Danke, Briana und allen anderen,
ja, das ist wohl der Punkt, ich muss es noch einen Tick früher erkennen, wann mein Hund "allergisch" reagieren könnte, ich werde mein Augenmerk darauf richten.
Ich verstehe es nur noch nicht ganz, ich habe da ein Loch im Hirn. Warum lässt mein Hund Kinder (okay, artübergreifender Welpenschutz) und Pubertierende generell aus, ICH muss doch die Personenmerkmale erkennen, ehe es heikel wird!
Ich lebe in einer Großstadt, im Bus habe ich festgestellt, dass sich Männer arabischen Aussehens entsetzt entfernen, wenn man sich mit Hund in ihrer Nähe (erkennbar ohne potentiellen Berührungskontakt) platziert, Hund gälten als unrein im Islam, habe ich gehört.
Ich akzeptiere so etwas, klar. Aber für wie viele Menschen muss ich mitdenken, um einen gesellschaftsfähigen Hund zu haben und zu führen? Das geht mir gerade auf den Senkel. ES, nicht IHR. Es ist mein vierter Hund, alle waren aus meiner Sicht klasse gesellschaftsfähig. Keiner hat jemals einen Menschen gebissen, auch keinen Artgenossen. Alle waren "klug" auf ihre eigene Art, die ich ihnen immer gelassen habe, gingen Konflikten aus dem Weg, verteidigten mich, wenn mir selbst der Angstschweiß auf der Stirn stand, etc. ... Ich bin ein bisserl überrumpelt vom Verhalten meines Hunds ... einem nahenden Passanten gegenüber habe ich gewiss keine Angst, weil, es geht ja fast imer bestens aus, es ist so ein Ausnahmeverhalten ...
Also, ich werde Eure Ratschläge gerne annehmen und den Hund im Zweifelsfall öfter zu mir rufen. IMMER wäre absurd.
Und damit ihr nicht nur Ratgeber sein müsst, sondern auch mal lachen könnt, schildere ich ein Erlebnis von heute:
Wir kommen vom Waldspaziergang zurück in die Siedlung, der Hund hat sich ausgetobt und ist entspannt und bettmüde. Geht an der langen, locker gehaltenen Leine, bleibt stehen, neben einem geparkten Auto, guckt. Ich bleibe auch stehen. Sage aus Erfahrung, "ein Kätzchen, das ist nur eine Katze, das kennst du doch." Wirkt eigentlich immer, normalerweise "zuckt der Hund mit den Schultern" und geht weiter. Heute nicht, der Hund guckt mich lange und intensiv, verständnislos, enttäuscht, empört an. Und glotzt dann weiter unter jenes Auto. Da hab' ich es dann auch gesehen, ein unerschrockenes Eichhörnchen nebst Nuss im Maul. Men Hund setzt sich hin, Fernsehhaltung ("Erdnüsschen oder Kartoffelchips, bitte!") und guckt, was einen Meter weiter geschieht. Irgendwann, ich erzähle ja keine Märchen hier, verschwindet das Eichhörnchen. Der Hund schüttelt sich und geht gen Heimat.
Ja, wir unterscheiden in den Sitten und Maßgaben zwischen "Spazierengehen" und zielorientiertem "Unterwegssein". Eine Unterscheidung, die bestens funktioniert. Hier darf der Hund schnüffeln, warten, gucken ... dort geht es zielstrebig voran, mir hinterher.
Ich hoffe, ihr habt jetzt ein Lächeln auf den Lippen. Ich verstehe es nämlich immer noch nicht. Warum sich mein frei laufender, ortskundiger Hund, gerade und ausschließlich Hundephobiker aussucht, denen er zufällig begegnet. Kleinkinderhorden geht er aus dem Weg, Einzelkindern begegnet er mit allergrößter Sympathie und Langmut, ebenso wie Behinderten oder alten, debilen Menschen. Ein menschenfreundlicher und gutartiger Hund, und der Beschützerinstinkt ist nicht sehr ausgeprägt, da muss ich schon wirklich Blut und Wasser schwitzen, ehe der Hund was merkt, das kenne ich anders (wenngleich auch moderat und nie überschwänglich).
WENN ICH NUR WÜSSTE, WARUM, könnte ich das leichterhand abstellen. Wir sind ein gutes Team, mein Hund und ich. Ja, sorry, ein Team, nicht Frauchen und hündischer Hund. Ich habe das Sagen, das ist artgerecht sinnvoll, aber der Hund darf sich entfalten. sich auch mal im Dreck suhlen, wenn es ihn überkommt. Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund. Aber das hatte ich ja hier irgendwo schon mal dankbar gelesen ...
Was geht im Hundehirn vor, wenn der Hund Passanten angeht, die ihn ob ihrer Verhaltensweise sonst nicht tangieren würden?
Danke, nochmal, für eure Hilfsberetschat und Mühe.