schwerbehinderter Kanarienvogel

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  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #1
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Venaska

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Hallo, vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Ich habe vor ein paar Tagen per Zufall einen stark vernachlässigten Kanarienvogel mitgenommen (zwangsenteignet sozusagen). Das Tierchen saß nur auf dem Boden , war fast verdurstet (kein Wasser mehr im Käfig, aber massenhaft Körnerfutter - und ein unerreichbares Vogelbad hoch oben) und wirkte schon halbtot. Wie ich feststellen musste, kann der Vogel überhaupt nicht mehr auf einer Stange sitzen oder klettern, denn beide Füßchen sind verkrüppelt. War mit ihm gleich beim Tierarzt - ein Bein (Füßchen wie eine Faust) hat keinen Greifreflex mehr, das andere nur wenig, und dieses ist auch völlig verbogen. Laut Tierarzt kann man da nichts mehr machen. Fliegen kann der Vogel wohl auch nicht (wenn er es denn jemals konnte bzw. durfte). Es ist und bleibt also ein Fußgänger, und auch das mit ziemlichen Schwierigkeiten (fällt bei Putzversuchen immer um).
Daher nun meine Fragen: Wie kann ich dem Tierchen noch ein lebenswertes Dasein bieten? Inzwischen frisst und trinkt es wieder - und badet auch mit Wonne. Ab und zu gibt es jetzt auch Töne und ein wenig Gezwitscher von sich, ist aber immer noch sehr ängstlich (daher noch keine Geschlechtsbestimmung - das Krallenschneiden beim Tierarzt hat erst einmal gereicht an Stress. Alter weiß ich auch nicht). Aber er ist schon viel munterer geworden in den paar Tagen. Wie kann man so einen Vogel ein bisschen beschäftigen, wenn er nur auf dem Boden sitzen kann?
Da Einzelhaltung ja eigentlich nicht ok ist, frage ich mich auch, was passieren würde, wenn ich einen zweiten dazusetzen würde. Ich habe die Befürchtung, dass dieser/diese das kleine Krüppelchen dann fertigmacht ...
Hat jemand Erfahrungen mit einem "schwerbehinderten" Kanarienvogel? Oder kann mir jemand ein paar Tipps geben, wie ich das Tierchen etwas glücklicher machen kann? Der Tierarzt konnte mir hier keine weiteren Hinweise geben ("Solange er frisst und trinkt ...").
Wie richte ich denn den Käfig ein? Da alles auf dem Boden stehen muss, weil der Vogel sonst nicht rankommt, ist es auch schwierig mit den Badewännchen, da ich dieses ja nicht durch die winzigen Türchen kriege und den ganzen Käfig abnehmen muss. Schon das stresst den Vogel erst einmal. Und wenn ich dann hinterher den Käfigboden wieder trockenlegen muss (sonst läuft er ja im nassen Sand rum bzw. schleift mit dem Bäuchlein im Sumpf), muss ich greifen und woanders parken, da es ja auf einer Stange nicht geht - wieder Stress für den Vogel. Ist irgendwie eine rechte Herausforderung - die ich aber gerne annehme, ebenso wie hilfreiche Tipps zur "Bodenhaltung" :) .
Danke im Voraus!
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #2
Danke, das du dich des Tieres angenommen hast. Ich habe leider keine Erfahrung mit Vögeln.
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #3
Liebe Veneska,
toll das Du Dich des kleinen Vögelchen angenommen hast. Wie geht es dem Vögelchen jetzt? Ich habe den Beitrag erst jetzt gelesen. Große Tips kann ich leider nicht geben, aber sicher hast Du inzwischen selber einiges umsetzen können. Mein Vögelchen ist leider auch an den Boden gebunden. Sie ist bereits 14 Jahre alt und hat Arthrose, daher auch ein Bein mit Kusshand. Fliegen kann sie auch nicht mehr. Auf Stangen kann sie nur noch bedingt sitzen. Aber sie ist immer noch munter, frisst und badet. Wenn die anderen draußen sind, setze ich sie auch raus auf dem Boden, so dass sie mit den anderen zusammensein kann. Ich habe getrennte Käfige, weil sie dann mehr zur Ruhe kommt. Ich will damit sagen, dass auch so ein Vogel noch Lebensqualität haben kann!
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #4
Hallo,
da der Vogel nicht fliegen kann, wäre auch eine Haltung in einem nach oben offenen Glashafen ein Gedanke,
in dem es leichter möglich ist , die Versorgung von oben vorzunehmen .
Um dem Vogel die Illusion von Gesellschaft zu geben , könnte ein Spiegel helfen .
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #5
Um dem Vogel die Illusion von Gesellschaft zu geben , könnte ein Spiegel helfen .
Um Gottes Willen, bitte nicht. Schwerste Verhaltensstörungen sind so vorprogrammiert.
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #6
Bloß kein Spiegel... Meine Oma hat einen Balkon wo wir mal einen Spiegel aufgegangen haben... Da sind mindestens 3 Spatzen gegen geflogen.
 
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #7
  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #8
Die Idee, ihm eine breite Schale statt Käfig anzubieten, um den Zugriffvon oben zu vereinfachen, finde ich gut.

Vielleicht das Unterteil vom jetzigen Käfig ohne das Gitter. Oder alternativ diese breiten und flachen Curver-Kunststoffboxen, die man eigentlich als flache Unterbettkommode unters Bett schieben kann...

Falls er "aus Gewohnheit" (er kennt es ja nicht anders ) das Käfiggitter über seinem Kopf als Schutz empfindet, sollte man ihm das allerdings belassen. Dann das Gitter einfach nur auf die Unterschale stellen, ohne die Klemmen festzumachen- dann lässt sich das Gitter bei Bedarf einfacher abheben.

Spiegel würde ich auch nicht machen. Kenne das nur von Wellensittichen her, dass es dort schlimme Verhaltensprobleme auslöst, vermutlich ist das bei Kanarienvögel genauso. Das Spielbild "antwortet falsch" auf die Vogelkommunikation...stell dir vor, du würdest mit jemandem sprechen, und diese Person würde nur exakt nachplappern, was du gerade selbst gesagt hast, und jede Miene und jedes Kopfnicken nachäffen....du würdest dir wohl verscheißert vorkommen und irgendwann aggressiv werden, wenn derjenige damit nicht aufhört.

Ein Vogel weiß nicht, dass er sein Spigelbild sieht - er glaubt, es sei ein echter Artgenosse, und er wird auch genauso wie du irgendwann sauer werden, wenn keine vernünftige Kommunikation möglich ist.

Einen Zweitvogel würde ich nur dazunehmen, wenn du im Tierheim oder bei speziellen Vermittlungsvereinen für Vögel ein älteres, ruhiges Exemplar findest, keinesfalls einen Jungvogel.

Danke, dass du dich kümmerst!
 
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  • schwerbehinderter Kanarienvogel Beitrag #9
Zur Badeproblematik: Untersetzer aus Ton, also diese Blumenuntersetzer, mit Wasser füllen und reinstellen, statt Badehäuschen. Die Grundfläche sollte vielleicht etwas größer werden, da er ja nur auf dem Boden ist und nicht nach oben kann. Wie groß oder klein ist denn der jetzige Käfig? Fressbares nicht (nur) im Schälchen auf der Erde, sondern auch mal so verteilen, dass er rumläuft und es einsammeln kann.
Äste vielleicht mit einer Seite auf den Boden legen und die andere Seite etwas höher befestigen (zB unterster Gitterstab oder "Reling" der Schale/des Käfigunterteils/, so dass er evtl ausprobieren kann, aber auch nicht zu hoch kommt, dass er runterfallen würde
 
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