Hundetricks- wirklich sinnvolle Auslastung? Von Pfötchen geben über Männchen bis ???

  • Ersteller des Themas willi79
  • Erstellungsdatum
willi79

willi79

17.08.2011
1.038
0
Erst mal Danke Mido:clap:.


Eine Frage wäre z.B.: was ist mit Dogdancing? Ist das dann auch schon zu viel des Guten? Ich fand es bisher z.B. nie schlimm. Man könnte wohl argumentieren, dass sich das Herrchen/Frauchen dabei ja gleichermaßen vorführt und nicht nur "Dompteur" spielt.
Dazu hatte ich den Text heute nachmittag geschrieben der ja dann leider in den Jagdgründen unterging.

Das wäre nämlich das was ich mich auch frage, bzw in Frage stelle.
Leider kenne ich keinen Dogdancer persönlich.Uumindest keinen der an Tunieren oder ähnlichem Teilnimmt.
Nur wenn ich mir z.B. dieses Video ansehe
[VERSTECK]https://www.youtube.com/watch?v=X-EZY1JDR2g[/VERSTECK]

Das sind ganz bestimmt alles super tolle Hunde... aber wie lange? Bei solchen Sachen hab ich immer so ein komisches gefühl... zum einen denkt man.. Wahnsinn was der Hund alles kann, wie toll er sich auf seinen Menschen konzentriert, und dass bei all den Leuten...
und dann aber:
ich finde manchmal haben die Hunde was "BallJunkiehaftes" die eben alles um sich herum vergessen, wenn nur ein Ball im Spiel ist. ( also die in den Prof. Videos )Sicher sind viele Dogdance Übungen gut für die Bindung, wenn man sie aufbaut, sind sie es aber immer noch wenn man davon 30 aneinanderreiht?

So eine Choreo die auf Music und alles abgestimmt ist, entsteht ja nicht eben mal nebenbei, das ist wohl hartes Training bevor das so ausieht. Wenn dann da z.B.ein Hund fast eine Halbe Minute auf zwei Beinen steht und geht ist das doch wider seiner Natur. Und das wird ja auch wahrscheinlich ständig wiederholt bis es so sitzt. Da kann ich mir eben nicht vorstellen, das das alles immer ohne Frust und Druck von statten geht.
Wäre schön wenn.

Haben wir denn hier keine Dogdancer? Vielleicht können sie ja mal was schreiben? Fänd ich jetzt interessant.Wie lange man trainiert usw. usf.
Schatti hast du nicht mal angefangen? *grübel*
 
Schattenseele

Schattenseele

03.11.2009
5.571
0
Jap, ich hab angefangen aber mir war das mit der Musik zu blöd und ich habe auch kein wirkliches Taktgefühl und hab es damit gelassen:mrgreen:
Ich habe es so angefangen das ich einfach die Tricks beigebracht und dann zusammengesetzt habe. Und erst danach hab ich die Musik ausgesucht. Die Musik war also das letzte was ich mir angeschaut habe.
Die Grenze ziehe ich vor allem bei der Gesundheit. Maxi soll nicht springen und nicht lange Männchen machen.
sowas hier geht GAR NICHT in meinen Augen.


https://m.youtube.com/watch?v=DHhi-yDtahc
 
willi79

willi79

17.08.2011
1.038
0
Ach die Lieber Himmel:shock:, wie war das mit der Würde?

Und dann noch dieses Kleid:(.

Jap, ich hab angefangen aber mir war das mit der Musik zu blöd und ich habe auch kein wirkliches Taktgefühl und hab es damit gelassen:mrgreen:
da würde ich mir wohl auch selber im Weg stehen- das ganze alleinige Taktgefühl in der Familie hat meine Tochter:lol:

Aber dann ist meine Einschätzung ja auch richtig, das man sowas nicht mal eben nebenbei macht?
 
Schattenseele

Schattenseele

03.11.2009
5.571
0
Ich finde nicht das man es nebenbei macht. Die Tricks an sich natürlich schon, aber die Choreo muss x mal wiederholt werden damit der Hund die Reihfolge auch abspeichern kann. Und der Mensch weiß wie es genau zum Takt passt.
Die Choreo zu erstellen und passig zu machen ist das,was in meinen Augen am längsten dauert.
Balou trickst aber auch oder?
 
willi79

willi79

17.08.2011
1.038
0
Danke Schatti:).

Nicht mehr wirklich... also Balou kann eben so die Klassiker Pfötchen , Peng, gib 5, und HandTouch.
Ich hab ziemlich schnell gemerkt das es ihm nicht wirklich Spaß macht. Da hab ich dann auch nix mehr gemacht.

Zu dem gehört mein Mann leider zu denen ,der Den Hund bei jeder Gelegenheit vorführen würde, und das mag ich ja so garnicht:|.
 
Schattenseele

Schattenseele

03.11.2009
5.571
0
Konnte er nicht auch Wäsche bringen?
den Hund vorführen mag ich in der Tat auch nicht.
 
willi79

willi79

17.08.2011
1.038
0
Ach ja ... Er hat mir die Klammern gebracht , stimmt .
Das hatte er ja quasie von sich aus angeboten. Er hatte die mir damals eine Klammer vor die Füße gelegt damit ich die werfe. Ich hab dann darauf bestanden , dass er mir die in die Hand gibt.

Socken ausziehen kann er auch noch ...
 
Smoothie

Smoothie

19.08.2008
2.909
0
Also der goldie sieht nicht aus als fände er das blöde und man sollte doch fast froh sein mal keinen vollkommen verfetteten goldi zu sehen der als "familienhund" sein Dasein in einer Ecke fristet bis man mal ne runde um den Block geht. Ich glaube Hunde haben kein Gefühl dafür vorgeführt zu werden...
ich meine es ist sicherlich besser wenn der Hund nur in einer Ecke rumgammelt anstatt mit seinen Herrchen ein paar Tricks zu üben...

ich sehe ein das ich einem Hund in goldie große keine choreo beibringen würde an dem er solange auf 2 Beinen rumspringt und Co. aber das jetzt als vorführen "verteufeln" ist doch etwas arg bescheuert. Und man weiß nichts uber diesen Mann! Wer weiß vielleicht ist er das was auch immer der goldi braucht und macht das mit ihn wofür der goldi ursprünglich gebraucht wird und als nette Abwechslung ein bisschen dog Dancing was soll's?
 
Michse89

Michse89

14.01.2009
2.407
0
Stimmt, da sehe ich lieber nen hund im tütü....

Unter aller sau, dann sollen sich die Leute Puppen anschaffen wenn se iwas in nen hässlichen Fummel stecken müssen

Und smoothie ganz ehrlich, wenn ich nur die Optionen zum Clown machen oder in ner ecke gammeln habe, dann hole ich mir keinen Hund wenn ich keinen Bock auf artgerechter auslastung habe und die runde um.block ausreichen soll
 
K

Kiwi

08.03.2011
3.333
0
Um mich mal auf den unnötig provokanten Kommentar von Smoothie in Foss' Thread zu beziehen: Natürlich finde ich es keine Tierquälerei, wenn man seinen Hunden Tricks beibringt. Und man muss sich dafür auch nicht schämen.
Wie gesagt, ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht und habe aufgrund von Willis Denkansatz versucht, das aus meiner Einstellung zu Katzen und Tricks herzuleiten. Und das ist Folgende:
Ich finde Katzen so ganz tolle Tiere, wie sie sind. Sie sind ursprünglich und haben viel vom Wildtier in sich. Ich muss aus ihnen keine Zirkusäffchen machen oder ihnen beibringen, ein Klo zu benutzen weil ich sie in ihrer ursprünglichen Art einfach viel schöner finde.
Das ist natürlich persönliche Ansicht, solange ein Tier das mitmacht, ist da nichts falsch dran. Ich finde es einfach nur unnötig und zweifelhaft.

Ich denke so 1:1 lässt sich das eh nicht auf Hunde übertragen, da sie nicht mehr so ursprünglich sind wie Katzen. Sie haben ja schon Aufgaben von den Menschen angezüchtet bekommen.

Also wo setzt man da die Grenze?
Natürlich findet der Hund es nicht würdelos, in einem Kleidchen herumzuhüpfen, wie sollte er auch. Er KANN solche Gefühle nicht empfinden, es ist also völlig müßig darüber zu diskutieren, oder es als Argument zu verwenden ;)
Menschen, denen die Fähigkeit fehlt, zu erkennen, wann sie sich lächerlich machen, stecken wir ja auch nicht in den Zirkus.
 
willi79

willi79

17.08.2011
1.038
0
Smoothie, du bist manchmal echt so ein Misepeter...;) [SCHILD]ich bin dafür das ich dagegen bin![/SCHILD]

Ich verstehe ehrlich gesagt dein Problem nicht. Ich habe in diesem Thread was zur Diskussion gestellt. Einfach mal so um Meinungen anderer zu dem Thema zu erfahren. Nicht mehr nicht weniger. Ich wollte wissen WO EURE persönliche Grenze ist.
Das da nicht jeder die selbe Meinung zu hat ist völlig klar.

Und mir geht es auch hier nicht um den Slalom durch die Beine... Das ist großer Provokanter Quatsch, und das weißt du auch;).Sich in anderen Threads lustig zu machen, brauchst du das wirklich?

Es ging mir darum das es immer und immer spektakulärer werden muss um mitzuhalten, um anzugeben, was weiß ich.

Ich denke wie du, das der Hund es nicht als Unwürdig empfindet, aber ICH MENSCH habe eben ein Problem damit, wenn man sich über andere profilieren muss. Sei s Hund oder vielleicht auch das Kind , so nach dem Motto; mein Kind kann aber dieses und jenes besser.

Das ist es worum es mir hier geht... eine einfache Diskussion um Meinungen anderer Zu erfahren.

btw;
Der hier sieht auch nicht aus als wenn er Spaß hätte Oder?;)
[VERSTECK]https://www.youtube.com/watch?v=R7jhnrKpTGU[/VERSTECK]

Ja genau, wir wissen nichts über diesen Mann und seinen Hund.
Was aber wenn? Was wenn er den Hund mit einem Besenstiel immer und immer wieder dazu gebracht hat auf zwei Beinen zu laufen?
Vielleicht auch mit starkem Druck und Zwang? Würdest du dann immer noch sagen; Bisschen dogdance zur Abwechslung?
sicher sehr sehr weit hergeholt. Aber es kann genauso sein wie anders.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.457
16
Wie bei allen Dingen im Leben: Kann man machen, muss man aber nicht.

Ich versteh´ auch ehrlich gesagt nicht warum ein Hund, der nicht betrickst wird automatisch ein verfetteter Goldie ohne Beschäftigung sein muss?
Mein Hündin kann gar keine Tricks. Absolut gar nichts.
[VERSTECK]Ach, doch, Kackehäufchen jeglicher Coleur zaubern- das kann sie:mrgreen:[/VERSTECK]

Und trotzdem ist sie weder unterbeschäftigt, noch fett, noch sonstwas.

Man muss ja nicht vom Einen auf das Andere schließen- genau so gut kenne ich verdammt viele Hunde, die toll tricksen, aber trotzdem völlig gaga in der Birne sind, weil es einfach zu viel ist.

Das wäre übrigens auch noch etwas: Ständiges Getrickse und Bespaße meines Hundes macht manchmal mehr kaputt als einem lieb ist.
Um da jetzt auch mal in ein Extrem zu fallen, da das ja gerade aktuell ist und so: 90% der Hunde, die so tolle, viele Tricks können haben einen Schatten und zwar gewaltig.
Die müsste man erstmal 2 Wochen in die Wüste schicken wo einfach gar nichts gemacht wird damit die ihr Gehirn wieder einschalten können.

Besonders fatal, wie schon erwähnt, sind halbherzige Tricks.
Die werden dann bei jeder sich bietenden Gelegenheit abgespult, weil da nichts wirklich fixiert ist.

Egal WAS ich mit meinen Hund mache: Es muss vernünftig aufgebaut und durchgeführt werden, am Hund orientiert sein (einen Bullmastiff lass´ich kein Männchen machen) und vor allen Dingen fern von jeglicher Selbstbeweihräucherung sein.
Wenn ich etwas mache um es "zeigen" zu können geht häufig genug der Blick auf den Hund verloren.

Etwas zu erarbeiten und dann ohne das als Ziel gehabt zu haben mal zu zeigen was man erreicht hat: Okay.

Aber nur für die nächste Grillparty Handstand beibringen- nö.

Einfach nö.
 
Sini

Sini

10.07.2010
1.044
0
Ich versteh´ auch ehrlich gesagt nicht warum ein Hund, der nicht betrickst wird automatisch ein verfetteter Goldie ohne Beschäftigung sein muss?
Das liest du hier raus?
Um da jetzt auch mal in ein Extrem zu fallen, da das ja gerade aktuell ist und so: 90% der Hunde, die so tolle, viele Tricks können haben einen Schatten und zwar gewaltig.
Die müsste man erstmal 2 Wochen in die Wüste schicken wo einfach gar nichts gemacht wird damit die ihr Gehirn wieder einschalten können.
:eusa_think: Ah, klar. So werden sachliche Diskussionen geführt... :silence:
 
Smykke

Smykke

28.06.2010
408
0
So - nun könnt ihr mich steinigen. :mrgreen:

Meine Pekinesen-Hündin Stella kann nicht viel und mein Shih-Tzu Merlin noch weniger. Zum Einen liegt es vielleicht am Hund, zum Anderen aber garantiert an mir.

Stella versteht: Hier, lauf, schnell (wenn's über die Straße geht), bleib, nein und sitz. Das war's schon. Sie hat aufgrund ihrer Anatomie ohnehin schon gesundheitliche Sorgen (Luft, kurze Beine) und ich will sie daher nicht überfordern. Ich wüsste auch nicht, was ich ihr sonst noch beibringen soll. Platz funktioniert nicht, ich habe alle Methoden versucht, es ihr beizubringen. Sanft auf den Boden drücken und belohnen hat ebenso wenig etwas genützt, wie Futter vor ihr auf den Boden zu legen. Denn sie kommt auch sitzend ran.

Merlin versteht: Hier, lauf, schnell, nein und bleib. Sitz habe ich ewig versucht, aber er scheint es nicht zu verstehen. Und Platz ebenso wenig... Ich verbuche es manchmal darunter, dass er ein bisschen dumm ist. :lol:
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.457
16
Zum ersten Zitat: ja, das schrieb Smoothie wortwörtlich.

Zum zweiten: das sind Erfahrungswerte aus unserem Praxisalltag in Vollzeit. Hier rede ich auch nicht von Hunden die 5 Tricks können, sondern vondenen von denen permanent etwas verlangt wird. Und diese hHunde sind fast immer fertig mit den Nerven und brauchen ganz dringend Ruhe.
 
louiss

louiss

17.09.2014
561
0
ich persönlich mag gerne tricks die was mit dem alltag zu tun haben, wie zum bsp füße auf der fußmatte abputzen (das kann so ziemlich jeder rüde). mein hund kann außerdem noch backpfeifen verteilen, wenn wir gefragt werden ob er nen trick kann macht er denen ein "high five"... ins gesicht. weil er so klein und niedlich ist, finden sie das erst recht süß.

alles was keinen sinn macht, macht keinen sinn, also würd ichs persönlich lassen. wenn der hund und der halter dennoch spaß dran haben solln sies meinetwegen tun, ich persönlich bin aber nicht davon beeindruckt. das letze mal beeindruckt war ich, als ich hütehunden bei der arbeit zukucken durfte.
 
DyingDream

DyingDream

01.04.2007
4.255
0
...

Für mich sind Tricks genauso eine Auslastung, wie jede andere Beschäftung mit Hunden.

In wie weit Druck auf das Tier bei den jeweiligen Beschäftigungen ausgeübt wird, liegt ja immer am Menschen und nicht an dessen Beschäftigung.
Bekannt sind mir bei all meinen Trickdog- und Dogdance-Bekannten keine einzigen die hier mit Druck oder Zwang irgendwas beim Hund erreichen würden. Ich denke da wird bei der allgemeinen Grunderziehung viel häufiger über negative Verstärkung etwas aufgebaut.
Tricks werden im Idealfall immer über positive Verstärkung aufgebaut. Das heißt der Hund zeigt ein Verhalten von sich aus und es wird bestärkt. Genauso kann man dem Hund Hilfestellung geben, um dieses dann positiv zu Verknüpfen.

Das ist für mich gemeinsames Lernen, was die Bindung zwischen Hund und Herchen unheimlich stärkt.

Das ständige Übertreiben zieht sich wohl auch über alles Sparten des Lebens. So findet man also nicht nur unter Hundehaltern die ihren Hunden Tricks beibringen solche die es in den Augen anderer übertreiben, sondern auch beim Agility, Rettungshundearbeit, Dummytraining, VPG, etc.
Eine komplett 'natürliche' Haltung und Beschäftigung ist hierzulande kaum möglich, und so ist es doch toll, wenn die Möglichkeiten so groß sind, dass es für jedes Hund-Menschen-Team Sachen gibt, die auch beiden Freude bringen.

Dogdance-Turniere mag ich übrigens sehr gerne, weil ich es einfach auch beeindruckend finde, in welcher Harmonie Mensch und Hund zusammen arbeiten können. Daran teilgenommen hatte ich früher auch schon selbst.

Noch mal was das 'übertreiben' betrifft - hier muss man einfach wirklich sehr genau den Hund und seine Möglichkeiten im Auge behalten. In meinem Trickdog-Kurs habe ich viele Hunde und Besitzer, die sich einfach für andere Sportarten nicht so sehr begeistern können oder gesundheitlich nicht mehr so viel machen können. - Die (mitunter auch sinnfreien) Tricks kann man auf jeden Hund anpassen, was ich persönlich einfach so toll an dieser Art der gemeinsamen Beschäftigung mit Hund empfinde. :]
~§~



 
E
04.11.2012
2.269
0
Meine Hunde können auch ein paar Tricks, die von den Standardkommandos abweichen. Ich übe sowas gern beim Fernsehen nebenbei, wenn die Hunde Knete im Kopf haben. ;) Je nachdem wie man es gestaltet, eignet es sich schon zur "Auslastung", auch wenn ich da andere Dinge vorziehen würde. Ich finde Tricktraining bringt meinen Hunden nicht viel - im Vergleich zu einer Runde ZOS, Dummyarbeit oder Impulskontrolltraining. Im Gegenteil, zu viel davon und sie werden gaga. Das Hirn ist eben irgendwann erschöpft und muss sich erholen - doof, wenn man nebenbei noch wichtigere Dinge trainiert.
 
Picco

Picco

09.07.2013
414
0
Ich finde Tricks sind eine sinnvolle Beschäftigung - aber nur dann, wenn der Hund natürlich daran Spaß hat und seine Würde dabei bewahrt. Außerdem achte ich auch auf die Gesundheit - auf den Hinterpfoten rumstehen und noch "Tanzen" gehört für mich tabu, weil es einfach eine unnatürliche Stellung vom Hund ist und ich nicht weiß, ob ich eventuell damit Schaden anrichten könnte. Genauso wie Rolle machen wegen Magenumdrehung usw.
Ethisch gesehen finde ich auch "Peng" (oder totspielen) nicht toll, aber das muss jeder selber entscheiden.

Vorallem sind Tricks sinnvoll, finde ich, wenn der Hund mitdenken muss. Ich setze mir immer ein Ziel, der Hund soll z.B. seinen Pandabärenplüschtier holen, daneben liegt noch Giraffe und co. "Hol den Panda"- jede Annäherung an das gewünschte wird geclickert, es wird aber nicht direkt gezeigt, was denn jetzt richtig ist. Er hört dann nur die Worte "Hol den Panda" und muss selber überlegen, was er jetzt tun soll. Der Hund muss mitdenken und wird nicht gezwungen. Er kann frei entscheiden (wird nicht in irgendwelche Positionen gezwengt), hat auch sichtlich mehr Spaß an solchen Denkaufgaben und ist dann auch gut ausgelastet. Übertreiben sollte man hierbei wirklich nicht, meist reichen schon 5 Minuten von so einem Training, ansonsten fährt er zu sehr hoch.
Mein Hund kann trotzdem "unnatürliche" Tricks, Slalom durch die Beine, winken usw. Diese sollte er dann auch wie ein richtiges Kommando ausführen, genauso wie sitz und platz auch.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Tricks die Kommunikation zwischen Mensch und Hund fördern. Er kommt mit auf die Arbeit im Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, viele Menschen können nicht richtig kommunizieren und sind u.a. an den Rollstuhl gebunden. Da ist keine Körpersprache für den Hund sichtbar, er versteht nicht und weiß die Menschen nicht einzuordnen. Wenn dann eine winkende Hand kommt weiß er direkt - jetzt muss ich zurück winken. :mrgreen: Es bringt ihm eine menge Spaß und er lässt sich viel direkter auf die Menschen ein. Er ordnet sich dann schnell unter, die Menschen fordern was von ihm ein. Diese anfängliche "Anspannung" Mensch kennt Hund nicht, Hund kennt Mensch nicht, ist direkt verschwunden.
Bei uns stärkt das auch sehr die Bindung zwischen den Menschen und dem Hund, sie gehen aufeinander ein, "arbeiten" sozusagen mit ihm und er lernt sie viel besser zu verstehen. Für einen Hund muss man klar und verständlich sein, nicht groß "drumrumreden". Er brauch eben "Tricks", um genauer zu sein Signale oder "Anweisungen" um sich unterzuordnen, vorallem zu verstehen, was genau jetzt von ihm verlangt wird um Sicherheit zu bekommen. Also nichts anderes was auch sitz, platz, oder eben aber auch Pfötchen geben auch ist.

Wie sonst soll der Mensch mit dem Hund kommunizieren? Wenn der Hund ins Körbchen soll, kann man ihn mit seiner Körpersprache dahin schicken, das ist klar. Aber mach das mal auf Entfernung, da kann man schlecht das Wort "Körbchen" tanzen damit der Hund den "aha, ich muss in den Korb"-Effekt hat. :lol:
Wenn man drüber nachdenkt, ist alles im Endeffekt eine Art Trick bzw. eine Anweisung. Wenn der Hund die Schafe zusammentreibt wie es der Schäfer gerne hätte -wurde auch beigebracht, wie sitz eben auch. Oder wenn das tote Kaninchen apportiert werden soll, warum nicht gleich fressen? Nein, Herrchen bringen - auch beigebracht. Aber auch bei "normalen" Alltagshunden, warum nicht an der Leine ziehen? Achso, ne, muss Fuß gehen. Warum muss ich zu Frauchen laufen? Achso, weils beigebracht worden ist und es ab und zu Leckerlies bringt. Warum nicht dem Fahrradfahrer hinterher sprinten? Ne, muss in der Nähe von Frauchen bleiben. Warum nicht in die Wohnung kacken, ist doch viel leichter - ach ne, ist "pfui" sagt Frauchen. Draußen ist es besser. Die Liste ist endlos...
 

Neueste Beiträge

Ähnliche Themen