Aus meiner Sicht ist das übertrieben. Früher zu Uromas Zeiten haben Hunde die Reste vom Mittagessen beommen und sind auch nicht daran gestorben sondern gesund und munter alt geworden. Bedenklicher finde ich dann eher, wenn man als Laie mit Barfen anfängt und der Hund dann irgendwelche Mängel bekommt weil man aus Unwissenheit was falsch gemacht hat.
Bei der Resteernährung zu Uromas Zeiten hat sich sicher niemand dafür interessiert, ob die Reste auch für den Hund geeignet waren, oder ob der Hund irgendwelche Mängel bekommt, wenn wochenlang nur trockene Brotränder und Gemüseabfälle in seinem Napf waren. Von daher widerspricht sich die Aussage, dass Hunde zu Uromas Zeiten mit Essenesresten 'gesund und munter alt geworden sind' mit der Aussage dass man dem Hund als "Laie" mit dem Barfen durchaus schaden könnte.
Ich selbst habe meinen Hund sehr lange gebarft (ich glaube etwa rund 8 Jahre lang) und wenn man sich in das Wichtigste eingelesen hat ist es sicher keine Wissenschaft, man hat das einfach irgendwann im Gefühl.
Barfen ist einfach, es schmeckt den meisten Hunden ausgezeichnet, es ist gesunde Hundeernährung, es ist eine sinnvolle Resteverwertung, es ist umweltschonend und es ist preislich gesehen nicht mal sonderlich teuer (sicher günstiger als gutes Dosenfutter).
Angesichts dieser Punkte kann ich nicht ganz nachvollziehen warum man Barfen an sich als übertrieben empfinden sollte. Bloß, weil man unter Barfern auch Hard-Liner findet, die gleich allen Menschen Vorwürfe machen die selbst nicht barfen, ist doch die Ernährungsform mit Rohfleisch selbst deswegen nicht schlecht.
Ich persönlich bin immer ein lockerer Barfer gewesen, Portionen hab ich nach Gefühl zusammengestellt und als Leckerchen gab es auch durchaus mal die billigsten Frolics aus dem Supermarkt, weil mein Hund die so gerne mochte. Da war ich immer entspannt, solange der Hund alles verträgt finde ich es darf als Leckerchen auch mal ungesunder Fertigkram sein, schließlich gab es durch das Barfen gesunde Hauptmahlzeiten und ich selber esse ja auch nicht immer nur gesund
Auch wenn ich selbst überzeugter Barfer bin und sicher auch meinen zukünftigen Hund barfen werde möchte ich übrigens dennoch nicht als übertreibender Fanatiker bezeichnet werden, ich werde ja auch niemanden der Fertigfutter gibt als industrie-verblendet und gleichgültig bezeichnen. Von daher denke ich viel weniger als das was im Napf ist macht einen die Wortwohl drumherum zum 'Fanatiker'.