- Hund - und alles drum und dran Beitrag #1
Louve
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Hallo,
ich beschäftige mich jetzt seit einiger Zeit mit dem Gedanken, einen Assistenzhund zu holen bzw einen Hund als solchen selbst auszubilden.
Nun erstelle ich gerade eine endgültige Liste mit allem, was man so noch bedenken und vorher erledigen muss und wollte euch mal so ein wenig dazu fragen.
Und ich weiß noch gar nicht so recht, wo anfangen, da meine Gedanken sich gerade ziemlich im Kreis drehen. Ihr dürft also gerne auch fragen, wenn irgendwas von mir noch nicht abgedeckt ist.
Ich bin 23 Jahre jung und (sehr wahrscheinlich, Diagnose kommt recht bald) Autist und (definitiv) ADHS'ler. Besonders wegen stressiger Außensituationen aber auch aspergertypischen Anfällen (nicht bzw kaum bewegen können) habe ich gedacht, dass ein Hund viel Unterstützung bieten kann. Außerdem schafft er einfach eine Routine, die mir sehr gut täte. Das bedeutet auch, dass ich die Hauptbezugsperson des Hundes sein werde und mich dementsprechend hauptsächlich um ihn kümmern werde.
Mein Mitbewohner (wir lieben uns, wollen mal Kinder und heiraten undundund, Begriff bleibt trotzdem "Mitbewohner") unterstützt da im Notfall und achtet mit darauf, dass alles gut läuft. Er selbst liebt Tiere und ist auch mit Hunden aufgewachsen, aber ein Haustier zu haben, hat für ihn keine Priorität. Dementsprechend passt es ganz gut, dass der Hund und ich ein Team sein sollen und er eben mit im Rudel sein darf.
Wir leben in einer 2 Zimmer Wohnung (plus große Küche) im Erdgeschoss. Ein Garten ist nicht vorhanden, aber dafür beginnt fünf Minuten entfernt ein kleines Waldstück in die eine Richtung und Feld in die andere Richtung, weiter hinten ist noch ... - Ich fasse mal kurz: Hier ist viel Platz und Natur.
Mein Mitbewohner ist täglich gut zehn Stunden außer Haus, ich studiere eigentlich, bin aber aktuell krank geschrieben (Urlaubssemester). Wenn ich wieder studiere, soll der Hund auch dorthin mit und mich generell so viel wie möglich begleiten, dh er ist nicht lang allein. Dafür werde ich mir noch Bescheinigungen über die Notwendigkeit ausstellen lassen. Bevor all diese Dinge geregelt sind, zieht hier kein Hund ein.
Die Vermieterin ist noch nicht gefragt worden, da noch nicht spruchreif. Gegen einen Assistenzhund kann sie aber theoretisch nicht viel sagen, aber auch unabhängig davon ist sie äußerst nett und da gibt es hoffentlich keine Probleme.
Der größte Knackpunkt: Wir wohnen erst seit dem 1.08.2018 zusammen und kennen uns auch erst seit 1 1/2 Jahren. Das bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen, aber im Endeffekt wird der Hund auch bei einer Trennung nicht abgegeben werden, weil wegen undso. Mein Hund. Sowas gibt man nicht einfach ab, weil die Umstände blöd sind.
Mein Mitbewohner ist übrigens 27 Jahre alt. Das erwähne ich, weil oft das Argument kommt, dass man noch sehr jung sei und ich mich mit 23 Jahren auch noch jung fühle.
Aktuell beantrage ich einen Pflegegrad und damit Pflegegeld, dass dann, wenn es durch ist, voll in die Haltung usw des Hundes einfließt. Bevor der Hund einzieht, möchte ich mindestens 1000 Euro als Puffer beiseite legen, sollte mal irgendwas sein.
Wir möchten definitiv einen großen Hund haben. Für mich ist das wichtig, damit er effektiv abschirmen kann und im Zweifel mit Körpergewicht arbeiten kann, um Anfällen entgegen zu wirken.
Über eine genaue Rasse habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, weil ich mich da noch viel mehr einlesen möchte. Aktuell tendiere ich zu einem Schäferhund.
Die Kosten habe ich mal grob überschlagen:
> Hundefutter bis zu 100 Euro im Monat.
> Hundehaftpflicht bis zu 10 Euro im Monat.
> Tierarztkosten bis zu 100 Euro im Jahr.
> Hundesteuer fällt weg, wenn ich vorher einen Behindertenausweis bekomme
> Für Hundeschule rechne ich so mit 200 Euro im Monat.
(Extras wie Ausstattung werden dann gesondert bezahlt, wenn nötig. Dazu habe ich bisher keine Angaben gefunden.)
Das ist ziemlich genau das Geld, was ich im Monat an Pflegegeld bekommen würde.
Ich habe mir ferner viele Gedanken dazu gemacht, ob ich einen Welpen holen soll oder einen Junghund. An für sich möchte ich immer liebendgern Tierheimhunden helfen. Ich habe selbst zwischenzeitlich ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet und weiß, wie schwer diese Tiere es haben. Allerdings ist bei Tierheimhunden sehr kritisch, dass man nie weiß, was für Erfahrungen die gemacht haben usw.. Deswegen tendiere ich aktuell eher zu einem Welpen. Wie seht ihr das?
Bei einem Welpen ist der Nachteil natürlich auch, dass man nicht unbedingt einschätzen kann, wie er mit zwei Jahren so sein wird - also ob er sich zum Assistenzhund eignet. Ich weiß noch nicht, was ich dann machen sollte. Allerdings muss er auch keine Zaubertricks können und mir die Waschmaschine anstellen oder sowas, sondern vor allem die Grundkommandos wirklich gut kennen und stressresistent sein, da er ja zB mit in die Uni soll. Wie seht ihr da die Chancen, dass ein Hund trotz guter Erziehung sowas nicht lernen kann?
Mir ist auch bewusst, dass so ein Assistenzhund irgendwann in Rente geht und das ist auch selbstverständlich. Er bleibt dann natürlich bei uns wohnen und wird mit versorgt. Mein Mitbewohner hat auch schon gesagt, dass dann im Zweifel ein Zweithund dazu kommen wird.
Dass im Zweifel jemand auf den Hund aufpassen kann, wird auch noch endgültig abgesprochen.
Ich weiß nicht, ob ich irgendwas vergessen habe.
Bitte nicht wundern, wenn ich sehr sachlich schreibe. Das ist schon eine Herzensangelegenheit für mich. Ich wäge nur vorher sämtliche Pros und Contras ab, ohne da allzu emotional dran zu gehen. Der Hund hat nichts davon, wenn ich irgendwelche unliebsamen Gedanken verdränge.
Danke schon Mal für das Lesen und eventuelle Antworten.
Liebe Grüße
Lou
ich beschäftige mich jetzt seit einiger Zeit mit dem Gedanken, einen Assistenzhund zu holen bzw einen Hund als solchen selbst auszubilden.
Nun erstelle ich gerade eine endgültige Liste mit allem, was man so noch bedenken und vorher erledigen muss und wollte euch mal so ein wenig dazu fragen.
Und ich weiß noch gar nicht so recht, wo anfangen, da meine Gedanken sich gerade ziemlich im Kreis drehen. Ihr dürft also gerne auch fragen, wenn irgendwas von mir noch nicht abgedeckt ist.
Ich bin 23 Jahre jung und (sehr wahrscheinlich, Diagnose kommt recht bald) Autist und (definitiv) ADHS'ler. Besonders wegen stressiger Außensituationen aber auch aspergertypischen Anfällen (nicht bzw kaum bewegen können) habe ich gedacht, dass ein Hund viel Unterstützung bieten kann. Außerdem schafft er einfach eine Routine, die mir sehr gut täte. Das bedeutet auch, dass ich die Hauptbezugsperson des Hundes sein werde und mich dementsprechend hauptsächlich um ihn kümmern werde.
Mein Mitbewohner (wir lieben uns, wollen mal Kinder und heiraten undundund, Begriff bleibt trotzdem "Mitbewohner") unterstützt da im Notfall und achtet mit darauf, dass alles gut läuft. Er selbst liebt Tiere und ist auch mit Hunden aufgewachsen, aber ein Haustier zu haben, hat für ihn keine Priorität. Dementsprechend passt es ganz gut, dass der Hund und ich ein Team sein sollen und er eben mit im Rudel sein darf.
Wir leben in einer 2 Zimmer Wohnung (plus große Küche) im Erdgeschoss. Ein Garten ist nicht vorhanden, aber dafür beginnt fünf Minuten entfernt ein kleines Waldstück in die eine Richtung und Feld in die andere Richtung, weiter hinten ist noch ... - Ich fasse mal kurz: Hier ist viel Platz und Natur.
Mein Mitbewohner ist täglich gut zehn Stunden außer Haus, ich studiere eigentlich, bin aber aktuell krank geschrieben (Urlaubssemester). Wenn ich wieder studiere, soll der Hund auch dorthin mit und mich generell so viel wie möglich begleiten, dh er ist nicht lang allein. Dafür werde ich mir noch Bescheinigungen über die Notwendigkeit ausstellen lassen. Bevor all diese Dinge geregelt sind, zieht hier kein Hund ein.
Die Vermieterin ist noch nicht gefragt worden, da noch nicht spruchreif. Gegen einen Assistenzhund kann sie aber theoretisch nicht viel sagen, aber auch unabhängig davon ist sie äußerst nett und da gibt es hoffentlich keine Probleme.
Der größte Knackpunkt: Wir wohnen erst seit dem 1.08.2018 zusammen und kennen uns auch erst seit 1 1/2 Jahren. Das bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen, aber im Endeffekt wird der Hund auch bei einer Trennung nicht abgegeben werden, weil wegen undso. Mein Hund. Sowas gibt man nicht einfach ab, weil die Umstände blöd sind.
Mein Mitbewohner ist übrigens 27 Jahre alt. Das erwähne ich, weil oft das Argument kommt, dass man noch sehr jung sei und ich mich mit 23 Jahren auch noch jung fühle.
Aktuell beantrage ich einen Pflegegrad und damit Pflegegeld, dass dann, wenn es durch ist, voll in die Haltung usw des Hundes einfließt. Bevor der Hund einzieht, möchte ich mindestens 1000 Euro als Puffer beiseite legen, sollte mal irgendwas sein.
Wir möchten definitiv einen großen Hund haben. Für mich ist das wichtig, damit er effektiv abschirmen kann und im Zweifel mit Körpergewicht arbeiten kann, um Anfällen entgegen zu wirken.
Über eine genaue Rasse habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, weil ich mich da noch viel mehr einlesen möchte. Aktuell tendiere ich zu einem Schäferhund.
Die Kosten habe ich mal grob überschlagen:
> Hundefutter bis zu 100 Euro im Monat.
> Hundehaftpflicht bis zu 10 Euro im Monat.
> Tierarztkosten bis zu 100 Euro im Jahr.
> Hundesteuer fällt weg, wenn ich vorher einen Behindertenausweis bekomme
> Für Hundeschule rechne ich so mit 200 Euro im Monat.
(Extras wie Ausstattung werden dann gesondert bezahlt, wenn nötig. Dazu habe ich bisher keine Angaben gefunden.)
Das ist ziemlich genau das Geld, was ich im Monat an Pflegegeld bekommen würde.
Ich habe mir ferner viele Gedanken dazu gemacht, ob ich einen Welpen holen soll oder einen Junghund. An für sich möchte ich immer liebendgern Tierheimhunden helfen. Ich habe selbst zwischenzeitlich ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet und weiß, wie schwer diese Tiere es haben. Allerdings ist bei Tierheimhunden sehr kritisch, dass man nie weiß, was für Erfahrungen die gemacht haben usw.. Deswegen tendiere ich aktuell eher zu einem Welpen. Wie seht ihr das?
Bei einem Welpen ist der Nachteil natürlich auch, dass man nicht unbedingt einschätzen kann, wie er mit zwei Jahren so sein wird - also ob er sich zum Assistenzhund eignet. Ich weiß noch nicht, was ich dann machen sollte. Allerdings muss er auch keine Zaubertricks können und mir die Waschmaschine anstellen oder sowas, sondern vor allem die Grundkommandos wirklich gut kennen und stressresistent sein, da er ja zB mit in die Uni soll. Wie seht ihr da die Chancen, dass ein Hund trotz guter Erziehung sowas nicht lernen kann?
Mir ist auch bewusst, dass so ein Assistenzhund irgendwann in Rente geht und das ist auch selbstverständlich. Er bleibt dann natürlich bei uns wohnen und wird mit versorgt. Mein Mitbewohner hat auch schon gesagt, dass dann im Zweifel ein Zweithund dazu kommen wird.
Dass im Zweifel jemand auf den Hund aufpassen kann, wird auch noch endgültig abgesprochen.
Ich weiß nicht, ob ich irgendwas vergessen habe.
Bitte nicht wundern, wenn ich sehr sachlich schreibe. Das ist schon eine Herzensangelegenheit für mich. Ich wäge nur vorher sämtliche Pros und Contras ab, ohne da allzu emotional dran zu gehen. Der Hund hat nichts davon, wenn ich irgendwelche unliebsamen Gedanken verdränge.
Danke schon Mal für das Lesen und eventuelle Antworten.
Liebe Grüße
Lou