Kann nur zustimmen.
Die Zollgröße ist der Reitersitz - da musst du dein Hinterteil kennen oder mal ausprobieren. Es gibt jedoch verschiedene Sattelformen. Ein Pleasuresattel wird dich gerade und mittig setzen, ein Reiningsattel mehr zurück....
Gerade Sättel die vorne zum Swell hin sehr hoch gehen, verursachen oft Probleme, können aber auch urbequem sein. Sättel mit sehr flacher Sitzfläche können manchen Reitern zu wenig Halt geben, andere Reiter fühlen sich darin gleich superwohl. Man muss ausprobieren worin man am besten sitzt.
Die Sattelgrößen sind wie oben beschrieben nicht genormt. Semi, Full oder X-Full sind von-bis Maße. Man nimmt immer das Innenmaß zwischen den Conchas (das sind die Metalldinger außen unterhalb des Swell). Da ein Westernsattel im Gegensatz zu Englischsätteln nicht hinter, sondern auf der Schulter liegt (die sich darunter frei bewegen soll), muss er vorne weit genug aufgehen, darf aber nicht zu weit sein um nicht kopflastig zu werden. Polster gibt es nicht.
Dann kommt es noch darauf an, ob der Sattel wenig oder viel Schwung hat. Mit Schwung meint man die Wölbung der Bars (das untere Teil auf dem Pferderücken). Wie viel Schwung dein Pferd benötigt, liegt an seiner natürlichen Rückenform im gerittenen Zustand. Der Sattel darf auf keinen Fall in den Muskel drücken, wenn das Pferd den Rücken aufwölbt, daher liegen gut sitzende Westernsättel ohne Reiter auf dem stehenden meist nicht so gut auf dem Pferderücken.
Wenn du dich nicht so gut auskennst hol dir auf jeden Fall einen guten Fachman! Erzähle diesem Fachman auf jeden Fall den Ausbildungsstand des Pferdes, seine Nutzung und deine Ziele mit dem Pferd. Er wird dieses beachten und dir evtl. anfangs zu einem ausgleichenden Pad zum Übergang raten, damit du nicht nach einigen Monaten wieder einen neuen Sattel kaufen musst. (Bei unseren Youngstern benötige ich durchschnittlich 3 Sättel bis sie einen dauerhaft passenden bekommen. Da wir genügend Sättel haben bin ich allerdings auch nicht auf ausgleichende Pads angewiesen.)