Ich habe Angst, noch deutlicher zu sagen, was ich meine, weil ich mir dann sehr unhöflich vorkomme. Ich weise also darauf hin, dass ich wirklich wörtlich meine, was ich schreibe. Ich mache es aber ein Mal deutlich.
Zu Punkt 1: das scharf abrichten ist zumindest in Österreich verboten (Ausnahme ist Polizei und Militär)- anderen ist das Scharfmachen von Hunden strengstens verboten. Bei Bekanntgabe kommt der Hund weg - du bekommst lebenslanges Hundehalteverbot und der Hund schlimmstenfalls eingeschläfert. Das wäre dann aber auch kein Therapiehund - sonder ein Schutzhund (andere Kategorie - andere Gepflogenheiten inkl. Wesentest pipapo). So einen "scharfen" Hund einem ADHS Menschen in die Hand zu geben ist wie der Geladene Revolver mit dem Hinweis nicht hier und da zu drücken.
Ich zitiere mal, was ich bereits schrieb und mache deutlicher:
"Mir wurde bereits gesagt, dass ich den Hund unbedingt darauf abrichten soll, mich vor anderen zu beschützen (mit Befehl zu beißen usw),
aber da bin ich sowas von vehement gegen."
Das wird es bei mir niemals bei keinem Hund geben.
Das hat auch nichts mit ADHS zu tun, sondern der Hund wird bei jedem Menschen damit zu einer Waffe und das sollte niemals der Fall sein.
Niemals! Unter keinen Umständen!
Den Hund aufgrund der fehlenden Körperbeherrschung mal unsanft wegzuschupfen - anzuschreien - laute Musik aufdrehen oder gegen Gegenstände treten
Hier zeigt sich wieder, wie individuell verschieden Menschen sind und man kann eben nicht sagen "kennt man einen, kennt man alle". Ich wurde vor kurzem noch von mehreren Psychiatern kritisiert, weil ich nicht ausraste, laut werde oder generell wütend. Und das trotz ADHS und auch ohne Tabletten und auch jahrelang schon.
Richtiger wäre, dass du dich auf den Hund konzentrierst und lernst den Umgang mit anderen Menschen zu akzeptieren, dir möglicherweise ein Hund hilft Sozialkontakte aufzubauen (ja es ist mitunter Klischee , aber ein junger Hund mit dem Besitzer auf der Strasse wird zigmal angesprochen) (wobei ADHS Menschen ja grundsätzlich als sehr distanzlos gelten)
Ich akzeptiere den Umgang mit anderen Menschen und habe damit auch kein Problem. (Dass ich viele und gute und langjährige Freunde habe, hätte mich fast die Diagnose gekostet. ^^)
Die Überlegung hinter einem Hund, der auch Respekt einflößt, ist
NICHT, dass man mich nicht ansprechen soll. Wenn ich meinen Hund mit in den Supermarkt nehme oder in die Uni, werde ich so oder so angesprochen. Da ist es sinnvoller, keinen Hund zu holen, als ein respekteinflößender Hund zu holen. Und auch da kann man genauso gut eine Assistenzhundweste mit "Ich arbeite, nicht stören" kaufen und alles ist gut.
Meine Überlegung ist: Der Hund steht mitten auf dem Marktplatz. Um ihn herum hunderte Menschen. Ich an der Leine sowieso komplett überfordert. Gebe den Befehl, den Ausgang zu suchen und mich dahin zu führen. Hund macht sich auf den Weg und plötzlich stürmen 5 Kinder auf ihn zu, die ihn alle unbedingt streicheln wollen und spielen und klettern an und turnen um ihm rum, nicht zurückgehalten von den Eltern weil "ach, so ein Labrador, das sind ja ganz tolle Tiere, die tuen nichts.". Mir geht es also nicht um mich bei dieser Überlegung, sondern vor allem um den Hund und darum, dass er nicht zusätzlich gestresst wird.
Du lebst scheinbar in einer anderen, eigenen , mir unbekannten Welt, aber ob Dein Problem tatsächlich mit einem großen Hund zu einer guten Lösung kommen kann, kann ich mir nicht vorstellen, so den Respekt zu bekommen, den Du Dir erhoffst, hat auch seine Nachteile. Ich möchte Dich aber nicht kritisieren , doch ich denke, es wäre wohl besser, wenn Du selber , ohne Hilfsmittel an Deinem Selbstbewusstsein arbeiten würdest .
Ich finde das sehr schön geschrieben. Danke dafür.
Ich möchte darauf hinweisen: Ich habe bisher 2 x das Wort "Respekt" benutzt. 1 x ging es um den oben beschriebenen Gedanken und 1 x war ein Gedankenexperiment in Richtung Schutz vor Diebstahl, Missbrauch, etcpp.
Es ist mir nicht wichtig, dass der Hund dafür sorgt, dass andere mir aus dem Weg gehen - sonst hätte ich das so gesagt.
Es ging nur darum, dass es nicht sonderlich schlimm wäre, wenn Menschen mit Vorurteilen mir aus dem Weg gehen würden. Das war also kein Argument für einen Schäferhund, sondern es war ein Argument gegen Vorurteile von Menschen.
Tatsächlich ist ein Argument gegen den Schäferhund in dem Fall allerdings eben, dass Sanitäter unter Umständen mit einem Schäferhund eher grob umgehen. Auch ein Argument gegen einen Schäferhund ist, dass er, sollte er zB aus meiner Tasche bei einem Anfall einen Zettel mit Anweisungen von mir holen und den anderen Menschen geben, eher Probleme haben wird, einen Menschen zu finden, der sich da hin traut. Das ist bei anderen Hunderassen etwas leichter. Das sind aber durchaus Dinge, die ich bedenke und die mir sehr sehr viel wichtiger sind als so Sachen wie "Respekt".
Also: Ich erhoffe mir keinen Respekt durch einen Hund. Aber ich schließe einen Hund nicht aus, nur weil Menschen Vorurteile haben. Ich sage ja auch nicht, dass ich nicht mit Kommilitone XY lerne, nur weil er Türke ist. Fände ich einfach doof.
Ansonsten hast du Selbstbewusstsein angesprochen und das ist ja auch ein Thema, was ich wichtig finde. Generell muss ich dazu sagen: Ich bin selbstbewusst. Ich mag mich, bin offen und ehrlich, ecke oft an und das ist okay. Ich habe nur große Probleme damit, für mich selbst einzustehen. Gehen wir also davon aus, dass ein Busfahrer mich nicht mitnehmen möchte (warum auch immer) und der nächste Bus kommt in zwei Stunden. Dann warte ich zwei Stunden. Ist ein Hund oder wer anders dabei, setze ich mich dafür ein.
Anderes Beispiel ist wohl: Ich müsste eigentlich zur Bank, um Geld für essen zu holen, aber irgendwas ist los. Dann gehe ich nicht zur Bank und esse nichts. Für mich ist das nicht schlimm. Ich erlebe das nicht so bewusst, dass ich jetzt ein Problem dadurch habe, weil ich gelernt habe, dass das okay ist. Weiß ich aber, dass ich das Geld brauche, um zB für den Hund essen zu holen, ist das etwas anderes. Das ist vergleichbar wie bei Eltern, die plötzlich Power ohne Ende haben, weil sie sich kümmern müssen. Ich vermeide oft, weil ich es nicht als leiden bei mir selbst wahrnehme. Bei anderen aber schon und für die setze ich mich dann ein. Dh wenn ich nach Hause möchte und Hund auch, fällt es mir leichter, sich einzusetzen. Und dabei ist es auch egal, ob es ein großer oder kleiner Hund ist oder sonstwas.
Das ist das Problem im Deutschen: Selbstbewusstsein kann so vieles bedeuten. Aber das meine ich. ^^
Meine Hündin soll als Besuchshund, möglichst friedliche Eigenschaften haben und ein Kuscheltier werden, freundlich und niedlich wirken ,so wie die Souveränität besitzen, um immer, von jedem Menschen ruhig alle Berührungen zu ertragen , oder noch Freude dabei zu empfinden.
Ich habe mir eine Mini -Australian- Shepherd Hündin angeschafft , die jetzt mit 8,5 Monaten , das erste Mahl läufig geworden ist.
Das klingt toll. Ich schreib das mal mit auf meine Liste für weitere Überlegungen.

Und ich wünsche dir und der kleinen Maus alles Gute!
Lg