Ein eigenes Pferd muss man halt wirklich wollen. Ich habe unter der Woche für rein gar nichts anderes mehr Zeit. Ich gehe arbeiten und in die Uni, dann komme ich heim, zieh mich wirklich nur um und fahre zum Pferd und dann komme ich irgendwann zwischen 8 und 10 nach Hause, dusche noch, esse etwas und dann gehts auch schon ins Bett.
Ich bereue mein Pferd keinen einzigen Tag, ich würde ihn jeden Tag wieder kaufen, er ist eine wahnsinns Bereicherung in meinem Leben. Aber dafür hat nicht jeder Verständnis und nachvollziehen kann es schon gleich dreimal niemand

. Ich sage regelmäßig Treffen mit meinen Kommilitonen ab und gehe so gut wie nie abends weg (sowohl aus Zeit- als auch aus Kostengründen). Mir liegt es einfach, dieses Pferd macht mich jeden Tag glücklich und ich will auch einfach so viel Zeit in ihn investieren. Aber andere Menschen können oder wollen das nicht.
Das solltest du dir vorher einfach wirklich überlegen. Ich weiß noch genau, wie groß dieser Traum vom Pferd war, wie wenig ich warten wollte, bis ich es schließlich selbst stemmen konnte. Als es dann wirklich ernst wurde, war das natürlich der Wahnsinn! Aber sei ehrlich zu dir selbst und überlege dir, ob du nicht noch ein paar Jahre mit deiner Reitbeteiligung glücklich bist.
Und wenn du schon beim Kauf den Plan hast, evtl mehrere Reitbeteiligungen drauf zu setzen, würde ich es mir echt zweimal überlegen. Dann hast du auch nur ein Pferd, was lauter verschiedene Menschen mit sich rum tragen muss, sich nicht einfach komplett auf dich einlassen kann. Das ist ja eigentlich das schöne an einem eigenen Pferd, dass nur ihr beide miteinander arbeitet und nicht noch 5 andere Leute ihr Halbwissen an diesem Tier ausprobieren. Ich wollte nie eine Reitbeteiligung haben, seit ich wirklich ein Pferd habe (vorher war das auch mein Plan

). Inzwischen kam mir durch Zufall doch eine unter, allerdings eine ehemalige Berufsreiterin, deren Pferd in Rente ist. Bei ihr kann ich zu 100% sicher sein, dass sie mit Einfühlungsvermögen und Sachverstand mit meinem Pferd arbeitet. Ich schaue ihr auch regelmäßig zu und umgekehrt. Kommunikation nach jedem mal Reiten von ihr ist selbstverständlich. Und mehr als einmal die Woche gebe ich ihn auch nicht her. Ich bin froh, noch jemanden an der Hand zu haben, der mir stets mit Rat und Tat zur Seite steht, dem ich auch Bescheid geben kann, wenn ich es mal einen Tag nicht in den Stall schaffe. Und dann weiß ich aber auch, dass zuverlässig nach meinem Pferd geschaut wurde. Ich glaube, so passend treffen es nicht viele an.
Reitbeteiligung ist also nicht gleich Reitbeteiligung und ich finde nicht, dass ein paar Freunde (gleichaltrige?) ausreichen, welche mit schlauen Tipps daher kommen können. Ein Pferd ist ein Lebewesen und man sollte sich hier viel Ahnung verschaffen, wenn man eins halten möchte. Und klar, Nobody is perfect und jeder lernt dazu, ich denke aber, es wäre sehr schlau, dir auf jeden Fall einen erfahrenen Pferdemenschen zu suchen, der dir wirklich auch vor Ort helfen kann.
Ich wollte früher auch alles allein machen, heute bin ich sehr froh um meine liebe Reitbeteiligung und meine Reitlehrerin, ein zweites Paar Augen und weitere Meinungen und Erfahrungen sind eben nicht immer verkehrt
