- Menschen sind *** Beitrag #1
Bratzebretzel
Gesperrt
- Beiträge
- 53
- Punkte Reaktionen
- 0
Mahlzeit.
Vorweg: Ich verallgemeinere NICHT. Es geht hier nur um Leute, die versuchen, wie Mowgli unter Wölfen zu leben und dabei nicht mit ihren tatsächlichen Artgenossen umgehen können...
Mir fällt immer wieder auf, dass manche Leute, insbesondere auf Tierforen, Menschen gegenüber extrem intolerant sind, während sie die wildesten Bestien im Tierreich verteidigen. Ein Hund, der 30 Menschen getötet oder verstümmelt hat, soll ne 2. Chance kriegen, ein Mensch, der einen Hund tritt, soll an den Eiern aufgehängt und lebend gehäutet werden...
Ein Mensch darf einen anderen "Typ" oder "Depp" nennen, aber ein Tier darf mein kein "Vieh" nennen.
In Tierheimen fällt mir auch oft auf, wie seltsam und unfreundlich die Mitarbeiter sind. Wenn ein Interessent dem Tier kein PERFEKTES Leben bieten kann, kriegt er's nicht - wo die wenigsten Menschen ihr Traumleben leben. Egal?
Und dann stolpere ich über eine Signatur, die es zu erklären scheint: "Ich liebe Tiere, weil ich mit Menschen nicht klarkomme".
Erkenntnis ist immer gut. Die kam mir auch irgendwann, als ich mich fragte, warum ich trotz meiner vielen Tiere immer noch unzufrieden war. Ich hatte keine oder sehr wenige, guten menschlichen Kontakte.
Aber ist es dann richtig, sich in seine (metaphorische) Hütte im Wald zurückzuziehen, sich auf Tiere zu fixieren und sich noch weiter vom Menschen zu entfremden und es guten Beziehungen mit Mitmenschen noch schwerer zu machen? Oder sollte man, anstatt die Körpersprache von Pferden zu lernen, vielleicht einige Umgangsformeln mit Menschen üben?
Tiere geben dir keinen Job. Die geben dir keine Kinder. Keine soziale Sicherheit. Keine Kino- oder Reisebegleitung. Die "hören zu", verstehen dabei aber nix und können auch nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Tierliebe ist ja gut und schön, aber muss man deswegen gleich Menschen hassen, bzw. aus seinem Leben verbannen? Nur, weil ein paar Menschen "Bestien" sind, muss man ja noch nicht alle verachten. Der ach so heilige, vom Menschen enttäuschte Tierfreund selbst, ist auch ein Mensch.
Wirklich, ich finde nichts Bewundernswertes daran, sich vom Menschen zu entfremden und sich mit Tieren in seiner eigenen kleinen Welt zu verschanzen. Stattdessen sollte man den Schritt wagen, wieder menschliche Beziehungen einzugehen. Meine Katzen sind schön, aber die helfen nicht beim Umzug, mit denen kann ich keine Witze machen, mich nicht unterhalten, ganz zu schweigen von Sex, nicht zusammen durch Tokio touren, nicht über Männer lästern, und kein Tier der Welt wird mir in der Not helfen, wie ein Mensch es kann. Von Lawinenhunden abgesehen.
Auch finde ich schlimm, wie diese Art von Tierfreunden zwar laut schreit, sobald ein Tier nur einen Klaps auf den Hintern kriegt, aber bei Diskussionen um das Wohl von Menschen mit den Schultern zuckt. Nach dem Motto: Der Mensch kann krepieren, Hauptsache dem Tier geht's gut. Also erstmal sind sehr, sehr viele Tiere direkt und indirekt vom Menschen abhängig, was bedeutet, dass das Wohl des Menschen auch dem Tier zugute kommt. Wenn's mir dreckig geht, bin ich nicht sonderlich motiviert, die Katze zu verwöhnen. Wenn Menschen in Armut leben, haben sie für Tierschutz kein Geld übrig. Auch die Tiere in freier Wildbahn sind von uns und unserer guten Laune abhängig. Menschenwohl ist also auch für Tierwohl von großem Interesse.
Zweitens: Der Mensch ist ja soooooooooooo böse, was? "Ich schäme mich, ein Mensch zu sein", was? Selber Mensch! Dei Mudda isn Mensch! Deine beste Freundin isn Mensch! Heul doch! Nix dran zu ändern!
Ich bin nicht unsensibel oder ignorant gegenüber solchen Tierfanaten, ich rede aus eigener Erfahrung. Ich habe mich, nach vielen schlechten Erfahrungen von Missbrauch über grausame Hänseleien, falsche Freunde und Diskriminierung, von Menschen abgekapselt und auf Tiere fixiert. Und manchmal denke ich, die Zeit, die ich mehr unter Tieren als unter Menschen gelebt hab, hat meine Entwicklung behindert. In meiner Pubertät habe ich mich nicht für Jungs, sondern für Rudelstrukturen bei Ratten interessiert und statt mit Freunden was zu unternehmen, beobachtete ich Kaninchen. Und ich muss schmerzlich zugeben, dass das heute ein Handycap ist. Ich hab diverse Umgangsformeln nicht gelernt, wann ein normaler Mensch sie hätte lernen sollen. Ich hole es jetzt zwar nach, aber manchmal denke ich, ich hole gerade meine ganze Pubertät nach, die ich an Tiere vergeudet hab, anstatt zu lernen, Mensch zu sein. Was wichtiger gewesen wäre.
Wenn ich heute Leute erlebe, die sich verhalten wie oben beschrieben, denke ich mir wirklich: Alter, lebst du im Urwald oder was?
Ich glaube wirklich, dass eine zu starke Fixierung auf Tiere und gleichzeitig ein Vermeiden von Menschen, zu gewaltigen Defiziten führen kann.
Wie seht ihr das?
Vorweg: Ich verallgemeinere NICHT. Es geht hier nur um Leute, die versuchen, wie Mowgli unter Wölfen zu leben und dabei nicht mit ihren tatsächlichen Artgenossen umgehen können...
Mir fällt immer wieder auf, dass manche Leute, insbesondere auf Tierforen, Menschen gegenüber extrem intolerant sind, während sie die wildesten Bestien im Tierreich verteidigen. Ein Hund, der 30 Menschen getötet oder verstümmelt hat, soll ne 2. Chance kriegen, ein Mensch, der einen Hund tritt, soll an den Eiern aufgehängt und lebend gehäutet werden...
Ein Mensch darf einen anderen "Typ" oder "Depp" nennen, aber ein Tier darf mein kein "Vieh" nennen.
In Tierheimen fällt mir auch oft auf, wie seltsam und unfreundlich die Mitarbeiter sind. Wenn ein Interessent dem Tier kein PERFEKTES Leben bieten kann, kriegt er's nicht - wo die wenigsten Menschen ihr Traumleben leben. Egal?
Und dann stolpere ich über eine Signatur, die es zu erklären scheint: "Ich liebe Tiere, weil ich mit Menschen nicht klarkomme".
Erkenntnis ist immer gut. Die kam mir auch irgendwann, als ich mich fragte, warum ich trotz meiner vielen Tiere immer noch unzufrieden war. Ich hatte keine oder sehr wenige, guten menschlichen Kontakte.
Aber ist es dann richtig, sich in seine (metaphorische) Hütte im Wald zurückzuziehen, sich auf Tiere zu fixieren und sich noch weiter vom Menschen zu entfremden und es guten Beziehungen mit Mitmenschen noch schwerer zu machen? Oder sollte man, anstatt die Körpersprache von Pferden zu lernen, vielleicht einige Umgangsformeln mit Menschen üben?
Tiere geben dir keinen Job. Die geben dir keine Kinder. Keine soziale Sicherheit. Keine Kino- oder Reisebegleitung. Die "hören zu", verstehen dabei aber nix und können auch nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Tierliebe ist ja gut und schön, aber muss man deswegen gleich Menschen hassen, bzw. aus seinem Leben verbannen? Nur, weil ein paar Menschen "Bestien" sind, muss man ja noch nicht alle verachten. Der ach so heilige, vom Menschen enttäuschte Tierfreund selbst, ist auch ein Mensch.
Wirklich, ich finde nichts Bewundernswertes daran, sich vom Menschen zu entfremden und sich mit Tieren in seiner eigenen kleinen Welt zu verschanzen. Stattdessen sollte man den Schritt wagen, wieder menschliche Beziehungen einzugehen. Meine Katzen sind schön, aber die helfen nicht beim Umzug, mit denen kann ich keine Witze machen, mich nicht unterhalten, ganz zu schweigen von Sex, nicht zusammen durch Tokio touren, nicht über Männer lästern, und kein Tier der Welt wird mir in der Not helfen, wie ein Mensch es kann. Von Lawinenhunden abgesehen.
Auch finde ich schlimm, wie diese Art von Tierfreunden zwar laut schreit, sobald ein Tier nur einen Klaps auf den Hintern kriegt, aber bei Diskussionen um das Wohl von Menschen mit den Schultern zuckt. Nach dem Motto: Der Mensch kann krepieren, Hauptsache dem Tier geht's gut. Also erstmal sind sehr, sehr viele Tiere direkt und indirekt vom Menschen abhängig, was bedeutet, dass das Wohl des Menschen auch dem Tier zugute kommt. Wenn's mir dreckig geht, bin ich nicht sonderlich motiviert, die Katze zu verwöhnen. Wenn Menschen in Armut leben, haben sie für Tierschutz kein Geld übrig. Auch die Tiere in freier Wildbahn sind von uns und unserer guten Laune abhängig. Menschenwohl ist also auch für Tierwohl von großem Interesse.
Zweitens: Der Mensch ist ja soooooooooooo böse, was? "Ich schäme mich, ein Mensch zu sein", was? Selber Mensch! Dei Mudda isn Mensch! Deine beste Freundin isn Mensch! Heul doch! Nix dran zu ändern!
Ich bin nicht unsensibel oder ignorant gegenüber solchen Tierfanaten, ich rede aus eigener Erfahrung. Ich habe mich, nach vielen schlechten Erfahrungen von Missbrauch über grausame Hänseleien, falsche Freunde und Diskriminierung, von Menschen abgekapselt und auf Tiere fixiert. Und manchmal denke ich, die Zeit, die ich mehr unter Tieren als unter Menschen gelebt hab, hat meine Entwicklung behindert. In meiner Pubertät habe ich mich nicht für Jungs, sondern für Rudelstrukturen bei Ratten interessiert und statt mit Freunden was zu unternehmen, beobachtete ich Kaninchen. Und ich muss schmerzlich zugeben, dass das heute ein Handycap ist. Ich hab diverse Umgangsformeln nicht gelernt, wann ein normaler Mensch sie hätte lernen sollen. Ich hole es jetzt zwar nach, aber manchmal denke ich, ich hole gerade meine ganze Pubertät nach, die ich an Tiere vergeudet hab, anstatt zu lernen, Mensch zu sein. Was wichtiger gewesen wäre.
Wenn ich heute Leute erlebe, die sich verhalten wie oben beschrieben, denke ich mir wirklich: Alter, lebst du im Urwald oder was?
Ich glaube wirklich, dass eine zu starke Fixierung auf Tiere und gleichzeitig ein Vermeiden von Menschen, zu gewaltigen Defiziten führen kann.
Wie seht ihr das?