Ich halte nichts davon, die Reitweisen zu mischen.
Beim Englischreiten soll das Pferd z.B. die Hilfen annehmen, beim Westernreiten soll es weichen.
Z.B. Rückwärtsrichten:
Beim Englischreiten sitze ich leicht entlastend (muss man von Außen nicht sehen), habe den Schenkel etwas weiter hinten und treibe, dabei gibt der Zügel leichte Paraden.
Beim Westernreiten, sitze ich hinten, habe den Schenkel vorn und schnalze, der Zügel ist vollkommen überflüssig und kann auf den Hals gelegt werden.
Z.B. Anhalten
Beim Englischreiten kippe ich das Becken ab, mache das Bein zu und lasse die Hand ruhig stehen, zuvor gebe ich halbe Paraden und treibe um das Pferd zu versammeln, ein gut ausgebildetes Pferd holt sich dann seine Parade zum Halten selber ab. Ist das Pferd noch nicht so weit, benötige ich weitere halte Paraden (immer mit Treiben und Gewichtshilfen) um das Pferd zum Stehen zu bringen. Es lernt dann mit der Zeit, wann ich stehen will und wann ich nur Tempiunterschiede bzw. unterschiede in der Gangart reiten will.
Beim Westernpferd nehme ich zum Durchparieren nur den Schenkel aktiv weg vom Pferd und sitze ein, gleichzeitig trete ich den Bügel vermehrt aus (nicht wie eine Wilde).
Mit dieser Hilfe ist nicht der Stopp gemeint, sondern nur das sanfte Parieren in eine tiefere Gangart.
Ich habe immer Probleme mit Pferden, die von Western auf Englisch umgestellt werden, dass diese sich schlecht versammeln und durchparieren lassen. Die Versammlung hat beim Westernreiten eine andere Definition und ist nicht mit der relativen Aufrichtung verbunden, wie beim Englischreiten.
Fast alle Westernreiter meinen mit Versammlung, dass das Pferd den Rücken aufwölbt, die Hüfte abkippt und die Hanken beugt, dadurch natürlich auch das Tempo und die Schritt-(wird so gut wie nicht geritten)/Tritt-/Sprunggröße verringert.