Zum Töten: Bei mir direkt habe ich nix mitbekommen. Ich kenne es nur hin und wieder von Zeitungsberichten, wo doch mal einer erwischt oder angezeigt wird, oder eben durch Leute aus wirklichen Dörfern. Da bekommst du das dann aber auch nur über drei Ecken erzählt und kannst a) damit nicht zur Polizei rennen und b) nicht einmal wissen, ob es stimmt. Trotzdem würde ich nicht davon ausgehen, dass das nirgends mehr gemacht wird. Und wer auf dem Land lebt kennt das alte Problem: WISSEN tun es immer viele, aber anzeigen will es keiner. Denn auch das weiß dann das ganze Dorf.
Wie gesagt ist das Beste was man da machen kann "Schwierigkeiten" vor Ort, bei der Person. Einfach in Kontakt treten, offen darauf ansprechen, die hohen Strafen vor Augen führen, regelmäßig erkundigen etc.
Zum Mitleid: Unter keinen Umständen würde ich ein Tier aus Mitleid nehmen. Es gibt viele, mit denen man Mitleid haben kann, aber das sollte nie der Grund sein, ein Tier aufzunehmen. Ich hab mit dem Tier beim Bauern auch nicht mehr oder weniger Mitleid als mit dem im Ausland oder im Tierheim. Von daher spielt das für mich keine Rolle und hat auch keinen Einfluss darauf, wenn ich den ein oder anderen Bauern – oder den, der von dort einen Hund nimmt – verteidige. Mir geht es viel mehr um die Frage, wie unseriös der Bauer/Privatmensch denn wirklich ist (dass er es sein kann habe ich ja nie abgestritten), und ob ich was ändere, wenn ich den Hund nicht von dort nehme. Bzw. ob es bei tatsächlichen Ups-Würfen denn wirklich eine Rolle spielt.
Du schreibst, dass man damit Tür und Tor für Wiederholung öffnet. Daran zweifle ich aber nach wie vor. Dass ein Vermehrer der Welpenmafia bei zu wenig Absatz irgendwann nicht mehr vermehrt erscheint mir logisch. Der will Geld machen, macht er keines, ist das Ding gelaufen. Aber der Privatmensch mit einem Ausnahme-Wurf ist schlimmstenfalls gleichgültig. Wie gesagt, die Welpen werden oft verschenkt oder für einen Apfel und ein Ei weggegeben. Was hat der denn davon, den Hund erneut decken zu lassen? Oder er ist eben so gleichgültig, dass er das immer wieder geschehen lässt und sich um die Welpen nie kümmert. Dann wäre es aber nach wie vor meine Meinung, dass es sowieso keinen Unterschied macht. Der passt beim nächsten Mal dann auch nicht auf, nur weil vom letzten Wurf noch drei Welpen über sind.
Ich hatte es mittlerweile schon mehrfach ausgeführt.
Je mehr Hindernisse und negative Aspekte ein solcher Wurf mitbringt, desto weniger wird es geben. Das ist kein Optimismus, keine "Meinung", das ist einfach nur Logik. Genaue Ausführungen mit Beispielen aller "Kategorien" (von "Ups, nicht aufgepasst", über "Ist mir egal", bis hin zu "Gibt sicher tolle Welpen!") habe ich oben mehrfach geschrieben.
Ich weiß gerade leider nicht, welchen Thread du meinst.
Aber das ist für mich auch sowas, was irgendwie nie belegt wurde und vermutlich auch nicht belegt werden kann. Dann könnte ich ja genauso gut sagen, dass für jeden Hund aus einem deutschen Tierheim einer nachkommt. Die werden ja auch nicht weniger voll. Es kann in keinem Fall die Lösung sein, einfach nur Hunde herzuschiffen. Aber nicht jeder Hund aus dem Ausland kommt automatisch vom Vermehrer und hat zwei weitere hinter sich sitzen, die dann seinen Platz einnehmen.
Phu.. das war einer, bei dem gefragt wurde wie man Hunden im Ausland helfen kann. Es ging dort eben vor allem auch darum, dass sich die Population von Straßenhunden nach vorhandenem Platz und Nahrung richtet. Bedeutet: Gibt es zu wenig Nahrung und zu wenig Platz, dann gibt es weniger Welpen. Die Wurfstärke, wie auch die Fruchtbarkeit hängen in direktem Zusammenhang zur Umwelt. Straßenhunde von der Straße weg zu nehmen führt also nur dazu, dass wieder mehr Platz für neue Hunde vorhanden ist, die dementsprechend auch "produziert" werden - in dem Fall von den Hunden selbst.
Von Vermehrerhunden aus dem Ausland sprach ich also gar nicht.
Wobei ich das wieder anders sehe, wenn wir hier wirklich von jemandem sprechen, der keinerlei Geld oder Arbeit in die Aufzucht der Welpen steckt. Das wäre dann so oder so eine Stelle (egal ob absichtlich vermehrt oder nicht), bei der man niemals einen Hund holen sollte, weil er krank und schlecht sozialisiert sein wird. Das hat dann für mich aber auch nichts mehr mit dem Gedanken hinter der Vermehrung zu tun. Da sind die Welpen einfach schlecht aufgezogen, also ist das Thema durch.
Das kommt natürlich noch dazu, aber nicht alle sind "immun" gegen ihr Mitleid in solchen Fällen. Wie gesagt: Je mehr Hindernisse, desto weniger Würfe. Je weniger Hindernisse - ja teilweise sogar "Belohnungen" - desto mehr solcher Würfe. Da ist es egal, ob wir von jemandem reden, der nur nicht aufpasst, oder von jemandem, der Geld damit machen möchte. Sind die Hindernisse zu groß (was natürlich individuell ist, aber jedes Hindernis ist natürlich besser als es auch noch zu unterstützen!) wird der eine mehr aufpassen und der andere es auch nicht mehr geplant machen.
Mir ging es ja eher um Welpen privater Anbieter, die eben durchaus gut aufgezogen sind. Ich hab manchmal den Eindruck, dass bei Hund von privat sofort davon ausgegangen wird, dass der ein schlecht sozialisiertes Nervenbündel ist. Aber nicht jeder, der privat mal einen Wurf hat (und das wirklich unabsichtlich) kümmert sich nicht. Und da ich bei Ups-Würfen eben wirklich nicht unbedingt die Gefahr sehe, dass die Person als nächstes eine Welpenmafia aufmacht, weil sie einmal alle Welpen los wird, finde ich das nicht so verwerflich, wie es andere scheinbar tun. Wenn man dem falschen Züchter oder Tierschutzverein Geld in den Rachen wirft richtet man u.U. sogar mehr Schaden an, wenn der dann losgeht und kranke Tiere an unwissende Leute vermittelt oder die Zucht kranker, aber optisch schöner Tiere fördert.
Natürlich gibt es bei Vereinen und Züchtern auch unseriöse, die man nicht unterstützen sollte und bei Privatleuten auch wirklich welche, die tatsächlich einen "echten" Ups-Wurf haben. Das schrieb ich glaub beides schon im ersten oder zweiten Beitrag hier.
Für mich ist es aber nun mal kein Ups-Wurf mehr, wenn ich auf meinen Hund nicht aufpassen, ja sogar teilweise einfach frei im Dorf herumspazieren lasse. Da hat einfach jemand nicht aufgepasst, egal ob das Ziel nun Welpen waren, oder ob sie "unabsichtlich" entstanden sind. Natürlich wird es dann auch welche geben die sich daraufhin sagen "Oh Mist! Mein Hund kann ja Welpen bekommen! Ich pass jetzt mal besser auf bzw. kastriere sie!" und es passiert nie wieder. Allerdings braucht man dafür dann tatsächlich eine große Portion Optimismus! In den meisten Fällen, wenn alles so wunderbar funktioniert und am Ende sogar noch Geld reinkommt, werden die Leute danach nicht besser aufpassen, sondern sich eher sagen "War doch nicht schlimm, darf gerne mal wieder passieren!". Ich unterstelle den Leuten ja nicht, dass sie dann Blut geleckt haben und plötzlich in die Vermehrerei einsteigen, aber es wird eben keine "schlimme" Erfahrung sein, die man am Besten nicht wiederholt, sondern eine "tolle" Erfahrung, die man gerne wieder macht.
Ich finde es einfach schade, dass es hier ab und an diese Einteilung gibt: Züchter gut, Tierschutz gut, Privatmensch böse. Meiner Meinung nach kann ich bei jeder dieser Stellen eine seriöse oder eine unseriöse Aufzucht vorfinden. Und 100% unterstützendswert finde ich keine dieser Stellen. Ich bin inzwischen von allen Seiten immer wieder enttäuscht worden (man hört und liest ja doch das ein oder andere), sodass ich inzwischen dazu geneigt bin, immer nur den Einzelfall zu betrachten und mir nur aufgrund von Züchter/TS/Privatmensch erst einmal gar kein Urteil zu bilden. Wirklich wünschenswert wäre meiner Meinung nach sowieso, dass jeder, der einen Wurf hat oder plant, kontrolliert wird und dafür zu sorgen hat, dass die Tiere möglichst gut aufwachsen. Das würde für mich erstmal an erster Stelle stehen, bevor ich mir Gedanken darüber mache, ob ich das, wofür die Einzelperson steht, im Ganzen unterstützen möchte oder nicht. Allerdings ist es wohl utopisch zu hoffen, dass das jemals eintreten wird.
Es geht ja nicht nur um die Aufzucht, sondern auch um die Zuchtgedanken und Untersuchungen im Vorfeld. Das erfordert nun mal eine Zucht bzw. damit eben Züchter. Da kann man noch so oft das Märchen vom gesunden Mischling verbreiten (was im Endeffekt einfach nur an falscher Auslesung von Statistiken liegt - es gibt sehr kranke und kurzlebige, sehr große und kleine Rassen und Mischlinge liegen automatisch im Mittelfeld. Das führt dazu, dass Mischlinge z.B. als langlebiger bezeichnet werden, wobei sie es natürlich nur im Vergleich zu bestimmten Rassen sind, im Vergleich zu anderen wieder kurzlebiger!), wenn die Untersuchungen fehlen kann das schlimme Folgen haben (z.B. Doppel-Merle, Doppel-DM etc.).
Sind entsprechende Zuchtgedanken, Untersuchungen, Wissen um Genetik, Aufzucht, Sorgfalt und Führsorge vorhanden, dann habe ich auch absolut gar nichts gegen "Privatleute". Diese "Privatleute" sind für mich dann gute Züchter.

Wenn da aber jemand nur Nachbars Rüde auf seine Hündin aufspringen lässt, weil beide so "tolle Hunde" sind und so "gesund wirken", dann ist das für mich nichts, was ich unterstützen würde. Ganz egal wie toll sie die Welpen dann sozialisieren, wie sauber und ordentlich ihre Wohnung aussieht und wie nett und freundlich sie wirken...
Was den Rest angeht – insbesondere die »Ausrottung der Mischlinge« als Ziel – kann ich mich Kompassqualle nur anschließen.
Wie gesagt.. ICH bin bestimmt niemand, der Mischlinge ausrotten möchte! Ich weiß auch gar nicht, wie und warum das in Zusammenhang gebracht wird, obwohl ich es von Anfang an jedes mal erwähnt habe, dass es nichts mit irgendwelchen Vereinen oder Rassehunden zutun hat.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Also ich habe auf diversen Tierheim- und Tierschutzseiten schon oft genug reinrassige Hunde gesehen. Ganz zu schweigen von den vielen Orgas, die sich speziell um eine Rasse kümmern, z.B. "Retriever in Not", "Setterburg", etc. - Ok, ich sehe gerade in einem anderen Beitrag, das war offenbar anders gemeint.
Wie du schon gesehen hast, hast du meine Aussage da wohl falsch verstanden.
Ähm, nein? Schließlich ist ein gezüchteter Hund auch nicht davor gefeit, aus irgendwelchen Gründen sein Zuhause zu verlieren: Umzug, Scheidung, Baby, teure Krankheit, überforderte Besitzer etc. Und wie schnell Züchter überfordert wären, bzw. streiken würden, wenn sie jeden ihrer Hunde auch wieder zurücknehmen würden/müssten...
Ähm, doch?
Ein Hund, der nur mit entsprechender Nachfrage gezüchtet wurde und der im Notfall zum Züchter zurück geht (und dort neu vermittelt wird), landet nicht im Tierheim. Ich kenne SEHR VIELE Züchter die das so handhaben und keiner von ihnen war jemals damit überfordert. Generell gehen nur sehr wenige dieser Hunde zurück. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die Leute einen Hund für 1200 Euro überlegter kaufen, als jemand der den Hund von nebenan für 20 Euro mitnimmt.
Aber ist Zucht per se nicht purer menschlicher Egoismus!? Der Mensch will ja schließlich eine ganz bestimmte Eigenschaft haben. Ob das für den Hund gut ist, ist nebensächlich (vgl. Nackt- und Faltenhunde, Dackel mit zu kurzen Beinen, Rassehunde, die mit 5 Jahren schon rassetypische Arthrose bekommen). Ein Hund braucht keine Zucht.
Natürlich ist Hundezucht purer Egoismus. Die Frage ist nur, wie weit man es mit seinem Egoismus treibt. Fördere ich damit eine seriöse Zucht, dann finde ich meinen Egoismus in Ordnung. Will ich nur schnell einen Welpen, das möglichst billig und nicht weit weg, hole daraufhin den Welpen vom Hinterhof um die Ecke oder vom Kofferraum des Autos, was sogar vor meine Haustür fährt, dann schadet mein Egoismus einfach um einiges mehr. Genauso in meinen Augen auch, wenn man unbedingt einen Hund möchte, der unter die Kategorie "Qualzucht" fällt... aber das schrieb ich ja auch schon
Klar ist das logisch, nur leider reicht die Menge der Leute, die sich über solche produzierten Welpen Gedanken machen, noch lange nicht aus, um die "Produktion" einzustellen. Meiner Meinung wird sie nie ausreichen. Das meinte ich mit Optimismus.
Deswegen hilft ja Aufklärung. Ich denke auch, dass es immer Käufer für solche Welpen geben wird. Das heißt aber nicht, dass ICH einer davon sein muss. Jeder Käufer, der nicht dort kauft, hat schon geholfen. Das schöne an dem System ist nämlich, dass es ja schon positiv ist, wenn es weniger gibt. Gar keine ist natürlich utopisch, aber je weniger, desto besser, oder?
Privat: hausgemachter Unfall, weil die Besitzer nicht aufgepasst haben oder nichts dagegen hatten, nicht zwingendermaßen Geldmacherei.
Kommerziell: Kofferraum-Welpen aus dem Osten von "Vermehrern", die "züchten", um mit den süßen Welpen Geld zu machen und wahrscheinlich so ihren Unterhalt verdienen wollen.
Ich empfinde die Kofferraum-Welpen auch als wesentlich "schlimmer dran", als Welpen die hier in einem "Ups-Wurf" entstehen. Unterstützen würde ich trotzdem keines von beiden.
Ich will jetzt auch nicht die Züchter verteufeln, aber wenn man so sieht, welch bizarre Züge dies zum Teil annimmt... Ich denke einfach, es muss beides geben, also auch Mischlinge. Nicht zu unrecht sagt man diesen ja oft nach, dass sie robuster seien.
Wie mehrfach gesagt.. ich habe absolut nichts gegen Mischlinge.