Du verwirrst mich...

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Beeinh

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Du hast nie gesagt „Bis Bald!“, hast nie gefragt ob und wann wir uns wiedersehen.
Du hast nur gesagt „Tschüss! Mach´s gut!“

Seit ich dich das erste Mal sah
ist mein Verstand nicht mehr ganz klar.
Uns nur im Ansatz bekannt dachte ich
wir wären Seelenverwandt du und ich.
Ich träumte zu den Wolken hinauf
die Bauchlandung folgte drauf.

Ich bin betrunken. Nein, warte, das ist stark untertrieben! Ich liege total voll auf einer Wiese, jedes Mal wenn ich versuche aufzustehen, endet das in einem Lachkrampf, da ich es nicht mehr auf die Reihe kriegen. Um mich herum herrscht ebenso gute Stimmung, alle sind fröhlich, trinken, feiern und grillen. Alles an sich ein toller Tag! Moment, ich korrigiere mich, es ist erst seit heute Mittag ein schöner Tag, denn davor war ich noch bei dir…

Plötzlich liegt er neben mir, mein bester Freund, mein ein und alles, mein großer Bruder. Er hat versucht mir aufzuhelfen, doch jetzt liegen wir lachend hier, kriegen uns kaum noch ein, alles ist schön.
Doch plötzlich dreht er seinen Kopf, sein Blick wird ernst und er fragt mich: „Was ist los? Wie war es bei ihm? Ich weiß, dass du darüber nachdenkst, also?“
Ich reiche ihm lachend noch ein Bier und schließe die Augen, spiele den Tag mit dir nochmal in meinem Kopf ab:

Ich stehe da, angelehnt an mein Auto, der Blick nur aufs Handy gerichtet, bin ins Tippen vertieft, doch eigentlich wollte ich nur sehen, wie du mich dieses Mal begrüßt, denn ich wusste ja, dass du mich gleich abholst, da ich mich sonst nur verlaufen würde.
Du fährst mich mit deinem Fahrrad an und lachst wie ein kleiner Junge, als ich dir daraufhin die Zunge rausstrecke, küsst du mich. Einfach so. Ohne Vorwarnung, mitten in der Öffentlichkeit, damit habe ich nicht gerechnet, aber es hat sich merkwürdig gut angefühlt.
Wir laufen zu dir, albern die ganze Zeit rum, ziehen uns gegenseitig auf und lachen. Doch trotz der lockeren Stimmung, ist da dieser räumliche Abstand zwischen uns, wieder einmal.
Angekommen in deinem Zimmer, fragst du mich ob ich etwas trinken möchte und du drückst mir ein Glas Wasser in die Hand, doch gabst du mir keine Gelegenheit dazu, einen Schluck zu trinken, denn du hast mich wieder geküsst, intensiver, heftiger als an meinem Auto. Deine Arme fest um mich herum, konnte ich gerade noch das Glas wegstellen, bevor du mich hochgehoben hast. Hast mich einfach hochgehoben, obwohl du weißt wie sehr ich das hasse. Auch als ich dir in die Backe gebissen habe, hast du nicht locker gelassen, hast mich stattdessen geküsst und mich zu deinem Bett getragen. Dort haben wir wieder rumgealbert, uns gegenseitig geärgert und schließlich wieder lange geküsst, manche würden es rumknutschen nennen, doch der Begriff kommt mir gerade ein wenig plump vor, denn die Sache war viel zu schön um ihr einen solchen simplen, beinahe abfälligen Namen zu geben.

Doch irgendwas ist heute anders…
Etwas später gehen wir in die Stadt, sind beide hungrig und wollen etwas unternehmen. Zuerst nimmst du wieder deine gewohnte Abstandhaltung ein, alles wie immer. Doch auf einmal legst du deinen Arm um mich, es fühlt sich merkwürdig vertraut an, auch wenn du es noch nie getan hast.
Ich versuche mich dadurch nicht irritieren zu lassen und ziehe dich mit etwas auf, du streckst mir die Zunge heraus und auf einmal küsst du mich, schon wieder, mitten in der Öffentlichkeit.
Du verwirrst mich, während ich noch vollkommen perplex bin, versuche ich dem zu folgen was du gerade erzählst, deinen Arm wieder bei dir, denn wir sitzen in der S-Bahn und da geht so etwas schlecht. Doch stattdessen nimmst du meine Hand…
Beides hast du im Lauf des Abends noch mehrfach gemacht, deinen Arm um mich gelegt und dabei zum Kuss an dich gezogen, meine Hand gehalten, als wäre es selbstverständlich.
Auf dem Weg in deine Wohnung schlenderten wir noch durch die Altstadt, haben uns über Altbauwohnung unterhalten und wie toll man so etwas einrichten kann, durch die schönen hohen Decken und das man noch einen Flügel hineinstellen könnte. Die ganze Zeit über hast du meine Hand gehalten, wenn wir uns in einer Sache einig war, was die Wohnungseinrichtung anging, hast du meine Hand feste gedrückt, oder geküsst. Es kam mir so vor als wären wir ein Paar…
Mit ein wenig Abstand bedacht, aber trotzdem irgendwie an dich gekuschelt schlief ich später ein, es fiel mir leicht, denn ich habe mich wohl gefühlt. Als ich irgendwann nachts im Halbschlaf da lag, leicht frierend, merkte ich wie du mich zugedeckt hast, du hast meine Schulter geküsst und dich an mich geschmiegt, es kam mir vor wie im Traum.
Wenn ich an den Morgen denke, dann muss es wohl ein Traum gewesen sein! Mit einem Kaffee bist du bereits auf dem Balkon gesessen, hast mich quasi in deinem Bett zurück gelassen.
Als mir das in dem Moment klar wurde, dachte ich mir nur so „Ooookay…“, sprang aus dem Bett und zog mich einfach an, gerade als ich fast fertig angezogen war, kamst du ins Zimmer und meintest eher beiläufig, dass ich doch früher gehen sollte, du hättest noch zu tun, ob es für mich denn ein Problem wäre? Ich sagte„Nein.“, aber ich dachte „Ja!“, doch was sollte ich schon dagegen tun können?

Mit einem letzten, leichten Kuss auf den Mund hast du mich verabschiedet und dich seitdem nicht mehr gemeldet. Darum bin ich jetzt betrunken. Und da ich betrunken bin, habe ich mein Handy daheim gelassen. Mein Handy steckt daheim in irgendeiner Sofaritze, aber es wird vermutlich eh nicht klingeln, denn all meine Freunde sind hier und du wirst dich wohl nicht melden. Aber so werde ich mich auch nicht melden können, dir nicht peinlich betrunken auf die Nerven gehen, dir nicht sagen, dass ich dich vermisse…

Er stupste mich an und fragt: „Also?“ ich zucke nur mit den Schultern und sage: „Ich bin echt verliebt in diesen Typen, aber ich fürchte wir passen einfach nicht zueinander.“
 
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