- Gedenken an vor zwei Jahren Beitrag #1
Kiaran
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Ob diese "Angelegenheit in die Regenbrücke passt, will ich nicht beurteilen.
Dafür muss ich tiefer wühlen, greifen, packen, in meinem Verhältnis zu meinem Vater, in dem, was vor genau zwei Jahren passiert ist und schmerzende Furchen in meiner Seele hinterlassen hat.
Ich wuchs in Manching auf, einem kleinen Ort in Bayern. Ich zog mit meiner Mutter nach Esslingen, eher Stuttgart, auf "eigenen" Wunsch, oh ja, ich war ganze 10 Jahre alt und wusste,
was mir gut tat. (Ironie)
Das hatte den Hintergrund, dass ich die Aufnahme zur John-Crancko Ballettschule schaffte, und jeder, der diese Schule kennt, weiß, dass das schon ein Erfolg ist.
Also bekam ich dort Unterricht...
Nach zwei Jahren kamen die Lehrer und ich zu dem Entschluss, dass Ballett nicht mein Ding ist. Ich wurde aus der Schule verwiesen.
Da meine Mutter sich in Esslingen wohl fühlte, blieben wir dort. Ich hatte plötzlich so viel Zeit, mein Hnd Tim (auf Benutzerbild) kam her. Das Leben mit ihm war schön... Ich hatte mich viel belesen und versuchte sogar, ihn zu erziehen. Jeden Tag war Fellpflege angesagt, das Fell zwischen den Pfoten schnitt ich immer sorgfältig raus, damit es nicht verfilzte und er keine Schmerzen hatte. Ich ging mit ihm Inlineskaten, bei jedem Wetter, damit er gescheit laufen konnte.
Doch schon ein halbes Jahr später zogen wir um - in eine Wohnung, in der keine Hunde erlaubt waren.
Meine Mutter hatte das wohl herzlich wenig interessiert, sie wollte nur unbedingt diese Wohnung haben.
Tim kam weg - zu meiner Oma, welche sich heute noch gut um ihn kümmert. Jedoch mit zuviel Mitleid...
In meiner Einsamkeit kaufte ich mir ein Pärchen Zebrafinken, sehr liebenswerte und weniger anspruchsvolle Vögel. Schneeflocke, eine weiße Henne, und Robin, ein fast wildfarbener Hahn, vermehrten sich auch rasch.
Das klingt, als wäre ich eine neugierige Vermehrerin und das war ich auch, aber jetzt weiß ich Bescheid und Zucht, oder besser: uninformiertes Vermehren kann ich nicht gutheißen.
Hinzu kamen 7 Kücken. Zuerst 5: Prinz, Jenny, Rune, Ali und Noname.
Das war etwa zu Weihnachten.
Danach noch 2, ein Gelege gleich nach dem ersten. Ultimo und Noname 2.
Ich hielt die Armen nicht artgerecht, sie waren die ganze Zeit in diesem üblichen Zoo"fach"handel-Käfig eingesperrt - obwohl, wenn ich mich richtig entsinne, hatten sie durchaus Freiflug.
Ganze 9 Vögel!
Meine Güte, was war ich nur für eine...
In den Sommerferien im Jahr 2007 ließ ich meine Vögel für zwei Wochen bei meinem Vater in Manching.
Als ich mich von meinen Vögeln verabschiedete, beschlich mich beim Anblick Robins das Gefühl, ihn nie wieder zu sehen. Daran kann ich mich sehr gut erinnern.
Ich ging, mit ein paar hässlichen Zeichnungen meiner schönen Rune, Schneeflocke und Robins, in meiner Tasche.
Am 19.08.07, ich wawr gerade mit Mutter und großer Schwester mit gefüllten Einkauftaschen auf dem Weg nach Hause, erhielt meine Mutter einen Anruf.
Schon den ganzen Tag fühlte ich mich seltsam, ich ahnte es... Jedenfalls wusste ich nach einigen Worten, dass meine Zebrafinken entflogen waren. Ein heftiger Heulkrampf erfasste mich, aber ich hielt die schweren Einkauftaschen noch, und fragte noch gerade so: Wieviele? Wer?
Meine Mutter sagte, es wäre nur noch einer da, ein Weißmaske grau, angeblich von einem der Gelege.
Den hielt mein Vater noch im Käfig, damit die anderen wieder reinkamen. Genau, er ließ die Tür offen!
Auch der letzte flog hinaus...
Warum machte er das? Ich habe ihn nie gefragt... Warum habe ich es erst zwei Tage später erfahren, und dann nicht mal von ihm persönlich?
Meine Schwester erzählte mir, dass sie am 17.08.07 in die Wohnung, auf den Balkon ging. Und da waren meine Zebrafinken.
Diese erschreckten sich durch ihr Erscheinen und flogen weg. Die Käfigtüre war wohl offen gewesen.
Irgendwie kamen dennoch Prinz, Jenny, Ultimo, Ali und Noname zurück - von neun Vögeln.
Von den anderen, Noname 2, Rune, Schneeflocke und Robin, hörte ich nie wieder den leisesten Laut, außer in meinen Träumen...
Mit Noname 2 hatte ich ein grauenvolles Erlebnis. Auf dem Balkon öffnete ich einmal die Tür, um servierte Früchte in den Käfig zu tun, und er flog raus.
Ich wurde zwar schnell panisch, hatte mich aber ganz gut im Griff.
Mein Vater war dabei und versuchte, Noname 2 mit bloßen Händen einzufangen, bei hellem Sonnenschein! Noname 2 entwischte ihm aber immer, mein Vater kam keine zwei Schritte weit. Ich sagte meinem Vater, er solle das gefälligst lassen, und er ließ mich, nach ein paar überflüssigen und demotivierenden Bemerkungen, gewähren, war aber immer in der Nähe, um meinen Versuch zu vereiteln.
Mit Noname 2s Schwarm schaffte ich es, Noname 2 in ein Zimmer zu locken, blitzschnell das Fenster zu schließen und ihn zurück in den Käfig zu setzen. Er war gerettet - fürs erste. Noname war, wie seine Mutter Schneeflocke, sowie Geschwister Ali, Ultimo und Noname - Weißmaske grau. Jedoch war er schreckhaft wie sein Vater.
Da er so ein Flüchtling war, denke ich immer an ihn, wenn ich dieses Lied höre.
Rune war ein totaler Liebling von mir. Sie nahm immer das selbst gepflanzte Grünzeug, das ich ihr zwischen den Käfigstäben anbot. Sie hielt immer still, wenn ich sie zeichnete. Rune war eine schöne Pastell-Henne, nicht ganz so schön wie Schwester Jenny, aber dafür sehr liebenswürdig.
Oh nein, wenn ich nur daran denke... Das ist dein Lied, Rune...
Schneeflocke war eine recht zutrauliche Henne und zuverlässige Mutter. Sie war eine Weißmaske Grau Henne aus dem Zoo"fach"handel, fraß auch gerne Grünfutter, das man ihr über die Käfigstäbe anbot, ignorierte aber das Aufzuchtfutter völlig. Gefällt dir dieses Lied, Schneeflocke?
Robin war ein sehr scheuer Kerl, trotzdem mochte ich ihn sehr. In den letzten Tagen fraß auch er Grünfutter, das ich ihm über die Käfigstäbe anbot, aber er war immer sehr vorsichtig und misstrauisch und suchte sofort wieder das Weite, nachdem er ein Plfänzchen von mir bekam. Robin, mein Lieber, werde ruhiger, bitte...
Was ich heutzutage nicht mehr gemacht hätte:
- mir Vögel angeschafft, besonders nicht vermehrt
- wenn, dann eine selbstgebaute Voliere
- ich hätte meine Vögel nie meinem Vater überlassen
Dafür muss ich tiefer wühlen, greifen, packen, in meinem Verhältnis zu meinem Vater, in dem, was vor genau zwei Jahren passiert ist und schmerzende Furchen in meiner Seele hinterlassen hat.
Ich wuchs in Manching auf, einem kleinen Ort in Bayern. Ich zog mit meiner Mutter nach Esslingen, eher Stuttgart, auf "eigenen" Wunsch, oh ja, ich war ganze 10 Jahre alt und wusste,
was mir gut tat. (Ironie)
Das hatte den Hintergrund, dass ich die Aufnahme zur John-Crancko Ballettschule schaffte, und jeder, der diese Schule kennt, weiß, dass das schon ein Erfolg ist.
Also bekam ich dort Unterricht...
Nach zwei Jahren kamen die Lehrer und ich zu dem Entschluss, dass Ballett nicht mein Ding ist. Ich wurde aus der Schule verwiesen.
Da meine Mutter sich in Esslingen wohl fühlte, blieben wir dort. Ich hatte plötzlich so viel Zeit, mein Hnd Tim (auf Benutzerbild) kam her. Das Leben mit ihm war schön... Ich hatte mich viel belesen und versuchte sogar, ihn zu erziehen. Jeden Tag war Fellpflege angesagt, das Fell zwischen den Pfoten schnitt ich immer sorgfältig raus, damit es nicht verfilzte und er keine Schmerzen hatte. Ich ging mit ihm Inlineskaten, bei jedem Wetter, damit er gescheit laufen konnte.
Doch schon ein halbes Jahr später zogen wir um - in eine Wohnung, in der keine Hunde erlaubt waren.
Meine Mutter hatte das wohl herzlich wenig interessiert, sie wollte nur unbedingt diese Wohnung haben.
Tim kam weg - zu meiner Oma, welche sich heute noch gut um ihn kümmert. Jedoch mit zuviel Mitleid...
In meiner Einsamkeit kaufte ich mir ein Pärchen Zebrafinken, sehr liebenswerte und weniger anspruchsvolle Vögel. Schneeflocke, eine weiße Henne, und Robin, ein fast wildfarbener Hahn, vermehrten sich auch rasch.
Das klingt, als wäre ich eine neugierige Vermehrerin und das war ich auch, aber jetzt weiß ich Bescheid und Zucht, oder besser: uninformiertes Vermehren kann ich nicht gutheißen.
Hinzu kamen 7 Kücken. Zuerst 5: Prinz, Jenny, Rune, Ali und Noname.
Das war etwa zu Weihnachten.
Danach noch 2, ein Gelege gleich nach dem ersten. Ultimo und Noname 2.
Ich hielt die Armen nicht artgerecht, sie waren die ganze Zeit in diesem üblichen Zoo"fach"handel-Käfig eingesperrt - obwohl, wenn ich mich richtig entsinne, hatten sie durchaus Freiflug.
Ganze 9 Vögel!
Meine Güte, was war ich nur für eine...
In den Sommerferien im Jahr 2007 ließ ich meine Vögel für zwei Wochen bei meinem Vater in Manching.
Als ich mich von meinen Vögeln verabschiedete, beschlich mich beim Anblick Robins das Gefühl, ihn nie wieder zu sehen. Daran kann ich mich sehr gut erinnern.
Ich ging, mit ein paar hässlichen Zeichnungen meiner schönen Rune, Schneeflocke und Robins, in meiner Tasche.
Am 19.08.07, ich wawr gerade mit Mutter und großer Schwester mit gefüllten Einkauftaschen auf dem Weg nach Hause, erhielt meine Mutter einen Anruf.
Schon den ganzen Tag fühlte ich mich seltsam, ich ahnte es... Jedenfalls wusste ich nach einigen Worten, dass meine Zebrafinken entflogen waren. Ein heftiger Heulkrampf erfasste mich, aber ich hielt die schweren Einkauftaschen noch, und fragte noch gerade so: Wieviele? Wer?
Meine Mutter sagte, es wäre nur noch einer da, ein Weißmaske grau, angeblich von einem der Gelege.
Den hielt mein Vater noch im Käfig, damit die anderen wieder reinkamen. Genau, er ließ die Tür offen!
Auch der letzte flog hinaus...
Warum machte er das? Ich habe ihn nie gefragt... Warum habe ich es erst zwei Tage später erfahren, und dann nicht mal von ihm persönlich?
Meine Schwester erzählte mir, dass sie am 17.08.07 in die Wohnung, auf den Balkon ging. Und da waren meine Zebrafinken.
Diese erschreckten sich durch ihr Erscheinen und flogen weg. Die Käfigtüre war wohl offen gewesen.
Irgendwie kamen dennoch Prinz, Jenny, Ultimo, Ali und Noname zurück - von neun Vögeln.
Von den anderen, Noname 2, Rune, Schneeflocke und Robin, hörte ich nie wieder den leisesten Laut, außer in meinen Träumen...
Mit Noname 2 hatte ich ein grauenvolles Erlebnis. Auf dem Balkon öffnete ich einmal die Tür, um servierte Früchte in den Käfig zu tun, und er flog raus.
Ich wurde zwar schnell panisch, hatte mich aber ganz gut im Griff.
Mein Vater war dabei und versuchte, Noname 2 mit bloßen Händen einzufangen, bei hellem Sonnenschein! Noname 2 entwischte ihm aber immer, mein Vater kam keine zwei Schritte weit. Ich sagte meinem Vater, er solle das gefälligst lassen, und er ließ mich, nach ein paar überflüssigen und demotivierenden Bemerkungen, gewähren, war aber immer in der Nähe, um meinen Versuch zu vereiteln.
Mit Noname 2s Schwarm schaffte ich es, Noname 2 in ein Zimmer zu locken, blitzschnell das Fenster zu schließen und ihn zurück in den Käfig zu setzen. Er war gerettet - fürs erste. Noname war, wie seine Mutter Schneeflocke, sowie Geschwister Ali, Ultimo und Noname - Weißmaske grau. Jedoch war er schreckhaft wie sein Vater.
Da er so ein Flüchtling war, denke ich immer an ihn, wenn ich dieses Lied höre.
Rune war ein totaler Liebling von mir. Sie nahm immer das selbst gepflanzte Grünzeug, das ich ihr zwischen den Käfigstäben anbot. Sie hielt immer still, wenn ich sie zeichnete. Rune war eine schöne Pastell-Henne, nicht ganz so schön wie Schwester Jenny, aber dafür sehr liebenswürdig.
Oh nein, wenn ich nur daran denke... Das ist dein Lied, Rune...
Schneeflocke war eine recht zutrauliche Henne und zuverlässige Mutter. Sie war eine Weißmaske Grau Henne aus dem Zoo"fach"handel, fraß auch gerne Grünfutter, das man ihr über die Käfigstäbe anbot, ignorierte aber das Aufzuchtfutter völlig. Gefällt dir dieses Lied, Schneeflocke?
Robin war ein sehr scheuer Kerl, trotzdem mochte ich ihn sehr. In den letzten Tagen fraß auch er Grünfutter, das ich ihm über die Käfigstäbe anbot, aber er war immer sehr vorsichtig und misstrauisch und suchte sofort wieder das Weite, nachdem er ein Plfänzchen von mir bekam. Robin, mein Lieber, werde ruhiger, bitte...
Was ich heutzutage nicht mehr gemacht hätte:
- mir Vögel angeschafft, besonders nicht vermehrt
- wenn, dann eine selbstgebaute Voliere
- ich hätte meine Vögel nie meinem Vater überlassen