So, ich komme nun auch nochmal dazu mich zu äußern, nachdem ich in den letzten Tagen noch ein wenig was dazu gelesen habe. Ich fürchte es wird lang, aber ich hoffe ihr mögt trotzdem noch mitlesen
Und wie gesagt: vergleiche doch einfach mal deinen Magen Darm Trakt mit dem von Hund, Pferd, Schwein und Kuh. Wenn du mir nicht glaubst, dann vielleicht einschlägigen Fachworten und Bildern dazu.
Sie sind und bleiben Omnivoren, kannst in jedem ernährungsphysiologischen Buch, z.B. "Supplemente zur Tierernährung" vom M&H Schaper Verlag, oder Physiobuch, z.B. Breves, nachlesen.
Genau in diese Büchern habe ich nachgeschlagen

"Physiologie der Haustiere" von Breves zählt Hunde ganz klar zu den Karnivoren, dort werden auch die Därme verglichen. Folgende schematische Darstellung habe ich in dem Buch gefunden:

Das Buch zählt den Hund klar zu den Karnivoren und führt als typischen Omnivoren das Schwein auf.
Des weiteren habe ich "Anatomie der Haussäugetiere" zu rate gezogen, dort wird der Hund ebenfalls als Karnivor aufgeführt.
Der Unterschied der Därme ist dort ebenfalls in einem Schema dargestellt:
Hund und Schwein:
[VERSTECK]

[/VERSTECK]
Rind und Pferd:
[VERSTECK]

[/VERSTECK]
Der anatomische Unterschied eines karnivoren Tieres wie dem Hund zu einem omnivoren wie dem Schwein wird dadurch klar.
Dann habe ich mir "Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung" vorgenommen.
Allerdings taugt es nicht als Auskunftgeber darüber, welche Ernährung für ein Tier die geeignetste ist. Hier geht es hauptsächlich um Nutztiere und um wirtschaftlich optimierte Fütterung. Vieles war nicht sehr schön zu lesen, ich will es mal etwas näher erläutern:
Im Abschnitt "Allgemeines zur Tierernährung" heißt es da:
Das Tierschutzgesetz fordert vom Tierhalter (...) eine der Tierart und den Bedürfnissen entsprechende Ernährung, ohne das es hierfür eine nähere Definition gibt.
Aus tierärztlicher Sicht verlangt eine der Art entsprechende Ernährung (..) die Sicherung einer normalen körperlichen Entwicklung sowie die Minimierung nutritiv bedingter Risiken für die physische und psychische Gesundheit der Tiere.
Eine artgemäße Ernährung zwingt somit nicht zur Simulation der Ernährungsweise der jeweiligen Spezies unter "natürlichen" Bedingungen (..).
Mit dieser Aussage begründet man dann auch die ständige Fehlernährung von Kühen mit Getreide und (früher) Tiermehl.
So wird auch im Abschnitt über Preise/Kosten angegeben, das der Preis der Fütterung (teures Heu, günstiges "Kraftfutter") "
nicht ohne Einfluss auf die Rationsgestalltung in der Rinderfütterung" bleibt. Hier geht es ganz klar um wirtschaftliche Interessen.
Das Buch spricht auch das EU-weite Verbot der Verfütterung von Tiermehlen, nach den BSE-Skandalen an (Kapitel über Tiermehle)
Ich lese dort zwischen den Zeilen ein Bedauern über das Verbot, wenn es heißt "
Ob längerfristig eine Lockerung des Verfütterungsverbots zum Tragen kommt bleibt abzuwarten."
..und was wird nun aus den Tiermehlen? Im Buch steht:
"
Seit dem Verfütterungsverbot werden sie [die Tiermehle] nur noch bei Spezies, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen, eingesetzt, d.h. bei Fleischfressern und anderen Liebhabertieren".
Über die Risiken der Tiermehle heißt es:
"
Grundsätzlich besteht das Risiko einer Rekontamination mit Salmonellen. In Einzelfällen können Rückstände von Schwermetallen (z.B. Blei) und Arzneimittel über die Anteile von Knochen in das Futtermittel gelangen"
...das Beste ist für unsere "Liebhabertiere" also gerade gut genug.
Ich zähle jetzt nicht alles auf, was dort als "geeignet" für die Ernährung von Rindern angesehen wird, es geht aber wirklich nur darum, was billig ist und wirtschaftlich Sinn macht.
Beschrieben wird unter anderem das "Total-Mixed-Ration-Verfahren" bei dem sämtliche Futterkomponenten für Rinder zusammengemischt werden, welches den Vorteil hat, dass
"auch ungewöhnliche Futtermittel, die z.B. isoliert schwer zu handhaben oder weniger schmackhaft sind (...) leichter eingesetzt werden [können] als unter konventionellen Bedingungen".
Ich möchte gar nicht so genau wissen, was "ungewöhnlichen Futtermittel" sind, jedenfalls weder Gras, noch Getreide, noch Tiermehl.
Kommen wir aber endlich zu den Hunden und Katzen, welche auch in diesem Buch unter "Fleischfressern" geführt werden, auch wenn es hier über den Hund (korrekterweise) heißt:
"Sein Nahrungsspektrum enthielt neben Beutetieren (...) in gewissem Umfang auch immer pflanzliche Bestandteile"
Das Buch empfiehlt für Hunde eine Ration die zu rund 50% aus Getreide besteht und zu 40% aus Fleisch (der Rest sind Rohfasern und Fette).
In dem Buch wird beschrieben, wie die Verdaulichkeit anhand der Kotmenge zu bemessen ist, wer die Kotmenge eines mit Rohfleisch ernährten Hundes mit der eines "Getreide-Hundes" vergleicht, wird schnell feststellen, welches die höhere Verdaulichkeit hat.
Aber auch bei Katzen stellt die Ernährung mit Getreide laut Buch kein Problem dar, wenn auch
"Bei Rationen aus Einzelfuttermitteln der Anteil von Getreideprodukten und bindegewebsreichen Futtermitteln in der Regel geringer ist als beim Hund." (überflüssig zu erwähnen das auch die Ernährung von Kaninchen mit Getreide gutgeheißen wird).
Das Buch warnt aber bei Hunden und Katzen auch vor ernährungsbedingtem Durchfall bei
"Überschreiten der Kohlenhydrattoleranz". Das man vielleicht an Hunde (und an Katzen erst recht) keine Kohlenhydrate in dem Umfang wie die Futterindustrie es tut verfüttern sollte wird hier natürlich nicht erwähnt, denn wie gesagt ist dies ein Buch über die Wirtschaftlichkeit von Futtermitteln, es geht nicht darum was das Tier natürlicherweise fressen würde, sondern welchen (billigen) Ersatz man dafür finden könnte.
In wirtschaftlichem Interesse sind alle Tiere Omivoren, selbst die Kühe hat man jahrelang dazu gemacht, indem man sie mit Tiermehlen vollgepumpt hat.
Das hier hat überhaupt nichts mit natürlicher, artgerechter Ernährung zu tun!
Es ist schlimm genug, wenn unsere Nutztiere aus wirtschaftlichen Gründen ständig fehlernährt werden, wir sollten es zumindest bei unseren Haustieren besser machen!
Wenn dieses Buch DAS Buch über Tierernährung im veterinärmedizinischen Studium ist, ist es vielleicht kein Wunder, das so viele Tierärzte so schlecht über naturgerechte Ernährung von Heimtieren Bescheid wissen
Omnivor hat nichts mit Präferenz zu tun, sondern mit der Möglichkeit mit anderen Dingen als der Präferenz überleben zu können. Eine Katze bringt man um, wenn man sie nur pflanzlich ernährt, einen Hund nicht. Man hat mal in einem erlegten Wolf im Magen nur Birnen gefunden. Würde ein Carnivor das tun? Wohl kaum.
Das man einen Wolf mit Birnen im Magen gefunden hat, ist kein Beweis dafür, dass er ein Omivor ist. Man hat auch schon Menschen gefunden, die kurz vor dem Verhungern ihre eigenen Turnschuhe gegessen haben

In meinen Augen spielt die Präferenz doch eine große Rolle, denn ansonsten müsste man tatsächlich auch Kühe zu den Omivoren zählen, schließlich können sie auch überleben, wenn man sie mit Tiermehl füttert.