Wem es zu langweilig wird im Leben, soll sich 2 Hunde anschaffen.
Wir sind früher von der Nordsee zurück gekehrt, wegen Regen und wegen Lisa konnten wir nicht so viel unternehmen, wie geplant.
Am Strand spazierengehen, war für Lisa eine Tortour, denn es waren auch die "Drachenflieger" da, und da stürzten jede Menge genau vor den Füßen von Lisa in den Sand und Lisa geriet in Panik. Radeln war auch nichts für Lisa, denn bei Gegenverkehr drückte sie sich fast an die Pedale, es war ja dort nur mit Leine möglich, also kehrten wir nach Hause zurück, mit Zwischenstopp telefonisch angemeldet bei der Pflegefamilie in Troisdorf von Lisa.
Es ist ja so, einem Hund kannste vorher nicht einpauken, sei brav, gibs Pfoti, zeig Dankbarkeit, wedel mit dem Schwanz, benimm dich! So wie der Mann, der mit seiner neuen Freundin spazieren ging und zu ihr sagte: Mach ein glückliches Gesicht, da vorne kommt meine Ex entgegen.
Die Leute dort sagten, sie freuen sich auf Lisa!
Wir kamen also an, die Pflege-Frau von Lisa öffnete die Türe, ich hatte Lisa an der Leine, Leo blieb im Womo. Die Frau rief also zart: Lisa, kleine Lisa und Lisa? Sie blieb wie vom Donner gerührt stehen, krallte sich mit Vierrad-Bremse schräg in den Asphalt, so wie die Esel im Süden, wenn sie störrisch sind, schräge Vorderbeine, Hintern runter, bereit zur Flucht, als stünde eine Feuerwand vor ihr. Dann bellte auch noch deren Hund und aus wars! Lisa versuchte aus dem Brustgeschirr zu kommen, zerrte, stemmte, ich riß die Womo-Tür auf, sie stürzte rein, ging ans Fenster und verbellte wütend und gehässig diese Frau. Zähnefletschen hat sie vergessen.
Diese Frau war den Tränen nahe, ihr Gesicht sank und ich sagte lahm zu ihr: Sie war doch nur 14 Tage da, die Frau sagte enttäuscht: Aber gut sieht Lisa aus.
Lisa beruhigte sich nicht und wir fuhren gleich weiter Richtung nach Hause. War das ein Reinfall, die arme Frau, hoffentlich nimmt sie noch Pflegehunde auf.
Ich schrieb ihr einen Brief, wie sie es wohl empfunden hätte, wenn Lisa sich vor Freude kaum bändigen hätte lassen, uns dann ignoriert und sich gegen das Womo gesperrt hätte, nicht wieder mitkommen wollte - da schleicht sich doch ein nagendes Gefühl bei Hunde-Pflege-Eltern ein.........gehts dem Hund da überhaupt wirklich gut??
So ists doch besser und ich finde 14 Tage für einen Hund mit Trauma, das ist wirklich zu wenig.
Wir wir dann weiterfuhren, kam Lisa zu mir und leckte mir die Hand, so als wolle sie sagen: Danke, fürs Behalten, das allerdings schrieb ich dieser Frau nicht.
Ja, das war ein Reinfall, wieder eine Erfahrung mehr.
Liebe Grüße
HelgaK