Ich hatte hier mal drei Kaninchenbabys zur Handaufzucht ab Tag 1.
Davon haben es zwei nicht über die erste Woche hinaus geschafft.
Tierbabys aufziehen heißt vor Allem jede Stunde damit kämpfen wenigstens einen zehntel Mililiter in das Tier zu bekommen, es die ganze Zeit bei sich zu tragen und die Nächte durchzuzechen in denen man sich krampfhaft dazu zwingt wach zu bleiben. Wenn die Abstände beim Füttern langsam von 1 auf 2-3 Stunden gedehnt werden können, ist das schon ein Segen.
Außerdem die permanente Sorge und das Bereithalten einer Notfallapotheke und der Notrufnummern des Tierarztes.. Das ist auch so ein Punkt. Für so ein Projekt sollte man entweder bereits ein erprobtes Grundwissen zum Thema Verdauung des Tieres und was man genau tut, wenn die mal nicht läuft und warum oder einen Tierarzt, der bereit ist, auch nachts ans Telefon zu gehen.
Die Aktion hat mich damals so ziemlich mein Studium gekostet. Ich das kleine Ding natürlich immer dabei und einen so kleinen Nesthocker füttert man nicht mal eben nebenher, das erfordert Konzentration, damit die Milch überhaupt in den Bauch gelangt und nicht in die Atemwege...
Würde ich es noch mal machen? Bestimmt.
Aber nicht begleitend mit Schule oder Beruf. Mach doch nach der Schule oder in den Sommerferien mal ein Praktikum bei einer Wildtierauffangstation, wenn ihr sowas erreichbar in der Nähe habt. Da kannst du dann Erfahrung mit Handaufzuchten machen und bist aber nicht diejenige auf der die ganze Arbeit lastet. (So ein Praktikum macht sich auch gut im Quali-Pass, wenn man später eine Ausbildung machen möchte, die mit Tieren zutun hat

)