Wir haben uns vor 2 Jahren unseren ersten Dobermann geholt.
Ich habe eine Menge Hundeerfahrung, mein Lebensgefährte nicht.
Wir haben uns vorher erkundigt, viel gelesen und und und. Wir dachten wir wüßten genug, um uns einen Dobi zu holen.
Wir haben uns einen Welpen vom Züchter geholt Wir haben uns extra einen Züchter ausgesucht, der nicht in Zwingern züchtet, sondern auf einen Bauerhof. Wir haben den Züchter von einem Bekannten. Dem sein Dobi ist der Papa von unserem. Wir haben das extra so gemacht, weil wir etwas Angst hatten einfach irgendwo einen Dobi zu holen, den auch bei den Dobermännern gibt es Zuchtprobleme. Mache haben Hüftschaden bzw. bekommen es irgendwann. Viele Dobis sterben, weil sie Herzmuskelprobleme haben. Es gibt leider viele Dobermänner, die schon im Alter von 3-4 Jahren sterben. Es gibt auch manche, die 12 oder noch älter werden. Aber meistens haben sie eine Lebenserwartung von 7-10 Jahren - leider etwas wenig finde ich.
Wie auch immer, wir haben uns noch 1 Jahr reiflicher Überlegung dann einen Dobi gekauft. Billig war es nicht gerade. Auch haben wir ihn aus Österreich - lange Fahrt. Wir waren einmal da, als unser Kleiner 6 Wochen alt war und haben uns einen ausgesucht. Mit 12 Wochen haben wir ihn dann abgeholt.
Als er 6 Wochen alt war, war er der ruhigste von allen. Mit 12 Wochen war er der wildeste. So kann sich das ändern.
Schon mit 4-5 Monaten hat er Kräfte entwickelt, die hätten wir nie vermutet. Als er ein halbes Jahr alt war, versuchte er schon uns auf der Nase herum zu tanzen. Dobermänner vor allem die Rüder wollen immer die Chef´s sein. Wir haben alles so gemacht wie wir es gelesen haben. Aber wir waren doch nicht konsequent genug. Mit einem Jahr hatter er so eine Kraft, daß ich ihn an der Leine fast nicht halten konnte, wenn ein Radfahrer oder Jogger kam. Echt heftig. Er ist ein sehr lebendiges und wilder Teufel. Gott sei dank waren wir in der Welpenschule, so daß er sozialisert ist (kann mit jedem anderem Hund). Aber manche Dinge haben wir einfach nicht in den Griff bekommen, daher gingen wir vor ca. 9 Monaten zu einem Trainer in die Einzelstunde. Nach langen üben und viel Ausdauer kam dann die Besserung.
Mittlerweile funktionert er super. Sitz, Platz, Ablegen, Kommen, Beifuß und und - alles kein Problem mehr. An der Leine zieht er immer noch, aber nicht mehr arg. Ich kann ihn super halten.
Er ist auf der einen Seite ein sehr sensibler Hund auf der anderen Seite das genaue Gegenteil. Nennen wir es mal grob. Er ist sehr lebhaft und wenn er sich freut und auf einen zuspringt dann ist er recht grob. Er merkt es nicht. Er ist einfach das Gegenteil von feinfühlig. Auch wenn er sich selbst den Kopf anschlägt - er merkt es nicht.
Aber wenn man diesen Sußen schlagen würde, dann hätte man ein Problem, denn in diesem Bereich sind Dobis sehr sensibel.
Dobermänner brauchen eine starke Hand - also nicht schlagen sondern konsequentes erziehen, klare Befehle, keine Diskussionen, immer eindeutig immer gleich - sonst macht er was er will.
Ganz ehrlich - wir haben vorher gewußt, daß ein Dobermann nicht einfach ist. Aber das er so schwierig ist, das hätten wir nicht gedacht Nun ist es ja gut, aber bis mal alles geklappt hat. Und man braucht sehr viel Geduld und muß viel üben. Beim nächsten Hund machen wir alles anders, wir waren am Anfang einfach zu lieb. Also nicht falsch verstehen, Liebe braucht der Hund, aber man muß auch durchgreifen, wenn er Sch... baut.
Dobis lernen, aber man mu0 viel über die Stimme arbeiten - also ihn mit hoher Stimme loben oder mit tieferstimme "nein" sagen. Mit Leckeries arbeiten und und und.
Der Dobermann ist ein Hund, der nur in erfahrene Hände kommen sollte. Und jetzt im nachhin ein muß ich echt sagen, auch wenn jemand viele Hunde schon hätte, der Dobermann ist was anderes.
Du brauchst auch viel Zeit - nicht nur die ersten 3 Jahre. Klar, die sind am wichtigesten. Du mußt mit einem Dobi mind. 3 x am Tag raus und davon mind. 2 x mind, 1 Stunde. Nicht nur einfach spazieren gehen, auch spielen und vor allem Lernspiele. Der Dobermann muß gefordert werden. Wir gehen morgens 30 min., Mittags 1 Stunde, Nachmittags 1 Stunde und abends um 21 Uhr nochmals 20 min. Mittags und Nachmittags wird gespielt und gelernt mit Ballspielen etc. Man braucht schon ganz schön Zeit.
Aber ich muß auch dazu sagen, daß wir einen besonders hibbeligen Dobermann haben, er ist ein bisschen hyperaktiv. Es sind nicht alle so. Es gibt durchaus auch ruhigere. Nur das weiß man vorher nicht. Hündinen sind auch nicht ganz so extrem.
Überlege es Dir sehr gut. Und nur wenn Deine Familie Dich unterstützt, denn Du bist vielleicht mal krank, im Urlaub oder hast nach der Ausbildung eben nicht mehr so viel Zeit.
In Baden-W. gilt er nicht als Kampfhund, sondern als Wachhung. Die Steuerpreise sind nicht nur vom Land sondern auch vom Landkreis abhänig. Erkundige Dich vorher. Solltet Ihr in Miete leben, schau im Mietvertrag, ob ein Hund erlaubt ist oder laß es Euch erlauben - nicht das Ihr später Probleme bekommt.
Mit einem Dobi (eigentlich mit jedem Hund) solltest Du in die Welpenschule gehen. Die kostet meist nicht viel, aber es ist sehr wichtig für den Hund. Dort wird er sozialisiert, d. h. er darf mit vielen anderen Welpen in der Gruppe spielen und spielerisch einiges lernen. Die Hunde, die in einer Welpenschule waren, haben meist später keine Probleme mit anderen Hunden.
Überlege Dir, wenn es unbedingt ein Dobermann sein muß, ob ein Dobermann aus dem Tierheim nicht wirklich vielleicht besser wäre. Es gibt eine Internetseite
http://dobermann-nothilfe.de. Hier gibt es soviele süßen Dobis - teilweise ältere, aber auch teilweise recht junge mit 3 Monaten oder 1 Jahr. Die sind dankbar und Du tust was gutes. Und vielleicht haste Glück und der ist schon etwas erzogen, das spart ne Menge Arbeit.
Den nächste Dobi wird bei uns einer aus der Nothilfe, das ist sicher.
Ich wünsch Dir alles Gute.