Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause

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Eierkopf

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Hallo zusammen,

wir haben folgendes Problem. Irgendwie kommt den meisten das Thema wohl bekannt vor, aber da jedes im Detail doch etwas unterschiedlich ist, möchten wir euch nun mein Problem vorstellen.

Wir hatten bisher einen Kater, EKH, Freigänger, ca. zwei Jahre alt, kam aus dem Katzenhaus in unserer Gegend. Wir haben ihn jetzt etwas länger als ein Jahr und er hat sich prächtig eingelebt. Er ist verschmust, lag oft bei uns auf der couch, er hat sich regelrecht zwischen uns gedrängt. Er durfte zu jeder Zeit ins Freie oder auch drin bleiben, je nachdem wie er es wollte.

Seit nun knapp einer Woche haben wir eine zweite Katze. Es ist ein Ragdoll-Mädchen, 15 Wochen jung, verspielt, fühlte sich sofort wohl in unserer Wohnung. Wir dachten eigentlich die Kleine könnte noch eine zeitlang "Heimweh" haben und es würde noch länger dauern sich mit der neuen Situation abzufinden und sich einzuleben. Aber alles optimal mit der Kleinen!

Und jetzt kommt das Thema der Zusammenführung. Hier sind wir offensichtlich mehr als schlecht vorgegangen. Als das neue Ragdoll-Mädchen noch in der Transportbox war und wir nach Hause kamen an dem Tag als wir Sie uns zulegten, "überraschten" wir unseren Kater und stellten Sie ihm vor die Nase. Sehr schlecht! Ja, das wissen wir heute auch aber alles jammern hilft jetzt nichts. Nach kurzer Irritation bei unserem Kater, war er sofort auf 180. Er fauchte nur noch die Kleine an und wollte anschließend direkt aus der Wohnung. Wir öffneten Ihm die Tür und er war erst einmal weg.

Unser Kater, der ja Freigänger ist, war vorher so gut wie jeden Tag bei uns in der Wohnung. Seit der Vorstellung ist er jedoch eigentlich nur noch draußen. Er traut sich nicht mehr in unsere Wohnung, hat regelrecht Angst vor der Kleinen. Sie ist eigentlich ganz cool. Und geht auch auf Ihn zu! Er faucht dann nur noch, wenn er mal vor der Tür sitzt und allein nur den Duft des neuen Kätzchens riecht. Wenn wir ihn beruhigen oder streicheln möchten, reagiert er auch aggressiv uns gegenüber. Er möchte kratzen und beißen, faucht und murrt. Es sei denn man trifft ihn draußen vor der Tür an, weit genug entfernt von der Neuen. Dann kommt er noch mal ab und an und schmust sich an das Bein. Er ist aber einfach nicht mehr der Alte.

Wir wissen nun echt nicht, wie wir unseren Kater an unser neues Kätzchen gewöhnen können. Er ist ja nur noch selten da, und wenn, dann kommt er nicht in die Wohnung. Natürlich haben wir nun Angst ihn gänzlich zu verlieren, er irgendwann überhaupt nicht mehr kommt.
Natürlich wäre es für unser Ragdoll-Mädchen auch von Vorteil wenn sie einen Spielgefährten im Haus hätte, sodass Sie nicht den halben Tag alleine zu Hause ist.

Wie würdet Ihr nun reagieren? Ich weiß, wir haben das mit der Zusammenführung ordentlich verbockt, und die Situation besteht ja auch erst seit einer Woche. Aber wir machen uns Sorgen und wollen nun, bevor wir eventuell noch weitere Fehler machen, euch fragen, ob ihr Tipps für uns habt, wie wir die Zusammenführung ab sofort so optimal wie möglich machen können. Wir hoffen ihr könnt uns helfen. Vielen Dank schon mal.
 
  • Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause Beitrag #2
Hallo herzlich willkommen hier im Forum :)

Ich fürchte da ist einiges nicht so gut gelaufen. Wie gut sozialisiert ist euer Kater? Wie gut versteht er sich mit anderen Katzen? Wie oft ist er normalerweise draußen unterwegs?

Das Problem bei Freigänger u. Kitten ist, dass ein Freigänger meist kein adäquater Spielkamerad und keine ausreichende Gesellschaft für ein Kitten ist und das Kitten dann viel zu oft allein daheim ist.

Die meisten Freigänger leben sich draußen aus und sind zuhause deutlich weniger verspielt als Wohnungskatzen und wollen meist eher ihre Ruhe und dann nicht noch stundenlang mit einem Kitten durch die Wohnung toben, aber genau das braucht ein Kitten in dem Alter, nicht nur 5 min sondern deutlich länger und das mehrfach am Tag.

Ich persönlich würde Kitten frühestens mit 10-12 Monaten rauslassen, davor sind die viel zu verspielt und unbedarft, laufen allem und jedem blind hinterher, dass wäre mir zu gefährlich. Abgesehen davon muss ein Kitten auf jeden Fall vor dem ersten Freigang kastriert werden, ausreichend geimpft, gechipt und/oder tätowiert. Dadurch wäre die Kleine aber monatelang des Öfteren Allein zuhause.

Ich persönlich würde wenn 2 Kitten zu einem Freigänger setzen oder hätte ein schon etwas älteres Tier gewählt, welches schon kastriert und alt genug ist und dann nach der Zusammenführung bereits nach 6-8 Wochen z.B. ebenfalls Freigang bekommen kann, wenn alles gut läuft.

Wobei jetzt bei euch erstmal das Hauptproblem vieler Vergesellschaftungen mit Freigängern eingetreten ist, der Freigänger weicht nach draußen aus und verweigert sich sozusagen, er weicht der Situation aus. Bei vielen Freigängern dauern daher Zusammenführungen äußerst lange und gestalten sich auch als schwieriger als bei anderen, vorallem wenn die Katze bisher allein gelebt hat. Meint ihr, dass es möglich ist ihn eine gewisse Zeit drinnen zu behalten? Vorallem solltet ihr ihn jetzt erstmal sehr verwöhnen er braucht positive Erlebnisse also ruhig ein paar Leckerlis mehr als sonst und das Lieblingsfressen öfters auf dem Speiseplan, dann ganz viel Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit wenn er da ist, ruhig die Kleine dann man ignorieren.

Abgesehen davon, hätte ich auch eher zu einem Kater geraten. Soll euer Ragdoll-Mädchen Wohnungskatze werden oder später auch Freigang bekommen? Die meisten Züchter sind ja gegen ungesicherten Freigang, bei meinen BKHs ist dass auch im Kaufvertrag so festgehalten, wobei es bei mir ohnehin keine Option ist, weil ich mitten in der Stadt wohne.
 
  • Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause Beitrag #3
Vielen lieben Dank für die nette und ausführliche Antwort!

Ich versuche nun mal nach und nach alle Fragen zu beantworten, um noch ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen :)

Unser Kater hatte wohl vor der Zeit im Katzenhaus nicht so eine schöne Zeit erlebt. Er hatte zwei Geschwisterchen und lebte in einem Haus. Die Halterin hatte sich miserabel um die Kätzchen gekümmert. Einmal im Monat sollen sie etwas zu essen bekommen haben. So erzählte es uns die Dame aus dem Katzenhaus. Die Kätzchen magerten immer mehr ab. Dies fiel auch einer aufmerksamen Nachbarin auf, die daraufhin das Katzenhaus informierte. Diese holten dann die Katzen dort weg. Ein Geschwisterchen starb sogar noch in der Hand der Pflegerin, weil es einfach zu schwach und abgemagert war. Traurige Geschichte! Unser Kater lebte seitdem nun also im Katzenhaus aus den wir Ihn dann im September 2013 holten. Dort lebten ca. 80 weitere Katzen! Wir sind also davon ausgegangen, dass er somit keine Probleme mit anderen Artgenossen haben sollte. Wer es mit 80 Katzen aushält, der schafft das auch mit einer, dachten wir. Er wurde damals auf ein Jahr (Alter) geschätzt.

Unser Kater war, bevor wir unser Ragdoll-Mädchen bekamen, jeden Tag draußen. Eigentlich immer dann, wenn wir morgens auf die Arbeit gefahren sind musste er raus. Manchmal kam er dann direkt Mittags nach Feierabend wieder zu uns, kam erst Abends oder hier und da auch mal erst nach zwei Tagen wieder. Wie es ihm recht war.

Unsere Ragdoll soll aber in keinem Fall ein Freigänger werden. Hier hätten wir zu viel Angst, dass Sie jemand anders mitnehmen könnte. Katzenliebhaber wissen sicherlich auch über den Preis bescheid, den man für so ein Kätzchen bezahlt. Das ist uns zu risikoreich. Sie ist und bleibt also eine Hauskatze.

Mittlerweile kommt unser Kater auch wieder so gut wie jeden Tag zu uns. Was für ein Glück! Wir haben ihm nun das Schlafzimmer zu seinem Reich gemacht, womit er auch ganz gut klar kommt. Auch lassen wir ihn dann in den Flur, das Bad und die Küche gehen. Man merkt aber das er hier noch sehr zarghaft und ängstlich ist, da ihn dann nur noch die Wohnzimmertür von unserem Kitten trennt. Wenn er sie dann hört, setzt er sich provokant vor die Wohnzimmertür und faucht und murrt. Er beobachtet aber auch manchmal einfach nur und geht dann nach kurzer Zeit wieder weg. ABER...er ist zumindest mal wieder in der Wohnung und lässt sich von uns wieder streicheln und anfassen. Ein kleiner Erfolg :)

Was denkt ihr nun? Erst einmal so weitermachen, jedem sein Reich lassen, und nach und nach mal versuchen, die zwei in einen Raum zu stecken? Wir würden die Situation dann erst einmal einen Monat so beibehalten bevor wir die Zwei in einen Raum stecken würden, wenn nichts dagegen spricht.
Außerdem steht noch die Kastration unserer Kleinen an. Denkt ihr, es könnte sich dadurch auch noch mal eine Besserung einstellen?
Vielen Dank schon mal vorab.
 
  • Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause Beitrag #4
Das ist wirklich eine etwas unglückliche Situation und eigentlich sind es ja sogar zwei große Baustellen.

Mit eurem Kater habt ihr im Endeffekt nicht viele Möglichkeiten. Entweder ihr sperrt ihn für einen gewissen Zeitraum ein, so dass er sich mit dem Zuwachs arrangieren muss, oder aber ihr lebt mit dem Zustand, dasss er vorerst weniger zu Hause ist und gebt ihm einfach Zeit, sich daran zu gewöhnen. Bei Freigängern besteht leider immer das Risiko, dass sie auf ein anderes Zuhause ausweichen, selbst wenn sich gar nichts verändert. Bei einem Zuwachs ist das Risiko dann natürlich gleich viel größer. Ich würde hier zu Variante zwei tendieren. Lasst ihn in seinem Tempo mit der neuen Situation zurecht kommen und sperrt ihn nicht zwangsweise mit der kleinen irgendwo ein.

Die zweite Baustelle ist allerdings die Kleine, die ja nun alleine ist und auch viel alleine bleiben wird, wenn sie in der Wohnung bleiben soll (ich kann das absolut nachvollziehen, ich habe selbst 4 Maine Coons, die nicht in den ungesicherten Freigang gehen). Da ist ein zweites Kitten eigentlich Pflicht, damit auch sie vernünftig und möglichst artgerecht gehalten werden kann. Und das möglichst zügig, denn gerade in dem Alter brauchen sie Artgenossen wirklich ganz dringend!
 
  • Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause Beitrag #5
Hmm... Euer Kätzchen ist nun also alleine. Es hat keinen Spielkameraden und sieht einen Artgenossen nur aus der Ferne.
Ihr zieht da gerade die nächste verkorkste Katze heran um es mal derb auszudrücken.
Euer Kater ist das Alleinsein in der Wohnung gewöhnt. Draussen trifft er andere Katzen am ehesten, um mit denen abzuklären, wem welches Revier gehört. Hat nicht viel mit guter sozialer Interaktion zu tun. Und nun hat er so nen kleinen Fellhintern in SEINEM Revier. Das er da ungern reinkommt, ist verständlich. Er kennt es ja nicht.

Ich bin vor einigen Monaten zu meinem derzeitigen Lebensabschnittsgefährten gezogen. Er hat ne Katze. Einzelgänger, jahrelang alleine gewesen, nur draussen Revierstreitigkeiten geklärt, das Haus hatte sie für sich alleine.
Dann kam ich mit 3 Katzen ins Haus.
Huiiii.... Madame lebte nur noch draussen. Kam zum fressen rein und verschwand wieder. Nach einigen Wochen taute sie langsam auf und blieb auch mal ein paar Stunden im Haus. Dann bekam ich dummerweise ein Notfellchen ins Haus was viel zu jung ist für meine andere Katzen, weswegen ich gleich noch ein Geschwisterpärchen im fast selben Alter wie das Notfellchen aufnahm.
Seitdem sieht man die Alteingesessene natürlich nur noch aus der Ferne.
Sie spuckt und faucht alles an was ihr zu nahe kommt. Anfassen geht gar nicht mehr.
DAS hat mein Freund verbockt und seine Katze ist nun die Leidtragende.
Das erzähle ich nur um Dir klar zu machen, dass ich eine sehr klare Vorstellung davon habe, was gerade bei Dir passiert.

Man könnte denken, das eurer Kater jung genug ist, um sich mit der Situation zu arrangieren, aber ich befürchte, dass eure beiden Katzen nie die grosse Liebe füreinander entdecken werden.
Und für die Kleine ist es einfach nur absolut fies, dass sie nun drin bleiben muss und letztlich alleine lebt ohne Artgenossen, weil der ortsansässige Artgenosse nichts von ihr wissen will und sich auch nicht mit ihr auseinandersetzen muss, weil er Freigänger ist.

80 Katzen in einem Katzenhaus zählen nicht als Part eines sozialen Lebens. Ein Katzenhaus ist Stress und hat nichts mit einem normalen Katzenleben zu tun.
Das sollte seine Abneigung gegen seine eigene Art eher noch verschlimmert haben und das er nun draussen nur Kontakt in Form von Revierstreitigkeiten hat, macht es nicht besser.
Bei euch läuft mehr schief als nur ein schlechter Start bei der VG.
Ihr habt denkbar ungünstige Verhältnisse.
Eine Kastration bei der Kleinen ist natürlich dringend notwendig, wird aber nichts ändern. Gemacht werden muss es natürlich trotzdem!

Zwingt den beiden nichts auf. Steckt sie nicht zusammen in einen Raum, wo sie sich nicht ausweichen können, haltet keinen der Katzen fest um sicherzustellen dass da mal Kontakt hergestellt wird a la "guck Mieze, passiert doch nichts".

Ich würde euch dringend zu einem weiteren Kätzchen im Alter der Mini-Mieze raten, was ebenfalls drin bleiben wird, damit zumindest sie ein gutes soziales Leben führen kann. Die beiden hätten dann sich und würden euren Kater in Ruhe lassen.
Oder die Alternative ist die Katze später rauszulassen, damit sie sich draussen ihr soziales Umfeld suchen kann.
 
  • Neue Katze fühlt sich total wohl, alte kaum noch zu Hause Beitrag #6
Die zweite Baustelle ist allerdings die Kleine, die ja nun alleine ist und auch viel alleine bleiben wird, wenn sie in der Wohnung bleiben soll (ich kann das absolut nachvollziehen, ich habe selbst 4 Maine Coons, die nicht in den ungesicherten Freigang gehen). Da ist ein zweites Kitten eigentlich Pflicht, damit auch sie vernünftig und möglichst artgerecht gehalten werden kann. Und das möglichst zügig, denn gerade in dem Alter brauchen sie Artgenossen wirklich ganz dringend!

Sehe ich ganz genauso.

Auch wenn ich geraten haben ihn anfangs wenn möglich mehr drinnen zu halten, war damit natürlich nicht gemeint, die beiden in einen Raum zusammenzusperren und eine Vergesellschaftung zu erzwingen, die sollten schon die ganze Wohnung zur Verfügung haben und sich auch aus den Weg und erstmal mit Abstand begegnen können. War ja nur, weil er anfangs ganz weggeblieben ist.
 
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