Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, da stand bei uns im Stall eine Quarter-Mix-Stute, Sheila. Ein wahres Kraftpaket. Die Besitzerin ritt sie jeden Tag, am Wochenende und im Urlaub stundenlange stramme Ausritte. Dann, im Frühjahr, lernte die Besi einen Mann kennen und verliebte sich. Die Beiden kauften sich ein Haus und der Umbau kostete jede Menge Zeit.
Sheila stand nur noch auf der Weide rum, wurde nicht mehr bewegt. Aber Abends kam die Besi vorbei und und gab Sheila Unmengen Kraftfutter. Es kam, wie es kommen mußte. Eines Morgens stand Sheila auf ihrer Wiese und bewegte sich keinen Schritt mehr. Der Tierarzt wurde gerufen. Diagnose: HUFREHE! Und das auf allen 4 Hufen.
Damals kannte ich diese Krankheit nur vom Hörensagen, aber ich kann Euch sagen, ich habe noch nie ein Tier so leiden sehen. Es war der reinste Horror. Wenn ich daran denke, ich könnte heute noch heulen.
Trotz intensiver Behandlung (Medikamente, Aderlass usw.) wurde es nicht besser und Sheila erlitt höllische Schmerzen. Ich sehe noch heute ihre traurigen Augen vor mir. Sie lag fast nur noch, stehen konnte sie nicht mehr. Bis dann die Besi ein Einsehen hatte und der TA Sheila erlöste. Als man sie zum Einschläfern in die Halle brachte, schaffte sie diesen kurzen Weg nur unter starken Schmerzmitteln. Die Besi blieb nicht mal dabei,eine Stallkollegin erbarmte sich.
Später sprach ich noch mit dem TA, der auch unsere Pferde behandelt, und er sagte mir: Die Schmerzen bei einer starken akuten Hufrehe sind so schlimm, als würde man sich ohne Betäubung einen Fingernagel ziehen und mit dem Hammer auf die Wunde schlagen!!! Unvorstellbar...