Die richtige Entscheidung treffen

Diskutiere Die richtige Entscheidung treffen im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo allerseits, ich habe einen Labrador schoko, Balu, genau 12 Jahre und 2 Monate alt und genau seit 12 Jahren habe ich ihn an meiner Seite. Als...
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #1
Balu1220

Balu1220

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Hallo allerseits,
ich habe einen Labrador schoko, Balu, genau 12 Jahre und 2 Monate alt und genau seit 12 Jahren habe ich ihn an meiner Seite.
Als er 6 Monate alt war, wurde schwerste HD (Hüftdysplasie) diagnostiziert, er bekam dann regelmäßig Infiltrationen, die er tapfer ertragen hat, sobald es ein Leckerli gab.
Mit 6 Jahren habe ich ihn dann operieren lassen - Goldimplantate.
Die haben jahrelang super geholfen, er war wieder verspielt und schien schmerzfrei, bekam aber immer seine speziellen Gelenktabletten und Multivitamine.
Jetzt mit 12 Jahren ist es aber schon sehr mühsam für ihn geworden, sich auf den Pfoten zu halten, das Stiegensteigen in die Wohnung im 1. Stock ist schwer bewältigbar.

Heute habe ich mit der Tierärztin telefoniert und wir haben einen Termin nächste Woche am Dienstag. Sie hat zwar einerseits gesagt, dass es schwere Schmerzmedikation gibt, aber andererseits ist das nur ein Hinauszögern und ganz schmerzfrei wird er wohl nicht werden.

Ich habe mir bei meinen vorigen Tieren (4 Katzen, jeweils 16 Jahre alt geworden) leichter getan, weil sie krank waren und ich das Einschläfern als Erlösung gesehen habe.

SIcher wäre es auch eine Erlösung für ihn, da er ja Schmerzen hat - Arthrose vom falschen Gangbild durch die HD. Andererseits frisst er natürlich (welcher Labbi nicht) noch sehr gerne und läuft auch 2x hinter dem Ball her, bevor er sich ins Gras fallen lässt.

Was ich nicht möchte, ist einerseits, dass er nur mit Schmerzmedikation "am Laufen" gehalten wird und andererseits täglich mit Schmerzen durchs Leben muss. Er geht nämlich auch jeden Tag in die Arbeit mit und das seit 12 Jahren.

Was soll ich tun ... heute weiß ich es noch nicht, aber am Dienstag wird eine Entscheidung fallen müssen.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #2
Hallo,

wie kommt man zu der Annahme dass er mit einer passenden Therapie nicht wieder schmerzfrei werden kann? Wurden denn bereits Schmerzmittel ausprobiert? Warum möchtest du deinem Hund dauerhaft keine Schmerzmittel geben?
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #3
Dein Hund ist 12 Jahre alt und scheint noch Spaß am Leben zu haben.
Weshalb soll er denn keine Schmerzmedis bekommen?
Ich bin seid Jahren eingeschränkt und konnte nicht mal mehr mit meinen Hund Gassi gehen, deshalb denkt jedoch keiner daran mich zu erlösen.
Sorry für diesen Vergleich!
Wir haben uns dadurch für einen Zweithund entschieden und so ist Hundi wieder glücklich.
Mein Gewissen ist nicht mehr so belastet und die Kleine Hündin "trainiert" mit dem Großen der mit 3 Jahren schon gesundheitlich eingeschränkt ist.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #4
Versuch doch erst die Schmerztherapie auszureizen. Ich lebe seit 7 Jahren mit chronischen neuropathischen Schmerzen. Ich habe trotzdem ein gutes Leben.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #5
Schließe mich Miss Piggy an, ich würde im Mom auch schauen,dass die Schmerztherapie so gut wie möglich getan wird......TÄ sagen das auch wenn es nicht mehr vertretbar ist, normalerweise sieht man das aber auch selber. Ich wünsche gute Besserung und eine Entscheidung zum richtigen ZP
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #6
Leider kam bisher keine Antwort, da es aber ein wichtiges Thema ist trotzdem ein paar Gedanken von mir:

Ein Gang zum Tierarzt ist natürlich sehr wichtig. Auch bei einem Hund mit bereits bekannten Erkrankungen könnten Symptome wie Schwäche oder Schmerzen verschiedene Ursachen haben. Es muss daher erst einmal gründlich abgeklärt werden woher die Probleme überhaupt kommen. Sollte sich die Arthrose als Ursprung herausstellen gibt es einiges was man tun kann.

Eine Hüftdysplasie bedeutet, dass der Kopf des Oberschenkels nicht korrekt in der Hüftpfanne liegt. Als Folge der daraus entstehenden unnatürlichen Bewegung kommt es zu Schmerzen und zu degenerativen Veränderungen in Form einer fortschreitenden Arthrose. Es gibt verschiedene Therapieansätze die Schmerzen zu Lindern und ein Fortschreiten der Arthrose hinauszuzögern. Goldimplantationen werden durchaus konträr diskutiert, feststeht dass diese Methode, wenn es Milderung bringt, nur eine rein symptomatische Behandlung ist, die Hüftdysplasie wird dadurch nicht geheilt. Daher wundert es mich Schmerzmittel mit der gleichen Argumentation abzulehnen.

Arthrose beim Hund ist nicht heilbar. Aber es kann durchaus viel getan werden damit der Hund ein schmerzfreies Leben damit führen kann. Das Gemeine an Arthrose ist, dass es ein Teufelskreis ist. Der Knorpel im Gelenk nimmt aus verschiedenen Gründen Schaden, es kommt zu entzündlichen Reaktionen, zur Schonhaltung und zu Bewegungsvermeidung. Knorpel hat keine eigenen Blutgefäße, um sich zu ernähren braucht er den richtigen Druck und funktioniert dann wie ein Schwamm, der ausgerückt wird und sich wieder vollsaugt. Fehlt also diese Bewegung nimmt der Knorpel immer mehr Schaden, die Arthrose schreitet dadurch schneller fort. Je schneller man eingreift desto besser.

Eine wichtige Säule ist und bleibt daher das richtige Schmerzmittel. Denn es kann nicht nur Schmerzen nehmen, es kann auch als Entzündungshemmer fungieren und so in den Arthrosekreislauf eingreifen. Die Wahl des richtigen Schmerzmittels zum richtigen Zeitpunkt ist also entscheidend, denn es gibt eine Vielzahl von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Ansatzpunkten und Wirkweisen. Wichtig wäre auch eine aktuelle Blutuntersuchung um zu wissen welche Medikamente man wie einsetzen kann.

Ein weiterer Punkt ist der Muskelerhalt und die Bewegung. Die richtige Bewegung reduziert wie oben erwähnt ein schnelles Fortschreiten der Arthrose und ist natürlich auch ein wichtiger Punkt bezüglich der Lebensqualität. Trainierte Muskeln entlasten die Gelenke und sie daher essentiell. Physiotherapie ist daher ein entscheidender Faktor. Zum Muskelerhalt und -aufbau kann man, sofern es keine Kontraindikationen durch andere Erkrankungen gibt, auch unterstützend ein Anabolikum verabreichen.

Idealgewicht ist bei Arthrosepatienten ein absolutes Muss. Durch zuviel an Gewicht kommt es nicht nur zur Überbelastung der Gelenke. Fettzellen produzieren auch Botenstoffe die Entzündungen fördern. Aber Vorsicht, wenn Übergewicht vorliegt muss langsam reduziert werden. Nicht mehr als 1% pro Woche, denn Muskel- statt Fettabbau möchte man unbedingt vermeiden.

Abschließend gibt es noch zahlreiche Nahrungsergänzungen die eingesetzt werden können und viele Managementmaßnahmen im Alltag die unterstützen.

Je nachdem was in diesem Fall schon versucht wurde und wo das Problem tatsächlich liegt gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten mehr Lebensqualität zu schaffen. Und ganz pragmatisch: Wenn es nicht funktioniert kann man immer noch die letzte endgültige Entscheidung treffen.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #7
Balu wurde am 30.5.23 erlöst. Die Tierärztin hätte ihm auch mit Schmerzmitteln nur mehr wenige Monate gegeben. Er hat mit 5 Jahren Goldimplantate bekommen, sein ganzes Leben Vitamine und Gelenkstabletten, gegen Ende hin auch CBD Tropfen und stärkere Schmerzmedikation. Ich lasse kein Tier leiden und wenn er täglich mehrmals 25 Stufen steigen muss, wo er lange wartet, bis er sich irgendwie raufquält, dann ist das kein lebenswertes Leben. So ist er stressfrei eingeschlafen, ohne Verzweiflung, weil er plötzlich nicht mehr aufstehen kann etc

Danke für Eure Tipps, jeder entscheidet für sich. Ich habe zum Wohl meines Hundes entschieden
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #8
Balu wurde am 30.5.23 erlöst. Die Tierärztin hätte ihm auch mit Schmerzmitteln nur mehr wenige Monate gegeben. Er hat mit 5 Jahren Goldimplantate bekommen, sein ganzes Leben Vitamine und Gelenkstabletten, gegen Ende hin auch CBD Tropfen und stärkere Schmerzmedikation. Ich lasse kein Tier leiden und wenn er täglich mehrmals 25 Stufen steigen muss, wo er lange wartet, bis er sich irgendwie raufquält, dann ist das kein lebenswertes Leben. So ist er stressfrei eingeschlafen, ohne Verzweiflung, weil er plötzlich nicht mehr aufstehen kann etc

Danke für Eure Tipps, jeder entscheidet für sich. Ich habe zum Wohl meines Hundes entschieden

Ich würde mein Tier auch nicht quälen wollen. Zum Glück können wir unseren Tieren Qualen ersparen.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #9
Das ist das letzte Liebe, was du ihm geben konntest. Du allein hast ihn gesehen. Ich weiß, das es ein harter schwerer Weg für dich war. Ich wünsche dir alles Liebe.
 
  • Die richtige Entscheidung treffen Beitrag #10
RIP....es tut mir leid ,aber du hast denke ich alles richtig gemacht
 
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