Blaue Augen - Schwarze Augen

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Tompina

Tompina

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[FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot]Wieder streifte sein Blick wie zufällig den hochgewachsenen, jungen Mann am anderen Ende des Saales und wieder ertappte er sich selbst dabei wie sein Herz dabei schneller schlug als normal. Den ganzen Abend schon versuchte er das Kribbeln zu ignorieren, das ihn jedes Mal überkam, wenn die eisblauen Augen dieses Mannes in seine Richtung schweiften. Es war nicht das Kribbeln, das er gewohnt war. Es war nicht das feine Kratzen in seiner Kehle, das leichte Sausen in den Ohren und dieses wohlige Gefühl von Stärke und Lust. Nein, es war anders. Es kam mehr aus seinem Inneren. Aus jenem Teil seines Selbst, den er schon lange vergraben hatte und den er nie wieder hatte ausgraben wollen. Es war wie ein Ziehen, ein leichtes Zupfen an den steinernen Mauern, die er um sein Herz gebaut hatte. Aber es wurde stärker. Mit jedem Blick, mit jeder Bewegung. Gerade als er zu ergründen versuchte, wie er dem Ganzen Einhalt gebieten konnte, wand sich der junge Mann in seine Richtung und kam auf ihn zu. Nein er kam nicht. Er schwebte. Die blonden, kurzen Haare wippten widerspenstig auf seiner Stirn auf und ab und die blauen Augen spiegelten den Glanz der Kronleuchter. Konnte es etwas Vollkommeneres geben? Etwas Schöneres? Etwas Atemberaubenderes? Er war sich sicher in seinem schon fast zweihundert jährigen Leben, nichts Vergleichbares gesehen zu haben. Nichts. Diesen Mann konnte man nicht vergleichen. Mit niemandem. „Sie müssen Graf Lysander sein, ich wünsche Ihnen einen wunderschönen guten Abend.“, die Stimme, die ihn ansprach war tief. Tief und rau. Er spürte wie er eine Gänsehaut bekam. Ja, es war absurd. Seine seit fast zwei hundert Jahren eiskalte, blasse Haut begann sich zusammen zu ziehen und feine, kleine Erhebungen zu bilden. Er konnte nicht umhin, vollkommen fasziniert auf seine Hand zu starren. Der Blick des Blauäugigen folgte seiner Augenbewegung und er war sich sicher, dass dieser jeden Moment erschrecken würde. Es war nichts Neues, dass die Menschen zusammen zuckten, wenn sie seine langen, weißen Finger das erste Mal sahen und von der Kälte getroffen wurden, die er ausstrahlte. „Guten Abend.“, er reichte seinem Gegenüber die Hand und wartete auf dessen Reaktion. Ohne zu Zögern griff der junge Mann nach seiner Hand, küsste den Siegelring und verbeugte sich leicht. Er schien die Kälte nicht mal zu bemerken. „Es ist mir eine Freude Sie endlich einmal persönlich kennenlernen zu dürfen.“, die blauen Augen strahlten und er war sich sicher, dass es ernst gemeint war und keine daher gesagte Floskel der Höflichkeit. „Ich bin Gregory de Mavaille, mein Vater ist der Gastgeber heute Abend.“, jetzt erst ließ er seine Hand los. „Sie sind also der sagenumwobene Greg…“, er lächelte den Jüngling freundlich an und versuchte das brennende Kribbeln zu ignorieren, das Gregorys Berührung hinterlassen hatte. „Sagenumwoben?“, ein zartes Rot breitete sich auf dessen Wangen aus. „Oh Ihr Herr Vater hält große Stücke auf Sie.“, er merkte wie ihm die Situation entglitt. Er konnte nicht klar denken, wenn ihn diese eisblauen Augen fixierten. Er konnte nur noch versinken in ihrem Strahlen. Hätte der werte Terrance seinen Sohn nicht noch weiter vor ihm verstecken können? „Er übertreibt meistens.“, Gregory machte eine wegwerfende Handbewegung und strich sich dann hektisch die Haare aus dem Gesicht. Gebannt verfolgte er jede einzelne Nuance dieser Bewegung. In diesem Moment begann die Mauer zu bröckeln. Erst langsam, dann immer schneller. Als Gregory seine Hand wieder sinken ließ und ihm erneut ein strahlendes Lächeln schenkte, brach der letzte Rest des steinernen Gebildes zusammen. Krachend. Fast schmerzhaft. Er zuckte regelrecht zusammen. „Ist Ihnen nicht gut?“, wie Feuer brannte Gregorys Hand auf seinem Arm. Wortlos wand er sich ab und suchte das Weite. Er musste gehen. Gehen bevor es zu spät war. Gehen bevor er sich in seinen sehnsuchtsvollen Gedanken verlor. Er hörte wie Gregory ihm folgte. Es war schon zu spät. Viel zu spät.[/FONT]

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[FONT=&quot] Hatte er herübergesehen oder hatte er es sich nur eingebildet? Immer wieder versuchte er einen Blick auf den Grafen zu erhaschen, der am anderen Ende des Raumes stand. Er kannte den Grafen nur von Bildern und Erzählungen. Er hatte nicht glauben wollen, dass dieser geheimnisvolle Mann wirklich eine Haut hatte, die so weiß war wie Elfenbein. Und er hatte nicht gedacht, dass ihn die majestätische Erscheinung noch mehr aus dem Konzept brachte, als das düstere, fast unheimliche Portrait in der Galerie seines Vaters. Der Graf hatte die langen, schwarzen Haare zu einem festen Zopf gebunden und trug eine Kombination aus dunkelrot und schwarz, was seine Blässe nur noch mehr verstärkte. Nach dem dritten Glas Wein, fasste er sich dann tatsächlich ein Herz und marschierte geradewegs auf den Grafen zu. „Sie müssen Graf Lysander sein, ich wünsche Ihnen einen wunderschönen guten Abend.“, er kam sich tollpatschig und unheimlich dumm vor, als er den hageren Mann so plump ansprach. Doch der Ausdruck in den tiefschwarzen Augen des Grafen machte ihm Mut. Fast hatte er den Eindruck, dass er angestarrt wurde. „Guten Abend.“, nach einer halben Ewigkeit reichte ihm der Graf seine Hand und er ergriff die feingliedrigen, fast zarten Finger, die gegen seine braungebrannte Hand noch weißer wirkten. Vorsichtig umschloss er die langen Finger und versuchte dem Rasen seines Herzens Herr zu werden. Er küsste den goldenen Siegelring des Grafen und war bemüht mit seinen Lippen wirklich nur das Metall zu berühren, obgleich er nichts lieber getan hätte als die vollkommen glatte, eiskalte Haut mit dem Mund zu erkunden. „Es ist mir eine Freude Sie endlich einmal persönlich kennenlernen zu dürfen.“, hastig ließ er den Grafen los und versuchte ihn mit seinem strahlendsten Lächelnd von seinem Fauxpas abzulenken. Ja, ihm waren schon beim Anblick des gemalten Portraits seltsame Gedanken gekommen, aber was nun in seinem Kopf von Statten ging, überstieg alles bisher dagewesene. Er war dem Grafen verfallen. Vollkommen. Er spürte die Aura der Kälte die diesen Mann umgab und er sah auch die dunklen Facetten in seinen schwarzen Augen. Aber er konnte beim besten Willen keine Angst haben. „Sie sind also der sagenumwobene Greg…“, die flüsternde Stimme des Grafen zauberte ihm einen Hauch Röte ins Gesicht. Hatte sein Vater also schon von ihm erzählt. Er hätte es ja wissen müssen. „Sagenumwoben?“, er hasste die Übertreibungen seines Vaters. „Oh Ihr Herr Vater hält große Stücke auf Sie.“, da war es wieder dieses seltsame Leuchten in den Augen des Grafen. Sein Herz machte einen Salto vorwärts und er war sich sicher vollkommen unhöflich und frech zu wirken, wie er da mit einem seligen Grinsen vor dem Grafen stand und nicht mal mehr geradeaus denken konnte. „Er übertreibt meistens.“, schnell versuchte er die Situation zu entschärfen, indem er seinen Blick senkte und sich die Haare zurück strich. Dann hob er den Kopf und lächelte unsicher. Der Graf jedoch starrte ihn an. Erst vollkommen fasziniert, dann regelrecht panisch. Die schwarzen Augen spiegelten einen inneren Kampf wider. Er spürte dass es sich jetzt entschied und er spürte, dass er eigentlich Angst haben müsste. Todesangst. Stattdessen legte er dem Grafen eine Hand auf den Arm und musterte ihn besorgt. „Ist Ihnen nicht gut?“ Der Arm wurde ihm entrissen und der Graf stürmte davon. Es war der letzte verzweifelte Versuch das Unheil abzuwenden. Aber er hatte sich bereits entschieden. Er hatte sich schon entschieden, als er das erste Mal in die schwarzen Augen gesehen hatte. Er folgte dem Grafen nach draußen.[/FONT]

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