Vorurteile über (Stadt)Tauben

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Cosili

Cosili

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(Stadt)tauben sind Krankheitsschleudern
Die wenigsten Tauben sind wirklich mit zoonotischen (auf den Menschen übertragbaren) Erregern infiziert, und die wenigsten Krankheiten der Tauben sind auf Menschen übertragbar. Und um sich mit den wenigen die es sind zu infizieren ist dafür sehr enger Kontakt mit einer erkrankten Taube nötig.
Vom normalen Kontakt mit Stadttauben geht keine besondere Gefahr aus, wie auch das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin bestätigt, Zitat: „Eine gesundheitliche Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch Zier- und Wildvögel sowie durch Nutz- und Liebhabertiere.“

Taubenkot ätzt
Taubenkot hat einen pH-Wert von etwa 6,5, das ist sehr nahe am neutralen Wert von 7. Eine ätzende Substanz ist er demnach nicht.
Man sollte sich auch einmal Fragen warum die Gebäudezerstörung erst zu einem Problem wurde als verstärkt Industrie- und Autoabgase produziert wurden, und dadurch saurer Regen entstand (der einen bereits aggressiven pH-Wert von unter 5 aufweist) während Tauben seit tausenden von Jahren auf den Gebäuden sitzen .
Taubenkot kann, wie der Kot aller Lebewesen, ein ästhetisches und hygienisches Problem sein, ist aber nicht für die Gebäudezerstörung verantwortlich.

Stadttauben sind Wildvögel
Nein, Stadttauben sind verwilderte Haustiere. Sie bilden keine eigene Art, sondern sind die domestizierte Version der Felsentaube (Columba livia). Die heutigen Stadttaubenpopulation besteht aus entflogenen Brief-und Haustauben, bei Flugwettbewerben verlorengegangene Brieftauben, und deren Nachkommen. Das „Taubenproblem“ ist also vom Menschen selbst herangezüchtet worden.

Tauben nicht zu füttern löst das Problem der Stadttauben
Das ist ein weitverbreiteter Irrtum, den leider auch viele Stadtverwaltungen propagieren.
Stadttauben sind, wie bereits gesagt, keine Wildvögel, sondern verwilderte Haustiere. Deshalb sind sie nur begrenzt in derLage sich natürliche Futterquellen zu erschliessen. Stadttauben lernen von klein auf sich das Futter von Imbissbuden, Stassencafés und eben Fütterungen zusammenzusuchen. Wobei letzteres mit Glück noch das artgerechteste Futter ist, völlig falsches Futter wie Würstchen, Brot oder andere Imbissbudenabfälle verursachen Durchfall (--> mehr Verschmutzung durch Kot) und Mangelernährung (daraus ergibt sich Immunschwäche, was wiederrum zur Verbreitung von Krankheiten beiträgt).
Im Lebensraum Stadt gibt es kaum andere Futterquellen, und selbst wenn, hat das Haustier Taube nie gelernt diese zu nutzen.
Deshalb verhungern bei einem radikal durchgesetztem Fütterungsverbot viele Tauben. Weniger werden es dadurch trotzdem nicht, da Tauben als domestizierte Tiere ihre Bruthäufigkeit nicht nach dem Futterangebot richten wie Wildvögel, sondern im Gegenteil sogar versuchen Verluste durch vermehrte Bruttätigkeit auszugleichen.
Wenn vorgeschlagen werden würde eine verwilderte Hauskatzengruppe durch aushungern zu „eliminieren“, gäbe es dagegen (zu recht) bestimmt Proteste von Tierschützern. Aber bei den Taben kümmert es kaum jemanden?!

Tauben sind mit Ratten verwandt
Das ist natürlich völliger Unsinn. Auch wenn Tauben aufgrund der verbreiteten Vorurteile gegen sie manchmal als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet werden, haben sie mit Ratten nichts zu tun (ausser das beide gegen Vorurteile kämpfen müssen...).
Die nächsten Verwandten der Tauben sind die leider ausgestorbenen Dronten.
Die Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes) umfasst übrigens über 300 Arten.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #2
Interssanter Beitrag, ja man hört immer Tauben sind fleigende Ratten, oder Ratten der Luft..usw..viellecht sollte man sich bischen mit der Theamtaik auseinandersetzten..Vorurteile sind immer schnell getroffen...
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #3
:) Wie coool
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #4
Ich bin grad auf den thread gestoßen (warum? ich ess kein Fleisch...für alle mit kombinatorischen Fähigkeiten ;) )

Weniger werden es dadurch trotzdem nicht, da Tauben als domestizierte Tiere ihre Bruthäufigkeit nicht nach dem Futterangebot richten wie Wildvögel, sondern im Gegenteil sogar versuchen Verluste durch vermehrte Bruttätigkeit auszugleichen.

Und nu wollte ich fragen ob mir einer für diese Aussage eine Quelle bzw. Belege geben kann. Jetzt nicht unbedingt auf die Taube sondern domestizierte Tiere im allgemeinen.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #5
Hallo Heine!
Damit habe ich mich auch konfrontiert - da ich ziemlich brutfreudige Zebrafinken habe.
Halte ich sie deswegen falsch? Ich weiss es nicht.

Das erste Mal bin ich darauf gestossen, einfach nur oeffnen, nicht unbedingt downloaden.
Oh, nein, doch nicht. Ich finde es nicht mehr. Ich werde mal suchen, wenn ich wieder einen schnelleren Internetzugang haben sollte.

Gruss, Kiaran
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #7
Alles klar. Man lernt eben nie aus

Dankeschön :mrgreen:
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #8
Womit füttert man Tauben denn bitte richtig ?:eusa_think: Ich schmeiß ihnen immer den Keks vom Eis hin (natürlich das Eis sorgfältig weggewischt)...
Ist das ok, oder gibt es da spezielles gesundes Futter für sie ???

Lg
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #9
Hallo Wellifreundin,

ja, es gibt spezielles Taubenfutter, gesund sind auch Mais, Gerste, Weizen und Erdnüsse ( natürlich ungesalzen und ungeröstet ;))

Kekse, Kuchen, Brot, Pommes,Wurst usw. sind alles andere als gesund - aber leider finden die Tauben in unseren Städten nichts anderes und fressen diese Dinge aus purer Verzweiflung. :(

Übrigens, bitte aufpassen, wenn Du Tauben füttern möchtest, denn in den meisten Städten herrscht ein Fütterungsverbot, wird man erwischt, muss man ein Bußgeld zahlen. :evil:

Sinnvoll ist ein Fütterungsverbot nur in Städten, die betreute Taubenschläge unterhalten, denn die Tauben werden in den Schlägen mit gesunder Nahrung versorgt und sollen natürlich auch einen Anreiz haben, dorthin zurückzukehren. ;)
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #10
Also das heißt konkret man kann sich Taubenfutter besorgen und damit die Tauben füttern und dann werden es 1. weniger Tauben und 2. geht es den Tauben insgesamt besser ??
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #11
Ich denk nicht das es weniger werden. Sie tauchen nur nicht auf und müssen betteln wenn du grade eine Pizza an der Ecke verdrückst^^

Weniger würden es werden wenn es in der Stadt Taubenschläge gäbe in denen dann die Eier ausgetauscht werden.
Sie zu füttern würde sie aus dem Stadtbild entfernen, sie würden nicht hungern und die Population wäre die selbe. So hab ich das verstanden.

Aber besser gings ihnen :)


Was ich mich gerade frage ist aber (vll klingt das jetzt voll mies) wenn die den Müll nicht fressen der jeden Tag auf dem Boden landet weil wir sie an anderer Stelle füttern, kommen dann nicht die Ratten?
Also bei uns werden die Leute sicher nicht aufhören Nahrung auf der Strasse zu verlieren, und die Strassenreinigung wird auch nicht schneller arbeiten nur weil keine Tauben mehr da sind. Und die wenigen Spatzen die wir haben würden ja auch verschwinden.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #12
Ich glaub kaum das da die ratten kommen. Erstens sind die ja total scheu und zweitens - gibts denn überhaupt noch ratten in den großstädten? Würde mich sehr wundern, zumal die ja auch mit allen mitteln bekämpft werden.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #13
Sicher gibt es Ratten in den Städten. Gerade in Flussnähe seh ich sie immer wieder.

Mit Einbruch der Dunkelheit tauchen bein uns in der Innenstadt auch die Mäuschen auf^^
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #14
Na gut... :eusa_doh:Ich wohne ja nicht in einer stadt, da kann ich das nicht so beurteilen...
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #15
Also erstens sind Tauben keine "Müllschlucker" , sie fressen ungeeignete Nahrung, weil sie nichts anderes finden, aus Verzweiflung also. Sie sind keine Allesesser, im Gegensatz zu Menschen, sondern brauchen spezifische Nahrung - die aber ist in unseren Städten knapp.

Gäbe es in jeder Stadt betreute Taubenschläge mit taubengerechtem Futter, gäbe es dort meiner Meinung nach trotzdem genauso viele oder wenige Ratten wie vorher auch. Beide Probleme sind grundverschieden und haben nichts miteinander zu tun.

Off-Topic

Und würden die Menschen etwas verantwortungsvoller mit ihrem Müll und ihren Nahrungsresten umgehen, würden auch die Ratten nicht magisch angezogen, auch das ist meist ein vom Menschen selbst herbeigeführtes Problem .
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #16
Off-Topic
Ich sage nicht das sie Müllschlucker sind, aber betreute Taubenschäge sind ein riesen Schritt in Richtung Verantwortung die man da von ein paar Leuten verlangt die das als Auftrag an noch wenigere geben würden.
Weniger Müll zu produzieren, ja sogar nur die Abfalleimer zu benutzen ist Verantwortung die an "Mr. & Mrs Anonym" gerichtet wäre.
Wir haben jetzt Bußgelder für jede Kippe auf dem Boden und bezahlen dafür eine Armee an Sheriffs die nun in unseren Strassen lungern und einen Kampf gegen Windmühlen führen.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #17
Und haben wir Menschen nicht Verantwortung für ein von uns selbst gemachtes Problem ? Denn Stadttauben sind keine Wildtiere, es sind im eigentlichen Sinne Haustiere - im Stich gelassen, hilflos und mit Vorurteilen behaftet. Und es kommen immer neue dazu, nämlich verflogene Brieftauben, die sich erschöpft im Schwarm niederlassen, der sich natürlich immer weiter vermehrt.

Aber das Thema ist endlos, und ich möchte es hier eigentlich nicht ausdiskutieren. Wer möchte, kann sich in den schon geposteten Links näher informieren.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #18
bin mir nciht sicher ob das hier rien passt aber wenn stadttauben eigendlich hausteire sind könnte man sie nciht z.b. einsammeln und in einen taubenschlag integreiren? Oder werden sie vom gesetz her als wildvögel behandelt?

oder würde das dei stadt garnicht kümmern da sie ihnen eh lästig sind?
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #19
Hallo Sukkubus,

laut sind Stadttauben Haustiere, laut Expeten auch.
Sieht man letztendlich auch daran, dass sie wie alle domestizierten Tiere während allen Jahreszeiten brüten.

Man kann sie nicht nur in Taubenschläge integrieren, man sollte das auch tun. Denn Haustiere verwahrlosen gerne ohne menschliche Unterstützung - irgendwo logisch.

oder würde das dei stadt garnicht kümmern da sie ihnen eh lästig sind?
München ist so eine Stadt - verweist scheinheilig auf Fütterungsverbote ohne die Info, dass diese eh nicht die erhoffte Wirkung haben. :eusa_doh:

Stadttaubenschläge sind im Endeffekt viel billiger als korrekt und tierschutzgerecht angebrachte Vergrämungsmaßnahmen. Die Reinigungs- und Futterkosten sind nicht annähernd vergleichbar mit etwa 500 Euro im Jahr. Die Kosten für Vergrämungsmaßnahmen, die das Tierschutzgesetz nicht verletzen, liegen gerne im 7-stelligen Bereich.
 
  • Vorurteile über (Stadt)Tauben Beitrag #20
oder würde das dei stadt garnicht kümmern da sie ihnen eh lästig sind?

Genau das ist das Problem vieler Kommunen, sie betrachten die Stadttauben als lästig, als Schädlinge etc. Und möchten möglichst auch nicht viel Geld ausgeben, sondern das Problem "preiswert" in den Griff bekommen.

Die meisten Stadtväter sind daher logischen Argumenten gegenüber auch eher unzugänglich, aber einige denken schon um, und das ist ein Riesenfortschritt ! :)
 
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