Wenn Du mich schon zitierst, dann zitier´ ich mich auch mal eben
Wer seine Mäuse liebt, der lässt sie einfach Mäuse sein und keine dressierten "Püppchen"...
Klettert die Maus freiwillig auf den Arm oder in einen Auslauf, ist das ok... Wird sie gezwungen, ist das bereits nicht mehr ok, da purer Stress...
Es spricht doch nichts dagegen, wenn man die Mäuse auf freiwillige Erkundungstour gehen lässt, sodass sie jederzeit die Möglichkeit haben, wieder in den sicheren Käfig zu gehen, wenn sie genug haben.
Mäuse sind einerseits neugierig, das stimmt wohl. Sie sind aber andererseits auch neophob, was heißt, dass unbekanntes Terrain erstmal Stress auslöst - die Mäuse wuseln umher, der Mensch freut sich, dass sie Spaß haben - aber in Wirklichkeit sind sie damit beschäftigt, sich das Terrain vertraut zu machen, Fluchtwege abzustecken, Routen zu markieren... Holt man eine Maus also aus ihrem vertrauten Revier (Käfig) und packt sie irgendwo anders hin, hat sie schlicht und ergreifend Stress...
Wir haben unsere Mäuse gewiss nicht in Watte gepackt. Aber wir haben sie auch zu nichts gezwungen.
Sie hatten einen wahren Palast (insgesamt 3qm Grundfläche) mit haufenweise Kletter- und Versteckmöglichkeiten.
Wir haben ihnen auch eine Zeitlang Auslauf angeboten, indem wir einen Tisch als "Abenteuerspielplatz" gestaltet haben und mit zwei Pappröhren mit dem Käfig verbunden haben - wer also rauswollte, der konnte das tun (soviel zum Thema "Käfigtür auflassen")...
Und was war: 2 oder 3 Mäuschen fanden das prima und blieben auch mal länger auf dem Tisch. Weitere 3 oder 4 Mäuschen kamen mal gucken, verschwanden aber ganz schnell wieder im Käfig. Und der gesammelte Rest? (Je nach Gruppengröße nochmal so zwischen 5 und 10 Mäuse) zog es vor, im vertrauten Käfig zu bleiben.
Von unseren Mäusen war keine laufsüchtig, keine fresssüchtig, keine übermäßig geräuschempfindlich und keine autoaggressiv. Zwangsgeputzt wurde bei uns bisher auch noch niemand...
Ich gebe Dir insofern Recht, dass Mäuse sicher Anregungen brauchen, und dass sie in einem spärlich eingerichteten Käfig wohl auch Langeweile haben und unterfordert sind.
Aber es sind nun mal domestizierte Tiere und mit wilden Mäusen nicht mehr vergleichbar. Daher sollte man ihnen innerhalb des Käfigs und meinetwegen auch noch in einem freiwillig zugänglichen Auslauf Abwechslung und Beschäftigung bieten.
Aber wer seine Mäuse mit nach draußen nimmt, muss sich nicht wundern, wenn sie sich erkälten und/oder Parasiten einschleppen. Für sowas habe ich kein Verständnis, denn es ist das Tier, das das am Ende ausbadet. Und das hat auch nichts mit "Verpimpeln" oder "überempfindlich sein" zu tun - es sind halt keine robusten Wildmäuse mehr, sondern Haustiere...
Es tut mir furchtbar Leid, aber dass eine "psychisch gesunde" Maus kein Laufrad läuft, ist ja wohl absoluter Quatsch. Wer seine Mäuse in Miniknäste sperrt, muss sich nicht wundern, wenn die Mäuse laufradsüchtig werden. Wer aber hinreichend Platz anbietet, der wird sehen, dass die Mäuse zwischendurch mal ein paar Runden drehen, sich aber sehr wohl auch hinreichend anders zu beschäftigen wissen...
Wer seine Mäuse und auch andere Tiere so halten will, wie sie in der freien Natur leben würden, der muss wohl auf die Haustierhaltung verzichten - denn kein Haustier kann heute mehr so gehalten werden, wie es in der freien Natur möglich wäre. Dass man es den Tieren so schön wie möglich machen sollte, steht außer Frage, und ich denke, in dem Punkt sind wir uns einig.
In der Frage der Umsetzung sehe ich aber leider noch nichtmal in weiter Ferne einen gemeinsamen Nenner...
LG, seven
@Maleah: Dein tiefenpsychologisches Interview ist klasse...