Hi Senta,
du arbeitest in einer Tierarztpraxis, ja? Und dein Chef gibt den Hundebesitzern die Möglichkeit zu entscheiden? Dann ist er wohl einer der wenigen TÄ, die auch über die Risiken von Wurmkuren aufklären (hörte sich in deinem ersten post etwas anders an).
Allerdings scheint er etwas merkwürdig abzurechnen, denn an einer Kotuntersuchung verdient eher das Labor. Vielleicht guckst du nochmal nach, wieviel ein Entwurmungsmittel im Einkauf kostet und für wie viel es dann verkauft wird. Und zusätzlich zu dem Mittel muss der Hundehalter ja auch die allgemeine Untersuchung bezahlen.
Übrigens halte ich den Vergleich WK / AB durchaus für geeignet, da beide Mittel sich negativ auf die Darmflora auswirken (und das sind einfach wissenschaftliche Fakten). Es hat auch nichts mit "auf Hypersensibilität trainieren" zu tun, vielmehr vermeidet ein Verzicht auf unnötige chemische Belastungen eine solche Reaktion.
Deshalb verstehe ich auch deine Idee, halb/halb vorzugehen, überhaupt nicht. Wozu? Medikamente jedweder Form gebe ich nur, wenn eine Indikation besteht. Und um die Indikation zu überprüfen, gibt's eben die Kotuntersuchung.
Bei den Katzen bin ich übrigens ganz deiner Meinung. Bei Freigängern kann man nicht so einfach Kotproben nehmen, da muss man zugunsten der eigenen und der Gesundheit des Tieres in den sauren Apfel beißen. Wäre ja mal eine Untersuchung wert, ob so behandelte Freigängerkatzen im Alter eher an Nierenproblemen leiden als nichtentwurmte Wohnungskatzen. Wo doch Nierenprobleme bei Katzen ab einem bestimmten Alter so weit verbreitet sind.
Bist du noch so nett und beantwortest mir noch meine Fragen? Du hattest gesagt, es gäbe bei Kotuntersuchungen Nachteile und die neuen Wurmkuren seien leichter verträglich. Ich steh' auf dem Schlauch, bin aber neugierig und lerne immer gerne dazu.
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(Neuer Post des gleichen Users unten angefügt)
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... aber jeder Wurmbefall schadet ja auch...
Eben. Und deshalb lässt man den Kot ja untersuchen, damit man einen eventuellen Wurmbefall feststellen und entsprechend reagieren kann.
Mach dir doch mal das Vergnügen, probier's aus mit den regelmäßigen Kotuntersuchungen. Ich wäre echt neugierig, in wie vielen Jahren (wenn überhaupt) mal ein Wurmbefall wirklich da ist. Bei meinen Hunden gab es in all den Jahren, in denen ich so vorgegangen bin, keinen einzigen Wurmbefall. Dafür hatten wir nebenbei mal Giardien nachgewiesen bekommen. War zwar nicht behandlungsbedürftig und gab sich von alleine wieder, aber man konnte besser auf eventuelle Symptome achten.