Das Jüngste Gerücht

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Mike1024

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Das Jüngste Gerücht

Der grosse Denker Albert Einstein hat die Theorie aufgestellt, dass sich im Universum nichts schneller als das Licht bewegen könne.
Er irrte.
Es gibt eine Sache, die sich schneller ausbreitet als jedes Lichtquant es jemals könnte.
Sie braucht dazu keine komplizierten Formeln, sondern breitet sich unhörbar unter dem Siegel der Verschwiegenheit von Mund zu Mund aus.
*
Das letzte Wochenende und die folgenden Tage waren ruhig.
Sehr ruhig.
Beunruhigend ruhig.
Angefangen hatte es am Freitag.
Der Tag war etwas nervig gewesen und ich hatte keine Lust, noch irgend etwas anzufangen.
Also mal eine DVD eingelegt.
Einer dieser Actionteile, bei denen der muskelbepackte Herrscher des Sunshine State California die Hauptrolle spielt.
Man kann dabei so richtig entspannen, ohne gross über das Geschehen auf dem Bildschirm nachdenken zu müssen.
So kurz vor Mitternacht, gedenke ich, mich zur wohlverdienten Ruhe legen zu können.
Sanft schlummere ich so vor mich hin.
Plötzlich weckt mich ein Rumpeln.
Irgendwas ist runtergefallen.
Während ich mich zum Lichtschalter taste, spüre ich wie sich etwas über die Bettdecke schleicht.
Miezka kommt.
Das Licht geht an.
Verschlafen schaue ich mich um.
Miezka sitz in Lauerstellung auf der Bettdecke.
Aha, Spielzeit.
Es ist 2 Uhr 39
Für Miezka durchaus eine soziale Zeit.
Aber erst mal will ich schauen was das für ein Rumpler war.
Im Wohnzimmer liegt ein ganzer Stapel Bücher auf dem Boden.
Ist wohl vom Regal gefallen.
Man muss wissen, Bücher haben die Angewohnheit, ganz von alleine aus dem Regal zu fallen, vorausgesetzt, eine spielende Katze ist im Raum.
Miezka ist mir hinterher und will mich durch sanfte Pfotentatscher zum Spielen animieren.
Aber ja doch, wenn ich schon wach bin.
Und los geht’s.
Miezka spielt fangen.
Sie springt auf den Tisch, wartet, springt unter den Tisch, wartet, auf die Couch, zwischen die Vorhänge und ich immer hinterher.
Ich hab ja jetzt auch Spass an der Sache.
Geht nicht immer so lautlos vor sich, aber was soll’s.
Und weiter geht die wilde Hatz.
Bis....
Ja, bis es an der Wohnungstür klingelt.
Wer mag das sein?
Um die Zeit.
Es klingelt noch mal.
Ja, ja, ich komm ja schon.
In der Erwartung, eventuell ein hübsches Girl im Negligee vor der Tür stehen zu sehen, ziehe ich den Morgenmantel über.
Da klingelt es nochmal, diesmal energischer.
Gleichzeitig sind mit einer gewissen Deutlichkeit die Worte „Aufmachen, Polizei!“ zu hören.
Oh, oh.....
Als ich die Türe öffne, stehen zwei mir nicht bekannte Herren in seltsamen grünen Anzügen auf dem Flur und bestehen auf Einlass.
Na ja, die Karnevalszeit hat ja bereits begonnen.
Auf meine Frage, was das denn solle, wird mir geantwortet, dass sie vom Nachbarn gerufen worden sind, da dieser aufgrund verdächtiger Geräusche vermutet hatte, bei mir sei eine Massenschlägerei im Gange.
Auf dem Flur haben sich derweil einige Nachbarstüren spaltweise geöffnet.
Von mir wird mein Ausweis verlangt.
Nachdem das Auge des Gesetztes sich überzeugt hat, dass ich derjenige, wohnhaft in hier und da, geboren dort und so, bin, und somit der, der ich vorgebe zu sein, inspizieren sie die Wohnung.
Beherberge ich hier etwa Terroristen oder eine illegale Schnapsbrennerei?
Habe ich eine Bank überfallen?
Das wüsste ich aber!
Auf meine Erklärung, dass ich mit der Katze gespielt habe, bekommen sie sehr dümmliche Gesichtsausdrücke.
Aber wie gesagt, es ist Karnevalszeit.....
Miezka hat sich in ihre Katzenhöhle zurückgezogen und beäugt misstrauisch die Vorgänge.
Nachdem sie sich dann doch von der Richtigkeit meiner Aussage überzeugen haben lassen, ziehen sie ab, nicht ohne die Ermahnung zu hinterlassen, fürderhin solcherart lautstarker Spiele zu entsagen. Jedenfalls zu nachtschlafender Zeit.
Nun hatte alles seine Richtigkeit und ich gelobe hiermit feierlich, auf nächtliche Ruhestörungen mit Miezka zu verzichten.
Am nächsten Morgen kam mir das alles wie ein schlechter Traum vor.
Frohgemut begab ich mich in die direkt neben dem Haus gelegene Bäckerei zum Behufe der Besorgung einiger schmackhafter Frühstücksbrötchen.
Fünf oder sechs Leute war in dem Laden.
Darunter auch die Frau, die mir schräg gegenüber wohnt.
Offensichtlich war ein lebhaftes Gespräch im Gange, das schlagartig verstummt, als ich den Raum betrete.
Verstohlene Blicke wenden sich mir zu.
Habe ich eine Warze auf der Nase?
Seh’ ich aus wie Frankensteins Monster?
Aber die Frühstücksbrötchen werden mir trotzdem verkauft.
Am Hauseingang werde ich von einem völlig Unbekanten gefragt: „Was war denn letzte Nacht bei ihnen los?“
Also, jetzt reichts!
Das Mass ist voll und das ist klar.
So voll wie es noch niemals war!
Es hilft nur Flucht nach vorne.
Ob diese Idee allerdings so ideal war bezweifle ich mittlerweile.
Denn Miezka wird von mir geschnappt und zur Bäckerei mitgenommen.
Ich glaube, ich habe zuwenig Brötchen gekauft und muss noch mal hin.
Es ist zwar dort ein Schild vor der Tür: Hunde müssen draussen bleiben.
Aber ganz genau: Hunde!
Von Katzen ist nicht die Rede.
Also rein in den Laden.
Giftige Anmache der Verkäuferin: „Die Katze darf hier nicht rein:“
„Die macht doch nichts, die bleibt auf meinem Arm.“
„Die muss raus!“
„Ist doch kein Hund.“
Seltsamer Blick der Verkäuferin.
„Ich bin auch gleich wieder weg. Ich brauche nur noch zwei Brötchen.“
Giftiger Blick.
Sehr giftiger Blick.
Aber sie Packt mir 2 Brötchen ein.
Beim Rausgehen ruft sie mir noch nach: „In Zukunft gibt’s das nicht mehr!“
Mittags habe ich noch in der Innenstadt zu tun
An der Haustüre begegne ich einem Ehepaar, das im gleichen Haus wohnt.
Die beiden kenne ich vom Sehen.
Ich grüsse und im vorbeigehen höre ich sehr deutlich, wie die Frau ihrem Mann etwas zuflüstert.
Alles kann ich nicht verstehen.
Nur das Wort „Katzenschänder“ ist deutlich zu vernehmen.
Okay, ich gebe mich geschlagen.
Miezka und ich werden auswandern.
In die Sahara.
Oder in die Antarktis.
Oder besser noch auf den Mond.
 
  • Das Jüngste Gerücht Beitrag #2
Großartige Geschichte!
Musste sehr lachen! Ist es genau so passiert?
 
  • Das Jüngste Gerücht Beitrag #3
die ist echt gut...
 
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