Nachwuchs trotz befristeter Jobs - geht das?

Diskutiere Nachwuchs trotz befristeter Jobs - geht das? im Schule & Beruf Forum im Bereich Smalltalk; Ich würde auch 1 Jahr befristet eingestellt, bevor ich fest übernommen wurde, finde ich nix tragisch. Habe auch schon 4 Jahre befristet in ein und...
Seraph

Seraph

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Ich würde auch 1 Jahr befristet eingestellt, bevor ich fest übernommen wurde, finde ich nix tragisch. Habe auch schon 4 Jahre befristet in ein und der selben Firma gearbeitet. Danach ging es der Firma schlecht und die
Hälfte wurde entlassen bzw. nicht verlängert. Ich bin vorher gegangen, die anderen haben alle gedacht, das sie weiterhin übernommen werden :eusa_doh:
leider ist es von unternehmen zu unternehmen unterschiedlich. Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Gerade in der Industrie gibt es kaum noch Firmen die ohne Leiharbeiter arbeiten. Mein jetziger Arbeitgeber ist einer der wenigen in der Umgebung, der Leiharbeiter für Ausbeute hält und stellt nur direkt (aber mit vorheriger Befristung) ein. Find ich aber völlig in Ordnung.

was bei einer Diskussion über befristete Arbeitsverträge und Familienplanung schon wieder Gespräche über Flüchtlinge und Waffenexporte zu suchen hat, erschließt sich mir nicht. Warscheinlich kommt das Thema immer, wenn man sonst nix beizutragen hat :eusa_think:
 
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mayke

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was bei einer Diskussion über befristete Arbeitsverträge und Familienplanung schon wieder Gespräche über Flüchtlinge und Waffenexporte zu suchen hat, erschließt sich mir nicht. Warscheinlich kommt das Thema immer, wenn man sonst nix beizutragen hat :eusa_think:
Ich habe auch gestern nachmittag das letzte Mal in das Forum geschaut und als ich das heute öffne, lese ich Beiträge über Flüchtlinge.. :D
 
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Ich hab vor meinem zweiten Studium in der Softwarebranche (Videospiele) gearbeitet, da gab es kaum Mitarbeiter, die wirklich fest angestellt waren. Meistens waren die Leute projektbezogen Angestellt oder man war direkt Freiberufler, hatte aber trotzdem einen festen Arbeitsplatz im Büro (so wurde das va bei Grafikern gemacht). Wenn das Projekt dann vorbei war, gab es entweder ein neues oder man ging halt.
Und das waren alles hochqualifizierte, studierte Leute, die allerdings auch wussten worauf sie sich einlassen. Das muss man mögen oder nicht :eusa_think:

Mir war das langfristig nichts, aber ich kenne auch viele die da sehr glücklich sind und eben in ihrem Feld "gut genug" um immer einen neuen Job zu finden. Die haben zum Teil auch Familie, geht also schon, ist aber natürlich nicht ganz so entspannt wie mit einem unbefristeten Vertrag (wobei das ja auch keine Garantie ist! Wenn die Abteilung dicht macht, macht sie nun einmal dicht und man ist im Zweifel weg).
 
Midoriyuki

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Ich lasse solche Aussagen wie von Fritz schlicht nicht gern stehen.
 
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Shaina

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Also ich wurde wegen Krankheit relativ einfach entlassen und das obwohl ich sogar Beamter war. Es kam irgendwann eine Einladung zu einer ärztlichen Untersuchung und danach die Kündigung. Und ich war nicht länger krank wie andere Leute schwanger sind. Da konnte mir auch ein Anwalt nicht helfen.
Das muss man als Beamter aber auch erstmal schaffen.. Normalerweise sind wir so gut wie unkündbar.
 
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Lunimo

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In meinem Bekannten- und Freundeskreis finden sich viele Leute, die mehrere Ausbildungen und/oder Studiengänge besucht haben.
Bis man da mal fertig ist und sicher im Berufsleben steht dauert ja dann auch.
 
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In meinem Bekannten- und Freundeskreis finden sich viele Leute, die mehrere Ausbildungen und/oder Studiengänge besucht haben.
Bis man da mal fertig ist und sicher im Berufsleben steht dauert ja dann auch.
Versteh ich ja, aber lass ich mir davon wirklich meine Familienplanung diktieren?
Eigentlich geht es uns in Deutschland doch global gesehen sehr gut, selbst wenn man nach der Schwangerschaft seinen Job verlieren sollte, ist man nicht darauf angewiesen betteln zu gehen. Klar, große Sprünge gehen dann eventuell nicht, aber verhungern muss hier niemand. Oder: Wo ein Wille ist ist auch ein weg ;)

Ich beobachte zumindest in meinem Freundeskreis (alle so mindestens Mitte/ Ende 20, viele in den 30ern) das die unsichere Jobsituation auch manchmal als Ausrede genommen wird, weil man sich selbst noch nicht reif genug für ein Kind fühlt. Anstatt ehrlich zu sagen "Ich möchte gerade noch mein ungebundenes Leben genießen/ Fühle mich noch nicht reif genug/ Will lieber am Wochenende ausschlafen" als Grund anzugeben, ist dann plötzlich der Job schuld. Da will man erst mindestens unbefristet Angestellt, mit Betrag XXX Brutto und 5 Jahren Firmenzugehörigkeit sein, bevor man es wagt, Kinder haben zu wollen. Möglichst alles planbar, mit kalkulierbarem Risiko.
Als ob man das Leben so planen könnte.

Seit mutig Leute :)
 
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Lunimo

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Man wird es immer irgendwie schaffen, wenn man es unbedingt möchte.
 
Keisuke

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Anstatt ehrlich zu sagen "Ich möchte gerade noch mein ungebundenes Leben genießen/ Fühle mich noch nicht reif genug/ Will lieber am Wochenende ausschlafen" als Grund anzugeben, ist dann plötzlich der Job schuld.
Sagt man aber eben genau die Gründe, dann trifft man manchmal auf Unverständnis - teils auch auf Verachtung/Hass.
Wie kann man nur so egoistisch sein? So unreif?

Geht man noch einen Schritt weiter und sagt gar: Ich will keine Kinder, ich mag keine Kinder! Dann trifft man oft auf noch mehr Unverständnis und noch mehr Hass.
Vor allem als Frau - wie kann man denn keine liebende Mutter sein wollen?!?!

Da schiebt man doch besser den Job vor, das können wenigstens noch mehr Menschen verstehen.

Trotzdem könnte es bei manchen wirklich der Grund sein. Viele wollen ihren Kindern "was bieten", gute Klamotten, ein Haus, einen Garten, Urlaube, alles, was man sich so vorstellt, was man als Kind vielleicht selbst gehabt hätte.

Und noch ein Punkt: Vielen ist der Job einfach wichtig. Der Beruf als Berufung, arbeiten macht Spaß, man sieht darin eine Selbstverwirklichung, man will Karriere machen und will deshalb erstmal "irgendwo ankommen", ehe man sich mit dem "Projekt Familie" auseinander setzt.
 
seven

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Das muss man als Beamter aber auch erstmal schaffen.. Normalerweise sind wir so gut wie unkündbar.
Das sehe ich aber ganz genauso... Als Beamter gekündigt zu werden, dazu gehört mehr, als mal krank zu sein - und auch, als mehr, als mal mehr als ein paar Wochen krank zu sein. Wir hatten im Kollegium schon KollegInnen, die bis zu einem halben Jahr krank waren - und die sind immer noch in ihrem Job...
Also wenn man aus dem Beamten-Job rausgeworfen wird, dann muss da was anderes im Argen liegen, aber ärztlich dokumentierte (sprich Attest) Krankheit ganz gewiss nicht... Man hat halt irgendwann das Pech, dass man aus den zusätzlichen Zahlungen rausfällt - aber das passiert auch erst frühestens nach einem halben Jahr, und bei entsprechender Diagnose nicht mal das...

LG seven
 
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Geht man noch einen Schritt weiter und sagt gar: Ich will keine Kinder, ich mag keine Kinder! Dann trifft man oft auf noch mehr Unverständnis und noch mehr Hass.
Da schiebt man doch besser den Job vor, das können wenigstens noch mehr Menschen verstehen.

Und noch ein Punkt: Vielen ist der Job einfach wichtig. Der Beruf als Berufung, arbeiten macht Spaß, man sieht darin eine Selbstverwirklichung, man will Karriere machen und will deshalb erstmal "irgendwo ankommen", ehe man sich mit dem "Projekt Familie" auseinander setzt.
Stimmt - die Leute die einfach keine Kinder wollen, habe ich in meinem Post unterschlagen. Die haben aber auch das Vereinbarkeitsproblem nicht ;)

Vor allem als Frau - wie kann man denn keine liebende Mutter sein wollen?!?!
Ja weißt du das denn nicht? Sobald eine junges Mädchen geschlechtsreif wird, ist der einzige Wunsch in dem Köpfchen, endlich die eigenen Gene weitergeben zu dürfen.
Beruf, persönliches Glück, alles egal, Hauptsache frau hat sich reproduziert! Und wer dem Volkswillen seinen Körper vorenthält, denkt nur an das eigene Wohl und nicht an die Gemeinschaft.
Solchen Frauen sollte direkt das Wahlrecht und alle weitere Privilegien des Sozialstaates entzogen werden! //Ironie off

Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn man jedem Menschen einen eigenen Lebensentwurf zugestehen würde :roll:
 
Cerridwen

Cerridwen

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Da will man erst mindestens unbefristet Angestellt, mit Betrag XXX Brutto und 5 Jahren Firmenzugehörigkeit sein, bevor man es wagt, Kinder haben zu wollen. Möglichst alles planbar, mit kalkulierbarem Risiko.
Als ob man das Leben so planen könnte.

Seit mutig Leute :)
Hat planbare Sicherheit für mein Kind etwas mit Mut zu tun?

Als Kind, das in der DDR geboren wurde, als der Lebensentwurf für die nächsten 60 Jahre geplant werden konnte, dachten meine Eltern, damals in gesicherten Verhältnissen, nicht im Traume daran, dass wir wenige Jahre später, nach der Wende, vor dem finanziellen Nichts standen. Meine Kindheit hat mich geprägt. Entbehrungen haben mich hart werden lassen, ich weiß wie es ist, wenn man fürchten muss, sein Dach überm Kopf zu verlieren und abends nichts zu essen zu haben. Glaub mir, würde ich jemals Kinder haben wollen, in meinem Kopf würde sich ganz sicher die oben von dir so ins Lächerliche gezogene Vorstellung manifestieren, meinem Kind alle nur mögliche wirtschaftliche Sicherheit bieten zu wollen, damit es nicht wie ich in Armut aufwächst.

Aber schön, wenn es immer noch mutige Leute gibt, die ohne Bildung, Job und Einkommen munter Kinder in die Welt setzen. :roll:
 
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Glaub mir, würde ich jemals Kinder haben wollen, in meinem Kopf würde sich ganz sicher die oben von dir so ins Lächerliche gezogene Vorstellung manifestieren, meinem Kind alle nur mögliche wirtschaftliche Sicherheit bieten zu wollen, damit es nicht wie ich in Armut aufwächst.
Aber schön, wenn es immer noch mutige Leute gibt, die ohne Bildung, Job und Einkommen munter Kinder in die Welt setzen. :roll:
Ich bin unter ganz ähnlichen Umständen aufgewachsen und kann daher nachvollziehen was du meinst - ziehe da allerdings einen anderen Schluss draus:
Natürlich wünsche ich als Elternteil meinem Kind nur das Beste, aber den Kinderwunsch ewig hintenanstellen, weil ich ja weiß, dass irgendwann etwas passieren könnte, was meine Lebensplanung zunichte macht... ich weiß nicht, dann dürfte niemand mehr Kinder bekommen. Es kann so schnell irgendwas passieren - Jobverlust, Partner stirbt oder erkrank schwer und plötzlich sind alle Pläne dahin.

Das hat nichts damit zu tun, dass Menschen ohne Berufausbildung oder Perspektive munter Kinder produzieren sollen. Um diese Leute ging es um den Thread hier doch aber auch gar nicht - sondern um Menschen die eine Ausbildung (vermutlich sogar eine höhere, also Studium) haben und trotzdem immer auf den (noch) perfekte(ere)n Zeitpunkt warten, bis ihnen ihre biologische Uhr dann irgendwann um die Ohren fliegt.
 
A

A-Fritz

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Hallo,
sicherlich kann ich nicht genau beurteilen wie es in der DDR zugegangen ist,
doch auch wenn bei uns auch die dortige Staatsform immer schlecht gemacht wurde,
gab es dort sicher viele Vorteile und dazu gehörte bestimmt auch die Sicherheit einer lebenslangen, kontinuierlichen Beschäftigung
und allen anderen familiären Absicherungen. :clap:

Die Wirkung solcher gesellschaftlichen Strukturen in diesem kommunistischen Land,
in dem auch jeder eine relativ gesicherte Zukunft hatte, gab es natürlich mehr Kinder und eine höhere Scheidungsrate.
Wenn niemand unsicher ist, was ihm die Zukunft bringt, Auskommen, Kinderunterbringung , oder berufliche Beschäftigung gesichert ist
und jedes Paar mit Kind, noch eine Wohnung bekommt, kann Frau auch schneller Kinder zeugen, selbst wenn der Partner verlorengehen könnte. :angel:

Heute bekommen Frauen bei uns ihre Kinder erst Anfang 30, oder noch später,
weil die gesellschaftlichen Umstände nicht gerade kinderfreundlich sind.
Das Leben ist immer ein Wagnis, doch je besser und sicherer die Bedingungen sind,
desto mehr Kinder werden erfolgreich aufgezogen, dieses ist wohl bei allen Wesen immer gleich. :eusa_think:

Fritz.
 
Sina

Sina

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Das hat nichts damit zu tun, dass Menschen ohne Berufausbildung oder Perspektive munter Kinder produzieren sollen.
Huhu,

ich stimme dir in so vielen Punkten zu und bin total froh, dass es offenbar noch andere Leute gibt, die es schade finden, dass immer weniger junge Menschen den Mut finden, ein Kind zu bekommen. Ich finde es völlig legitim, keine Kinder haben zu wollen - wirklich. Aber denen, die sich wirklich welche wünschen, wird es nicht besonders leicht gemacht. Ich bin jetzt 29 und habe keine Kinder. Mittlerweile bin ich verbeamtet, verheiratet, mein Mann hat einen Job. Selbst jetzt finden wir immer noch irgendwelche "Gründe", aus denen wir kein Kind kriegen sollten... Seine Probezeit läuft noch, ich habe gerade eine erste Klasse übernommen.... bla bla bla. Totaler Blödsinn, wenn ihr mich fragt. Bis vor einem Jahr waren mein noch laufendes Referendariat und seine noch nicht beendete Doktorarbeit die Gründe. Selbst da hätte prinzipiell nichts gegen Kinder gesprochen, wenn wir ehrlich sind.

Und jetzt komme ich zu dem Zitat oben. Aus irgendeinem Grund glauben heute offenbar alle, dass man finanziell gut gestellt sein muss, um Kinder bekommen zu dürfen. Und das finde ich wiederum ziemlich fragwürdig. Ich selber war offensichtlich bisher nicht mutig genug, aber darf ich deswegen jemandem ohne Berufsausbildung das Recht absprechen, Kinder zu bekommen? Wenn jemand aufgrund seiner eigenen Situation entscheidet, keine Kinder zu bekommen, ist das das eine. Aber wer sind wir, um anderen zu sagen, dass sie keine haben dürfen?

Ich glaube gar nicht, dass du das selber so hart gemeint hast, trotzdem stolpere ich immer wieder über solche Aussagen und dann ärgere ich mich.

Meine Oma und mein Opa waren unfassbar arm. Sie hatten neun Kinder. Wenn sie nicht den Mut gehabt hätten, trotz ihrer Armut Kinder zu haben, wäre ich heute nicht da.
 
seven

seven

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Aber wer sind wir, um anderen zu sagen, dass sie keine haben dürfen?

Ich glaube gar nicht, dass du das selber so hart gemeint hast, trotzdem stolpere ich immer wieder über solche Aussagen und dann ärgere ich mich.

Meine Oma und mein Opa waren unfassbar arm. Sie hatten neun Kinder. Wenn sie nicht den Mut gehabt hätten, trotz ihrer Armut Kinder zu haben, wäre ich heute nicht da.
Ich muss jetzt gut überlegen, wie ich´s formuliere, dass es nicht in falsche Hälse gerät...
Natürlich hat niemand das Recht, irgendwem vorschreiben zu dürfen, ob und wie viele Kinder er/sie bekommen "darf".

Du hast ja jetzt den gleichen Job wie ich - leider, leider sind da ganz oft Kinder, die vernachlässigt werden, die ohne Frühstück zur Schule kommen, die zu spät kommen, weil die Eltern verschlafen, die ihre Hausaufgaben nicht machen, weil sich zu Hause keiner kümmert, die ihre Arbeitsmaterialien nicht beisammen haben, weil niemand danach guckt etc. pp...
Und das sind - leider - in der Regel Kinder aus sozial schwachen Familien, nicht selten Alleinerziehende ohne Job.
Das ist leider wirklich Tatsache.
Natürlich kann man jetzt nicht sagen: "Diese Leute sollten besser keine Kinder bekommen". Ich bin durchaus der Meinung, dass auch Alleinerziehende (oder auch Paare) ohne Job Kinder großziehen können - es gibt so viel staatliche Unterstützung, und ich glaube, es scheitert ganz oft einfach am Willen oder vielleicht auch einfach an der Kraft.
Es muss doch möglich sein, sein Kind pünktlich zur Schule zu schicken. Es muss doch möglich sein, seinem Kind ein Butterbrot und ein Getränk mit zur Schule zu geben. Es muss doch möglich sein, darauf zu achten, dass das Kind seine Hausaufgaben erledigt. Bis auf das Butterbrot und das Getränk kostet das nichts außer etwas Selbstdisziplin. (Ich erinnere mich nachdrücklich an ein Mädchen in meinem Referendariat (1. Schuljahr!), das im Winter ohne Strümpfe in die Schule kam. Als ich sie entsetzt fragte, wie das passieren konnte, kam: "Mama ist arbeiten, Papa schläft, ich geh´ allein zur Schule." Joar... da fehlen einem dann wirklich die Worte....)
Es gibt sicher viele Arbeitslose und/oder Alleinerziehende, die das tatsächlich gut auf die Reihe kriegen - weil sie sich bemühen, auch wenn es sicher unendlich viel Kraft kostet. Umgekehrt gibt es sicher auch Gutverdiener, die sich nicht kümmern (das hat dann aber in der Regel andere Gründe, nämlich "keine Zeit, muss viel arbeiten")...
Das ist ein ganz heikles Thema, finde ich...

LG seven
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Es gibt sicher viele Arbeitslose und/oder Alleinerziehende, die das tatsächlich gut auf die Reihe kriegen - weil sie sich bemühen, auch wenn es sicher unendlich viel Kraft kostet.
Jetzt mal ganz banal: Ich hätte gar nicht die Lust diese Kraft aufzubringen.
Klingt jetzt erstmal fies, aber ehrlich gesagt- bei finanziellen Engpässen, die ich wirklich zu Genüge kenne bis hin dazu, dass man sich drei Mal überlegt, ob man Essen für die nächste Woche oder Futter für die Tiere kauft usw. usf. - wäre mir die Belastung in eine finanziell bescheidene Situation ein Kind rein zu setzen einfach viel zu groß.

Wer das kann bzw. mit sich vereinbaren kann: Bitte.
Ist, wenn es denn Wunschkinder sind, ja eine freie Entscheidung.

Aber nicht umsonst ist Stress durch eine bescheidene finanzielle Situation ein verdammt großer Faktor bei der Entwicklung von Kindern. Sofern es sich vermeiden lässt finde ich das auch nicht mutig, sondern in mir bekannten Einzelfällen durchaus naiv.

"Klappt schon" ist eine Haltung, die ich effektiv auch nicht bei Haustieren nachvollziehen kann und bei der Planung von Kindern erst recht nicht.
 
seven

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Und jetzt mal noch banaler:
Dann darf kein Arbeitsloser oder jemand ohne Ausbildung oder jemand unter einem bestimmten regelmäßigen Mindesteinkommen (wie hoch soll das sein?) Kinder in die Welt setzen.
Will heißen, in Zukunft bekommen nur noch die "Reichen" bzw. die "Mittelschicht" Kinder, am besten erst in einem Alter von mindestens 35, wenn sie wirklich "abgesichert" sind.
Ich glaube, so funktioniert das System dann auch wieder nicht ;)
Natürlich sollte man sich überlegen, ob ein Kind jetzt gerade "leistbar" ist - aber erstens kommt es manchmal anders und zweitens als man denkt, und drittens hat Ina ja auch schon geschildert, dass es trotz großer Armut möglich ist, Kinder vernünftig großzuziehen - und ich glaube nicht, dass Inas Großeltern die finanzielle Unterstützung vom Staat hatten, die heutzutage zur Verfügung steht. Meine Oma hatte auch 8 Geschwister, meine Urgroßeltern hatten auch genau nichts, sodass die Kinder schon mit 12, 13 Jahren in die Arbeit geschickt wurden (bevor die Jungs im Krieg umkamen) - aber das waren andere Zeiten, da war noch nicht groß was mit Verhütung und man brauchte viele Kinder für die eigene Altersversorgung.

Ich denke: Wo ein Wille, da ein Weg. Es muss ja nicht gleich ein halbes Dutzend Kinder sein, aber ich denke schon, dass man es, wenn man wirklich will, durchaus schaffen kann, zumindest ein Kind zu versorgen. Ich finde dann aber auch, dass es eine ganz bewusste Entscheidung sein muss und nicht ein: "Joar, gucken wir mal, ob´s passt" oder "lassen wir´s mal drauf ankommen, wird schon schiefgehen"...
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Ich sprach von Wunschkindern in extrem schlechten finanziellen Umständen (siehe Essen oder Futter-Frage, sprich absolut nichts mehr zu haben und regelmäßig am Existenzminimum zu kratzen).

Interessanterweise kenne ich persönlich keinen Sozialbezugsempfänger, der seine Situation geplant als gut für Kinderplanung betrachtet, selbst wenn sie das hervorragend meistern.

Dass es geht stelle ich da auch nicht in Abrede, nur, dass man sich das mehr als gut überlegen sollte und für mich persönlich wäre das keine Option.
 
Thema:

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