Huhu,
ich möcht mal meinen Teil zur Eiweißfütterung loswerden, wo wir hier grad beim Thema sind.

Seit Kaspers Zahnproblemen hab ich nämlich eines gelernt: Joghurt ist total ungesund. Die Milchsäurebakterien greifen die Zähne an - und im Gegensatz zu uns werden sie bei den Ratten nicht zwei mal am Tag geputzt. Zwar sind sie gut für den Verdauungstrakt, kommen aber ja im natürlichen Speiseplan der Ratten nicht vor, und erhöhen die Kariesgefahr enorm. Daher würde ich von regelmäßiger Joghurtfütterung inzwischen dringendst abraten. Öfter als alle paar Wochen mal einen kleinen Klecks halte ich für ein ziemliches Risiko.

Quark ist da eine Nummer besser und milder, noch besser Hüttenkäse. Ich verzichte inzwischen weitestgehend auf Milchprodukte, und wenn, dann füttere ich am liebsten Hüttenkäse zu (mögen Kito und Marty übrigens auch, Schnitzi =)), der ist mild, fettarm und relativ unbedenklich, außerdem ist der Anteil an Eiweiß sehr hoch, wesshalb man nicht so viel geben muss.
Am natürlichsten sind theoretisch eben diese Eiweiß-Mischungen wie von JR-Farm, aber denen vertraue ich auch nicht sonderlich, wie du schon schreibst, Schnitzi, um das Krabbelviech in der kleinen Plastikbox lang genug am Leben zu halten und schnell genug groß genug zu machen, wird da garantiert so manches reingeschmissen, was wir in unseren Ratten echt nicht haben wollen.
Was Fleisch angeht... wirklich gesund ist es in der heutigen Produktion auch nicht, auch kein Bio-Fleisch. Bio heißt zwar z.B. keine Antibiotika, aber es heißt nicht, dass die Tiere so gehalten werden, dass sie keine brauchen würden. Und selbst in der Bio-Haltung sind noch eine Menge Dinge erlaubt, die das Fleisch in meinen Augen für Ratten nicht sonderlich gesund machen.
Das Gleiche gilt natürlich für Ei.
Worauf ich hinaus will: Bei der heute praktizierten Form der Produktion von Milch- und Fleischerzeugnissen und den schlechten Regulierungen für alles, was als Tierfutter vorgesehen ist, gibt es vermutlich keine wirklich sichere Variante, der Eiweiß-Zufütterung. Daher halte ich persönlich es für am sinnvollsten, es so gering wie möglich zu halten, und dann ständig zu wechseln. Alles Zufutter hat Nachteile, alles hat auch Vorteile, und genau wie beim FriFu erzielt man vermutlich das beste Ergebnis, wenn man einfach jedes mal was anderes bereitet.
Das wäre meine Überlegung zu der Geschichte mit dem Eiweiß. =)
Lieben Gruß,
freake
Off-Topic
Ps.:
Ich glaube und hoffe sehr, dass ich damit richtig liege, dass Biotiere ein nicht allzuschlechtes Leben haben und die Schlachtungsbedingungen nicht allzu grausam sind..
Sorry, aber da muss ich dich leider etwas desillusionieren. Die Schlachtungsbedingungen sind die Gleichen (die Gesetze für die Schlachtung sind nun mal gleich, genauso wie der Produktionsdruck), und die Haltungsbedingungen unterscheiden sich nur leicht, jeweils um wenige m²; ein nicht-Bio-Tier kann keinen Schritt gehen, ein Bio-Tier kann fünf gehen. Tiergerecht ist das noch immer nicht annähernd. Zudem leiden Bio-Tiere oft stärker an Krankheiten, da sie eben mit vielen Medikamenten nicht behandelt werden dürfen. Ein schönes Beispiel ist die Euterentzündung der Milchkuh: Das tägliche melken ist viel zu viel für so einen Euter und er ist immer fürchterlich entzündet. In konventioneller Haltung wird die Kuh einfach bis zum Rand mit AB und Schmerzmitteln vollgepumpt, und kann damit irgendwie leben. Die Bio-Kuh darf diese Medis nicht bekommen, also wird der Euter bloß nach dem Melken in Desinfektionsmittel getunkt und das ist alles, was erlaubt ist. Daher ist der Schmerz für die Kuh, und der Anteil an Eiter in deiner Milch bei Bio-Haltung sogar größer - auch wenn die Haltung ansonsten natürlich besser und Bio immernoch zu bevorzugen ist. Bio heißt nunmal zuerst, besser für den Menschen, für das Tier muss es nicht zwangsläufig eine Erleichterung sein.