Hallo herzlich willkommen hier im Forum.
Was ich nicht wirklich verstehe, wie können denn die Katzenmutter und alle Geschwister überfahren worden sein bis auf einen? Hört sich für mich doch sehr nach einer Ausrede an, da wollte nur jemand ein viel zu junges Kitten einzeln an den Mann bringen.
Ganz ehrlich, am besten wäre der Kleine bei einer Pflegestelle oder im Tierheim aufgehoben, wo er mit anderen Kitten zusammen aufwachsen darf. Wenn du ihn behalten willst, ist ein ausreichend sozialisiertes Kitten, welches lang genug bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufgewachsen ist also mindestens 13-16 Wochen ein MUSS. Kitten in Einzelhaltung sind ein No Go und er muss dringend die Katzensprache und den richtigen Umgang miteinander lernen.
Gerade bei Kitten bin ich absolut gegen die Einzelhaltung, auch wenn sie später Freigang bekommen sollen.
Man muss sich nur mal die eigene Kindheit ohne andere Kinder, ja ohne Mitmenschen vorstellen oder einfach mal zwei Kitten beim gemeinsamen Spielen zuschauen, da sieht man doch sofort, dass die das wirklich brauchen.
Kitten entdecken gemeinsam die Welt, kuscheln, spielen, balgen und toben nach Kittenart miteinander, galoppieren gemeinsam mit Katzenbuckel durch die Wohnung, schlecken sich gegenseitig die Öhrchen aus, jagen sich gegenseitig die Kratzbäume rauf und runter und und und, dass kann kein Mensch mit noch soviel Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit ersetzen.
Abgesehen davon, machen zwei Kitten meist deutlich weniger Arbeit als ein einzelnes Kitten, weil die sich auch viel miteinander beschäftigen, Sozialkontakt zu Artgenossen haben, einfach ausgeglichener sind. Aber natürlich bedeuten Kitten Arbeit und sind am Anfang schon zeitaufwendig, die brauchen nicht nur viel Zuwendung, sondern müssen auch erzogen werden. Man muss ihnen genügend Alternativen zur Verfügung stellen aber mit einem Artgenossen, genügend Kratz- und Klettermöglichkeiten, lernen sie schnell, was sie dürfen und was nicht, jedenfalls besser und schneller als ein gelangweiltes Kitten allein zuhause.
Manche Katzen entwickeln dann auch Verhaltensstörungen sind übermäßig auf den Katzenhalter fixiert, werden aggressiv, Unsauberkeit, Tapetenkratzen, Schwanz beißen usw. sind öfters Folgen von Einzelhaltung besonders wenn sie schon von klein auf beginnt. Aber viele Katzen resignieren einfach, finden sich damit ab und man merkt es ihnen gar nicht an, im Gegenteil die Besitzer sind der Meinung, dass es ihren Katzen wirklich gut geht, weil die Katze glücklich und zufrieden wirkt und dass sind sie auch, wenn der Besitzer da ist und sie Zuwendung und Aufmerksamkeit erhalten, auch wenn ihnen dennoch immer etwas fehlen wird, der Sozialkontakt zu einem Artgenossen der die gleiche Sprache spricht.
Abgesehen davon muss ja ein Kitten schon etwas länger in der Wohnung bleiben, weil es für den Freigang noch ausreichend geimpft werden muss, da reicht Katzenschnupfen und -seuche allein nicht aus und vor allem muss es vor dem ersten Freigang bereits kastriert sein, am besten lässt man es bei der Kastration auch gleich chippen und/oder tätowieren.
Ich persönlich würde Kitten erst mit 10-12 Monaten in den Freigang lassen, davor sind die viel zu unbedarft und verspielt, laufen allem und jedem blind hinterher, wäre mir zu gefährlich. Aber wie schon gesagt, auf jeden Fall darf es erst nach der Kastration raus.
Katzen sind keine Einzelgänger, sie werden wenn dazu gemacht und Kitten in Einzelhaltung ist ein absolutes No Go. Notfalls wenn viele Katzen in der Nachbarschaft sind, kann Freigang dann wenigstens ein bisschen den Artgenossen ersetzen.
Die meisten Sozialkontakte draußen werden aber oft überschätzt, richtige Freundschaften oder überhaupt engere und/oder regelmäßige Kontakte kommen da nur sehr selten zustande und nur unter bestimmten Bedingungen, dazu müsste dein Kitten, dann draußen andere Katzen treffen die gut sozialisiert sind und nicht zu territorial, die vom Wesen und Charakter zu ihm passen, dann müsste dein Kitten und die andere Katze/Kater immer zur gleichen Zeit Freigang haben und sich zeitgleich im gleichen Gebiet aufhalten, damit sie öfters aufeinander treffen und und und.............weil sonst beschränken sich Kontakte draußen meist nur auf Revierstreitigkeiten und/oder flüchtigen Begegnungen man sieht den anderen und die eine läuft in die Richtung und die andere in die andere Richtung weiter. Draußen verhalten sich Katzen anders und Katzen sind keine Hunde die auf einander zu gehen und meist offen und freundlich sind, die sind draußen meist territorial und Fremden gegenüber wenn nicht feindlich aber meist doch eher skeptisch gegenüber eingestellt und gehen dem erstmal aus dem Weg und ohne regelmäßige treffen der gleichen Katzen immer wieder bildet sich da gar keine Beziehung.
Soziale Bindungen draußen entstehen eher bei Streunern, Katzen die im gleichen Revier bzw. in der gleichen Umgebung leben, Tag und Nacht draußen sind und daher ihre Geruchsmarkierungen haben, den anderen regelmäßig begegnen und sich dann auch erkennen.
Was auch noch erschwerend dazukommt, er wurde jetzt schon mit 6 Wochen, also viel zu früh von der Katzenmutter und den Geschwistern getrennt, dass heißt er ist unzureichend sozialisiert. Wie soll er draußen jetzt Freundschaften schließen und Kontakte aufbauen, wenn er die Katzensprache und den richtigen Umgang miteinander gar nicht gelernt hat und sich gar nicht richtig zu verhalten weiß? Es ist inzwischen erwiesen, dass ein Großteil der Sozialisation, das erlernen der Katzensprache und des Umgangs miteinander erst mit ca. 8 Wochen angefangen wird zu erlernen, daher ist es so wichtig, dass die Kitten lang genug bei ihrer Mutter und den Geschwistern bleiben und dass wären nun mal mindestens 12 Wochen gewesen.