- Umzug zu zehnt - eine Gruselgeschichte Beitrag #1
freake
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Ihr Lieben,
wie versprochen kommt hier nun - wenn auch nachträglich - mein Umzugsblog.
Der Titel sagt eigentlich schon alles, viel mehr hätte nicht schiefgehen können. Mein Plan war eigentlich geradezu perfekt, ich hatte ein Umzugsunternehmen engagiert, um meinen Kram zu verladen, transportieren und wieder entladen, ich hatte sogar noch extra gezahlt, damit sie mir die Möbel auseinander- und zusammenbauen, die ich alleine nicht hinbekomme. Für mich und die Ratten musste mein Vater Taxi spielen. Die Käfige sollten als letztes verladen werden, damit sie in der neuen Wohnung gleich als erstes ausgeladen werden können, sodass die Jungs nicht lange in den Transportunterbringungen warten müssen.
Alles perfekt.
Am Vortag, dem 26.12. bin ich einfach garnicht schlafen gegangen. Mit ein paar Kannen schwarzem Tee, guter Musik und einer Menge Motivation habe ich die ganze Nacht lang die alte Wohnung geputzt (was garnicht so einfach ist, wenn sie noch völlig vollgestellt ist, aber der Zeitplan war eng) und schließlich in den ersten Morgenstunden die Ratten verladen und die Käfige reisefertig gemacht. Bis dahin war es natürlich schon
Der Umzugstag, 27.12.
Und ab hier ging es bergab. Der Herr vom Umzugsunternehmen, der vorher da gewesen war, war ein freundlicher, kompetenter Mann gewesen. Pünktlich auf die Minute, fachlich topfit, und wunderbar ruhig und tröstend, und er hat mir sehr gekonnt alle meine Sorgen ausgeredet; seine Leute, das seien Männer vom Fach, da müsse ich mir überhaupt garkeine GEdanken machen, sowas machen die schließlich täglich.
Um halb sechs am Umzugsmorgen sollten die Männer vom Fach kommen, und alle meine Sorgen in ein großes Auto packen und nach Rostock transportieren.
04:30 - noch eine Stunde. Die letzten Ratten werden im Transportgefäß untergebracht, die zweite Ladung homöopathische Beruhigungs-Tropfen verabreicht, der letzte Käfig geputzt.
05:15 - noch eine Viertelstunde. Die Ratten sind alle in ihren Transportkäfigen unter warmen Decken in einem separaten Raum, scheren sich einen feuchten Kehrricht um das, was anderswo vorgeht und mampfen glücklich ihre Festtagsleckereien. Freake läuft völlig aufgelöst und wirre selbstgespräche führend von Raum zu Raum.
05:31 - sie sind zu spät! Die Ratten haben sich mit vollen Bäuchen schlafen gelegt, freake hängt am Fenster und beobachtet finster alles, was sich bewegt - was um die Uhrzeit genau nichts ist.
05:45 - Ohgott, was ist, wenn sie den falschen Tag aufgeschrieben haben? Freake läuft völlig aufgelöst von Raum zu raum und versucht im 2-Minuten-Takt, die Umzugsleute zu erreichen. Natürlich antwortet nur der AB.
06:00 - Statt den Umzugsleuten kommen die Eltern. "Hast du schon versucht, anzurufen?" "Hast du nen Clown gefrühstückt?"
06:05 - es klingelt. Keine Umzugsleute, dafür aber die Schwester (die wohnt gegenüber) mit einem warmen Frühstück. "Ich dachte, das könntest du gebrauchen."
Immernoch keine Spur von den Umzugsleuten.
06:10 - Es klingelt wieder. "Wie, halb sechs? Bei uns hieß es sechs." Nicht aufregen freake, sie sind da, das zählt.
06:15 - Völlige Verzweiflung. Statt den netten, kompetenten Männern vom Fach stehen drei - pardon! - ungehobelte Flegel in meiner Wohnung, wie ich sie noch nie zu Gesicht bekommen habe. Und dass die drei keinerlei Ahnung hatten, was sie eigentlich alles machen sollten, und was nicht - eigentlich war alles ganz genau vertraglich festgehalten -, trug auch nicht grad zur Stimmung bei.
07:00 - Aufbruch. Immernoch ist nur etwa die Hälfte der Sachen eingeladen, meine nicht ganz so netten Männer vom Fach sind nicht nur ungehobelt sondern auch langsam, die Ratten sind inzwischen wieder alle wach und die erste Ladung Stressdurchfall von Blitzchen hat meinen Morgen bereits versüßt. Nach einer letzten Ermahnung, nur bitte bitte mit den Rattenbehausungen pfleglich umzugehen, da sie nicht nur das mit abstand teuerste sind, was ich besitze, sondern auch von existenzieller Wichtigkeit, müssen wir vorfahren, um noch pünktlich zur Wohnungsübergabe zu kommen. Schnell ncoh ein paar kleine Absprachen über die Fahrtrute - bloß nicht über die A1, die ist völlig zu. - geht es also los. Inzwischen war ich kurz vorm Heulen, nichts war, wie ich es mir vorgestellt hatte, und es behagte mir einfach garnicht, diese Personen mit meinen privatesten Habseligkeiten allein zu lassen.
09:00 - Wir sind schon zwei Stunden unterwegs, da geht das Handy. "Wir kriegen ihr Bett nicht auseinander, wir lassen das hier." Bitte WAS?! Mein Bett ist etwa ein halbes Jahr alt, ein Metallbett, und eine so simple Konstruktion, dass ich es ganz alleine (!) aufgebaut habe. (Dass ihr Chef mir versichert hat, das Bett seie überhaupt garkein Problem, lassen wir mal außen vor.) Nach einiger Diskussion - und wieso sind sie eigentlich noch da? Wir haben neun Uhr, sie sollten schon läängst unterwegs sein, und es ist noch nichtmal alles abgebaut? - versprach man mir, man wolle es nochmal versuchen, und sich dann melden.
10:00 - Das Handy klingelt wieder. "Wir sind jetzt auf der A1, aber hier ist alles zu, keine Ahnung, wann wir hier wegkommen."
Ja was in drei Teufels Namen machen die denn auf der A1?!
11:00 - Der Vermieter hatte als Willkommensgeschenk einen Umzugslift gebucht, damit meine Sachen nicht die vier Stockwerke hochgetragen werden müssen. Dieser meldet sich jedoch nun um mitzuteilen, er sei eingeeist - keine Chance, sie müssen tragen. Na danke.
12:00 - Kurzer Zwischenstop bei den Ratten. Die Decken sind inzwischen ordentlich zerfetzt, eine Flasche ist ausgelaufen, die Großen haben ihren Napf umgeworfen, Die Albinos ihr Wärmekissen aufgebissen. Soweit also alles wie immer. Zeitungen zum Wechseln waren natürlich dabei. Kasper, der inzwischen zu 90%tagaktiv ist, war den ganzen Vortag auf gewesen, dann aber aus Begeisterung, dass ich die ganze Zeit wach war auchnoch die ganze Nacht - er verschlief die Fahrt seelig. Alle zwei Stunden wechselte er mal den Sputnik, aß einen Happen, trank einen Schluck und fiel sofort wieder in tiefen Schlaf.
14:30 - Eine halbe Stunde zu früh kommen wir wohlbehalten in Rostock an. Bis auf ein paar Schwierigkeiten in eine kniehoch verschneite Parklücke zu kommen, ist wenigstens bei uns alles reibungslos gelaufen. Hier erlebe ich eine wohltuend positive Überraschung: Mein Briefkasten und Klingelschild sind schon beschriftet! Herzklopfen bis in die Augen, ich sag es euch.
Kaum dass das Auto stillsteht und sich der Boden sicherer anfühlt, stehen alle Ratten - bis auf Kasper - auf und hauen sich ordentlich die Bäuche voll. Wir sind gewappnet.
15:00 - die Wohnungsübergabe geht flugs über die Bühne und die Ratten können sicher in der warmen Wohnung untergebracht werden.
16:00 - Ein Anruf bei den nicht ganz so netten Männern vom Fach ergibt, man wolle mir keine Prognosen geben, wann man da sein könne, ich würde sonst sicher meckern, wenn es doch später würde. :eusa_eh: Schließlich gab man mir ein vages "frühestens in zwei Stunden". Also auf in den Baumarkt, schonmal alles kaufen, was noch fehlt.
18:00 - kaum zu glauben, die Möbel kommen. Und in einem Nebensatz "Ahja, Ihr Bett haben wir aber jetzt da gelassen." Bitte WAS?! (nicht nur, dass ich hier nun mit meiner Matratze auf dem Boden liege, und mir ein neues Bett besorgen muss, weil ich das Bett von hier aus wohl kaum nach Rostock zaubern kann, nun wird mein altes tolles teures Bett drüben für teuer Geld entsorgt. Ach, das ist so frustrierend.)
18:30 - immernoch nichts in der Wohnung. Es gibt jede Menge zu diskutieren, z.B. darüber, dass man nun, wo man den Umzugslift - welcher zugegebenermaßen ja nun auch so nicht gekommen wäre - um 60 Minuten verpasst hat, weil man sich nicht an die abgesprochene Route gehalten hat, alles hoch tragen muss.
Inzwischen sind alle neun Ratten hellwach - dass es Abend ist, lässt sich wirklich nicht mehr abstreiten - und werden völlig irre, nciht nur in einer fremden Umgebung, sondern auchnoch in viel zu engen Transportgefäßen zu sitzen. (Die Großen und die Binis je 100x50x50, Kasper 50x30x30)
19:00 - ENDLICH, die ersten Möbel kommen. Meine Döme haben beide beachtliche Transportschäden erlitten, aber was solls, vorerst zählt nur folgendes: Sie sind funktionsfähig und sie sind da. Nur sind sie ersteres dann leider doch nicht. Nach so vielen Stunden in einem unbeheizten Laderaum bei -12°, Vollmetall lässt grüßen, sind die Käfige so dermaßen abgekühlt, dass ich sie nur neben die Heizung stellen und dort lassen kann - da kann vorerst niemand einziehen. Die Ratten werden immer mauliger.
Die folgende Zeitspanne will ich garnicht so genau beschreiben. Ich sage nur soviel: Die zwei (einer war in Köln geblieben) nicht ganz so netten Männer vom Fach haben schließlich bekanntgegeben, sie ziehen das Ding nur durch, wenn ich alles leichte selber trage. Ich hatte zwar eine vierstellige Summe gezahlt, um genau das nicht tun zu müssen, aber ich war zu dem Zeitpunkt so verzweifelt, dass ich alles getan hätte, um nur endlich an meinen Krempel zu kommen. Der Muskelkater und die Gelenkschmerzen sind immernoch da. :roll:
Drei Stunden später konnten die Nasen ENDLICH in ihre Käfige ziehen, ich konnte ENDLICH die nicht ganz so netten Männer vom Fach nach Hause schicken - inzwischen hatten wir uns über so viel Leid irgendwie trotzdem vertragen und angefreundet, wie ich so bin kann ich niemandem irgendwas ernstlich lang übel nehmen, und eigentlich waren sie auch irgendwie süß, in ihrer unsäglichen ungehobeltheit - und ich konnte so ungefähr behaupten, so einigermaßen eingezogen zu sein.
Und weil der Blog sonst zu lang wird, und ich dringend ins Bett muss, gibt es den Bericht, wie sich die Nasen eingelebt haben, und natürlich die vielen überhaupt nicht deprimierenden Fotos erst morgen.
Eine Gute Nacht wünscht
freake
Ps.: Und natürlich Grüße an die Patentanten, eure Patenkinder sind wohlbehalten und haben die Reise schon fast vergessen. =)
Pps.: Und nur dass es nicht falsch rüberkommt: Nach Rostock zu ziehen ist trotz allem Ärger mit das tollste, was ich je gemacht habe!
Ppps.: Oh man ist das lang! :shock: Respekt, falls jemand wirklich den Nerv hatte, mein Genöle von Anfang bis Ende zu lesen
wie versprochen kommt hier nun - wenn auch nachträglich - mein Umzugsblog.
Der Titel sagt eigentlich schon alles, viel mehr hätte nicht schiefgehen können. Mein Plan war eigentlich geradezu perfekt, ich hatte ein Umzugsunternehmen engagiert, um meinen Kram zu verladen, transportieren und wieder entladen, ich hatte sogar noch extra gezahlt, damit sie mir die Möbel auseinander- und zusammenbauen, die ich alleine nicht hinbekomme. Für mich und die Ratten musste mein Vater Taxi spielen. Die Käfige sollten als letztes verladen werden, damit sie in der neuen Wohnung gleich als erstes ausgeladen werden können, sodass die Jungs nicht lange in den Transportunterbringungen warten müssen.
Alles perfekt.
Am Vortag, dem 26.12. bin ich einfach garnicht schlafen gegangen. Mit ein paar Kannen schwarzem Tee, guter Musik und einer Menge Motivation habe ich die ganze Nacht lang die alte Wohnung geputzt (was garnicht so einfach ist, wenn sie noch völlig vollgestellt ist, aber der Zeitplan war eng) und schließlich in den ersten Morgenstunden die Ratten verladen und die Käfige reisefertig gemacht. Bis dahin war es natürlich schon
Der Umzugstag, 27.12.
Und ab hier ging es bergab. Der Herr vom Umzugsunternehmen, der vorher da gewesen war, war ein freundlicher, kompetenter Mann gewesen. Pünktlich auf die Minute, fachlich topfit, und wunderbar ruhig und tröstend, und er hat mir sehr gekonnt alle meine Sorgen ausgeredet; seine Leute, das seien Männer vom Fach, da müsse ich mir überhaupt garkeine GEdanken machen, sowas machen die schließlich täglich.
Um halb sechs am Umzugsmorgen sollten die Männer vom Fach kommen, und alle meine Sorgen in ein großes Auto packen und nach Rostock transportieren.
04:30 - noch eine Stunde. Die letzten Ratten werden im Transportgefäß untergebracht, die zweite Ladung homöopathische Beruhigungs-Tropfen verabreicht, der letzte Käfig geputzt.
05:15 - noch eine Viertelstunde. Die Ratten sind alle in ihren Transportkäfigen unter warmen Decken in einem separaten Raum, scheren sich einen feuchten Kehrricht um das, was anderswo vorgeht und mampfen glücklich ihre Festtagsleckereien. Freake läuft völlig aufgelöst und wirre selbstgespräche führend von Raum zu Raum.
05:31 - sie sind zu spät! Die Ratten haben sich mit vollen Bäuchen schlafen gelegt, freake hängt am Fenster und beobachtet finster alles, was sich bewegt - was um die Uhrzeit genau nichts ist.
05:45 - Ohgott, was ist, wenn sie den falschen Tag aufgeschrieben haben? Freake läuft völlig aufgelöst von Raum zu raum und versucht im 2-Minuten-Takt, die Umzugsleute zu erreichen. Natürlich antwortet nur der AB.
06:00 - Statt den Umzugsleuten kommen die Eltern. "Hast du schon versucht, anzurufen?" "Hast du nen Clown gefrühstückt?"
06:05 - es klingelt. Keine Umzugsleute, dafür aber die Schwester (die wohnt gegenüber) mit einem warmen Frühstück. "Ich dachte, das könntest du gebrauchen."
Immernoch keine Spur von den Umzugsleuten.
06:10 - Es klingelt wieder. "Wie, halb sechs? Bei uns hieß es sechs." Nicht aufregen freake, sie sind da, das zählt.
06:15 - Völlige Verzweiflung. Statt den netten, kompetenten Männern vom Fach stehen drei - pardon! - ungehobelte Flegel in meiner Wohnung, wie ich sie noch nie zu Gesicht bekommen habe. Und dass die drei keinerlei Ahnung hatten, was sie eigentlich alles machen sollten, und was nicht - eigentlich war alles ganz genau vertraglich festgehalten -, trug auch nicht grad zur Stimmung bei.
07:00 - Aufbruch. Immernoch ist nur etwa die Hälfte der Sachen eingeladen, meine nicht ganz so netten Männer vom Fach sind nicht nur ungehobelt sondern auch langsam, die Ratten sind inzwischen wieder alle wach und die erste Ladung Stressdurchfall von Blitzchen hat meinen Morgen bereits versüßt. Nach einer letzten Ermahnung, nur bitte bitte mit den Rattenbehausungen pfleglich umzugehen, da sie nicht nur das mit abstand teuerste sind, was ich besitze, sondern auch von existenzieller Wichtigkeit, müssen wir vorfahren, um noch pünktlich zur Wohnungsübergabe zu kommen. Schnell ncoh ein paar kleine Absprachen über die Fahrtrute - bloß nicht über die A1, die ist völlig zu. - geht es also los. Inzwischen war ich kurz vorm Heulen, nichts war, wie ich es mir vorgestellt hatte, und es behagte mir einfach garnicht, diese Personen mit meinen privatesten Habseligkeiten allein zu lassen.
09:00 - Wir sind schon zwei Stunden unterwegs, da geht das Handy. "Wir kriegen ihr Bett nicht auseinander, wir lassen das hier." Bitte WAS?! Mein Bett ist etwa ein halbes Jahr alt, ein Metallbett, und eine so simple Konstruktion, dass ich es ganz alleine (!) aufgebaut habe. (Dass ihr Chef mir versichert hat, das Bett seie überhaupt garkein Problem, lassen wir mal außen vor.) Nach einiger Diskussion - und wieso sind sie eigentlich noch da? Wir haben neun Uhr, sie sollten schon läängst unterwegs sein, und es ist noch nichtmal alles abgebaut? - versprach man mir, man wolle es nochmal versuchen, und sich dann melden.
10:00 - Das Handy klingelt wieder. "Wir sind jetzt auf der A1, aber hier ist alles zu, keine Ahnung, wann wir hier wegkommen."
Ja was in drei Teufels Namen machen die denn auf der A1?!
11:00 - Der Vermieter hatte als Willkommensgeschenk einen Umzugslift gebucht, damit meine Sachen nicht die vier Stockwerke hochgetragen werden müssen. Dieser meldet sich jedoch nun um mitzuteilen, er sei eingeeist - keine Chance, sie müssen tragen. Na danke.
12:00 - Kurzer Zwischenstop bei den Ratten. Die Decken sind inzwischen ordentlich zerfetzt, eine Flasche ist ausgelaufen, die Großen haben ihren Napf umgeworfen, Die Albinos ihr Wärmekissen aufgebissen. Soweit also alles wie immer. Zeitungen zum Wechseln waren natürlich dabei. Kasper, der inzwischen zu 90%tagaktiv ist, war den ganzen Vortag auf gewesen, dann aber aus Begeisterung, dass ich die ganze Zeit wach war auchnoch die ganze Nacht - er verschlief die Fahrt seelig. Alle zwei Stunden wechselte er mal den Sputnik, aß einen Happen, trank einen Schluck und fiel sofort wieder in tiefen Schlaf.
14:30 - Eine halbe Stunde zu früh kommen wir wohlbehalten in Rostock an. Bis auf ein paar Schwierigkeiten in eine kniehoch verschneite Parklücke zu kommen, ist wenigstens bei uns alles reibungslos gelaufen. Hier erlebe ich eine wohltuend positive Überraschung: Mein Briefkasten und Klingelschild sind schon beschriftet! Herzklopfen bis in die Augen, ich sag es euch.
Kaum dass das Auto stillsteht und sich der Boden sicherer anfühlt, stehen alle Ratten - bis auf Kasper - auf und hauen sich ordentlich die Bäuche voll. Wir sind gewappnet.
15:00 - die Wohnungsübergabe geht flugs über die Bühne und die Ratten können sicher in der warmen Wohnung untergebracht werden.
16:00 - Ein Anruf bei den nicht ganz so netten Männern vom Fach ergibt, man wolle mir keine Prognosen geben, wann man da sein könne, ich würde sonst sicher meckern, wenn es doch später würde. :eusa_eh: Schließlich gab man mir ein vages "frühestens in zwei Stunden". Also auf in den Baumarkt, schonmal alles kaufen, was noch fehlt.
18:00 - kaum zu glauben, die Möbel kommen. Und in einem Nebensatz "Ahja, Ihr Bett haben wir aber jetzt da gelassen." Bitte WAS?! (nicht nur, dass ich hier nun mit meiner Matratze auf dem Boden liege, und mir ein neues Bett besorgen muss, weil ich das Bett von hier aus wohl kaum nach Rostock zaubern kann, nun wird mein altes tolles teures Bett drüben für teuer Geld entsorgt. Ach, das ist so frustrierend.)
18:30 - immernoch nichts in der Wohnung. Es gibt jede Menge zu diskutieren, z.B. darüber, dass man nun, wo man den Umzugslift - welcher zugegebenermaßen ja nun auch so nicht gekommen wäre - um 60 Minuten verpasst hat, weil man sich nicht an die abgesprochene Route gehalten hat, alles hoch tragen muss.
Inzwischen sind alle neun Ratten hellwach - dass es Abend ist, lässt sich wirklich nicht mehr abstreiten - und werden völlig irre, nciht nur in einer fremden Umgebung, sondern auchnoch in viel zu engen Transportgefäßen zu sitzen. (Die Großen und die Binis je 100x50x50, Kasper 50x30x30)
19:00 - ENDLICH, die ersten Möbel kommen. Meine Döme haben beide beachtliche Transportschäden erlitten, aber was solls, vorerst zählt nur folgendes: Sie sind funktionsfähig und sie sind da. Nur sind sie ersteres dann leider doch nicht. Nach so vielen Stunden in einem unbeheizten Laderaum bei -12°, Vollmetall lässt grüßen, sind die Käfige so dermaßen abgekühlt, dass ich sie nur neben die Heizung stellen und dort lassen kann - da kann vorerst niemand einziehen. Die Ratten werden immer mauliger.
Die folgende Zeitspanne will ich garnicht so genau beschreiben. Ich sage nur soviel: Die zwei (einer war in Köln geblieben) nicht ganz so netten Männer vom Fach haben schließlich bekanntgegeben, sie ziehen das Ding nur durch, wenn ich alles leichte selber trage. Ich hatte zwar eine vierstellige Summe gezahlt, um genau das nicht tun zu müssen, aber ich war zu dem Zeitpunkt so verzweifelt, dass ich alles getan hätte, um nur endlich an meinen Krempel zu kommen. Der Muskelkater und die Gelenkschmerzen sind immernoch da. :roll:
Drei Stunden später konnten die Nasen ENDLICH in ihre Käfige ziehen, ich konnte ENDLICH die nicht ganz so netten Männer vom Fach nach Hause schicken - inzwischen hatten wir uns über so viel Leid irgendwie trotzdem vertragen und angefreundet, wie ich so bin kann ich niemandem irgendwas ernstlich lang übel nehmen, und eigentlich waren sie auch irgendwie süß, in ihrer unsäglichen ungehobeltheit - und ich konnte so ungefähr behaupten, so einigermaßen eingezogen zu sein.
Und weil der Blog sonst zu lang wird, und ich dringend ins Bett muss, gibt es den Bericht, wie sich die Nasen eingelebt haben, und natürlich die vielen überhaupt nicht deprimierenden Fotos erst morgen.
Eine Gute Nacht wünscht
freake
Ps.: Und natürlich Grüße an die Patentanten, eure Patenkinder sind wohlbehalten und haben die Reise schon fast vergessen. =)
Pps.: Und nur dass es nicht falsch rüberkommt: Nach Rostock zu ziehen ist trotz allem Ärger mit das tollste, was ich je gemacht habe!
Ppps.: Oh man ist das lang! :shock: Respekt, falls jemand wirklich den Nerv hatte, mein Genöle von Anfang bis Ende zu lesen
