In welchem Bereich wollt ihr nach der Uni eure Facharztausbildung machen?
Ich arbeite selbst im KH und weis daher was Assistenzärzte für Arbeitszeiten haben, selbst wenn ihr "nur" Teilzeit eure Facharztausbildung machen wollt habt ihr in einer Klinik selten geregelte Zeiten, die Assistenten müssen oft Überstunden machen, 24 Stunden Dienste an Wochenenden und Feiertagen und Nachtschichten unter der Woche sind völlig normal und Standard. Die Internisten haben dabei noch die besseren Karten, die Assistenten fangen in der Regel um 7 Uhr an und arbeiten bis etwa 16-17 Uhr (wenn die ihre Arbeit in der Zeit schaffen, sonst länger), die Chirurgen sind schlechter dran und haben quasi "open end" wenn sie die Arbeit auf Station und diverse Konsile machen und zusätzlich noch im OP stehen müssen.
Auch in Praxen könnt ihr euch nicht auf eure Arbeitszeiten verlassen, der Mann meiner besten Freundin (den ich auch schon seit Assistenzzeit kenne) ist während der Facharztausbildung von der Klinik in eine Hausarztpraxis gewechselt und muss in der Erkältungszeit oft deutlich länger bleiben und/oder früher anfangen um den Andrang an Patienten zu bewältigen, der hat auch Tage wo er 12-13 Stunden in der Praxis ist. Mittlerweile ist er Facharzt aber das macht es von den Zeiten her nicht besser. Die haben auch 2 Hunde (Schäferhunde) aber um die kümmert sich meine Freundin fast ausschließlich weil er da nicht genug Zeit hätte.
Ich hab auch schon oft von den Assistenten gehört das sie es sich oft anders vorgestellt haben und mit der Menge an Arbeit nicht gerechnet haben, besonders wenn sie ganz frisch von der Uni kommen ist der Gedanke "Ärzte haben ein schönes einfaches Leben" ganz schnell ausgeträumt wenn sie in der Realität ankommen und dann macht sich erstmal Frust und Überforderung breit und es dauert sehr lange bis sie sich gut zurecht finden und sicher werden. Aus Erfahrung kann ich sagen das immer dann wenn die Ärzte gerade richtig angekommen und fit in dem Bereich sind wieder in die Rotation gehen müssen und dann geht das Spiel von vorne los, das ist sowohl für die Ärzte als auch für uns Pflegekräfte etwas nervig weil man immer damit beschäftigt ist Ärzte "anzulernen".
Die angenehmen Arbeitszeiten kommen erst wenn man Facharzt oder höher in einer Klinik ist, die haben tatsächlich von 8-16 Uhr und dazu Rufbereitschaft oder Hintergrunddienst (Chirurgen sind hier ausgenommen, da stehen die Fachärzte so lange im OP wie der OP Plan es vorsieht).
Was ich damit sagen will, stellt euch eure Assistenzzeit bitte nicht zu einfach vor, sie ist es nicht, selbst in Teilzeit nicht. Da noch einem so aktiven Hund gerecht zu werden könnte spätestens da echt ne große Herausforderung werden aber wenn ihr euch da gut organisiert und euch bis dahin Hilfe sucht wo ihr den Hund an langen Tagen abgeben könnt würde das schon irgendwie klappen.