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was stimmt denn jetzt? würden die sich theoretisch auch weiterhin vertragen oder werden die so aggressiv wie normale hamster?
es stimmt schon, dass manche Zwerghamsterarten in der freien Wildbahn zeitweise in Gruppen oder Paaren zusammenleben. In der Natur haben sie dann aber auch die Möglichkeit, jederzeit in ein neues Revier umzuziehen, jederzeit einen neuen Partner zu suchen, jederzeit auf Abstand zu gehen.
Das ist in der Haltung als Heimtier nicht so gut möglich, schließlich ist ein Gehege ein Witz gegen die großen Reviere, die die Tiere normalerweise bewohnen.
Mir sind wenig Fälle bekannt, in denen man es (trotz eines großen Platzangebots) geschafft hätte, Zwerghamster dauerhaft in einem gemeinsamen Käfig zu halten.
Gleichgeschlechtliche Zwerghamster (was also in deinem Fall zutrifft) verstehen sich oft dann nur bis zum Abschluss der Geschlechtsreife (wobei sie natürlich weitaus früher zeugungsfähig sind) - aber dann ist auch Mord und Totschlag angesagt.
Männchen und Weibchen beißen sich vielleicht nicht tot, machen aber zwangsläufig viele kleine Männchen und Weibchen, die ungefähr mit einem Alter von 30 Tagen wieder noch mehr Männchen und Weibchen produzieren wollen. Bei Würfen zwischen 4 bis 7 Tieren (und manchmal mehr) kommt da ganz schön was zusammen.
Ganz unmöglich ist es wirklich nicht, aber es erfordert viel Platz und Sachkenntnis.
Zudem kann z.B. auch die Herkunft der Hamster entscheident sein:
Generell sollten deshalb folgende Punkte beachtet werden, um das Risiko eines Auftretens von Schwierigkeiten bei Gruppenhaltung gering zu halten:
* Die Gruppe sollte aus Jungtieren zusammengestellt werden. Wenn möglich, sollte es sich um Nestgeschwister handeln.
* Der Käfig für eine Gruppe sollte deutlich größer als der eines Einzeltiers und gut strukturiert sein, um den Tieren Rückzugsmöglichkeiten zu gewähren. Dementsprechend muss sich auch die Anzahl der Schlafhäuser nach der Anzahl der Bewohner richten und jedem Tier eigene Schlafmöglichkeiten bieten.
* Es sollten zusätzliche Käfige vorhanden sein, um evtl. unterlegene Tiere aus der Gruppe nehmen zu können.
* Gruppenhaltung erfordert genaue Beobachtung, damit evtl. auftretende Aggressionen frühzeitig erkannt werden.
* Kranke Tiere müssen sofort aus der Gruppe entfernt werden, da sonst die ganze Gruppe erkranken kann.
* Ein Zurücksetzen vorher entfernter Tiere in die Gruppe ist meist nicht möglich, da diese Tiere nicht mehr von der Gruppe akzeptiert werden.
* Es müssen mehrere Futterstellen angeboten werden, damit auch rangniedere Tiere ausreichend Nahrung erhalten.
Ein wichtiger Punkt für die Haltung in Gruppen ist auch die Herkunft der Tiere. Es gibt mittlerweile einige sehr friedliche Stämme, die in Gruppen gehalten und gezüchtet werden können. So konnte ich bei einem namhaften Züchter sowohl Dsungarische als auch Campbell-Zwerghamster in gemischtgeschlechtlichen Gruppen von bis zu 15 Tieren sehen, die erfolgreich nachzogen. Keines dieser Tiere wies Bissverletzungen auf. Bei den im Zoofachhandel angebotenen Tieren handelt es sich jedoch in den meisten Fällen um Tiere, die entweder aus Massenzuchten oder aus ungewollter Vermehrung stammen. Da sie nicht auf Gruppenverträglichkeit hin gezüchtet wurden, gelten für sie die o. g. Regeln. Wildformen, wie eine erst kürzlich als Heimtiere eingeführte Unterart des Roborowski-Zwerghamsters (P. r. przewalskii), scheinen verträglicher zu sein als viele Tiere aus langjährigen, wenig systematischen Zuchten.
Quelle:
http://www.rodent-info.net/dsungarischer_zwerghamster_allgemeines.htm#gemeinschaftshaltung
Ich würde also sagen: Gruppenhaltung von Zwerghamstern ist was für Leute, die sich damit auskennen und auseinandersetzen wollen - und die Erfolgsmeldungen sind doch recht rar gesät - dass es mit Zoohandlungstieren geklappt hätte, wäre mir nicht bekannt.
Ehrlich gesagt wäre mir das Risiko auch zu hoch, es auszuprobieren: Du sitzt nicht den ganzen Tag vorm Hamstergehege und kriegst es daher mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mit, wenn die beiden anfangen würden zu streiten. Wobei streiten dann aber sehr wahrscheinlich auf's Totbeißen hinausläuft - und das kannst du ja nicht wollen.
Ich würde sie wohl jetzt schon trennen. Jede der Damen in ein schönes großes Aqua bzw. einen Eigenbau bzw. einen ausreichend großen Käfig (Mindestlänge 1 Meter) - und beide sind glücklich und du hast noch lange Spaß an den Tieren.
Ein paar gute Tipps zur Hamsterhaltung, auch zum Thema Gruppenhaltung, findest du unter
diebrain.de.
Viele Grüße,
Sawyer