Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht...

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  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #21
Jede Medikamentation, die die Leistung beeinflusst, hat im (Spitzen-)Sport nichts verloren - eigentlich. Aber, das muß man eben auch sagen, das Publikum will und erwartet diese Leistung: erfolgreiche Sportler werden in den Himmel gelobt, schlechte werden teilweise sogar als nationale Schande betitelt, da muß man sich nur die Berichterstattung von diversen internationalen Sportereignissen ansehen. Auch im Spitzensport gilt das System von Angebot und Nachfrage - und wenn die Sportler die Nachfrage ohne Tricks nicht bedienen können, wird nachgeholfen. Der Fortschritt in der medizinischen Forschung macht die Versuchung groß, und einige können nicht widerstehen.

So traurig es ist, ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß es irgendwann einen völlig sauberen Sport geben wird :?
 
  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #22
Anky wirds freuen.
 
  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #23
Hi,

ich denke der Knackpunkt sind nicht dir Reiter selbst, sonder das ganze drumherum.

Wie schon mehrfach erwähnt die hohen Erwartungen die auf normalem Weg nicht (oder kaum) mehr erfüllbar sind, denke ich sind der springende Punkt - und das Geld das dahinter steckt.
Nicht das für die Reiter, sondern für die eigentlich Besitzer/Sponsoren.

Der Reiter ist leider nun Mal eines der 'schwächsten' Glieder in der Kette - auf eine I.Werth oder einen L. Beerbaum zu schimpfen, negativ zu berichten ist 'leicht' - ein Unternehmen oder Investor (was hinter den meisten Pferden steht) so anzugehen ist riskanter, außerdem verstecken die sich auch 'besser'.
Es war letztlich immer der Reiter/Trainier/Pfleger... aber kann man das wirklich so glauben?
Ich glaub es jedenfalls nicht.

Dann der Erfolgsdruck... jeder muss immer besser sein, übermenschliches & über'pferdisches' Erbringen - immer schneller, immer öfter, immer wieder.
DAS ist aber etwas, was von den Zuschauern/Medien ect erwartet wird - wie Chipi schon sagte, ein schlechtes Abschneiden endet nicht selten in äußerst demütigender Berichterstattung - weil das gelesen wird.
Kein will lesen/hören, dass langes Training, Anstrenungen nicht aufs Treppchen geführt haben, aber zu einer dennoch guten Leistung - nein, man will lesen/hören wie furchtbar derjenige doch war, was falsch gemacht wurde, wer den Fehler gemacht hat.

Sollten wir und da nicht alle Mal fragen, was wir konsumieren? Zeitschriften, Zeitungen, TV Sender/Sendungen (Einschaltquoten, Auflagen)...

Aber nein, das wäre ja anstrengend. Man müsste sich über die genauen Hintergründe informieren, auf div Bequmelichkeiten verzichten (zB die Lieblingszeitschrift/sendung) - Einfach losschimpfen hingegen strengt nicht an, man hat ja einen den man 'ans Kreuz schlagen' kann... und man fühlt sich auch noch gut dabei - schließlich verurteilt man ja 'den Bösen'...

Nachdenkliche Grüß Lilly
 
  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #24
Vor allem die Reiter verdienen an solchen Veranstaltungen kaum was und ihr Beruf ist erstmal teuer.
Ohne Sponsoren und Pferdegeber könnten sie gar nicht an Tunieren teilnehmen, die aber wichtig sind - damit sie beruflich Geld verdienen, sei es durch Zucht, Unterricht, Beritt. Die warte muss man auch mal sehen. Was Doping natürlich nicht besser macht.
 
  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #25
Es war ja eigentlich klar... trotzdem enttäuscht es mich sehr.
Da kann ja jeder kommen und sagen er hätte Leistungsdruck und alles wäre ja so schrecklich, um seine ganzen Taten irgendwie zu rechtfertigen. Das rechtfertigt meiner Meinung nach überhaupt nichts.

Ich habe vorher schon nicht viel von dem "Weltklassepferdesport" gehalten... jetzt halte ich erstrecht nichts mehr davon. Tierquälerei in wirklich perfekter Ausführung, na herzlichen Glückwunsch...
 
  • Doping im Reitsport: Sie lernen es nicht... Beitrag #26
Das Problem betrifft ja nicht nur den Pferdesport - hier stört es in diesem Rahmen natürlich am meisten, weil eben Tiere betroffen sind, die sich nachweislich nicht wehren können, aber es betrifft den gesamten Leistungssport - und noch viele andere Bereiche, in denen außergewöhnliche Leistung erwartet und honoriert wird, nicht zuletzt vom Publikum.
Kinder werden für Erfolge im Sport bereits "gesundgespritzt", Verletzungen zumindest während der Wettkampfsaison nicht mehr auskuriert - das steht für mich dem Doping von Pferden in nichts nach. Viele Sänger, gerade klassische Opern- und Operettensänger, können von Glück sagen, daß es vor ihren Auftritten noch keine Dopingkontrollen gibt - es ist ein offenes Geheimnis, daß hinter den teueren Opernbühnen Cortisone praktisch Kiloweise konsumiert werden. Für alle Belastungen gibt es eine physische Grenze, aber die wird durch hohe Erwartungen immer weiter verschoben: es wird erwartet, daß man immer besser ist als der vorher, daß die Leistungen immer besser werden müssen - egal wo.

Solange das honoriert wird ohne zu hinterfragen, wie diese Leistungen zustande kommen, wird sich auch nichts ändern. Die Empörung ist jetzt groß - in spätestens 3 Monaten ist das vergessen, und man macht weiter wie bisher: ein Reiter wird ein neues Pferd mit toller Leistung vorstellen, und man wird ihm applaudieren und begeistert sein, bis sich eben irgendwann herausstellt, daß auch da irgendwo nachgeholfen wurde, dann ist die Empörung wieder groß - für einige Wochen, und alles beginnt von vorne. Rad-, Schwimm- und Laufsport sind da unrühmliche Vorbilder, seit ich denken kann, gibt es alle paar Jahre einen riesigen Dopingskandal. Warum man in den Jahren dazwischen nichts findet... naja, auch die medizinische Forschung macht Fortschritte :102:

Das wirklich Traurige ist, daß diese Methoden mittlerweile ja sogar im Alltag und im Breitensport Einzug gehalten haben, und dort sind die Kontrollen weit weniger umfangreich, ebenso die medizinische Betreuung der "Opfer".
 
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