Hallöle,
ich habe zunächst erstmal haufenweise Rassebücher gewälzt, um rauszufinden, welche denn wohl am Besten zu meinen Lebensumständen passt. Dann habe ich wochenlang überlegt, ob Rüde oder Hündin besser wäre.
Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht festgelegt, ob ich einen Welpen oder einen Nothund dieser Rasse (in meinem Fall Rhodesian Ridgeback) nehmen wollte und habe angefangen, dass Internet nach Züchtern und Nothunden zu durchforsten. Ich habe mit Züchtern telefoniert, mir zwei Nothunde (einer 7, der andere 15 Monate) angesehen und mich dann dafür entschieden einen Welpen zu nehmen. Worauf die Suche nach einem Züchter losging.
Dabei war mir wichtig:
Ist mir der Züchter sympatisch?
Beantwortet er/sie mir geduldig meine 2 Millionen Fragen, die mir unsortiert durch den Kopf fliegen.
Nimmt er den Hund zurück, falls irgendetwas unvorhergesehenes passiert (ich z.B krank werde und ihn nicht behalten kann)?
Wie finde ich die Elterntiere des Hundes, sind sie gesund, umgänglich, freundlich, lassen sie sich von Fremden anfassen...
Wie werden die Welpen aufgezogen, drinn, draussen, mit oder ohne Familienanschluß, mit oder ohne Kontakt zu anderen Tieren, Katzen, Hamstern, Meerschweinen, Pferden Ziegen, Schweinen oder Kühen?
Wie sieht der Welpenbereich aus - dreckig, sauber, mit viel Spielzeug, Klettermöglichkeiten, verschiedenen Bodenbelägen.
Wann kommt der Wurf - im Sommer oder Winter?
Auf was legt der Züchter Wert - z.B. Showlinien oder Arbeitslinien, mag er extrem kleine oder extrem große Vertreter der Rasse, hat er ein Faible für irgendwelche Farben oder legt er Wert auf Eigenschaften wie Umgänglischkeit, Freundlichkeit, Ausgeglichenheit...
Wird nur eine Rasse angeboten, oder sind es mehrere??
Natürlich ist das alles kein Garant, wirklich den "perfekten" Hund zu bekommen.
Aber Hundevermehrern ist dieses jedenfalls mal alles total egal - die wollen nur billig produzieren und teuer verkaufen.
Wenn man einen Nothund möchte, sollte man sich m.Mn auch vorher genau überlegen, was für eine Rasse (oder Mischling aus welchen Rassen) man möchte und dann geziehlt danach suchen. Für viele Rassen oder Rassegruppen gibt es spezielle Foren mit angeschlossenen Nothundevermittlungen, die dann wirklich fundiert sowohl zur Rasse im Allgemeinen als auch zu einzelnen Nothunden im Besonderen Auskunft geben können.
Wenn man völlig unvorbereitet loszieht, kommt man womöglich mit einem süßen kleinen Border Collie-Welpen nach Hause, obwohl man eigentlich einen ruhigen, gelassenen Hund wollte, der auch mal einen Tag ohne Vollzeitentertainment auskommt. Oder man findet den superplüschigweißen Pyrenäenberghund-Kangal-Mischling sooooo süß und hat aber eine 2 Zimmerwohnung im 5. Stock ohne Aufzug..., oder der putzige DeutschdrahthaarMix, der am Rande des Nationalpark Harz leben soll im Garten ohne Zaun leben soll, ohne jagen zu gehen...
Der Zwergdackel passt evtl auch nicht zu passionierten Marathonläufern, die den Hund mit zum Training nehmen wollen - da hätte besser ein Schlittenhund(Mix) gepasst aber der wohnt bei Tante Herta und geht immer nur 15 Minuten Gassie um den Block...
Das sind Extrembeispiele, aber schon vorgekommen - und die Welpis sind nun mal so süß, dass man sie einfach mitnehmen muß. Daher vorher überlegen und sich wirklich nur Welpen von Rassen angucken, die auch wirklich zur Familie passen.
Also prüfe, wer sich (hoffentlich) ewig bindet...
Liebe Grüße
Martina