Hallo @Jessy2207
ich wollte dir von unseren Erfahrungen berichten, vielleicht hilft es dir ja weiter.
Unser Deutscher Riese hatte ebenfalls immer wieder Krampfanfälle. Bei ihm wurde eine dilatative Kardiomyopathie festgestellt. Im späteren Verlauf bekam er zusätzlich Probleme mit sogenannten "Blutohren" (Otitis als begleitsymptom) Menschen haben bei herz Problemen oftmals wassereinlagerungen. Aus unserer Erfahrung sollte man diese nicht punktieren oder aufschneiden, sondern einfach mit Schmerzmitteln ausheilen lassen – das hat bei ihm gut funktioniert. Dies braucht aber Monate an Geduld und Vermeidung das er sich schüttelt (festkleben der Ohren)
Zu den Krampfanfällen selbst:
Diese ließen sich in seinem Fall auch durch starke Schmerzen oder Reizüberflutung auslösen. Schmerz ist ja auch eine Reizüberflutung.
Zum Beispiel:
- Beim Waschen (wegen starkem Durchfall) bekam er beim Abtrocknen plötzlich einen Anfall.
- Auch bei der Behandlung seiner schmerzhaften Pododermatitis kam es gelegentlich zu Krämpfen.
Eine eindeutige Diagnose gab es nie, aber mehrere Tierärzte und Kliniken vermuteten einen Zusammenhang zwischen Stress/Schmerz und den Anfällen.
Die Therapie die bei uns gewirkt hat:
- Er wurde mit Herzmedikamenten eingestellt, inklusive regelmäßiger Kontrollen.
- Zusätzlich bekommt er täglich Schmerzmittel wegen der Knorpelveränderungen im Ohr und seiner Pododermatitis an den Beinen und Arthrose im Anfangsstadium in den knien.
Seit dieser Behandlung hat sich die Häufigkeit der Anfälle deutlich verringert – auf etwa einmal alle paar Monate. Aber nicht auf einem Schlag sondern Monat für Monat sich reduziert.
Mögliche weitere Faktoren:
Mittlerweile ist er deutlich älter als ursprünglich erwartet. Er lebt ruhig, entspannt und meidet Stress, was wahrscheinlich auch dazu beiträgt, dass die Anfälle seltener geworden sind. Weniger Reize = weniger Überforderung = weniger Krampfanfälle.
Frühere Krankengeschichte:
Als er noch jung war (3–6 Monate alt), hatte er ohne Vorwarnung plötzlich einen Krampfanfall. Damals wurde er auf Verdacht auf Encephalitozoon cuniculi (E. cuniculi) mit Panacur behandelt. Ob es eine sichere Diagnose gab, weiß ich nicht mehr genau – das ist schon Jahre her. Aber ich meine ganz sicher ja weil Tests gemacht wurden. Es könnte sein, dass die E. cuniculi-Infektion immer noch latent im Körper schlummert und in stressigen Situationen wieder aktiv wird.
Ein Gedanke, den wir mit den Ärzten entwickelt haben:
- E. cuniculi als stille Infektion im Körper weswegen keine klaren oder typischen Symptome einer Infektion.
- Reizüberflutung durch z. B. Schmerzen, Schreckmomente, Waschen
- Was Stress ist und als Auslöser für Krampfanfall
Hier ist ein Link zu einem Artikel, der diese Theorie ganz gut beschreibt:
moehren-sind-orange.de/enzephalitozoonose-e-c/
Ich habe damals noch einen anderen, sehr hilfreichen Bericht gelesen, den ich dir gerne heraussuchen würde – wenn ich ihn noch finde! Er hat uns geholfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen. Leider ist das schon lange her und ich habe ihn damals bei einem Notfall in der Wartezeit einer Tierklinik entdeckt.
Ein kleiner Tipp:
Wichtig ist, dass du für deinen Tierarzt versuchst, einen Anfall zu filmen. Jedes Detail kann helfen. Beispielsweise:
- Kopf überstreckt oder nicht?
- Maul offen oder geschlossen?
- Wie zucken die Beine oder ist der Körper überstreckt?
- Sind die Augen geöffnet?
Usw.
All das kann Hinweise darauf geben, um welche Art von Anfall es sich handelt.
Jedoch nicht vergessen hat es immer geholfen die krampfanfälle zu verkürzen durch streicheln, den Namen nennen, mit ihm reden das alles gut ist. Auch auf den Arm nehmen und herum tragen führte bei uns zur beenden der Anfälle vorzeitig. Beruhigung gegen die Reizüberflutung.
Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter! Halte mich gerne auf dem Laufenden.
Liebe Grüße
SOMAI