- Ratlos: Drastische Wesensveränderung Beitrag #1
JustJules
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Hallo liebes Tierforum,
ich habe mich eben erst hier angemeldet und hoffe, dass mir irgendein Tierfreund in diesem netten Forum einen Rat geben kann, nachdem der Tierarzt mir nichts sagen konnte (dazu später mehr).
Außerdem tut es mir leid, wenn das jetzt etwas ausführlich und lang wird aber das halte ich für nötig.
Es geht um meinen Kater Frodo (das süße Tierchen auf meinem Profilbild). Er ist 6 Jahre alt und ein Hauskater – wobei er auch Auslauf ins Treppenhaus, in den Keller und in die leer stehende Dachwohnung über uns hat. Er lebt zusammen mit seinem gleichaltrigen Bruder bei mir und meinem Freund – wir sind beide berufstätig – in einer großen 2-Zimmer-Wohnung.
Nun zum Problem: Frodo hat sich in diesem Jahr extrem verändert. So sehr, dass es sich anfühlt, als hätte ich eine völlig fremde Katze Daheim und ich bin regelmäßig den Tränen nahe deswegen. Um diese Veränderung mal genauer zu beschreiben:
1. Er schnurrt nicht mehr. Früher hat er oft und viel geschnurrt. Jetzt schnarcht er höchstens mal oder lässt einen lauten Schnaufer los, der eher unzufrieden als entspannt klingt. Außerdem ist Schwanz-wedeln jetzt Routine. Er wedelt eigentlich ständig mit dem Schwanz – vor allem wenn man ihn mal zum Schmusen "nötigt".
2. Er ist überhaupt nicht mehr agil. Früher hat er uns aufgelauert und ist dann die Wände hoch gesprungen, ist mit uns durch die Wohnung gejagt und hat viel gespielt. Jetzt läuft er nur noch langsam durch die Gegend. Ins Treppenhaus geht er auch nicht mehr. Letztes Jahr hat er mir noch Champignons aus dem Keller in die Wohnung gebracht und war viel und oft auf Erkundungstour (wir haben einen großen Keller).
3. Er ist nicht mehr kommunikativ. Vorher gab es auf jedes Zurufen eine Antwort. Man konnte richtig mit ihm Quatschen oder er hat uns zum Spielen aufgefordert. Jetzt maunzt er höchstens alle paar Wochen mal…aber dann auch eher unzufrieden als fröhliches Geplapper.
4. Schmusen ist nicht mehr. Er war der schmusigste Kater, den man sich vorstellen kann. Hat sich eigens in unsere Arme gekuschelt. Kaum hat man ihn angefasst, ist er umgefallen und hat sich auf den Rücken geflätzt, damit man ihn kraulen konnte. Ständig gab es Kopfstubser. All das gibt es nicht mehr. Er kommt oft zu uns und starrt uns an aber Körperkontakt sucht er nicht, sondern geht dann fix wieder. Teilweise duckt er sich sogar weg, wenn man ihn streicheln will.
5. Er sucht trotzdem Nähe! Er läuft uns überall hin nach. So penetrant, dass man ständig über ihn drüber stolpert. Dadurch, dass er so langsam läuft, kommt er aber oft auch gar nicht wirklich hinterher, wenn man beispielsweise gerade am Aufräumen ist. Er kommt auch auf Zuruf.
Alldem ging ein anderes Verhalten voraus, dass uns negativ aufgefallen ist: Eifersucht. Frodo wurde ganz plötzlich fürchterlich eifersüchtig auf seinen Bruder (obwohl der schon immer weniger ein Mama/Papa-Kind war). Sobald Samsa bei uns war, ist Frodo dazu gekommen und hat seinen Bruder erstmal manisch geschleckt, bis er plötzlich zugebissen hat. Message war ganz klar "Weg von Mama/Papa!". Selbst schmusen wollte er da schon wenig. Es ging ihm nur darum, seinen Bruder zu vergraulen und dann war er selbst auch wieder weg.
Das macht er jetzt zum Glück nicht mehr! Das war eine Phase von ein paar Monaten und dann ging es in den jetzigen Zustand über.
Uns Kratzen und Beißen tut er nicht, hat er nie.
Er frisst und trinkt normal, er geht normal auf sein Klo.
Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich habe eine depressive Katze Daheim. Aber trotzdem wollte ich gucken, ob ihm Körperlich was fehlt, ob er Schmerzen hat.
Also waren wir Freitag & Samstag beim Tierarzt. Abtasten, Kleines Blutbild, großes Blutbild, Röntgen, Ultraschall, Lymphknotenpunktierung.
Befunde:
- leicht erhöhter Nierenwert, jedoch alle anderen Werte, die mit der Niere zusammenhängen, völlig normal
- hintere Lymphknoten sind angeschwollen und Lymphflüssigkeit weist auf eine Entzündung hin
- Vordere Pfotenballen sind aufgerissen > Dehydrierung
Das wars. Sonst war alles in bester Ordnung.
Er musste dann von Samstag auf Sonntag in der Klinik bleiben, weil er eine Infusion bekommen hat. Ärzte sagen aber, es handele sich anhand der Werte nicht um eine CNI. Eine Urinuntersuchung haben wir dem kleinen an diesem furchtbaren Samstag erspart (6 Stunden Transportbox ohne Essen und Trinken und nur zum Autsch-kriegen/Stress raus gekommen…).
Nächste Woche werden wir noch mal das Blut checken lassen, ob die Niere sich durch die Infusion wieder normalisiert hat. Wenn nicht, machen wir die Urinuntersuchung.
Hat jemand irgendeinen Rat für mich, was ich mit meiner Katze machen soll? Ich hätte gern meinen Frodo zurück. Der jetzige Zombie-Frodo macht mich unheimlich traurig und lässt mich verzweifeln.
Nachdem er gestern wieder zu Hause war, gab es wieder das alte Spiel: Er läuft uns überall hin nach.
Sobald wir auf der Couch sitzen, hängt seine Platte übrigens völlig. Er kommt dann vor die Couch und starrt uns an, dann animieren wir ihn, zu uns auf die Couch zu kommen, er kommt hoch und läuft schnurstracks um uns herum und wieder von der Couch runter. 1 Minute später steht er wieder vor der Couch und das ganze wiederholt sich etwa 20 Mal.
Wir haben schon überlegt, ob wir ihn wieder etwas "aufheitern" können, indem wir ihn mit einer Leine mit nach draußen nehmen…wobei der Tierarzt meinte, dass das Quatsch wäre, da der Kater ja nie Freigänger war und nichts vermissen dürfte.
Was sollen wir tun? HILFE!! Hatte jemand schon mal dasselbe Phänomen?
Danke an Alle, die sich das durchgelesen haben und sich an dem Thread beteiligen wollen!
Ganz liebe Grüße
Jules
Edit: Vergessen zu erwähnen – damit unsere Mäuse in Zukunft mehr zum Trinken animiert werden, haben wir auch gleich 2 Trinkbrunnen bestellt, die diese Woche in Betrieb genommen werden.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Update: Er hat sich gerade zum ersten Mal seit Wochen auf meinen Schoß gelegt, wedelt aber heftig mit dem Schwanz, sobald ich ihn anfasse. :|
ich habe mich eben erst hier angemeldet und hoffe, dass mir irgendein Tierfreund in diesem netten Forum einen Rat geben kann, nachdem der Tierarzt mir nichts sagen konnte (dazu später mehr).
Außerdem tut es mir leid, wenn das jetzt etwas ausführlich und lang wird aber das halte ich für nötig.
Es geht um meinen Kater Frodo (das süße Tierchen auf meinem Profilbild). Er ist 6 Jahre alt und ein Hauskater – wobei er auch Auslauf ins Treppenhaus, in den Keller und in die leer stehende Dachwohnung über uns hat. Er lebt zusammen mit seinem gleichaltrigen Bruder bei mir und meinem Freund – wir sind beide berufstätig – in einer großen 2-Zimmer-Wohnung.
Nun zum Problem: Frodo hat sich in diesem Jahr extrem verändert. So sehr, dass es sich anfühlt, als hätte ich eine völlig fremde Katze Daheim und ich bin regelmäßig den Tränen nahe deswegen. Um diese Veränderung mal genauer zu beschreiben:
1. Er schnurrt nicht mehr. Früher hat er oft und viel geschnurrt. Jetzt schnarcht er höchstens mal oder lässt einen lauten Schnaufer los, der eher unzufrieden als entspannt klingt. Außerdem ist Schwanz-wedeln jetzt Routine. Er wedelt eigentlich ständig mit dem Schwanz – vor allem wenn man ihn mal zum Schmusen "nötigt".
2. Er ist überhaupt nicht mehr agil. Früher hat er uns aufgelauert und ist dann die Wände hoch gesprungen, ist mit uns durch die Wohnung gejagt und hat viel gespielt. Jetzt läuft er nur noch langsam durch die Gegend. Ins Treppenhaus geht er auch nicht mehr. Letztes Jahr hat er mir noch Champignons aus dem Keller in die Wohnung gebracht und war viel und oft auf Erkundungstour (wir haben einen großen Keller).
3. Er ist nicht mehr kommunikativ. Vorher gab es auf jedes Zurufen eine Antwort. Man konnte richtig mit ihm Quatschen oder er hat uns zum Spielen aufgefordert. Jetzt maunzt er höchstens alle paar Wochen mal…aber dann auch eher unzufrieden als fröhliches Geplapper.
4. Schmusen ist nicht mehr. Er war der schmusigste Kater, den man sich vorstellen kann. Hat sich eigens in unsere Arme gekuschelt. Kaum hat man ihn angefasst, ist er umgefallen und hat sich auf den Rücken geflätzt, damit man ihn kraulen konnte. Ständig gab es Kopfstubser. All das gibt es nicht mehr. Er kommt oft zu uns und starrt uns an aber Körperkontakt sucht er nicht, sondern geht dann fix wieder. Teilweise duckt er sich sogar weg, wenn man ihn streicheln will.
5. Er sucht trotzdem Nähe! Er läuft uns überall hin nach. So penetrant, dass man ständig über ihn drüber stolpert. Dadurch, dass er so langsam läuft, kommt er aber oft auch gar nicht wirklich hinterher, wenn man beispielsweise gerade am Aufräumen ist. Er kommt auch auf Zuruf.
Alldem ging ein anderes Verhalten voraus, dass uns negativ aufgefallen ist: Eifersucht. Frodo wurde ganz plötzlich fürchterlich eifersüchtig auf seinen Bruder (obwohl der schon immer weniger ein Mama/Papa-Kind war). Sobald Samsa bei uns war, ist Frodo dazu gekommen und hat seinen Bruder erstmal manisch geschleckt, bis er plötzlich zugebissen hat. Message war ganz klar "Weg von Mama/Papa!". Selbst schmusen wollte er da schon wenig. Es ging ihm nur darum, seinen Bruder zu vergraulen und dann war er selbst auch wieder weg.
Das macht er jetzt zum Glück nicht mehr! Das war eine Phase von ein paar Monaten und dann ging es in den jetzigen Zustand über.
Uns Kratzen und Beißen tut er nicht, hat er nie.
Er frisst und trinkt normal, er geht normal auf sein Klo.
Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich habe eine depressive Katze Daheim. Aber trotzdem wollte ich gucken, ob ihm Körperlich was fehlt, ob er Schmerzen hat.
Also waren wir Freitag & Samstag beim Tierarzt. Abtasten, Kleines Blutbild, großes Blutbild, Röntgen, Ultraschall, Lymphknotenpunktierung.
Befunde:
- leicht erhöhter Nierenwert, jedoch alle anderen Werte, die mit der Niere zusammenhängen, völlig normal
- hintere Lymphknoten sind angeschwollen und Lymphflüssigkeit weist auf eine Entzündung hin
- Vordere Pfotenballen sind aufgerissen > Dehydrierung
Das wars. Sonst war alles in bester Ordnung.
Er musste dann von Samstag auf Sonntag in der Klinik bleiben, weil er eine Infusion bekommen hat. Ärzte sagen aber, es handele sich anhand der Werte nicht um eine CNI. Eine Urinuntersuchung haben wir dem kleinen an diesem furchtbaren Samstag erspart (6 Stunden Transportbox ohne Essen und Trinken und nur zum Autsch-kriegen/Stress raus gekommen…).
Nächste Woche werden wir noch mal das Blut checken lassen, ob die Niere sich durch die Infusion wieder normalisiert hat. Wenn nicht, machen wir die Urinuntersuchung.
Hat jemand irgendeinen Rat für mich, was ich mit meiner Katze machen soll? Ich hätte gern meinen Frodo zurück. Der jetzige Zombie-Frodo macht mich unheimlich traurig und lässt mich verzweifeln.
Nachdem er gestern wieder zu Hause war, gab es wieder das alte Spiel: Er läuft uns überall hin nach.
Sobald wir auf der Couch sitzen, hängt seine Platte übrigens völlig. Er kommt dann vor die Couch und starrt uns an, dann animieren wir ihn, zu uns auf die Couch zu kommen, er kommt hoch und läuft schnurstracks um uns herum und wieder von der Couch runter. 1 Minute später steht er wieder vor der Couch und das ganze wiederholt sich etwa 20 Mal.
Wir haben schon überlegt, ob wir ihn wieder etwas "aufheitern" können, indem wir ihn mit einer Leine mit nach draußen nehmen…wobei der Tierarzt meinte, dass das Quatsch wäre, da der Kater ja nie Freigänger war und nichts vermissen dürfte.
Was sollen wir tun? HILFE!! Hatte jemand schon mal dasselbe Phänomen?
Danke an Alle, die sich das durchgelesen haben und sich an dem Thread beteiligen wollen!
Ganz liebe Grüße
Jules
Edit: Vergessen zu erwähnen – damit unsere Mäuse in Zukunft mehr zum Trinken animiert werden, haben wir auch gleich 2 Trinkbrunnen bestellt, die diese Woche in Betrieb genommen werden.
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Update: Er hat sich gerade zum ersten Mal seit Wochen auf meinen Schoß gelegt, wedelt aber heftig mit dem Schwanz, sobald ich ihn anfasse. :|
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