Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur!

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Guten Morgen liebe Katzen-Besitzer,

wir haben zu Hause grad ein langzeit-Problem mit einem Kater und sind inzwischen ratlos. Jetzt habe ich mich hier angemeldet, in der Hoffnung, jemand hat ein Tipp.

Ausgangssituation:
Katze Lucy: Sie haben wir von einem Züchter bekommen als eine Einzelkatze. In dem Wurf gab es eine ungerade Anzahl der Kitten, es hatten sich Paare gebildet, sie blieb allein, also nahmen wir sie auch allein. Da war sie schon 13 Wochen alt.
Kater Dino: Er kam aus dem Tierheim und war eine Handaufzucht, weil seine Mama überfahren wurde, als die Kitten gerade mal 2-3 Wochen als waren. Er kam ca. 2 Wochen nach Lucy und sie hat ihn sehr schnell akzeptiert. Er hat sich ihr sofort untergeordnet. Bis heute ist sie die Anführerin, wenn’s um Spielen, Lieblingsplatz und „Wer-Isst-Aus-Welchen-Napf“ geht. Er war ca. 11 Wochen alt, als er zu uns kam, also nur etwas junger als Lucy.
Zwischen den Katzen gibt es keinerlei Probleme. Und überhaupt – es hat bis vor einem Jahr nie Probleme gegeben.
Obwohl es reine Hauskatzen sind (75 km2-Wohnung), werden sie regelmäßig geimpft, vom Arzt gecheckt und es gab nie Auffälligkeiten. In der Wohnung haben wir überall Kuschelplätze verteilt. Im Wohnzimmer steht ein deckenhoher Kratzbaum mit mehreren Säulen und Kletterebenen. Gegessen wird nur Nassfutter, Trockenfutter geben wir nur wenn wir alle paar Monate mal über Nacht weg sind. (Was auch immer akzeptiert wird – kein Zerstören der Wohnung, kein Markieren, keine Futterverweigerung) Das einzige, was wir gegen die Regel machen: Es gibt nur ein Klo. Das hat sich aber einfach so ergeben, weil wir irgendwann gemerkt haben, dass Dino und Lucy ehe nur eins nutzen und das zweite kaum. Dann war das zweite Klo weg – und auch das hat nie Probleme bereitet.

Lucy ist vom Wesen her sehr „unabhängig“ und selbstständig. Sie kommt zu ihren festen Spiel- und Kuschelzeiten, kann sehr gut zeigen, wenn sie Hunger hat, aber ansonsten beschäftigt sich viel mit Benno oder döst irgendwo.
Benno ist als Handaufzucht sehr anhänglich. Egal wieviel wir mit ihm spielen/reden/kuscheln, in den Zeiten, wo er mit Lucy nicht spielt, bleibt er trotzdem bei uns. Sprich: Während Lucy irgendwo in einer Hängematte ist, kuschelt er zwischen uns auf der Couch.

Jetzt sind die beiden ca. 3,5 Jahre alt.

Problem:
Katzen durften bei uns früher überall hin. Nur nachts war das Schlafzimmer zu. Auch wenn sie Tagsüber drin gespielt und geschlafen haben, wurden sie nachts rausgeschmissen. Das war immer ok. Unter der Woche, wenn der Wecker klingelte, warteten sie vor der Tür und sobald jemand draußen war, wurde mal in die Küche „mitgenommen“ damit man ihr Frühstück nicht vergisst :D Am Wochenende durften wir ausschlafen. Nur wenn wir zu lange im Bett blieben und sie schon mind. 30min hörten, dass wir wach sind, aber nicht rausgehen, wurde gejault.
Vor einem Jahr nun haben mein Mann und ich entschieden, dass es Zeit für Nachwuchs ist und haben uns auch viel Gedanken um Baby&Katzen gemacht. Da kam die Entscheidung, dass das Schlafzimmer eine Katzen-Freie Zone rund um die Uhr wird. Also blieb die Tür nun auch Tagsüber zu.
Für Lucy alles kein Problem. Sie meckert nur am Wochenende ab und zu wenn wir ihrer Meinung nach zu lange drin bleiben und sie vor Hunger am Sterben ist :D
Aber Benno hat es nicht akzeptiert. Plötzlich ging der Nacht-Terror los: An der Tür kratzen, jaulen, kratzen, jaulen. Und dass mehrmals pro Nacht.:eusa_doh: Wir haben es tapfer ignoriert und versucht am Tag alles so wie immer zu lassen. Bis auf die geschlossene Schlafzimmer-Tür eben. Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht. Sie durften nachts nie rein. Warum soll es so schlimm sein, dass sie nun auch Tagsüber nicht mehr reinkommen? Und dass es Benno nachts ist, und nicht Lucy wissen wir sehr genau, weil beide absolut unterschiedliche Stimmen haben.
Irgendwann kamen wir auf die Idee mit dem Klickern. Nach der Arbeit und abends vor dem schlafen gehen Klickern, bis beide absolut ausgepowert sind. Und auch überall Spielzeug verteilen, so dass sie quasi ne Auswahl haben. Das hat erstmal Ergebnisse gezeigt: Sie haben jetzt beide Haufen Tricks drauf und die Nächte wurden nach und nach ruhiger.
Ein halbes Jahr später war der Benno-Terror nicht mehr jede Nacht, sondern nur so 1-2 Mal pro Woche. :clap:(Und ehrlich, das verlangt viel Geduld, monatelang Nachts nicht durchzuschlafen, vor allem als ich schwanger wurde und den Schlaf wirklich dringend gebraucht hätte). Mit meiner Schwangerschaft habe ich bei Katzen absolut keine Änderungen festgestellt.

Und jetzt kommt der Hammer:
Inzwischen bin ich im 3.Trimester, Baby kommt bald. Der Benno-Terror war schon sehr selten. Aber wenn ich nachts wegen ihm wach wurde, musste ich aufstehen, Pinkeln. Da konnte beim besten Willen nicht mehr liegen bleiben und einschlafen. Somit sind seine Attacken immer häufiger geworden und inzwischen jault&kratzt er wieder jede Nacht, manchmal sogar mehrmals pro Nacht. Das ist ein verdammter Teufelskreis: Wenn ich wach bin, muss ich aufstehen, pinkeln und er kriegt seine Bestätigung, dass sein Verhalten Erfolg hat. Dass ich ihn dabei ignoriere, scheint ihn nicht zu stören.
Jede Nacht (schon wieder, nachdem wir es fast geschafft hatten) aufzuwachen, ist für meinen Mann schon schlimm genug. Für mich ist es der absolute Alptraum, weil ich (wie schon oben erwähnt) dann tatsächlich immer aufstehen muss, und weil mein Ungeborenes nun auch sehr aktiv ist – wenn ich wach bin, ist er es auch und dann wird so viel im Bauch geturn, dass ich ewig brauche, bis ich wieder einschlafe. Manchmal klappt es gar nicht mehr und dann bin ich wach und schau die Decke an. Über Wochen hinweg ist es nun sehr belastend.

Was wir schon ausprobiert haben:
1. Nachts, auch wenn ich raus muss, ignoriere ich Benno komplett. (Nachts nicht aufstehen, ist inzwischen keine Lösung wegen Schwangeren-Blase)
2. Morgens nicht sofort Frühstück geben
3. Noch mehr Klickern&Spielzeug überall verteilen
4. Noch mehr Schlaf/Kuschelplätze/Kuschelhöhlen in der Wohnung verteilen
5. Noch mehr mit Katzen reden/spielen/Kuscheln
6. Fest nach Uhrzeigen Spielen/Kuscheln

Ich mache mir auch über später so Gedanken. Wenn Benno zwei Erwachsene nachts wachkriegt, wie soll es erst sein, wenn das Baby da ist. Ich mein, wenn’s blöd läuft, habe ich ein Schreibaby, das ewig braucht, bis es einmal schläft, und dann kommt der Kater und weckt den armen – dann gibt’s wieder Geschrei. Und dann bin ich wirklich überfordert!!!

Ich verstehe auch nicht, warum das so schlimm ist. Nur weil Benno Handaufzucht ist? Früher war er doch nachts auch allein und durfte nicht ins Schlafzimmer. Und Tagsüber sind wir immer da, im Wohnzimmer/Küche/Arbeitszimmer. D.h. wir sind nur nachts nicht erreichbar. So wie früher auch.
Und für Lucy ist das alles kein Problem. Sie kommt morgens sogar immer etwas später von Ihren Schlafplatz, erst wenn es sich tatsächlich lohnt und der Futternapf gefüllt ist :D Nachts haben wir sie noch nie gesehen.
Ah ja, dass wir das Schlafzimmer für Katzen wieder freigeben, steht nicht zur Diskussion… leider.

Tut mir Leid für so langen Text. Aber vielleicht habt ihr Ideen, wie wir die Situation auflösen können?:evil:
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #2
Also erst mal herzlich willkommen hier :)

Ich kann deinen Kater sehr gut verstehen. Er will bei seiner Familie sein. Er durfte bislang immer ins Schlafzimmer und nun nicht mehr, da würde ich auch randalieren. Ihr habt zwar gute Alternativen geschaffen aber das Schlafzimmer ist einfach immer noch der beste Rückzugs und Menschen Nähe ort.

Wie du siehst klappte es schon recht gut, das ist is nicht bei allen Katzen so. Doch nun durch deine blase machst du es wieder kaputt und leider is rausgehen genau die Aufmerksamkeit die schon ausreicht ihn zu bestätigen in seinem Verhalten. Leider weis ich nun echt nicht genau was man da raten kann. Mir würde nur ein improvisiertes wc für dich einfallen, so musst du nicht raus aber ob du das so willst weiß ich nicht.
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #3
...Er durfte bislang immer ins Schlafzimmer und nun nicht mehr, ...

Er durfte bislang nicht immer ins Schlafzimmer, Nachts war unser Schlafzimmer schon immer zu, nur tagsüber durften Katzen rein. Problem fing erst an, als Benno tagsüber nicht mehr reindurfte.

... Doch nun durch deine blase machst du es wieder kaputt und leider is rausgehen genau die Aufmerksamkeit die schon ausreicht ihn zu bestätigen in seinem Verhalten...

Es ist mir bewusst, dass meine Blase alles kaputtmacht. Aber ich hoffe, es ist nachvollziehbar, dass ich da inzwischen keinen Einfluss auf die Blase habe :uups: Wenn ich wach werde, dann muss ich nunmal. Ich kann körperlich nicht mehr liegen bleiben und warten, bis Benno aufgibt. Schwangerschaft hat nun mal diesen Einfluss auf den Körper.
Topf im Schlafzimmer aufstellen ist leider auch keine Option. Bei aller Tierliebe (ich hoffe, ihr könnt erkennen, dass ich meine Katzen liebe) ist das keien Option, nein nein nein :uups::088:

Oh man... hab grad noch Sprühflaschen mit Bewegungssensor ergoogelt... Wäre es eine Option, so was vor der Tür zu instalieren?
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #4
Mit immer meine ich ja auch immer tagsüber, hab ich blöd formuliert sorry. Und wegen deiner blase klar das versteh ich gut leider weis ich aber keinen weiteren rat für euch. Ich hoffe ihr bekommt noch weitere Denkanstöße.

Von den sprühflachen halte ich eig wenig es kann nutzen, kann aber auch nach hinten losgehen. Er könnte anfangen zu trotz pinkeln ect.
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #5
Mit immer meine ich ja auch immer tagsüber, hab ich blöd formuliert sorry. Und wegen deiner blase klar das versteh ich gut leider weis ich aber keinen weiteren rat für euch. Ich hoffe ihr bekommt noch weitere Denkanstöße.

ja... Nun, danke dir trotzdem für die Aufmerksamkeit. Tut gut zu wissen, dass das Problem ernstgenomen wird. Das bedeutet für mich grad, ich bin nicht ganz verrückt :eusa_doh:
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #6
Nein das bist du definitiv nicht ;) es ist bei Katzen nur einfach nicht so leicht mit "erziehung" ich hoffe hier fällt einigen noch was ein
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #7
Ich hätte für die Katze in deiner Situation null Verständnis mehr und würde zu rabiateren Methoden greifen:

Doppelseitiges Klebeband an Tür und Türschwelle und konsequent nen Sprühstoß Wasser, wenn das Klebeband nix/nicht genug bringt.

Bei aller Tierliebe, aber was dein Kater veranstaltet ist Terror, trotz dass du dich vermehrt kümmerst, und du wirst deine Kräfte demnächst anders brauchen. Da tröstet auch kein "er möchte nur bei seiner Familie sein"...
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #8
Ich hätte für die Katze in deiner Situation null Verständnis mehr und würde zu rabiateren Methoden greifen:

Doppelseitiges Klebeband an Tür und Türschwelle und konsequent nen Sprühstoß Wasser, wenn das Klebeband nix/nicht genug bringt.

Bei aller Tierliebe, aber was dein Kater veranstaltet ist Terror, trotz dass du dich vermehrt kümmerst, und du wirst deine Kräfte demnächst anders brauchen. Da tröstet auch kein "er möchte nur bei seiner Familie sein"...

Das ist es ja... NOCH habe ich Kräfte&Geduld für den Kater, aber wenn mein Baby geboren ist(in 2.5 Monaten), ich mit dem Kind beschäftigt und 100% Hormongesteuert bin... da bin ich mir nicht mehr sicher, wie tierlieb ich noch sein kann.
Nicht falsch verstehen, ich weiss ganz genau, ich könnte keine Katze schlagen oder anbrüllen. Aber ich weiss dann nicht, ob ich meine Lieben noch behalten will. Ich habe immer hochnässig auf die Frauen geschaut, die Kinder bekommen und Katzen abgeben. Aber jetzt fühle ich mich so überfordert, dass ... Mein Kind ist noch nicht mal geboren und ich weiss jetzt schon nicht mehr, wann ich letztes mal ne Nacht durchgeschlafen habe, wegen Kater-Terror.
 
  • Tür-Zu-Problem seit einem Jahr schon – Verzweiflung pur! Beitrag #9
Ich kann dich verstehen - auch ohne Kind.;)

Ich finde einfach, dass Tierhaltung natürlich mit Kompromissen eingeht, und ich finde auch, dass man manchmal einfach eine "Phase" durchstehen muss - aber es gibt auch für mich Grenzen. Natürlich hat sich der jeweilige Mensch die Tiere angeschafft und sie sind nicht spontan selber eingezogen, aber dennoch muss es für beide passen.

Meiner Meinung nach sollte man es erst mit sanfteren Methoden versuchen und das hast du ja auch. Wenn das nichts bringt, dann würde ich persönlich eben zu Klebeband und Sprühflasche greifen. Alternativ Freigang, falls das bei euch möglich ist und du es für dich auch als Lösung empfindest.

Wir haben hier übrigens auch die Situation, dass unsere Katzen tagsüber ins Schlafzimmer dürfen, nachts aber nicht. Unsere vertragen das aber auch gut und ich habe auch keine Lust immer darauf zu achten, dass sie tagsüber nicht ins Zimmer hüpfen - genauso will ich aber nachts meinen Schlaf und das ist mit Katzen im Schlafzimmer nicht möglich. Also geht es nachts eben raus aus dem Zimmer, absolut kompromisslos. Dafür schmeiße ich abends, wenn wir ins Bett gehen, eine Ladung TroFu in einige Räume und sie suchen nachts danach. Die haben sich selbst und Spielzeug und Kratzzeug und weitere ca. 100 qm Rennbahn, das reicht ihnen.

Was eine Abgabe angeht: Das musst du für dich entscheiden. Ich persönlich würde wohl abwarten, bis das Kind da ist und dann mal sehen, wie sie sich verhalten. Vielleicht reicht das Schreibündel aus, um die Katzen vom Zimmer abzuhalten.:mrgreen: Vielleicht aber auch nicht.
 
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