Hallo !
Obwohl ich 2 dieser wunderbarer Tiere habe, ist mir jedes Mal unwohl wenn sich jemand diese “Rasse” anschaffen will.
Es gibt vieles, was Du hierbei bedenken solltest:
- Auflagen der verschiedenen Bundesländer in Deutschland , mit dem dazugehörigen Wesenstest, erhöhte Hundesteuer, Maulkorpflicht,...
- Es gibt viele Länder in denen Du keinen Pitbull einführen darfst auch nicht im Urlaub.
- Warum willst Du ausgerechnet einen “Pitbull” ? Ich denke Du hast Dich nicht wirklich über den Charakter, das Wesen des Pits informiert.
Was treibt Dich dann dazu unbedingt einen Pit zu wollen ?
4.Wenn Du mit ihm spazieren gehst, wirst Du als der Besitzer eines “Kampfhundes” angesehen und auch dementsprechend behandelt werden.
5.Solltest Du ein Mal ins Ausland mit einem Pit auswandern, und wieder zurück wollen, darf der Hund nicht mehr mit “eingeführt” werden.
Ich könnte hier einen Roman wiedergeben mit allen Eigenschaften des “Pits”, dies kannst Du Dir jedoch alles in der entsprechenden Fachliteratur erlesen. Aber ganz klar ist, dass er weder ein Kampfhund ist, noch als komplett harmlos und unkompliziert einzustufen ist.
Wie er wird, hängt letztendlich von Dir ab. Jedoch nicht nur das, was Du ihm bewust beibringst, sondern auch das was er sieht. Wächst er in einem friedlichen, liebevollen Haushalt heran, dann wird er friedlich und liebevoll.
Wächst er in einem nervösen bis agressiven Haushalt heran, dann wird er auch so. Er übernimmt oft die Eigenschaften, Charakterzüge des Besitzers. Er will ständig seinem Besitzer gefallen und er wird das tun, bei dem er merkt, dass der Besitzer Gefallen daran hat.
Findest Du es “süss”, dass er auf Deinem Schoss sitzt, dann wird er auf Deinem Schoss sitzen um Dir zu gefallen.
Findest Du es toll, dass er sich beschützend vor Dich stellst und andere anknurrt, dann wird er dies tun.
Er ist ein sehr sensibler Hund, der tatsächlich wie kein anderer in der Lage ist, “Emotionen in der Luft” aufzuschnappen.
Er ist das Ebenbild von Selbstbewustsein und von Natur aus stellt er Anspruch auf alles was er will, was er hat und worauf er steht.
Erziehen musst Du ihn, wie andere Hunde auch, jedoch konsequenter und liebevoller.
Fehler darfst Du Dir bei seiner Erziehung nicht erlauben, denn die Konsequenzen sind verheerend.
Denn wenn ein Yorkshire Terrier beisst, dann hat man halt “kleine Einstiche”, aber beim “Pit” fehlt Dir das ganze Stück Fleisch.
Der Pit ist nicht wegen seiner Agressivität oder seiner Beisshäufigkeit als gefährlich eingestuft worden, sondern wegen seiner tonnenschweren Beisskraft.
Der Durchschnitt der Beisstatistik liegt beim Deutschen Schäferhund einschliesslich Mixen bei ca. 30%.
Der Durchschnitt der Beisstatistik liegt beim Rottweiler einschliesslich Mixen bei ca. 10%
Und bei den sogeannten Listenhunden zu denen der Pitbull gehört bei ca. 6%.
Ich wurde ganz ungewollt zum Pitbull-Besitzer. Mit meiner dominanten Pudeldame Sissi und meiner Kleinspitzdame Bianca waren wir eine unkomplizierte kleine Familie. Ein Bekannter war in Neapel mi Urlaub und in der Nähe seines Hauses war wohl ein Pitbullzüchter. Dort wurde eine Bolioart “schmäler” gezüchtet. Alles was jedoch zu schmal ausfällt wird dann mi nahegelegenen Fluss liquidiert. Sheila war zu schmal ausgefallen und mein Bekannter konnte sie retten und brachte sie nach Deutschland, konnte sie jedoch nicht behalten und ich nahm sie zur Weitervermittlung auf. Sheila hängte sich an meine Fersen und tat alles was ich wollte. Ich war fasziniert über dieses selbstbewuste, intelligente 6 Wochen altem Welpen. Ich behielt sie und hinterher wurde mir bewust, was ich da hatte. Mein erstes Buch war “die Wahrheit über den American Pitbull Terrier”; das Bild auf dem Buch war fast ein Ebenbild meiner Sheila. Dieses Buch kann ich nur empfehlen auch für alle die keinen Pitbull haben oder wollen.
Auch ein sehr gutes Buch hierrüber ist “Die Bestie ist der Mensch”.
Ich selbst habe die Rangordnung immer bestimmt und das ging mit der Essenausgabe los. Erst Sissi, dann Bianca, dann Sheila. Die 3 Damen befolgten diese Rangordnung. Sissi war sowieso der “Cheff” und das blieb auch bis zu ihrem Tod. Allerdings trat dann sofort Sheila in ihre Fussstapfen als Cheffin.
Sheila wurde grösser und wollte mehr Action wie die “Kleinen” haben. Wir hatten einen grossen Garten, wo sie bei schönem Wetter zusäztlich zu den Gassigängen ihren Auslauf hatten. Sheila war unermüdlich, man hatte das Gefühl bei ihr sie war nicht ausgelastet. Das ist jedoch nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache. Der Pit braucht Aufgaben und Beschäftigung. Den ganzen Tag wollte sie spielen und Beschäftigung haben. Die 2 Kleinen konnten bei ihrem Spiel nicht mithalten. Unser Mieter holte sich einen Rottweiler und das war genial für unsere Sheila, aber auch den machte sie oft platt

Als der Mieter zu seiner Freundin zog, bekam Sheila richtig Depressionen. Ein Hund der mit ihr mithalten konnte, musste her. Und so kam Zeus (American Staffort Terrier) zu uns.
Bei der Erziehung habe ich ein wenig zu extremen Methoden gegriffen. Meine Pits habe ich verhätschelt; ja fast zum Schosshund erzogen. Sieht zwar komisch aus, wenn meine Pits beim Besuch auf dem Schoss sitzen wollen

aber besser, wie dass Sie den Besuch anknurren.
Fusslaufen : Bei den anderen Hunden habe ich einfach ein wenig an der Leine gezogen bis auf meine Kniehöhe und “Fuss” dazu gesagt.
Der Pitbull zieht unheimlich gerne, er macht es sich zum Spiel zu ziehen.
Wenn man beim Pit zieht, denkt er : Oh klasse ! Ziehspiel mit Frauchen ! Mal schauen wer stärker ist ?
Wenn der Pit sich von der Kniehöhe entfernt, dann dreht man sich ruckartig um und läuft in eine andere Richtung und sagt dazu Fuss. Der Pit will einen natürlich nicht verlieren und wird aufpassen, dass man ihm ja nicht wegläuft.
Auslauf : Man kann natürlich mit dem Pit an der Leine spazieren laufen, aber davon hat er nichts.
Der Pit braucht Bewegung, Action in einer unermüdlichen Art und Weise wie sonst keiner.
Also sollte man diesen Hund irgenwo hinbringen, wo er das auch wirklich frei kann.
Ich habe mit vielen Hunderassen zu tun gehabt, aber der Pit ist wirklich unermüdlich und will immer mehr.
Jagdtrieb : Es wird allem hinterher gerannt, was sich bewegt. Läuft er weg, dann selbst verstecken.
Meine sind einige Male einem Hasen hinterher, aber nie wieder, denn das war denen zu blöd mich jedes Mal suchen zu müssen.
Ich habe oft Tiere in Pflege oder pepple diese wieder auf. Meinen Zeus habe ich in diese Aufgaben mit einbezogen, denn er war von Anfang an sehr daran interessiert und ist auch sonst eine “Übermama”.
Zu unserem Haushalt gehören noch 3 Katzen. Sheila ist nun die Älteste nach dem Tod von Bianca und nach ihr steht Xena (Katze) in meiner bestimmten Rangordung und Zeus wartet bis er an der Reihe nach Xena ist.
Ich war an einigen Resozialisierungsprogrammen von Pitbulls beteiligt und eines muss ich sagen :
Es ist sehr schwer einen bereits “versauten” Pit 100% sozialfähig zu machen.
Ich könnte noch viel mehr schreiben, will Euch aber nicht langweilen.
Bin aber gern bereit, falls jemand mehr wissen will.
Aber ich kann wirklich nur eines betonen und nahe legen : Er ist kein Hund für Jedermann, bitte überlege es Dir noch ein Mal.
LG