Huhu Ihrs,
wie von den Meisten schon geschrieben, ist eine VG nicht in 2-3 Stunden getan... schon gar nicht, wenn es nur tagsüber stattfindet. Auslauf zu geben ist dann mit eine der gefährlichsten Sachen, die man machen kann. Ich weiß aus 1. Hand von einer VG, wo es genauso wie bei Euch gehandhabt wurde, wo dann das Neutier dem Alttier mit Anlauf auf Anhieb mit einem Biss die Wirbelsäule durchgebissen hat! :-(
Bei mir gilt auch die Grundregel: ist einmal Blut geflossen hat sich eine Vergesellschaftung mit den selben Tieren erledigt!
Ansonsten kann ich Euch nur empfehlen Kontakt zu einem erfahrenen Züchter aufzunehmen! Außerdem kopiere ich Euch hier noch mal einen Teil meiner Webseite her:
"Chinchillas sind von außen betrachtet sehr freundliche und liebenswerte Tiere, sie sind jedoch untereinander besonders bei der "Partnerwahl" sehr wählerisch. Mit Partner meine ich nicht zwangsläufig einen Geschlechtspartner, sondern ein Tier, welches ein Leben lang mit einem oder mehreren anderen Tieren zusammen leben soll. Auch Geschwistertiere, die aus einem Wurf stammen und gemeinsam aufwuchsen, können sich mit Beginn der Pubertät anfangen zu beißen und sich nicht mehr zu akzeptieren. Es kann bei einer "leichtsinnigen" Vergesellschaftung zu bösen Beißereien bis hin zum Tode eines oder mehrerer Tiere kommen. Daher empfehle ich hier eine Methode, die die größten Erfolge zeigt bzw. die ungefährlichste Variante in Hinblick auf schlimme Beißereien: die Transportermethode kurz TM. Ich selber habe sehr schlechte Erfahrungen mit der Methode, die Tiere durch den Freilauf aneinander zu gewöhnen, gemacht. Pico (
http://www.paeppelchins.de/picos_geschichte.htm), das Böckchen welches neu war, wurde skalpiert. Mehr dazu könnt Ihr auf seiner eigenen Seite lesen.
Bei der TM geht es darum, die Tiere gleichzeitig in eine für alle Tiere unbekannte kleine Transportbox zu setzen. Nach Möglichkeit sollte diese so gestaltet werden, dass die Höhe durch beispielsweise Handtücher soweit verringert wird, dass die Tiere sich nicht mehr aufrichten können, um sich gegenseitig "anzupieseln". Ebenso sollte den Tieren Wasser und Futter zur Verfügung gestellt werden. Am Besten beginnt man bereits tagsüber, wo die Tiere noch müde sind.
Unbedingt zu beachten ist:
- dass man IMMER in der Nähe ist und die Tiere beobachtet um bei einer evtl. Beißerei sofort eingreifen zu können
- wenn die Tiere anfangen sich zu attackieren, dann kann man sie in ihrem Transporter durch die Wohnung / das Haus tragen. Eine Autofahrt, die auch immer wieder empfohlen wird, ist dann nicht zwangsläufig notwendig. Dieses "Umhertragen" soll den Tieren ein wenig "Angst / Stress" bereiten, so dass sie sich eng aneinander kuscheln und ihren Kampf vergessen. Man kann es auch schon damit probieren, dass man den Transporter einfach auf die Knie stellt und leicht wippt, was ein Umhertragen evtl. ersparen kann.
- dass man die Tiere nach Möglichkeit eine ganze Nacht im Transporter lässt, denn die meisten Streitigkeiten / Beißereien entstehen erst in den späten Nachtstunden bzw. frühen Morgenstunden
- auch in der Nacht die Tiere unter Beobachtung zu haben (entweder wach bleiben und die Nacht durchmachen oder wenn man einen leichten, hellhörigen Schlaf hat, die Tiere mit der Box neben das Bett stellt)
- dass der zukünftige, gemeinsame Käfig, so er nicht für alle Tiere neu ist, gründlich mit Essigwasser ausgewaschen und "umdekoriert" wird, so dass das heimische Tiere / die heimischen Tiere ihn nicht wieder erkennen und kein Revier verteidigen können
- dass man nach Möglichkeit die Tiere auch die nächste Nacht im "neuen" zu Hause gut beobachtet
Wenn man junge Tiere vergesellschaftet, kann es nach Monaten, wenn die "Kleinen" in die Pubertät kommen, erneut zu Rangkämpfen kommen. Eventuell muss man die Tiere dann noch einmal in die Transportbox setzen, wenn es zu Beißereien kommt. Fliegt nur Fell oder knabbern sie sich die Schnurrhaare ab, so ist das ein Merkmal für die erneute Ausfechtung der Rangordnung und man braucht nichts zu unternehmen. Schlimmstenfalls kann es jedoch auch so schlimm werden, dass man die Tiere wieder trennen muss!
Sollte es zu Beißereien (nicht nur Fell fliegen und anpieseln) kommen, dann müssen die Tiere sofort getrennt werden und die ggf. entstandenen Wunden sollten sofort desinfiziert und versorgt werden. Das Fell um die Bissstelle drum herum sollte man wegschneiden, so dass das Fell darüber nicht verkleben kann und auch in den kommenden Tagen eine optimale Versorgung der Wunde gewährleistet werden kann. Zur Behandlung bzw. Erstversorgung kann man Betaisodonna-Lösung nehmen oder auch Mercucrom-Lösung. Diese kann man problemlos mit einem Wattestäbchen oder einem Tupfer auftragen. Bei größeren Wunden oder Wunden an gefährlichen Stellen (Auge, Nase, Geschlechtsteile etc.) sollte unbedingt ein TA kontaktiert werden. Dieser wird dann Salben wie Panthenol (also z.B. Bepanthen Antiseptisch) oder auch bei großen Verletzungen Lotagen Gel verordnen. Ein TA-Besuch sollte nicht unterlassen werden, da er der Fachmann ist! Ich selbst mußte diese bittere Erfahrung selber machen. Die Zähne der Chinchillas sind sehr infektiös und können innerhalb von nur einem Tag böse Vereiterungen verursachen. Die Folge ist, dass das Gewebe ggf. nekrotisch werden kann und das Chini operiert werden muss. Also: im Zweifel IMMER den TA aufsuchen! Bei Fragen könnt Ihr mich auch gerne kontaktieren!
Liebe Grüße
Andi