und das ist gut so.

Die Hunde- und Katzenschwemme und der Tierheimtiere generell, sowohl in D als auch im Ausland, erscheint mit momentan eine never-ending-Story zu sein. Aber allein mit "ich hole meinen Hund nur vom Züchter oder aus dem TH" wird das Problem noch lange nicht gelöst.

Meine Hündin ist als Welpe in einem Kellerraum groß geworden mit ihren 6 Geschwistern (ich bin mir ihrer Mama und Oma vorher immer Gassi gegangen). Ich war fast jeden Tag mindestens eine Stunde dort und hab sie später auch mal hoch in den Garten getragen. Ich habe mit ihnen gespielt, geschmust und ihnen schon mal etwas von der Welt gezeigt. Hätte ich das nicht gemacht, hätte es wohl keiner gemacht. Ich habe das aber sicher nicht für den Besitzer getan, sondern für die Hunde! Und die haben mit Sicherheit auch mindestens genauso viel davon profitiert wie der Besitzer. Hätte ich wegschauen sollen? Tolle Hilfe für die misslichen Zustände! Das hätte ich auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können. Hätte ich keinen der Welpen nehmen sollen? Eine andere Interessentin war schon da! Lieber habe ich hier (den Hunden) geholfen, so weit es mir möglich war, als wegzuschauen nach dem Motto: "Wenn ich da jetzt helfe, kriegt die Hündin nächstes Jahr gleich den nächsten Wurf! Wenn ich nicht helfe, verhindere ich das und dazu gleich noch weitere UPS-Würfe (wo auch immer das sein sollte)."

Gut, es wird immer mehr propagiert und aufgeklärt, aber wirklich eindämmen kann dies die unkontrollierte Vermehrung von Hunden auch nicht. Vielleicht sollten man auch einfach unterscheiden zwischen privater und kommerzieller unkontrollierter Vermehrung. Bei letzterer gebe ich dir recht, da kann man im Moment nur dagegen ankommen, wenn man sich nicht erweichen lässt. Was aus den Welpen dann wird, will ich jedoch gar nicht erst wissen. DIE Lösung ist das aber auch hier nicht. Leider.
 
  • Hunde von privat Beitrag #25
Hört sich ja alles gut an, aber wir sind nunmal Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Denkansätzen.
Ich persönlich finde Züchter nicht gut, selbst wenn sie "auf Nachfrage" züchten und noch so auf Gesundheit etc. achten.
Es werden schliesslich ABSICHTLICH neue Welpen produziert, während endlos viele Hunde im Tierheim vor sich hin vegetieren. Und das finde ich persönlich
ebenso verwerflich. Mal ganz davon abgesehen, finde ich 300€ als Schutzgebühr angemessener als dass jemand mit mehreren tausend Euro seinen
Lebensunterhalt finanziert.

Es kommt immer auf das eigene Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen an. Wie schon gesagt wurde,
nicht hinter jedem Ups-Wurf steht PROFIT. Und darauf kommt es doch letztendlich an.

REIN THEORETISCH könnte man ja ewig so weitermachen, bis der letzte Moralapostel kommt und sagt, Hunde haben nichts in einem Haushalt verloren
und der Wolf gehört in die Natur. Punkt. Dafür müsste man aber die Welt neu machen, und ich denke jeder sieht ein, wie utopisch das ist.
Es wird immer Haustiere geben, und irgendwo müssen diese herkommen. Und da es sich nunmal um Lebewesen handelt und gesetzlich als Sache gilt,
kann jeder damit machen, was er will - eben auch Welpen produzieren.
Jeder kann entscheiden, aus welcher Quelle sein Hündchen kommt. Und jeder wird andere Vorzüge haben.

Du Syn, wünschst dir einen seriösen Züchter.
Ich empfinde das wiederum als unnötige Vermehrung und bin froh über meinen kleinen Ups-Welpen.
Einem anderen mag egal sein, wo das Fellknäuel herkommt, Hauptsache "es knistert" bei der ersten Begegnung.
Hat nicht jedes Lebewesen ein schönes Leben verdient, egal wo es herkommt? Ist doch bei uns Menschen nicht anders.
Klar, wird für einige "Produzenten" nur der Profit im Vordergrund stehen. Aber das wird wohl immer so bleiben.


Da ist aber eben der Denkfehler den viele machen. Woher kommen denn die Hunde aus dem Tierheim? Nicht von Züchtern, die nur auf Nachfrage züchten und ihre Hunde im Notfall zurück nehmen! Die Hunde kommen aus den unzähligen Hinterhof-Würfen, von Vermehrern , von unseriösen "Züchtern", von Leuten die nicht aufpassen etc.
Es gäbe also WENIGER Hunde im Tierheim, wenn ALLE Leute ihre Hunde von seriösen Züchtern holen würden. :!:
Natürlich gäbe es trotzdem noch Hunde in Tierheimen und ich finde den Gang zum örtlichen Tierheim auch absolut in Ordnung und rate das auch jedem, der keine genauen Vorstellungen hat, weniger zahlen möchte und/oder einfach nicht die Erfahrung hat nach einem seriösen Züchter zu suchen. Das würde den Leuten ja auch immer noch offen stehen und das würden auch noch genug annehmen.
Wichtig ist aber zu verstehen, dass eine seriöse Zucht zu unterstützen im Endeffekt zu weniger Hunden in Tierheimen führt.
Man muss einfach weiter denken. Das ist bei der Hilfe von Straßenhunden im Ausland genau das Gleiche. Die Leute denken nur bis zum nächsten Hund.
Bei Vermehrer Welpen hat es sich ja mittlerweile zum Glück schon etwas (auch da besteht natürlich aber noch viel Bedarf!) rumgesprochen, dass hinter dem Hund vor den Augen einfach mehr steckt, als nur "dem helf' ich jetzt!".

Ein seriöser Züchter hat nun mal entsprechende Kosten. Es gibt im Internet mehr als genug Auflistungen dafür. Die Untersuchungen, die entsprechende Aufzucht, die Kontrollen und Dokumentationen etc. kosten einfach Geld. Ein seriöser Züchter verkauft einen Welpen dann für 1,200 Euro und hat am Ende weniger "Gewinn" gemacht als der Hinterhof-Züchter vom Dorf neben an, der seine Welpen für nur 250 Euro verkauft.
Ich würde nun auch keine utopischen Preise zahlen, aber generell bin ich sogar gerne bereit einem seriösen Züchter Gewinn zu gönnen und auch dafür zu zahlen.

Das mit dem Wolf verstehe ich hier nicht wirklich. Hunde sind keine Wölfe und die wenigsten Rassen könnten so überhaupt noch ohne uns Menschen überleben (im Gegensatz zu den meisten anderen "Haustieren".. das ist aber wirklich ein anderes Thema).

Klar kann jeder selber entscheiden. Also, was sollen wir tun? Einfach nicht darüber reden und uns sagen "Jeder kann ja machen was er will"? Ich bin froh, dass es Plattformen gibt wo so etwas besprochen wird, wo weiter gedacht wird und wo sich Leute auch informieren können! Nur wegen solchen Dingen gibt es immer mehr Leute, die wissen was "Vermehrer" und "Kofferraumwelpen" sind und dementsprechend auch weniger Leute, die diese kaufen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #26
Syn, ich vermute, dass du es überlesen hast. Ich schrieb nirgends, dass ich sofort einen neuen Hund wollte. Ich habe einige Züchter angerufen, die weder Welpen hatten, noch einen geplant hatten für absehbare Zeit. Der Punkt, den du für dich als wichtig ansiehst - Wurf auf Anfrage - gab es nicht. Ich fragte an und mir wurde gesagt, dass es keinen gibt. Erst in xy Zeit wieder. Keiner nahm meine Anfrage als Grund, warum innerhalb der nächsten Zeit Kundenanfragen "gesammelt" werden sollten und dann einen Wurf zu starten.
Auch der Zuchtwart nicht. Nix. Wenn 3 Monate später Welpen überhaupt erst da gewesen wären, wäre das für mich ok gewesen. Aber soweit kam es ja nicht.
Wo ist das nun mein Fehler gewesen? Unterstellst du mir ernsthaft, dass ich zu ungeduldig gewesen wäre?
 
  • Hunde von privat Beitrag #27
Syn, ich vermute, dass du es überlesen hast. Ich schrieb nirgends, dass ich sofort einen neuen Hund wollte. Ich habe einige Züchter angerufen, die weder Welpen hatten, noch einen geplant hatten für absehbare Zeit. Der Punkt, den du für dich als wichtig ansiehst - Wurf auf Anfrage - gab es nicht. Ich fragte an und mir wurde gesagt, dass es keinen gibt. Erst in xy Zeit wieder. Keiner nahm meine Anfrage als Grund, warum innerhalb der nächsten Zeit Kundenanfragen "gesammelt" werden sollten und dann einen Wurf zu starten.
Auch der Zuchtwart nicht. Nix. Wenn 3 Monate später Welpen überhaupt erst da gewesen wären, wäre das für mich ok gewesen. Aber soweit kam es ja nicht.
Wo ist das nun mein Fehler gewesen? Unterstellst du mir ernsthaft, dass ich zu ungeduldig gewesen wäre?

Das klang für mich in dem Beitrag so, entschuldige, wenn dem nicht so ist.
Viele Züchter "sammeln" auch nicht die Anfragen, sondern haben einen recht genauen Überblick darüber wie groß die Nachfrage ist. Finde ich persönlich auch in Ordnung. Wichtig ist eben, dass ein Züchter einen guten Überblick darüber hat, dass er seine Welpen alle an gute Plätze geben kann.
Ansonsten weiß ich nicht wirklich was genau du sagen möchtest, vor allem nicht in Hinsicht zum Thema. So wie ich das verstanden habe wurde dir gesagt, dass manche der Züchter in 1-2 Jahren wieder Würfe haben.
 
  • Hunde von privat Beitrag #28
Worauf ich hinaus will, ist, dass ein großer Zuchtverein wie der AdRK den von dir als seriös genannten Punkt schon nicht erfüllt. Nicht nach meiner Erfahrung. Mich hat es sehr abgeschreckt, dass weder auf meine Anfrage richtig eingegangen wurde, noch dass mir Alternativen genannt wurden. Dass bei einem Züchter über 1000€ hingelegt werden, war mir bewusst. Aber das die eigenen Tiere wie Ramsch an den nächstbesten abgegeben werden ( die zurückgegebene Junghündin), dass war mir bis dahin unbekannt.

Was deinen späteren Punkt angeht, dass die Menschheit nur bei seriösen Züchtern kaufen sollte, weil dann die Tiere im TH weniger werden, sehe ich definitiv anders. Es sind nicht nur Mischlinge, die im TH landen. Und die Erfahrung mit dem zurück gegebenen Zuchthund und der gewissenhaften Auswahl des Züchters für den neuen Besitzer. ... wie gesagt, da habe ich nun andere Erfahrungen gesammelt mit einem Zuchtwart.

Das möchte ich damit sagen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #29
Wenn ich das Totschlagen, Ersäufen etc. von Tieren selbst bezeugen kann - worauf ich auch gerne verzichte -, dann werde ich eingreifen. Dann aber sicher nicht, indem ich eine Anzeige erstatte, sondern es nach Möglichkeit nicht so weit kommen lasse. Ich bin also nie selbst Zeugin geworden, kenne aber genug Geschichten. Gut, da ist auch immer Spekulation dabei, aber mal ehrlich: Wer auf seinem UPS-Wurf sitzenbleibt, ist nicht immer so verantwortungsvoll und bringt sie dann ins Tierheim. Es gibt ja schließlich noch die Lösung, die Tiere irgendwo zu "entsorgen", dazu muss man sie noch nicht mal umbringen. Und da man im TH sicher auch Vorwürfe kassieren wird - was ja nicht ganz unberechtigt ist - entscheidet sich wahrscheinlich für die Entsorgungs-Variante. Wie dies dann aussieht, sei dahingestellt.
Du kannst es durchaus auch schon melden, wenn derjenige es dir erzählt. Zwar werden sie da nicht groß etwas machen können, aber derjenige wird dann eben mit entsprechendem Ärger rechnen dürfen, wenn es passieren sollte. Wir haben hier in Deutschland sehr hohe Strafen für Tierquälerei und das darf man solche Leute ruhig wissen lassen. Auch, dass man ein Auge darauf hat und man kann ihnen auch gerne mitteilen, dass man es gemeldet hat (eben vor allem, wenn man es gesagt bekommt wie in dem Fall weiter oben). Das, was am meisten ausmacht sind für diese Menschen dann sowieso die Schwierigkeiten und die Risiken, die "das Entsorgen" mit sich bringen und dafür kann man eben sorgen bzw. zumindest den Leuten immer wieder vor Augen halten.


Naja, da gibt es sicher aber wieder viele, viele Leute, die da nicht so hohe Ansprüche haben und v.a. keine Lust haben, solange zu warten, bis genug Interessenten für einen Wurf zusammen sind. Oft sieht man auf Züchterseiten, dass Würfe angeboten werden. Da scheint ja wohl vorher kein Interessent da gewesen zu sein. Aber gut, ich habe mich nur bzgl. eines Zweithundes flüchtig mit dem Thema beschäftigt, aber in der Welt der Züchter scheint mir auch nicht alles rosa. Auch nicht bei den Leuten, die beim Züchter "kaufen".
Wie ich schon schrieb: Ja, es gibt Leute die wollen ihre Hunde sofort, billig und von "neben an". Da hilft nur Aufklärung.
Natürlich ist bei Züchtern nicht alles rosa. "Züchter" darf sich ja eh jeder nennen und selbst im VDH ist nicht alles "rosa". Genauso wenig, wie außerhalb alles "schwarz" ist. Man muss eben selber die Augen aufmachen.

Meinen Zweithund habe ich von einer Tierschutzorga aus D, die einem Tierheim in Ungarn bei der Vermittlung hilft. Meiner scheint laut Impfpass die ersten zwei Jahre einen Besitzer gehabt zu haben, dann war er fünf Jahre im TH in Ungarn. Ja, bei uns gibt es genug Hunde, auch dank UPS-Würfe und Züchter, weshalb also Tiere aus dem Ausland holen. Bei mir hatte das verschiedene Gründe, die hier zu weit führen würden. Ich sehe daran nicht unbedingt etwas Falsches. Warum nicht etwas Gutes tun, indem man sich solche einem Tier, das im Ausland wahrscheinlich nicht so tolle Aussichten auf Vermittlung hat, wie hier, eine Chance geben. Natürlich sollte man sich aber vorher ausreichend informieren und sich Infos über solche Hunde einholen. Klar, die Flut an solchen Hunden wird man dadurch nicht eindämmen, aber sorry: Dadurch, dass ich es nicht mache, wird es auch nicht besser! Da muss man schon Aufklärung und Tierschutzarbeit vor Ort leisten und zwar über Jahre! Und ich rede jetzt von den Straßenhunden und nicht den ausländischen Vermehrern und schwarzen Schafen, die Profit daraus schlagen!
Klar kann man sich hinstellen und sagen, dass man gerne einen Straßenhund aus dem Ausland haben möchte. Das geht genauso wie auch bei den Welpen aus dem Kofferraum. Man hat damit auch DEM Hund geholfen. Man hat damit aber auch automatisch dafür gesorgt, dass wieder einer nach kommt und das System so erhalten bleibt. Aber wie gesagt.. wir hatten dazu hier auch mal irgendwo ein extra Thema.


Tut mir leid, aber so optimistisch bin ich nicht, um daran zu glauben. Leuten, mit solch einer Einstellung, ist so und so nicht zu helfen und das ist ja auch wieder nur ein Bruchteil der UPS-Würfe...
Das braucht (im Gegensatz zum Glauben von "das war ja nur ein Unfall! Er passt danach besser auf!") nichts mit Optimismus zutun. Es ist schlicht und einfach logisch, dass jemand keine Welpen mehr produziert, der damit am Ende nur Kosten hat.. genauso wie jemand eher aufpasst, wenn es Kosten verursacht, als wenn er damit auch noch Gewinn macht.


Wir hatten früher immer Katzen, da war es selbstverständlich, diese zu kastrieren. Als ich meine Hündin bekam, habe ich mich nach Beratung mit dem TA für eine Kastration meiner Hündin entschieden. Dies hatte weder seelische noch gesundheitliche Folgen für meine Hündin. Ich war allerdings schon damals irritiert, als man mich vor der OP im Wartezimmer ansprach, wieso ich das denn machen lasse. Ich will hier nicht erneut eine Diskussion über pro und kontra vom Zaun brechen. Insgesamt denke ich, dass sich das Für und Wider recht gut die Waage halten und wenn ich eben sehe, wie viele UPS-Würfe es gibt, und dass Hunde eben nicht zwingend kontrollierbarer sind als Katzen, v.a. bei Leuten, die obige Einstellung haben, erscheint mir das Propagieren "pro Kastration/Sterilisation" doch die sinnvollere Lösung. Die informierten, verantwortungsbewussten Hundehalter, die am liebsten ihren Hund vom Züchter holen und eben keinen UPS-Wurf wollen, können sich gerne dagegen entscheiden. Überhaupt ist das ja sowieso immer eine Entscheidung des Halters und das ist gut so.
Ich bin gegen unbegründete Kastrationen, wäre bei solchen Leuten aber durchaus auch froh, wenn sie ihre Hunde kastrieren würden. Leider sind genau solche Leute dazu meist erst bereit, wenn die Kosten und Mühen einer Kastration doch am Ende irgendwie geringer ausfallen als die Würfe, die entstehen können.
Für Kastration pro- und kontra kannst du ja mal ein paar Themen durchlesen.
Hier mal etwas aktuelles von einem Tierarzt, der das Thema und den Wandel darum meiner Meinung nach schön zusammengefasst hat:



Die Hunde- und Katzenschwemme und der Tierheimtiere generell, sowohl in D als auch im Ausland, erscheint mit momentan eine never-ending-Story zu sein. Aber allein mit "ich hole meinen Hund nur vom Züchter oder aus dem TH" wird das Problem noch lange nicht gelöst.
Allerdings ist es der richtige Ansatz, im Gegensatz zu "Ist mir egal was nach dem Hund hier passiert, DEN Hund habe ich "gerettet""

Meine Hündin ist als Welpe in einem Kellerraum groß geworden mit ihren 6 Geschwistern (ich bin mir ihrer Mama und Oma vorher immer Gassi gegangen). Ich war fast jeden Tag mindestens eine Stunde dort und hab sie später auch mal hoch in den Garten getragen. Ich habe mit ihnen gespielt, geschmust und ihnen schon mal etwas von der Welt gezeigt. Hätte ich das nicht gemacht, hätte es wohl keiner gemacht. Ich habe das aber sicher nicht für den Besitzer getan, sondern für die Hunde! Und die haben mit Sicherheit auch mindestens genauso viel davon profitiert wie der Besitzer. Hätte ich wegschauen sollen? Tolle Hilfe für die misslichen Zustände! Das hätte ich auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können. Hätte ich keinen der Welpen nehmen sollen? Eine andere Interessentin war schon da! Lieber habe ich hier (den Hunden) geholfen, so weit es mir möglich war, als wegzuschauen nach dem Motto: "Wenn ich da jetzt helfe, kriegt die Hündin nächstes Jahr gleich den nächsten Wurf! Wenn ich nicht helfe, verhindere ich das und dazu gleich noch weitere UPS-Würfe (wo auch immer das sein sollte)."
Ja.. wenn man dem Welpen aus dem Kofferraum nicht "hilft", wird er auch umgebracht. Ich verstehe durchaus, dass man sowas nicht einfach wegstecken kann und in soweit verstehe ich durchaus auch die Leute, die dann mit einem Welpen ankommen und sagen "aber er wäre ansonsten gestorben!". Ich kann solchen Leuten dann im Nachhinein auch keine Vorwürfe mehr machen, weil ich das wirklich nachvollziehen kann, dass man in der Situation eben oft nicht einfach gehen kann. Was da hilft ist mal wieder: Aufklärung.

Gut, es wird immer mehr propagiert und aufgeklärt, aber wirklich eindämmen kann dies die unkontrollierte Vermehrung von Hunden auch nicht. Vielleicht sollten man auch einfach unterscheiden zwischen privater und kommerzieller unkontrollierter Vermehrung. Bei letzterer gebe ich dir recht, da kann man im Moment nur dagegen ankommen, wenn man sich nicht erweichen lässt. Was aus den Welpen dann wird, will ich jedoch gar nicht erst wissen. DIE Lösung ist das aber auch hier nicht. Leider.

Das ist eben der richtige Weg. Aufklären, aufklären, aufklären!
Den Leuten bewusst machen, wohin es führt, wenn sie DEN Hund jetzt nehmen.
Was ist für dich denn "private" und was "kommerzielle" Vermehrung? Geld bringen auch die Würfe von "Ups, da ist meine Hündin wohl bei ihrem Spaziergang alleine durch Dorf gedeckt worden" und erst recht die "Oh, meine wunderschöne, tolle Hündin mit dem stattlichen Rüden von nebenan.. DAS gibt sicher tolle Welpen!". Wären diese also auch direkt kommerziell? Aber was bleibt dann als "private Vermehrung"?
Im Endeffekt ist es einfach so, dass jede Schwelle die einen solchen Wurf erschwert, die Chance verringert, dass es einen eben solchen gibt. Fehlende Abnehmer, damit verbundene Kosten, Arbeit, Mühe, Zeit und bei Handlungen gegen das Gesetz auch die Risiken. Das sind alles Schwellen die helfen. Nimmt man einen solchen Welpen ab, bezahlt eventuell sogar noch dafür, nimmt man nicht nur die Schwelle weg, man rollt auch noch den roten Teppich aus.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Worauf ich hinaus will, ist, dass ein großer Zuchtverein wie der AdRK den von dir als seriös genannten Punkt schon nicht erfüllt. Nicht nach meiner Erfahrung. Mich hat es sehr abgeschreckt, dass weder auf meine Anfrage richtig eingegangen wurde, noch dass mir Alternativen genannt wurden. Dass bei einem Züchter über 1000€ hingelegt werden, war mir bewusst. Aber das die eigenen Tiere wie Ramsch an den nächstbesten abgegeben werden ( die zurückgegebene Junghündin), dass war mir bis dahin unbekannt.

Was deinen späteren Punkt angeht, dass die Menschheit nur bei seriösen Züchtern kaufen sollte, weil dann die Tiere im TH weniger werden, sehe ich definitiv anders. Es sind nicht nur Mischlinge, die im TH landen. Und die Erfahrung mit dem zurück gegebenen Zuchthund und der gewissenhaften Auswahl des Züchters für den neuen Besitzer. ... wie gesagt, da habe ich nun andere Erfahrungen gesammelt mit einem Zuchtwart.

Das möchte ich damit sagen.

Der Verein sagt mir ehrlich gesagt nichts. Ich nehme an, dass es ein Unterverein vom VDH?
Wie mehrfach gesagt ist für mich VDH nicht automatisch gleich seriös, genauso wie außerhalb des VDH nicht gleich unseriös bedeutet und selbst bestimmte Mischlingszuchten sehe ich positiver als manche Rassehundezucht.

Natürlich landen auch mal "Rassehunde" im Tierheim. Ich habe auch niemals behauptet, dass es nur Mischlinge wären. Ein seriöser Züchter züchtet aber nur, wenn er weiß, dass er die Welpen alle los wird und er nimmt sie zurück, sollte es Probleme geben. Sprich: Dieser Hund wird nicht im Tierheim landen.
"Rassehund" sein alleine reicht nicht, um einen Hund vor dem Tierheim zu schützen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele "Rassehunde" eigentlich vom Vermehrer kommen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #30
Man muss sich auch mal überlegen, was das für das Genom der Hunde bedeuten würde, wenn man das Entstehen von Mischlingen einfach irgendwie dauerhaft verhindern würde.
Aus genetischer Sicht ist die anhaltende Isolation von "Rassen" nämlich eine absolute (gesundheitliche) Katastrophe.
Durch die Isolierung von einzelnen "Rassen" nimmt die genetische Diversität immerhalb einer Gruppe immer weiter ab und die Zahl an rassetypischen Krankheiten würde wahrscheinlich irgendwann explodieren.
Um das zu verhindern braucht es früher oder später die Einkreuzung von frischem Blut (und im besten Fall nicht nur von einem Hund der gleichen Rasse (also des gleichen genetischen Ursprungs) der nur zufällig 300km weiter wohnt).

Aber auch mal ganz ab vom Problem des genetischen Flaschenhalses welches bei Zucht immer einen nicht zu vernachlässigenden Faktor darstellt (und wenn es ignoriert wird zu jenen Problemen der vielen Rassekrankheiten führt wie wir sie ja heute schon zu Hauf haben bei den einzelnen Rassehunden), stellt sich mir die Frage:
"Was ist mit den Menschen, die einfach gerne Mischlinge mögen?"

Ich selber z.B. sehe mich als ausgesprochnen Mischlingsfan. Und auch ich möchte ja vielleicht irgendwann mal wieder einen Hund haben. Wenn ich Wert auf einen best möglich sozialisierten Mischling lege, der noch nicht durch x Hände gegangen ist und den ich am besten schon dann aussuchen und sehen kann wenn er noch bei der Mutter ist, dann wären für mich "ups" Würfe von Leuten die hinterher versuchen das Beste aus der Sache zu machen doch sicherlich die erste Anlaufstelle.
Ich denke auch nicht, dass dies irgendwie moralisch falsch ist.

Auch was gesundheitliche Aspekte angeht denke ich nicht, dass man mit einem Mischling "schlechter fährt", natürlich kann man einen sehr anfälligen Hund bekommen, genauso gibt es aber auch jede Menge Rassen die im Grunde schon mit Ansage später gesundheitliche Probleme bekommen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #31
Ich möchte nur nochmal kurz was aufgreifen, falls sich das auch teilweise auf mich bezog bzw. in meinem Post nicht klar wurde:

Alle wissen immer so genau, dass das passiert.. da muss ich mich wirklich fragen: Wenn es so sicher ist und/oder der Bauer es selber sagt (bezieht sich auf den Post direkt über mir), warum zeigt man ihn dann nicht an? Davon ganz abgesehen schrieb ich oben auch schon mehrfach, dass Mitleid dort aber leider nicht hilft, bzw. natürlich hilft man DEM Welpen, der vor einem sitzt damit, aber man unterstützt mit der Abnahme nun mal das System, egal ob es nun angebliche "Ups-Würfe" sind, oder Vermehrerwelpen. Bei Vermehrerwelpen ist allen klar (zumindest wenn man darüber nachdenkt), dass die Welpen getötet werden, wenn sie nicht weggehen und trotzdem haben mittlerweile zum Glück genug Menschen den Verstand "NEIN" zu sagen, weil es nun mal nichts bringt DEN Welpen zu retten, wenn nur deswegen eben ein neuer Welpe produziert wird, der dann wieder DER Welpe ist...

Zum Töten: Bei mir direkt habe ich nix mitbekommen. Ich kenne es nur hin und wieder von Zeitungsberichten, wo doch mal einer erwischt oder angezeigt wird, oder eben durch Leute aus wirklichen Dörfern. Da bekommst du das dann aber auch nur über drei Ecken erzählt und kannst a) damit nicht zur Polizei rennen und b) nicht einmal wissen, ob es stimmt. Trotzdem würde ich nicht davon ausgehen, dass das nirgends mehr gemacht wird. Und wer auf dem Land lebt kennt das alte Problem: WISSEN tun es immer viele, aber anzeigen will es keiner. Denn auch das weiß dann das ganze Dorf.

Zum Mitleid: Unter keinen Umständen würde ich ein Tier aus Mitleid nehmen. Es gibt viele, mit denen man Mitleid haben kann, aber das sollte nie der Grund sein, ein Tier aufzunehmen. Ich hab mit dem Tier beim Bauern auch nicht mehr oder weniger Mitleid als mit dem im Ausland oder im Tierheim. Von daher spielt das für mich keine Rolle und hat auch keinen Einfluss darauf, wenn ich den ein oder anderen Bauern – oder den, der von dort einen Hund nimmt – verteidige. Mir geht es viel mehr um die Frage, wie unseriös der Bauer/Privatmensch denn wirklich ist (dass er es sein kann habe ich ja nie abgestritten), und ob ich was ändere, wenn ich den Hund nicht von dort nehme. Bzw. ob es bei tatsächlichen Ups-Würfen denn wirklich eine Rolle spielt.

Du schreibst, dass man damit Tür und Tor für Wiederholung öffnet. Daran zweifle ich aber nach wie vor. Dass ein Vermehrer der Welpenmafia bei zu wenig Absatz irgendwann nicht mehr vermehrt erscheint mir logisch. Der will Geld machen, macht er keines, ist das Ding gelaufen. Aber der Privatmensch mit einem Ausnahme-Wurf ist schlimmstenfalls gleichgültig. Wie gesagt, die Welpen werden oft verschenkt oder für einen Apfel und ein Ei weggegeben. Was hat der denn davon, den Hund erneut decken zu lassen? Oder er ist eben so gleichgültig, dass er das immer wieder geschehen lässt und sich um die Welpen nie kümmert. Dann wäre es aber nach wie vor meine Meinung, dass es sowieso keinen Unterschied macht. Der passt beim nächsten Mal dann auch nicht auf, nur weil vom letzten Wurf noch drei Welpen über sind.


Tiere aus dem Ausland her holen folgt übrigens genau dem selben Prinzip wie auch die Untersützung von Vermehrern oder angeblichen UPS-Würfen. Machst du einen Platz frei, sorgst du nur dafür, dass er direkt von selber Stelle wieder gefüllt wird. Wir haben dazu auch irgendwo einen extra Thread gehabt (Straßenhunde vermehren sich anhand des vorhandenen Platz- und Futterangebotes).
Ich weiß gerade leider nicht, welchen Thread du meinst.
Aber das ist für mich auch sowas, was irgendwie nie belegt wurde und vermutlich auch nicht belegt werden kann. Dann könnte ich ja genauso gut sagen, dass für jeden Hund aus einem deutschen Tierheim einer nachkommt. Die werden ja auch nicht weniger voll. Es kann in keinem Fall die Lösung sein, einfach nur Hunde herzuschiffen. Aber nicht jeder Hund aus dem Ausland kommt automatisch vom Vermehrer und hat zwei weitere hinter sich sitzen, die dann seinen Platz einnehmen.

Wo wir eben wieder bei dem Punkt sind: Man unterstützt mit der Abnahme (auch der kostenlosen!) das System und sorgt für weitere solcher Würfe!
Wobei ich das wieder anders sehe, wenn wir hier wirklich von jemandem sprechen, der keinerlei Geld oder Arbeit in die Aufzucht der Welpen steckt. Das wäre dann so oder so eine Stelle (egal ob absichtlich vermehrt oder nicht), bei der man niemals einen Hund holen sollte, weil er krank und schlecht sozialisiert sein wird. Das hat dann für mich aber auch nichts mehr mit dem Gedanken hinter der Vermehrung zu tun. Da sind die Welpen einfach schlecht aufgezogen, also ist das Thema durch.

Mir ging es ja eher um Welpen privater Anbieter, die eben durchaus gut aufgezogen sind. Ich hab manchmal den Eindruck, dass bei Hund von privat sofort davon ausgegangen wird, dass der ein schlecht sozialisiertes Nervenbündel ist. Aber nicht jeder, der privat mal einen Wurf hat (und das wirklich unabsichtlich) kümmert sich nicht. Und da ich bei Ups-Würfen eben wirklich nicht unbedingt die Gefahr sehe, dass die Person als nächstes eine Welpenmafia aufmacht, weil sie einmal alle Welpen los wird, finde ich das nicht so verwerflich, wie es andere scheinbar tun. Wenn man dem falschen Züchter oder Tierschutzverein Geld in den Rachen wirft richtet man u.U. sogar mehr Schaden an, wenn der dann losgeht und kranke Tiere an unwissende Leute vermittelt oder die Zucht kranker, aber optisch schöner Tiere fördert.

Ich finde es einfach schade, dass es hier ab und an diese Einteilung gibt: Züchter gut, Tierschutz gut, Privatmensch böse. Meiner Meinung nach kann ich bei jeder dieser Stellen eine seriöse oder eine unseriöse Aufzucht vorfinden. Und 100% unterstützendswert finde ich keine dieser Stellen. Ich bin inzwischen von allen Seiten immer wieder enttäuscht worden (man hört und liest ja doch das ein oder andere), sodass ich inzwischen dazu geneigt bin, immer nur den Einzelfall zu betrachten und mir nur aufgrund von Züchter/TS/Privatmensch erst einmal gar kein Urteil zu bilden. Wirklich wünschenswert wäre meiner Meinung nach sowieso, dass jeder, der einen Wurf hat oder plant, kontrolliert wird und dafür zu sorgen hat, dass die Tiere möglichst gut aufwachsen. Das würde für mich erstmal an erster Stelle stehen, bevor ich mir Gedanken darüber mache, ob ich das, wofür die Einzelperson steht, im Ganzen unterstützen möchte oder nicht. Allerdings ist es wohl utopisch zu hoffen, dass das jemals eintreten wird.

Was den Rest angeht – insbesondere die »Ausrottung der Mischlinge« als Ziel – kann ich mich Kompassqualle nur anschließen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #32
Wie ich schon schrieb, bin ich da durchaus bei dir. Hat aber mit dem Thema nichts zutun. Man kann auch gezielt, mit entsprechenden Untersuchungen und Zuchtgedanken, mit Planung, erst mit entsprechenden Abnehmern, mit Notfall-Abnahme etc. Mischline züchten. Ich kenne da einige sehr gute Züchter dahingehend. Warum man deswegen also Ups-Würfe etc. unterstützen muss, sehe ich nicht. Ebenso gibt es ja das Tierheim, wo auch genug warten.
 
  • Hunde von privat Beitrag #33
Woher kommen denn die Hunde aus dem Tierheim? Nicht von Züchtern, die nur auf Nachfrage züchten und ihre Hunde im Notfall zurück nehmen!

Also ich habe auf diversen Tierheim- und Tierschutzseiten schon oft genug reinrassige Hunde gesehen. Ganz zu schweigen von den vielen Orgas, die sich speziell um eine Rasse kümmern, z.B. "Retriever in Not", "Setterburg", etc. - Ok, ich sehe gerade in einem anderen Beitrag, das war offenbar anders gemeint.

Wichtig ist aber zu verstehen, dass eine seriöse Zucht zu unterstützen im Endeffekt zu weniger Hunden in Tierheimen führt.

Ähm, nein? Schließlich ist ein gezüchteter Hund auch nicht davor gefeit, aus irgendwelchen Gründen sein Zuhause zu verlieren: Umzug, Scheidung, Baby, teure Krankheit, überforderte Besitzer etc. Und wie schnell Züchter überfordert wären, bzw. streiken würden, wenn sie jeden ihrer Hunde auch wieder zurücknehmen würden/müssten...

aber dein eigener Egoismus steht da nun mal dem (in meinen Augen) seriösen Züchter im Weg

Aber ist Zucht per se nicht purer menschlicher Egoismus!? Der Mensch will ja schließlich eine ganz bestimmte Eigenschaft haben. Ob das für den Hund gut ist, ist nebensächlich (vgl. Nackt- und Faltenhunde, Dackel mit zu kurzen Beinen, Rassehunde, die mit 5 Jahren schon rassetypische Arthrose bekommen). Ein Hund braucht keine Zucht.

Klar kann man sich hinstellen und sagen, dass man gerne einen Straßenhund aus dem Ausland haben möchte. Das geht genauso wie auch bei den Welpen aus dem Kofferraum. Man hat damit auch DEM Hund geholfen. Man hat damit aber auch automatisch dafür gesorgt, dass wieder einer nach kommt und das System so erhalten bleibt.

Naja, es gibt ja nicht nur Straßenhunde aus dem Ausland (sh. mein Bsp.). Die Vermittlung von Straßenhunden sehe ich mittlerweile auch sehr kritisch, da die Hunde eben auf der Straße aufgewachsen sind und dieses Leben kennen und ich mich frage, inwiefern man diesen Hunden wirklich einen Gefallen damit tut, sie nach D zu vermitteln, wo die neuen Besitzer oft auf vielfältige Probleme stoßen und viele Besitzer oft ganz schnell die Segel streichen und den Hund lieber wieder abgeben. Das die Vermittlung das System unterstützt sehe ich aber ebenfalls anders: Wie gesagt ändert es nichts, weder positiv noch negativ. Der Tierschutz muss vor Ort aufgebaut werden, nur vor Ort kann man etwas ändern und die Zahl der Straßenhunde langsam vermindern. Jedes der betroffenen Länder muss selbst (u.U. mit externer Unterstützung) einen Weg finden, dieses Problem langfristig zu lösen.

Es ist schlicht und einfach logisch, dass jemand keine Welpen mehr produziert, der damit am Ende nur Kosten hat.. genauso wie jemand eher aufpasst, wenn es Kosten verursacht, als wenn er damit auch noch Gewinn macht.

Klar ist das logisch, nur leider reicht die Menge der Leute, die sich über solche produzierten Welpen Gedanken machen, noch lange nicht aus, um die "Produktion" einzustellen. Meiner Meinung wird sie nie ausreichen. Das meinte ich mit Optimismus.

Für Kastration pro- und kontra kannst du ja mal ein paar Themen durchlesen.
Hier mal etwas aktuelles von einem Tierarzt, der das Thema und den Wandel darum meiner Meinung nach schön zusammengefasst hat:

Die Diskussion zum Thema hier im Forum habe ich verfolgt und auch selbst mal gegoogelt. Mein Blick darauf hat sich dadurch sensibilisiert, aber dennoch hat beides Vor- und Nachteile. Und manche Nachteile der Kastration sind vermeidbar (Fettleibigkeit), bzw. liegt im Auge des Betrachters (Babyfell). Meine Hündin ist mittlerweile 11, hat Idealgewicht und war bisher immer sehr gesund. Mittlerweile hat sie Herzprobleme. Kommt das von der Kastration oder nur vom hohen Alter? Keine Ahnung. Ist sie Zeit ihres Lebens so wuselig und quirlig und wird oft jünger geschätzt als sie ist, wegen der Kastration? Gut möglich, werde ich aber nie wissen. Ab einem bestimmten Alter kommt einfach irgendein Wehwehchen, irgendeine Krankheit. Ob mit oder ohne Kastration. Als meine Hündin zum ersten Mal läufig wurde, waren wir auf einem Campingplatz. Dort gab es einen unkastrierten Rüden, freilaufend, der sich auf meine Hündin gestürzt hat. Zum Glück wiegt sie nur 9kg und ich konnte sie auf den Arm nehmen. Dafür hat sich der Rüde (Retriever) mein Bein vorgenommen. Wäre meine Hündin nun auch Retrievergröße gewesen: Wie hätte ich das Ungewollte vermeiden können? Höschen für meine Hündin?? Danke aber für den Link. Konnte ihn zunächst nur überfliegen. Mich würde aber interessieren, wie der TA zum Thema Kastration bei Katzen denkt. Aber lassen wir dieses Thema ;)

Was ist für dich denn "private" und was "kommerzielle" Vermehrung?

Privat: hausgemachter Unfall, weil die Besitzer nicht aufgepasst haben oder nichts dagegen hatten, nicht zwingendermaßen Geldmacherei.
Kommerziell: Kofferraum-Welpen aus dem Osten von "Vermehrern", die "züchten", um mit den süßen Welpen Geld zu machen und wahrscheinlich so ihren Unterhalt verdienen wollen.

Ich will jetzt auch nicht die Züchter verteufeln, aber wenn man so sieht, welch bizarre Züge dies zum Teil annimmt... Ich denke einfach, es muss beides geben, also auch Mischlinge. Nicht zu unrecht sagt man diesen ja oft nach, dass sie robuster seien.

Dann stellt sich auch die Frage, ob es wirklich zu viele Hunde sind? Ja, wahrscheinlich. Aber es ist zum Teil auch wie so oft in dieser Welt: Der Mensch beansprucht allen Platz, will alles nach seinen Wünschen kontrollieren und regulieren und da werden Hund, Katze und Co, die nicht so funktionieren, wie Mensch will, und Wildtiere, die in die Siedlungen ausweichen, eben schnell zum Problem. :(
 
  • Hunde von privat Beitrag #34
Zum Töten: Bei mir direkt habe ich nix mitbekommen. Ich kenne es nur hin und wieder von Zeitungsberichten, wo doch mal einer erwischt oder angezeigt wird, oder eben durch Leute aus wirklichen Dörfern. Da bekommst du das dann aber auch nur über drei Ecken erzählt und kannst a) damit nicht zur Polizei rennen und b) nicht einmal wissen, ob es stimmt. Trotzdem würde ich nicht davon ausgehen, dass das nirgends mehr gemacht wird. Und wer auf dem Land lebt kennt das alte Problem: WISSEN tun es immer viele, aber anzeigen will es keiner. Denn auch das weiß dann das ganze Dorf.
Wie gesagt ist das Beste was man da machen kann "Schwierigkeiten" vor Ort, bei der Person. Einfach in Kontakt treten, offen darauf ansprechen, die hohen Strafen vor Augen führen, regelmäßig erkundigen etc.

Zum Mitleid: Unter keinen Umständen würde ich ein Tier aus Mitleid nehmen. Es gibt viele, mit denen man Mitleid haben kann, aber das sollte nie der Grund sein, ein Tier aufzunehmen. Ich hab mit dem Tier beim Bauern auch nicht mehr oder weniger Mitleid als mit dem im Ausland oder im Tierheim. Von daher spielt das für mich keine Rolle und hat auch keinen Einfluss darauf, wenn ich den ein oder anderen Bauern – oder den, der von dort einen Hund nimmt – verteidige. Mir geht es viel mehr um die Frage, wie unseriös der Bauer/Privatmensch denn wirklich ist (dass er es sein kann habe ich ja nie abgestritten), und ob ich was ändere, wenn ich den Hund nicht von dort nehme. Bzw. ob es bei tatsächlichen Ups-Würfen denn wirklich eine Rolle spielt.


Du schreibst, dass man damit Tür und Tor für Wiederholung öffnet. Daran zweifle ich aber nach wie vor. Dass ein Vermehrer der Welpenmafia bei zu wenig Absatz irgendwann nicht mehr vermehrt erscheint mir logisch. Der will Geld machen, macht er keines, ist das Ding gelaufen. Aber der Privatmensch mit einem Ausnahme-Wurf ist schlimmstenfalls gleichgültig. Wie gesagt, die Welpen werden oft verschenkt oder für einen Apfel und ein Ei weggegeben. Was hat der denn davon, den Hund erneut decken zu lassen? Oder er ist eben so gleichgültig, dass er das immer wieder geschehen lässt und sich um die Welpen nie kümmert. Dann wäre es aber nach wie vor meine Meinung, dass es sowieso keinen Unterschied macht. Der passt beim nächsten Mal dann auch nicht auf, nur weil vom letzten Wurf noch drei Welpen über sind.

Ich hatte es mittlerweile schon mehrfach ausgeführt.
Je mehr Hindernisse und negative Aspekte ein solcher Wurf mitbringt, desto weniger wird es geben. Das ist kein Optimismus, keine "Meinung", das ist einfach nur Logik. Genaue Ausführungen mit Beispielen aller "Kategorien" (von "Ups, nicht aufgepasst", über "Ist mir egal", bis hin zu "Gibt sicher tolle Welpen!") habe ich oben mehrfach geschrieben.

Ich weiß gerade leider nicht, welchen Thread du meinst.
Aber das ist für mich auch sowas, was irgendwie nie belegt wurde und vermutlich auch nicht belegt werden kann. Dann könnte ich ja genauso gut sagen, dass für jeden Hund aus einem deutschen Tierheim einer nachkommt. Die werden ja auch nicht weniger voll. Es kann in keinem Fall die Lösung sein, einfach nur Hunde herzuschiffen. Aber nicht jeder Hund aus dem Ausland kommt automatisch vom Vermehrer und hat zwei weitere hinter sich sitzen, die dann seinen Platz einnehmen.
Phu.. das war einer, bei dem gefragt wurde wie man Hunden im Ausland helfen kann. Es ging dort eben vor allem auch darum, dass sich die Population von Straßenhunden nach vorhandenem Platz und Nahrung richtet. Bedeutet: Gibt es zu wenig Nahrung und zu wenig Platz, dann gibt es weniger Welpen. Die Wurfstärke, wie auch die Fruchtbarkeit hängen in direktem Zusammenhang zur Umwelt. Straßenhunde von der Straße weg zu nehmen führt also nur dazu, dass wieder mehr Platz für neue Hunde vorhanden ist, die dementsprechend auch "produziert" werden - in dem Fall von den Hunden selbst.
Von Vermehrerhunden aus dem Ausland sprach ich also gar nicht.

Wobei ich das wieder anders sehe, wenn wir hier wirklich von jemandem sprechen, der keinerlei Geld oder Arbeit in die Aufzucht der Welpen steckt. Das wäre dann so oder so eine Stelle (egal ob absichtlich vermehrt oder nicht), bei der man niemals einen Hund holen sollte, weil er krank und schlecht sozialisiert sein wird. Das hat dann für mich aber auch nichts mehr mit dem Gedanken hinter der Vermehrung zu tun. Da sind die Welpen einfach schlecht aufgezogen, also ist das Thema durch.
Das kommt natürlich noch dazu, aber nicht alle sind "immun" gegen ihr Mitleid in solchen Fällen. Wie gesagt: Je mehr Hindernisse, desto weniger Würfe. Je weniger Hindernisse - ja teilweise sogar "Belohnungen" - desto mehr solcher Würfe. Da ist es egal, ob wir von jemandem reden, der nur nicht aufpasst, oder von jemandem, der Geld damit machen möchte. Sind die Hindernisse zu groß (was natürlich individuell ist, aber jedes Hindernis ist natürlich besser als es auch noch zu unterstützen!) wird der eine mehr aufpassen und der andere es auch nicht mehr geplant machen.

Mir ging es ja eher um Welpen privater Anbieter, die eben durchaus gut aufgezogen sind. Ich hab manchmal den Eindruck, dass bei Hund von privat sofort davon ausgegangen wird, dass der ein schlecht sozialisiertes Nervenbündel ist. Aber nicht jeder, der privat mal einen Wurf hat (und das wirklich unabsichtlich) kümmert sich nicht. Und da ich bei Ups-Würfen eben wirklich nicht unbedingt die Gefahr sehe, dass die Person als nächstes eine Welpenmafia aufmacht, weil sie einmal alle Welpen los wird, finde ich das nicht so verwerflich, wie es andere scheinbar tun. Wenn man dem falschen Züchter oder Tierschutzverein Geld in den Rachen wirft richtet man u.U. sogar mehr Schaden an, wenn der dann losgeht und kranke Tiere an unwissende Leute vermittelt oder die Zucht kranker, aber optisch schöner Tiere fördert.
Natürlich gibt es bei Vereinen und Züchtern auch unseriöse, die man nicht unterstützen sollte und bei Privatleuten auch wirklich welche, die tatsächlich einen "echten" Ups-Wurf haben. Das schrieb ich glaub beides schon im ersten oder zweiten Beitrag hier.
Für mich ist es aber nun mal kein Ups-Wurf mehr, wenn ich auf meinen Hund nicht aufpassen, ja sogar teilweise einfach frei im Dorf herumspazieren lasse. Da hat einfach jemand nicht aufgepasst, egal ob das Ziel nun Welpen waren, oder ob sie "unabsichtlich" entstanden sind. Natürlich wird es dann auch welche geben die sich daraufhin sagen "Oh Mist! Mein Hund kann ja Welpen bekommen! Ich pass jetzt mal besser auf bzw. kastriere sie!" und es passiert nie wieder. Allerdings braucht man dafür dann tatsächlich eine große Portion Optimismus! In den meisten Fällen, wenn alles so wunderbar funktioniert und am Ende sogar noch Geld reinkommt, werden die Leute danach nicht besser aufpassen, sondern sich eher sagen "War doch nicht schlimm, darf gerne mal wieder passieren!". Ich unterstelle den Leuten ja nicht, dass sie dann Blut geleckt haben und plötzlich in die Vermehrerei einsteigen, aber es wird eben keine "schlimme" Erfahrung sein, die man am Besten nicht wiederholt, sondern eine "tolle" Erfahrung, die man gerne wieder macht.



Ich finde es einfach schade, dass es hier ab und an diese Einteilung gibt: Züchter gut, Tierschutz gut, Privatmensch böse. Meiner Meinung nach kann ich bei jeder dieser Stellen eine seriöse oder eine unseriöse Aufzucht vorfinden. Und 100% unterstützendswert finde ich keine dieser Stellen. Ich bin inzwischen von allen Seiten immer wieder enttäuscht worden (man hört und liest ja doch das ein oder andere), sodass ich inzwischen dazu geneigt bin, immer nur den Einzelfall zu betrachten und mir nur aufgrund von Züchter/TS/Privatmensch erst einmal gar kein Urteil zu bilden. Wirklich wünschenswert wäre meiner Meinung nach sowieso, dass jeder, der einen Wurf hat oder plant, kontrolliert wird und dafür zu sorgen hat, dass die Tiere möglichst gut aufwachsen. Das würde für mich erstmal an erster Stelle stehen, bevor ich mir Gedanken darüber mache, ob ich das, wofür die Einzelperson steht, im Ganzen unterstützen möchte oder nicht. Allerdings ist es wohl utopisch zu hoffen, dass das jemals eintreten wird.
Es geht ja nicht nur um die Aufzucht, sondern auch um die Zuchtgedanken und Untersuchungen im Vorfeld. Das erfordert nun mal eine Zucht bzw. damit eben Züchter. Da kann man noch so oft das Märchen vom gesunden Mischling verbreiten (was im Endeffekt einfach nur an falscher Auslesung von Statistiken liegt - es gibt sehr kranke und kurzlebige, sehr große und kleine Rassen und Mischlinge liegen automatisch im Mittelfeld. Das führt dazu, dass Mischlinge z.B. als langlebiger bezeichnet werden, wobei sie es natürlich nur im Vergleich zu bestimmten Rassen sind, im Vergleich zu anderen wieder kurzlebiger!), wenn die Untersuchungen fehlen kann das schlimme Folgen haben (z.B. Doppel-Merle, Doppel-DM etc.).
Sind entsprechende Zuchtgedanken, Untersuchungen, Wissen um Genetik, Aufzucht, Sorgfalt und Führsorge vorhanden, dann habe ich auch absolut gar nichts gegen "Privatleute". Diese "Privatleute" sind für mich dann gute Züchter. ;)
Wenn da aber jemand nur Nachbars Rüde auf seine Hündin aufspringen lässt, weil beide so "tolle Hunde" sind und so "gesund wirken", dann ist das für mich nichts, was ich unterstützen würde. Ganz egal wie toll sie die Welpen dann sozialisieren, wie sauber und ordentlich ihre Wohnung aussieht und wie nett und freundlich sie wirken...

Was den Rest angeht – insbesondere die »Ausrottung der Mischlinge« als Ziel – kann ich mich Kompassqualle nur anschließen.
Wie gesagt.. ICH bin bestimmt niemand, der Mischlinge ausrotten möchte! Ich weiß auch gar nicht, wie und warum das in Zusammenhang gebracht wird, obwohl ich es von Anfang an jedes mal erwähnt habe, dass es nichts mit irgendwelchen Vereinen oder Rassehunden zutun hat.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Also ich habe auf diversen Tierheim- und Tierschutzseiten schon oft genug reinrassige Hunde gesehen. Ganz zu schweigen von den vielen Orgas, die sich speziell um eine Rasse kümmern, z.B. "Retriever in Not", "Setterburg", etc. - Ok, ich sehe gerade in einem anderen Beitrag, das war offenbar anders gemeint.
Wie du schon gesehen hast, hast du meine Aussage da wohl falsch verstanden.

Ähm, nein? Schließlich ist ein gezüchteter Hund auch nicht davor gefeit, aus irgendwelchen Gründen sein Zuhause zu verlieren: Umzug, Scheidung, Baby, teure Krankheit, überforderte Besitzer etc. Und wie schnell Züchter überfordert wären, bzw. streiken würden, wenn sie jeden ihrer Hunde auch wieder zurücknehmen würden/müssten...
Ähm, doch?
Ein Hund, der nur mit entsprechender Nachfrage gezüchtet wurde und der im Notfall zum Züchter zurück geht (und dort neu vermittelt wird), landet nicht im Tierheim. Ich kenne SEHR VIELE Züchter die das so handhaben und keiner von ihnen war jemals damit überfordert. Generell gehen nur sehr wenige dieser Hunde zurück. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die Leute einen Hund für 1200 Euro überlegter kaufen, als jemand der den Hund von nebenan für 20 Euro mitnimmt.

Aber ist Zucht per se nicht purer menschlicher Egoismus!? Der Mensch will ja schließlich eine ganz bestimmte Eigenschaft haben. Ob das für den Hund gut ist, ist nebensächlich (vgl. Nackt- und Faltenhunde, Dackel mit zu kurzen Beinen, Rassehunde, die mit 5 Jahren schon rassetypische Arthrose bekommen). Ein Hund braucht keine Zucht.
Natürlich ist Hundezucht purer Egoismus. Die Frage ist nur, wie weit man es mit seinem Egoismus treibt. Fördere ich damit eine seriöse Zucht, dann finde ich meinen Egoismus in Ordnung. Will ich nur schnell einen Welpen, das möglichst billig und nicht weit weg, hole daraufhin den Welpen vom Hinterhof um die Ecke oder vom Kofferraum des Autos, was sogar vor meine Haustür fährt, dann schadet mein Egoismus einfach um einiges mehr. Genauso in meinen Augen auch, wenn man unbedingt einen Hund möchte, der unter die Kategorie "Qualzucht" fällt... aber das schrieb ich ja auch schon


Klar ist das logisch, nur leider reicht die Menge der Leute, die sich über solche produzierten Welpen Gedanken machen, noch lange nicht aus, um die "Produktion" einzustellen. Meiner Meinung wird sie nie ausreichen. Das meinte ich mit Optimismus.
Deswegen hilft ja Aufklärung. Ich denke auch, dass es immer Käufer für solche Welpen geben wird. Das heißt aber nicht, dass ICH einer davon sein muss. Jeder Käufer, der nicht dort kauft, hat schon geholfen. Das schöne an dem System ist nämlich, dass es ja schon positiv ist, wenn es weniger gibt. Gar keine ist natürlich utopisch, aber je weniger, desto besser, oder?

Privat: hausgemachter Unfall, weil die Besitzer nicht aufgepasst haben oder nichts dagegen hatten, nicht zwingendermaßen Geldmacherei.
Kommerziell: Kofferraum-Welpen aus dem Osten von "Vermehrern", die "züchten", um mit den süßen Welpen Geld zu machen und wahrscheinlich so ihren Unterhalt verdienen wollen.
Ich empfinde die Kofferraum-Welpen auch als wesentlich "schlimmer dran", als Welpen die hier in einem "Ups-Wurf" entstehen. Unterstützen würde ich trotzdem keines von beiden.

Ich will jetzt auch nicht die Züchter verteufeln, aber wenn man so sieht, welch bizarre Züge dies zum Teil annimmt... Ich denke einfach, es muss beides geben, also auch Mischlinge. Nicht zu unrecht sagt man diesen ja oft nach, dass sie robuster seien.
Wie mehrfach gesagt.. ich habe absolut nichts gegen Mischlinge.
 
  • Hunde von privat Beitrag #35
Es geht ja nicht nur um die Aufzucht, sondern auch um die Zuchtgedanken und Untersuchungen im Vorfeld. Das erfordert nun mal eine Zucht bzw. damit eben Züchter. Da kann man noch so oft das Märchen vom gesunden Mischling verbreiten (was im Endeffekt einfach nur an falscher Auslesung von Statistiken liegt - es gibt sehr kranke und kurzlebige, sehr große und kleine Rassen und Mischlinge liegen automatisch im Mittelfeld. Das führt dazu, dass Mischlinge z.B. als langlebiger bezeichnet werden, wobei sie es natürlich nur im Vergleich zu bestimmten Rassen sind, im Vergleich zu anderen wieder kurzlebiger!), wenn die Untersuchungen fehlen kann das schlimme Folgen haben (z.B. Doppel-Merle, Doppel-DM etc.).
Sind entsprechende Zuchtgedanken, Untersuchungen, Wissen um Genetik, Aufzucht, Sorgfalt und Führsorge vorhanden, dann habe ich auch absolut gar nichts gegen "Privatleute". Diese "Privatleute" sind für mich dann gute Züchter. ;)
Wenn da aber jemand nur Nachbars Rüde auf seine Hündin aufspringen lässt, weil beide so "tolle Hunde" sind und so "gesund wirken", dann ist das für mich nichts, was ich unterstützen würde. Ganz egal wie toll sie die Welpen dann sozialisieren, wie sauber und ordentlich ihre Wohnung aussieht und wie nett und freundlich sie wirken...

Natürlich können bei einer Verpaarung ohne Kenntnis der Genetik der Elterntiere spontan ungewollte Erbkrankheiten auftreten, weswegen es natürlich auch kranke Mischlinge gibt.

Eine absichtliche, genetische Isolation zur Herauszüchtung bestimmter Merkmale birgt aber auf lange Sicht und egal bei welcher Sorgfalt immer einen ansteigenden Inzuchtskoeffizenten und einen unweigerlich entstehenden genetischen Flaschenhals.
Darausfolgt, dass man nur so-und-so lange eine "reine" Linie züchten kann bevor es zu Problemen in der Genetik kommt, vor allem bei der Rassezucht wie sie es bei Hunden betrieben wird, wo ganze Rassen auf nur zwei Ausgangshunde zurückgehen, die Anforderungen auch an den Phänotyp häufig sehr eng sind und ein prämierter Rüde potenziell tausendfach sein Genom vererbt.

Rassezucht an sich ist machbar und auch vorteilhaft bis zu einem gewissen Grad, auf Dauer und über viele Generationen stellen sich jedoch immer Probleme ein.

In der Pflanzenzucht züchtet man deswegen absichtlich Hybriden um die Diversität des Genoms zu erhöhen und die Pflanzen (z.B. Getreidesorten) auf lange Sicht ertragreich zu halten.

Auch in der Hundezucht wären solche Einkreuzungen nötig um die "rassetypischen Krankheiten" zu verhindern.
Leider widerspricht diese simple Biologie der Eitelkeit der meisten Zuchtvereine (wo ich mich dann schon frage warum man sich überhaupt Gedanken um die Genetik (der Farben z.B.) machen soll, wenn man doch schon die Grundlagen weitestgehend ignoriert) und so haben wir heute eine ganze Reihe kranker, "überzüchteter" Rassen (wohlgemerkt die meisten davon unterliegen kaum einer längeren Reinzucht als etwa 100 Jahre, dennoch ist im Grunde das "Ende der Fahnenstange" schon erreicht).

Versteht mich nicht falsch, Rassezucht ist auch immer Leistungszucht und im Sinne der Nutzbarkeit der Tiere durchaus sinnvoll, auch die Gesunderhaltung kann durch Rassezucht gefördert werden, allerdings sollte man mit Einkreuzungen großzügiger sein, wenn man nicht ein möchte, dass das Genom langsam aber sicher verarmt.
Leider ist dies den meisten Zuchtvereinen vollkommen egal, für sie wäre es reinste Blasphemie wenn auch nur hin und wieder ein Hybridwurf mit in die Zucht einfließen würde...und hier hört für mich eben das Verständnis um Biologie und Genetik auf und fängt menschliche Eitelkeit (zu Ungunsten des Tieres) an.

Und solange die Vereine da so verbohrt sind ist es vielleicht ein Segen, dass es die wilde Mischlingszucht noch gibt, damit das Genom des Hundes lebendig und (hoffentlich) gesund bleibt.
 
  • Hunde von privat Beitrag #36
Kompass, ich kann mich nur wiederholen: Ich bin da voll bei dir!
Was ich nur nicht verstehe ist, was das mit dem Thema zutun hat.

Für mich kann ein seriöser Züchter auch Mischlinge züchten. Das erfordert natürlich nochmal um einiges mehr Wissen um Genetik und auch entsprechende Untersuchungen, aber ich kenne einige sehr gute Beispiele dahingehend. Wenn du magst schicke ich dir gerne mal einen Link per PN, damit du ein Beispiel davon hast, was ich meine.

Ich schrieb auch schon in anderen Themen, wie Hundezucht für mich aussehen sollte, eben auch in Hinblick auf die Zukunft, Rassehunde etc.

Hat aber, wie gesagt, nichts damit zutun ob ich jetzt angebliche "Ups-Würfe", oder gar Vermehrerei mit einem Kauf bzw. der Abnahme unterstütze.
 
  • Hunde von privat Beitrag #37
Für mich kann ein seriöser Züchter auch Mischlinge züchten. Das erfordert natürlich nochmal um einiges mehr Wissen um Genetik und auch entsprechende Untersuchungen, aber ich kenne einige sehr gute Beispiele dahingehend. Wenn du magst schicke ich dir gerne mal einen Link per PN, damit du ein Beispiel davon hast, was ich meine.
Ich denke wir sind einer Meinung ;)
Ich wollte nur nochmal betonen, das gute Zucht nicht erster Linie "reinrassig" zu sein hat (zumal "Rasse" eh keine biologische Definition ist, sondern ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für Individuen mit ähnlichen Eigenschaften ;)).

Sondern, das es eben auch um Gesundheit geht und das zumindest was das angeht die Hunde aus einem durchschnittlichen "Ups"-Wurf höchstwahrscheinlich keinen wirklichen Nachteil haben gegenüber dem ein oder anderen Vertreter einer Hochzucht-Rasse.

Demnach zählt für mich das Unwissen über Genetik bei der Leichtsinnsvermehrung nicht wirklich als Todschlagargument gegen "Bauernhofsvermehrung".

Für mich sind also nicht alle Leute mit Unfallwürfen gleich böse Menschen (so klingt es ja bei einigen hier im Thread). Im Gegenteil, wenn sie sich um den Unfallwurf gut kümmern und andere Menschen nachher glücklich sind so einen Hund aufzunehmen, dann ist das für mich ein Verbrechen ohne Opfer und eigentlich nicht wert sich darüber aufzuregen.

Ähnliches gilt aus meiner Sicht für die Hybridzucht (siehe Doodles etc.).
Anders sieht es natürlich aus, wenn nur das Geld im Vordergrund steht, aber da ist es dann auch egal ob Kofferraumwelpen, Designerhund oder exklusiver Rassewelpe, wenn jemandem das Tier egal ist, kann aufgrund von jeder Basis Schindluder treiben, deswegen ist es ja so wichtig als Käufer gut zu schauen wie mit den Tieren umgegangen wird und genau diese Achtsamkeit sollte man sich auch nicht von einem Vereinssiegel abnehmen lassen oder die Welt einfach in schwarz und weiß einteilen.

Deswegen zählt für mich nicht ob der Hund ein Rassetier aus dem Verein ist, oder ein Mischling wenn ich einen Hund suche, sondern nur, ob sich die Menschen drum herum für das Tier interessieren und nicht für das Geld. Leute denen es nur ums Geld geht würde ich nämlich als Vermehrer bezeichnen und dort dann keinen Hund kaufen wollen.
 
  • Hunde von privat Beitrag #38
Den Nachteil gibt es vielleicht nicht im Vergleich zu manchen "Qualzuchten", aber durchaus im Vergleich zu Hunden aus einer seriösen Zucht (egal ob nun Rasse oder Mischling), die entsprechende Untersuchungsergebnisse haben. Wie gesagt sind extreme Beispiele dahingehend Merle oder DM. Gerade letzteres sieht man den Hunden erst im Alter an, ist recht weit verbreitet, kann mit Gentest nahezu komplett aus einer Zucht ausgeschlossen werden, ohne diesen aber schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des Hundes haben.

Ich persönlich unterstütze deswegen weder das eine noch das andere.

"Böse Menschen" sind sie für mich auch nicht gleich, aber durchaus oft Menschen, die ich mit einer Abnahme, oder sogar Kauf, eines Welpen nicht in ihrem Leichtsinn unterstützen möchte.

Da muss jeder für sich selber seine Grenze ziehen. Der eine zieht seine Grenze bei Kofferraumwelpen, der andere bei Hinterhof-Vermehrern, der nächste bei Leuten die einfach ihre Hunde aufeinander lassen und mal Welpen wollen, wieder jemand anderes bei Ups-Würfen.
Man sollte sich nur eben bewusst sein, dass man mit seinem Kauf bzw. seiner Abnahme das System unterstützt, mit dem die Welpen produziert wurden.

Meine Anforderungen an einen Züchter sind deswegen im Laufe der Jahre immer weiter gestiegen. Ich erwarte nicht, dass jeder die selben hohen Ansprüche an einen Züchter hat, aber ich finde es wichtig aufzuklären, dass der Weg nun mal weiter geht als nur bis zum nächsten Hund.
Ich gehe auch nicht rum und labere irgendwelche Menschen zu, warum sie nun ausgerechnet dort und dort ihren Hund gekauft haben. Ich mache auch niemandem im Nachhinein Vorwürfe.

In einem solchen Thema hier, wo es genau darum geht, zeige ich aber gerne auf was für Folgen der eigene Kauf haben kann, selbst wenn es "nur" ein "Ups-Wurf" ist.

Ich finde es auch schlimmer, wenn der Gedanke an Gewinn hinter einer undurchdachten Vermehrung steht, als wenn es "nur" Leichtsinn bzw. mangelnde Aufsicht war, aber unterstützen würde ich, wie schon mehrfach gesagt, trotzdem keines von beiden.
 
  • Hunde von privat Beitrag #39
Off-Topic
Als ich gestern die letzten Beiträge nochmal überflogen habe, ist mir aufgefallen, dass es sich so liest, als wäre nur die Rassehundezucht schuld an den Erkrankungen unserer Hunde. Ich möchte deswegen hier nochmal kurz OT anmerken, dass dem natürlich nicht so ist. Wir hätten ohne die Rassehundezucht wahrscheinlich weniger und vor allem wären sie nicht so stark konzentriert, aber "krank" wären unsere Hunde trotzdem. Mutationen, Gendefekte und Erkrankungen bringen wir unseren Hunden hauptsächlich erst mal durch die Domestikation bzw. eben vor allem durch die damit verbundene fehlende natürliche Auslese.
Deswegen wäre es ja auch keine Lösung einfach alle Hunde wild aufeinander zu lassen (hilft bei uns Menschen ja auch nicht). Dort würde dann so ca. das passieren, was bei Statistiken der Fall ist. Es würden dadurch bestimmte Extreme (äußerlich, wie auch innerlich; genetisch) verschwinden, was natürlich im Vergleich zu vorher für diese Rassen von Vorteil wäre, andere würden dadurch aber auch insgesamt "kränker" werden. Für "gesunde" Hunde braucht man also durchaus eine Zucht, bzw. eben vor allem Kontrollen, Untersuchungen und Dokumentation, aber es sollte keine zu starre Reinzucht sein (und meiner Meinung nach bitte ohne Ausstellungen!).
Ich finde es immer schade, wenn man Zucht und Züchter direkt mit Extremen der Rassehundezucht vermengt und so als etwas Negatives ansieht. Zucht an sich ist etwas Positives, man muss es nur richtig machen. Wie Kompass schon sagte ist es schade, dass wir so viele Züchter einer Rasse haben, die sich haargenau mit den Fellfarben und ihrer Vererbung bei den Hunden auskennen, denen aber schlicht und einfach die Grundlagen der Genetik fehlen.
Wo wir einfach wieder bei dem Punkt sind: Man kann selber entscheiden welchen Weg man unterstützt.
 
  • Hunde von privat Beitrag #40
Syn, ich glaube, so unterschiedlich sehen wir das gar nicht ;).

Je mehr Hindernisse und negative Aspekte ein solcher Wurf mitbringt, desto weniger wird es geben. Das ist kein Optimismus, keine "Meinung", das ist einfach nur Logik. Genaue Ausführungen mit Beispielen aller "Kategorien" (von "Ups, nicht aufgepasst", über "Ist mir egal", bis hin zu "Gibt sicher tolle Welpen!") habe ich oben mehrfach geschrieben.
Das hab ich durchaus verstanden. Nur ist es meine persönliche(!) Meinung, dass a) die Hindernisse meist nicht groß genug sind und b) das deswegen nicht ausreicht. Ich für mich glaube eben nicht, dass aus einem einmaligen Ups-Wurf ein Vermehrer wird, nur weil beim ersten die Welpen weggegangen sind. Und so viele beratungsresistente Leute, wie ich da schon getroffen hab, fürchte ich auch, dass man neue »einmal Welpen«-Leute nicht aufhält. Ist aber wie gesagt eine persönliche Ansicht.

Phu.. das war einer, bei dem gefragt wurde wie man Hunden im Ausland helfen kann. Es ging dort eben vor allem auch darum, dass sich die Population von Straßenhunden nach vorhandenem Platz und Nahrung richtet. Bedeutet: Gibt es zu wenig Nahrung und zu wenig Platz, dann gibt es weniger Welpen. Die Wurfstärke, wie auch die Fruchtbarkeit hängen in direktem Zusammenhang zur Umwelt. Straßenhunde von der Straße weg zu nehmen führt also nur dazu, dass wieder mehr Platz für neue Hunde vorhanden ist, die dementsprechend auch "produziert" werden - in dem Fall von den Hunden selbst.
Von Vermehrerhunden aus dem Ausland sprach ich also gar nicht.
Ok, dann war das was ganz anderes, als ich im Sinn hatte. Ist natürlich die Frage, ob die Straßen schon so voll sind, dass das greift. Ist aber durchaus eine Überlegung wert :eusa_think:.

Ich unterstelle den Leuten ja nicht, dass sie dann Blut geleckt haben und plötzlich in die Vermehrerei einsteigen, aber es wird eben keine "schlimme" Erfahrung sein, die man am Besten nicht wiederholt, sondern eine "tolle" Erfahrung, die man gerne wieder macht.
Dazu muss ich aber auch sagen, dass meine Schwiegermutter in spe immer Hündinnen gehalten hat, die meisten unkastriert. Ein einziges Mal kam es zu einem Unfall, der dann auch versorgt und problemlos vermittelt wurde. Seither hatte sie zwei weitere Hündinnen, alle ohne Unfälle. Obwohl sie die Welpen damals total süß fand und alles gut ging war die Arbeit eben doch merklich viel. Also nicht jeder wird belohnt und tut es dann wieder ;).

Sind entsprechende Zuchtgedanken, Untersuchungen, Wissen um Genetik, Aufzucht, Sorgfalt und Führsorge vorhanden, dann habe ich auch absolut gar nichts gegen "Privatleute". Diese "Privatleute" sind für mich dann gute Züchter. ;)
Wenn da aber jemand nur Nachbars Rüde auf seine Hündin aufspringen lässt, weil beide so "tolle Hunde" sind und so "gesund wirken", dann ist das für mich nichts, was ich unterstützen würde. Ganz egal wie toll sie die Welpen dann sozialisieren, wie sauber und ordentlich ihre Wohnung aussieht und wie nett und freundlich sie wirken...
Da stehe ich voll hinter dir, das hätte ich vll besser ausführen sollen als nur mit dem Wort Aufzucht. Natürlich gehört noch einiges mehr dazu. Es ist aber auch so, dass diese Leute dann meist kategorisch gleich ausgeschlossen werden, denn wir Mischlinge vermehrt kann ja kein Züchter sein, da es keinen Verband gibt, der es überwacht. Das stört mich dann halt ein bisschen. Und weil das meist mit dem Wort Zucht einher geht hatte ich es anfänglich auch so verstanden, dass du mit Züchter eben nur Rassehundzüchter im Verband meinst.

Und die Aussage von mir bzw. die Antwort von dir ging mit dem Missverständnis Hand in Hand ;):
Wie gesagt.. ICH bin bestimmt niemand, der Mischlinge ausrotten möchte! Ich weiß auch gar nicht, wie und warum das in Zusammenhang gebracht wird, obwohl ich es von Anfang an jedes mal erwähnt habe, dass es nichts mit irgendwelchen Vereinen oder Rassehunden zutun hat.

Ich hab den Eindruck, dass du, Kompassqualle und ich das im Prinzip gleich sehen, was das Problem mit Rassezucht, Mischlingen, seriöser Zucht nur bei Rassehunden etc. angeht. Ich hab nur oft den Eindruck, dass seriöse Verpaarung und Aufzucht sofort ausgeschlossen wird, wenn sich ein Thema um Mischlinge dreht. Und da ist es mir eben ein Anliegen, dass das nicht automatisch der Fall sein muss.

Für "gesunde" Hunde braucht man also durchaus eine Zucht, bzw. eben vor allem Kontrollen, Untersuchungen und Dokumentation, aber es sollte keine zu starre Reinzucht sein (und meiner Meinung nach bitte ohne Ausstellungen!).
Auch da stimme ich dir absolut zu. Ich habs jetzt auch nicht so verstanden, dass die Rassezucht an allem Schuld ist. Wäre auch nicht meine Meinung, falls es so rüber kam. Das Märchen vom gesunden Straßenhund kommt ja vermutlich auch nur daher, dass die kranken eben sterben, bevor wir sie zu sehen bekommen. Auch Mischlinge müssten kontrolliert werden, bevor die Verpaarung von statten geht. Das Problem ist halt, wie du sagst, dass in manchen Fällen zu viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt und zu wenig in Sachen Gesundheit und Inzucht untersucht wird. Das betrifft aber auch nicht nur Züchter, sondern eben auch die erwähnten Privatleute, die Hund A und Hund B zusammensetzen, weil beide so hübsch und lieb sind.
 
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