Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste?

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  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #1
Karamellogramm

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Hallo zusammen.

Ich bin eigentlich mein Leben lang schon ein Nervenbündel gewesen. Mit Problemen oder schwierigen Situationen bin ich bis vor ein paar Jahren nur auf eine Weise umgegangen: gar nicht. Das ging so weit, dass ich in der 11. Klasse die Schule abbrach - wegen eines Vortrages, den ich vor dem Jahrgang halten musste. Das war im Jahre 2003. Seitdem schlug ich mich, stets im Konflikt zwischen Phobie und Unausgefülltheit, mit Praktika und wenigen Nebenjobs durch.
Mit der Zeit (und mit Hilfe diverser Therapien) habe ich mich nun immer ein Stück weiter vorgetraut. Ab 01.08. habe ich nun einen Ausbildungsplatz sicher, zudem mache ich endlich mit 22 den Führerschein.

Und der ist momentan mein großes Problem... Ich habe nicht nur eine unbändige Angst vor der Prüfung - hauptsächlich der praktischen - sondern auch vor jeder Fahrstunde. Seit sechs Wochen gehe ich auf dem Zahnfleisch, habe Herzrasen, kann vielleicht 3, 4 Stunden pro Nacht schlafen und ... naja, Magen-Darm-Probleme. Gelinde gesagt.

Beim Neurologen bzw. Psychologen war ich akut deswegen auch schon, aber meine Tabletten, die mich allerdings sowieso nur müde machten, musste ich aufgrund des Verbotes, damit Maschinen zu führen, absetzen. Somit war sein ernüchterndes Fazit: weitermachen und durchhalten... Pflanzliche Mittel wie Baldrian helfen mir in solchen Extremsituationen nicht und positiv zureden klappt für ca. eine halbe Minute, anschließend rutscht mir wieder das Herz in die Hose.

Welche Strategien habt ihr, wenn ihr richtig Bammel vor einer Situation habt? Wie bekommt ihr die elendige Wartezeit bis zur Stunde Null rum...?

Über ein paar Tipps und Erfahrungsaustausch wäre ich sehr, sehr dankbar.

Sarah
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #2
Hallo Sarah!
Woran liegt es, dass du so wenig Selbstvertrauen hast? Liegt es daran, dass du nicht vorbereitet bist, oder daran, dass du grundsaetzlich Aengste hast?
Was hast du mit dem Therapeuten besprochen? Habt ihr viel geredet, hattest du Hemmungen zu reden?

Letztendlich ist es sehr wichtig, die Ursache herauszufinden - ist das schon beim Therapeuten passiert?
Denn erst dann kann man eine Therapie beginnen.

Gegen Stress hilft Sport - das ist Biologie. Bewegst du dich regelmaessig?

Gruss, Kiaran
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #3
Hey,

erst einmal danke für deine Antwort!

Woran liegt es, dass du so wenig Selbstvertrauen hast? Liegt es daran, dass du nicht vorbereitet bist, oder daran, dass du grundsaetzlich Aengste hast?
Das ist schon eine ganz grundsätzliche Unsicherheit. Wenn ich etwas neues lerne, was ich vermutlich noch nicht perfekt kann, und mir dabei noch jemand auf die Finger schaut, bekomme ich sehr schnell Blackouts. Daher ist die Theorieprüfung auch nicht mein Problem, da lerne ich einfach so lange, bis ich alles fast auswendig kann...

Was hast du mit dem Therapeuten besprochen? Habt ihr viel geredet, hattest du Hemmungen zu reden?
Hemmungen, darüber zu sprechen, habe ich überhaupt nicht. Einfach, weil ich schon so viele Therapien hinter mir habe... Auch mein Fahrlehrer weiß bescheid und nimmt Rücksicht, soweit er kann.

Der große Haken an der Sache ist aber ja, was ich ganz vergessen hatte zu erwähnen, dass meine Ausbildung am 01.08. in Rheinland-Pfalz beginnt und momentan wohne ich noch in Niedersachsen - was mir noch mehr Druck macht. "Ich darf auf keinen Fall durchfallen", schwirrt mir nun ständig durch den Kopf. Obwohl das kontraproduktiv ist, ich weiß...

Letztendlich ist es sehr wichtig, die Ursache herauszufinden - ist das schon beim Therapeuten passiert?
Ja, die Ursachen kenne ich ziemlich genau. Mein Vater war unheimlich streng, auch als ich noch ein Kleinkind war. Ich musste immer alles perfekt und besser als andere machen, sonst wurde ich niedergemacht.

Gegen Stress hilft Sport - das ist Biologie. Bewegst du dich regelmaessig?
Nein, zumindest nicht ausdauernd genug... Ich muss zwar alles zu Fuß machen, einkaufen, zum Arzt gehen etc. und am Wochenende fahren wir häufig Rad (schon einigermaßen sportlich, letzten Samstag wurden es knapp 70 km), aber so diese Regelmäßigkeit fehlt schon. Das gebe ich zu. Ich kann mich allein nicht aufraffen.

Liebe Grüße & danke nochmal.
Sarah
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #4
Hallo Sarah!

Du machst dir einen nahezu unheimlichen Druck, mich wuerde es wundern, wenn du keine Depressionen hast.

Lass uns ein paar Affirmationen aufschreiben. Affirmationen sind mehr als nur positives Denken, Affirmationen haben die Macht, etwas in deinem Inneren zu veraendern, wenn du nur willst und es richtig machst.

Dafuer ist wichtig, dass man nicht luegt.

"Du hast gelernt, du hast verstanden. Also: Du kannst du es. Du hast keinen Grund, Angst zu haben."

Es ist doch wahr, oder?

Gruss, Kiaran
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #5
Hallo Sahra,
ich leide unter ähnlichen Problemen. Ich habe auch Ängst die mir sehr oft im Weg stehen und dafür sorgen, das mein Studium nicht voran kommt.
Probleme von Herzrasen bis Durchfall und Übergeben vor stressigen Situationen kenne ich sehr gut.
Wenn so etwas länger anhält ist es kaum zu ertragen, ich schlafe auch wenig bis gar nicht dann und esse auch kaum, das ist natürlich körperlich sehr anstrengend.

Eine Therapie steht bei mir auch an, allerdings wird es wohl auf eine klassische Konfrontationstherapie hinaus laufen, da meine Ängst sehr situationsbezogen sind.

Soweit ich weiß gibt es verschiedenste Atemtechniken und Konzentrationsübungen mit denen man seine aufkommende Panik besser in den Griff bekommen kann.

Sport hilft auch um ein wenig runter zu kommen und stärkt das Selbstbewusstsein, lässt die Ängst aber auch nicht verschwinden, wenn sie sehr stark sind.
Ich gehe regelmäßig laufen und neulich als mir eine stressige Situation bevorstand bin ich davor regelrecht gerannt, aber selbst während dessen lassen die Angstsymptome nur geringfügig nach. Die Situation hinterher wurde für mich nicht einfacher dadurch.
Dennoch ist Sport natürlich immer gut.

Ängst können auch organische Ursachen haben (z.B. Schilddrüsenfehlfunktionen) wurde das bei dir schon ausgeschlossen?

Leider gibt es für Polyphobie in der Regel keine wirkliche Lösung, man muss zum Teil auch lernen damit zu leben.
Mir fällt das auch sehr schwer, wenn ich daran denke wie viele Sachen die ich gerne machen würde mir wahrscheinlich verwehrt bleiben werden, da ich mich einfach zu sehr fürchte.
Ich versuche mir zu sagen, das nicht derjenige mutig ist, der sich vor nichts fürchtet sondern der, der Dinge tut obwohl er sich vor ihnen fürchtet.

Freue dich darüber, das du es jetzt schaffst deinen Führerschein zu machen, auch wenn es dir schwer fällt und du nicht schlafen kannst, du machst das gerade obwohl du dich davor fürchtest, das ist sehr, sehr mutig und du hast allen Grund darüber stolz zu sein.

Vielleicht sind Menschen mit Ängsten im Grunde die Mutigsten überhaupt, andere Leute die sich als mutig bezeichnen wissen doch manchmal gar nicht was Angst wirklich ist, woher wollen sie dann wissen ob sie mutig sind ;)
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #6
Du machst dir einen nahezu unheimlichen Druck, mich wuerde es wundern, wenn du keine Depressionen hast.
Die habe ich auch, 2005 das erste Mal diagnostiziert. Seither mache ich Therapien, versuche, mich mit meinen Ängsten zu konfrontieren - und auch das Leben zu genießen. Wir gönnen uns daher ganz bewusst jedes Wochenende etwas.
Dennoch ist es einfach ein unheimlicher, täglicher Kampf mit und manchmal auch gegen mich selbst. Über den Kopf der kleinen Sarah, die mir immer wieder sagen will: "Hör auf, ich will nicht, ich kann nicht" hinweg.
Es ist sehr beschwerlich, und das Gefühl, dass ich mich überwinde und tu und mach und dennoch keine spürbaren Fortschritte sehe, verstärkt das noch.

Ich habe mir die Affirmationen aufgeschrieben und werde sie gut sichtbar aufhängen. Anfangs kam es mir albern vor, überall solche Zettel hängen zu haben, aber auch wenn ich noch nicht wirklich sagen kann, dass es mir hilft, ist es ein schönes Gefühl, wenigstens sowas zu lesen.

Dank dir...!


Ich habe auch Ängst die mir sehr oft im Weg stehen und dafür sorgen, das mein Studium nicht voran kommt.
Probleme von Herzrasen bis Durchfall und Übergeben vor stressigen Situationen kenne ich sehr gut.
Wenn so etwas länger anhält ist es kaum zu ertragen, ich schlafe auch wenig bis gar nicht dann und esse auch kaum, das ist natürlich körperlich sehr anstrengend.
Ich danke dir für deine Offenheit. Wenn ich soetwas von anderen höre, will ich denjenigen immer schütteln und ihm sagen, dass er sich doch nicht so verrückt machen soll und dass es doch so gar keinen Grund dafür gibt... Das versetzt mir so einen Stich, weil ich es eben so gut kenne.
Mein Arzt meinte kürzlich auch zu mir, dass er immer wieder die Erfahrung macht, dass gerade die Leute, die so sehr an sich zweifeln, eigentlich die wenigsten Fehler machen. Und somit auch nicht den geringsten Grund hätten, alles so akribisch zu hinterfragen. Aber naja, man steckt eben nicht drin.

Sport hilft auch um ein wenig runter zu kommen und stärkt das Selbstbewusstsein, lässt die Ängst aber auch nicht verschwinden, wenn sie sehr stark sind.
Ich gehe regelmäßig laufen und neulich als mir eine stressige Situation bevorstand bin ich davor regelrecht gerannt, aber selbst während dessen lassen die Angstsymptome nur geringfügig nach. Die Situation hinterher wurde für mich nicht einfacher dadurch.
Die Erfahrung habe ich nämlich auch gemacht... Oft, wenn der Puls dann mal aufgrund des Sports oben ist, ist es sogar so, dass meine Gedanken noch viel schneller und gehäufter auftreten. Allerdings schob ich das immer darauf, dass ich mich eben nicht regelmäßig und intensiv genug bewege.

Ängst können auch organische Ursachen haben (z.B. Schilddrüsenfehlfunktionen) wurde das bei dir schon ausgeschlossen?
Hm, das wurde vor einigen Jahren mal getestet. Aber vielleicht sollte ich die Werte doch noch einmal überprüfen lassen?!

Freue dich darüber, das du es jetzt schaffst deinen Führerschein zu machen, auch wenn es dir schwer fällt und du nicht schlafen kannst, du machst das gerade obwohl du dich davor fürchtest, das ist sehr, sehr mutig und du hast allen Grund darüber stolz zu sein.

Vielleicht sind Menschen mit Ängsten im Grunde die Mutigsten überhaupt, andere Leute die sich als mutig bezeichnen wissen doch manchmal gar nicht was Angst wirklich ist, woher wollen sie dann wissen ob sie mutig sind ;)
Ich habe gerade Tränen in den Augen. Ich danke dir für diese Worte ...
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #7
Ich muß gestehen, ich kenne nur die "normalen" Ängste, die man so vor Prüfungen u.ä. Gelegenheiten hat. Diese so heftigen Panikattacken oder dauerhaften Angstzustände hab ich glücklicherweise nicht.

Aber ich möchte dir trotzdem etwas sagen, womit meine Mutter mir sehr geholfen hat. Und zwar was die Fahrstunden betrifft und solche weiteren Dinge: Du gehst da nicht hin um zu zeigen, was du schon kannst, sondern um etwas zu lernen! Du mußt es nicht perfekt können, sonst hättest du deinen Führerschein ja schon.

Lehrer und Ausbilder (sei es in der Fahrschule, der regulären Schule, oder dem Lehrbetrieb) sind dazu da, dir etwas beizubringen! Du gehst nicht zur Schule, Fahrschule oder Lehre, weil du alles schon perfekt kannst und die dort nur sehen wollen, daß du bereits perfekt bist. Sondern weil du da was lernen willst und sollst.
Du mußt nicht perfekt sein.

Und zu guter letzt: wenn sowas Millionen anderer können, von denen wahrscheinlich die Hälfte einen IQ wie ein Toastbrot hat, ganz im Gegensatz zu dir, kannst du das schon lange! Tschakka, du schaffst das! :lol: Ernsthaft, du bist doch nicht doof (und das soll dich jetzt bitte beruhigen und nicht noch mehr unter Druck setzen!), warum solltest du irgendetwas nicht können? Außer vielleicht im Stehen zielpinkeln... Und wenn du etwas beim ersten Anlauf nicht schaffst, ist das auch nicht schlimm, dann versuchst du es eben nochmal. Dein Vater steht nicht mehr hinter dir und erwartet zu viel!

LG Tina
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #8
Hallo Tina,

ganz lieben Dank!

Du gehst da nicht hin um zu zeigen, was du schon kannst, sondern um etwas zu lernen! Du mußt es nicht perfekt können, sonst hättest du deinen Führerschein ja schon.

Lehrer und Ausbilder (sei es in der Fahrschule, der regulären Schule, oder dem Lehrbetrieb) sind dazu da, dir etwas beizubringen! Du gehst nicht zur Schule, Fahrschule oder Lehre, weil du alles schon perfekt kannst und die dort nur sehen wollen, daß du bereits perfekt bist. Sondern weil du da was lernen willst und sollst.
Du mußt nicht perfekt sein.
Am Anfang habe ich mir diese Sicht der Dinge auch noch "geglaubt", das ist ja auch absolut richtig. Das Problem an der Sache ist, dass ich mittlerweile schon 18 Fahrstunden oder so hatte und es so wieder einmal schaffe, mir daraus einen Strick zu drehen. Denn nun müsste ich es ja mal langsam hinbekommen ... :eusa_doh:Und wenn ich dann bspw. beim Einparken (ihgitt!) aus dem Augenwinkel schon wieder ein leises Kopfschütteln meines Fahrlehrers wahrnehme, nachdem ich zweimal erfolglos korrigiert habe, möchte ich am liebsten einfach aussteigen und nach Hause laufen.

Ich weiß, dass das nichts mit Doof sein zu tun hat. Auch wenn ich mich manchmal umhöre, kann ich jedesmal fast nicht glauben, wer in meinem Bekanntenkreis so alles durchgefallen ist (Anmerkung: doch tatsächlich auch mein perfekter Vater *freu* :lol:).
Und ich denke, dass gerade dieses zuviel Nachdenken oft hinderlich ist. Ich bin eher etwas "umständlich" in solchen Dingen und improvisieren geht überhaupt nicht... Am liebsten alles nach Regeln. Aber das funktioniert halt im Straßenverkehr nunmal nicht.

Tschakka, du schaffst das! :lol: Ernsthaft, du bist doch nicht doof (und das soll dich jetzt bitte beruhigen und nicht noch mehr unter Druck setzen!), warum solltest du irgendetwas nicht können? Außer vielleicht im Stehen zielpinkeln... Und wenn du etwas beim ersten Anlauf nicht schaffst, ist das auch nicht schlimm, dann versuchst du es eben nochmal. Dein Vater steht nicht mehr hinter dir und erwartet zu viel!
Das ist so lieb von dir. :) Dieser Gedanke, keine Fehler machen zu dürfen (mittlerweile hauptsächlich vor mir selbst) ist so hirnrissig. Ich weiß das und kann es trotzdem so oft einfach nicht umsetzen.

Grüße
Sarah
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #9
Hallo Sarah!
Affirmationen sind nicht zum Abschreiben da - sondern damit man nachdenkt!
Mache noch weitere, du musst sie nicht aufhängen, musst nicht an sie denken (auch nicht an ihren Sinn), du musst sie nur verstehen und ihnen glauben.
Eben deswegen dürfen sie nicht aus einer Lüge bestehen - sowas glaubt man nicht.
Ich hoffe, ich habe das verständlich erklärt?

Außer deinem Therapeuten, hast du eine Person, mit welcher du redest, welcher du uneingeschränkt vertraust? Dass ist kein Weg zur Therapie, aber für eine gesunde Psyche wirklich wichtig. (Wie man an mir merkt...)
Viel Glück! Gruß, Kiaran
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #10
Montag habe ich nun theoretische Prüfung. Und wie erwartet kann ich seit Tagen an nichts anderes denken... Drückt mir bitte die Daumen. :(
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #11
*drückt*
*drückt*
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #12
Ich danke dir...! *seufz*
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #13
Bei der Fahrschule hat mir immer geholfen zu denken, dass der Typ da neben mir sowieso bremst und bremsen muss, wenn was ist - dazu ist der ja da. Ich war die ersten Male auch sehr aufgeregt, aber mir hat es sehr geholfen ihm da neben mir einfach die Schuld der ganzen Welt in die Schuhe zu schieben ;) Und dann ging es auch und wenn ich da 5 min an einer Kreuzung stand und nicht fahren wollte.... mein Fahrlehrer war immer absolut geduldig es kam nie ein "jetzt kannst du fahren" oder "fahr jetzt", der hat gewartet bis ich so weit war, dass ich fahren konnte. Und wenn ich abwürgte, dann hat er beruhigend auf mich eingeredet und alles war ok :D
So war das auch bei der Fahrprüfung, ich hab den kritischen Typen hinten ausgeblendet und habe mir vorgestellt mit meinem Fahrlehrer spazieren zu fahren.

Die theoretische Prüfung musste ich übrigens zweimal machen, die praktische nur einmal - klingt komisch, is aber so.

Wenn ich nervös bin, dann beschäftige ich mich ganz intensiv mit etwas, ich gucke intensiv Fernsehen oder laufe im Haus herum und erledige Dinge, ich lese oder mache Hausaufgaben bzw. irgendwas für die Schule.
Und... öhm ja... ich rauche kurz vorher ! Mir hilft das wirklich, ich habe etwas zu tun, also ist alles gut. Man könnte stattdessen auch Kaugummi kauen oder einen Lolly lutschen, hauptsache der Mund ist beschäftigt ;)
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #14
Dank auch dir für deine Antwort, Soylent!
Ich muss sagen, ich habe auch einen netten und meist einfühlsamen Fahrlehrer, aber wenn ich mal wirklich einen sehr unkonzentrierten Tag habe, höre ich schonmal "Du Flasche!" oder "Omma!"... ;) Das macht mir mittlerweile aber auch nicht mehr viel aus. Beneide dich trotzdem um deinen Fahrlehrer, hehe.

Das Blöde ist halt, dass ich ziemlich unter Zeitdruck stehe. Ab August beginnt meine Ausbildung in BaWü und bis dahin muss ich fertig sein, damit kann ich mir nun so richtig schön Druck machen... *grmpf* Auch wenn ich die Prüfung natürlich auch da unten wiederholen kann, falls nötig.

Aber dass der Mund beschäftigt sein will, kann ich auch unterschreiben. Früher hätte ich ebenfalls geraucht wie ein Schlot, jetzt sind's die Kaugummis. Essen kann ich an dem Tag, an dem ich Fahrstunde hab, eh nie was vorher (blöd, wenn ich erst nachmittags ran muss)... Naja, ich versuche mich jetzt darauf zu konzentrieren, wie wohl alles in 3 Wochen aussieht.
Komischerweise habe ich nichtmal Angst was ist, wenn ich die praktische Prüfung nicht schaffe - ich will sie einfach nur hinter mir haben. :shock: Aber sowas von ...
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #15
von Karamellogramm:
Und ich denke, dass gerade dieses zuviel Nachdenken oft hinderlich ist.

Diese Erfahrung habe ich während meiner Fahrstunden auch gemacht. Je mehr man dabei denkt umso weniger klappt.

Aus Fehlern kann man lernen, also ist es eigentlich nicht schlimm Fehler zu machen!

Ich drücke die Daumen für deine Prüfung!
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #16
Du hast Recht, mh. Bei mir haperts dann halt oft an der Umsetzung... ;)
Aber gut. In ein paar Stunden ist es soweit, langsam fang ich nun doch an zu zittern... :087: Obwohl ich gestern nochmal wie 'ne blöde gebüffelt hab und jetzt am liebsten noch weiterlernen würde, grmpf.
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #17
Bevor es los geht setzt du dich aufrecht hin, schliesst vll die Augen, atmest tieeeeef ein und laaaangsam durch den Mund wieder aus. Dann denkst du einen einen stillen und schönen Ausblick den du mal hattest. Vielleicht der Blick auf das Meer oder den leeren Strand. Versuch an nichst zu denken und atme ruhig.
Dann machst du ganz langsam die die Augen wieder auf und versuch diese Stimmung und das Bild zu halten. Und ganz ruhig machst du dann dein erstes Kreuzchen denn du hast es drauf und nichts kann passieren ;)
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #18
Hi,
bei mir haben Ängst, Depressionen usw. im Laufe der letzten Jahre etwas nachgelassen. Zum einen habe ich gelernt, besser damit umzugehen, manchmal sogar darüber zu lachen, zum anderen trugen eben zahlr. versch. Therapieformen (Tiefenpsychologie, Musik-, Kunst-, Tanz-, Atemtherapie usw.) dazu bei, besser klar zu kommen.
Es ist ein sehr langer Prozeß, wärend dessen man sich selbst nicht aufgeben oder gar kritisieren darf.
Medikamente haben mir in über 20 Jahren nie geholfen.
In letzter Zeit nehme ich aber ein leichtes, homöopathisches Mittel namens Neurexan, keine Nebenwirkungen, welches meine "Nervosität entspannt". Vor dem Schlafengehen nehme ich noch eine Tablette und seit vielen Jahren kann ich wieder gut schlafen.
LG,
Antje
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #19
Also zuerst einmal... Ich habe gerade mit null Fehlern bestanden. *durch die Gegend hüpf* :eusa_dance::sm1_013: Heute Abend genehmige ich mir erst einmal 'ne gepflegte Ein-Frau-Party. :mrgreen:

@ Heinemanns: Das Mittel ist notiert! Ich habe über die Jahre wie oben geschrieben auch viele Medikamente bekommen - diese sollten jedoch wohl einfach meine "Begleitdepressionen" dämpfen, wie sich später herausstellte. Ich als Patientin erfuhr ja damals in der Klinik nichts näher darüber ... Dieses Mittel machte mich stets nur müde. Ich konnte zwar endlich wieder schlafen und bin auch nur ein- bis zweimal pro Nacht aufgewacht anstatt wie vorher mind. 5x, aber fit war ich am Tag darauf trotzdem nie. Tolle Wurst... Ich habe es dann entgegen dem ärztlichen Rat irgendwann von mir aus abgesetzt. Schleichend, aber eben auch ohne ärztl. Begleitung. Ich habe mir einfach gesagt, wenn ich mich jetzt schlechter fühle, weiß ich ja wovon und dann kann ich immer noch zum Arzt. Selbstmordgefährdet o. ä. war ich nie.
Und siehe da, ein paar Tage nach Absetzen der Medis konnte ich ein paar Nächte überhaupt nicht schlafen, alles in mir kribbelte und "juckte" innerlich wie verrückt. :shock: Das waren keine Entzugserscheinungen, mir wurde mehrfach versichert, die Dinger machten nicht süchtig - ich fühlte mich auf einmal so überrollt von der ganzen Energie, die ich hatte und jahrelang unterdrückt hatte...

Entschuldigt den langen Text. Soviel nur zu Psychopharmaka. Ich will niemandem Angst machen und für manche mag das auch unerlässlich sein - bitte trotzdem immer auf den Arzt hören! - aber ich rühr sie so schnell einfach nicht mehr an. Daher bin ich aber eben immer auf der Suche nach sanften, pflanzlichen Mitteln, die mir auch akut mal helfen.
Also nimmst du sie prophylaktisch/täglich? Und hilft das auch mal in "extremeren" Stresssituationen?

Vielen Dank dir, Heinemanns, für deine Worte. Ich habe nun von so vielen Leuten gehört, dass, je älter man wird, alles lockerer wird, was psychische und zwischenmenschliche Dinge betrifft!
Ich habe mit der Zeit auch gelernt, dass ich durchhalten muss. Fühle mich nach der bestandenen Prüfung dermaßen erleichtert, das glaubt mir keiner ... Aber vorher ist es halt immer so eine Qual, jedesmal wieder. Daher greif ich nach jedem Strohhalm, der mir einen Hauch der Last abnehmen könnte...

Liebe Grüße und sorry für das viele Geschreibsel!
Sarah
 
  • Was macht ihr gegen Nervosität/Ängste? Beitrag #20
Herzlichen Glückwunsch:D
Leider gibt es immer wieder Leute im Umfeld, die der Meinung sind, eine psychische Erkrankung sei gleichbedeutend mit einem IQ im untersten Drittel... Und wenn man intelligent ist, dann hat man keine Ängste. Es gibt so viele Vorurteile. Momentan lese ich "Mittendrin und nicht dabei. Mit Depressionen leben lernen" von Daniel Hell. Die Journalisten Verena Hoehne, Ruedi Josuran beschreiben in einem Briefwechsel, wie sie gelernt haben, damit umzugehen.

Zu Neurexan: In extremen Streßsituationen kann man es stündlich nehmen. Ich nehme Abends 2. Eine um 21 Uhr und dann noch mal um 22:30 Uhr. Dann lese ich noch bisschen, und sobald ich mich auf meine Schlafseite drehe: ratz;)
Gibt auch eine Website:
Es entspannt einfach. Bestimmte Abläufe kann ich jetzt einfach anders gestalten, abbrechen, neu beginnen. Früher hat mich so etwas oft komplett aus der Bahn geworfen, jetzt fühle ich mich besser.
Dann mal viel Spaß bei Deiner Sause:)
Antje
 
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