Pferd droht, beißt...

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  • Pferd droht, beißt... Beitrag #1
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Pamina22

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Hallo zusammen!

Ich hoffe ihr könnt mir mit meinem "Problempferd" weiterhelfen.
Mein Pflegepferd - Wallach - ist 7 Jahre alt und ich reite ihn nun schon seid etwa einem halben Jahr.
Seid kurzem wird er jedoch richtig unausstehlich. Anfangs habe ich sein Verhalten als "verspielt" und "aufgedreht" abgehakt und mir nichts weiter dabei gedacht, aber nun wird es mir teils richtig flau im Magen...
Beim Putzen oder wenn ich einfach nur bei ihm stehe dann fängt er plötzlich grundlos an zu "zicken" - er legt die Ohren an, versucht einen zu zwicken/beißen und wenn er damit nicht durch kommt kann es sein, dass er mit der Hinterhand zu mir rüber kommt und mir droht...
Da hilft dann kein Ignorieren, kein Zurechtweisen durch Worte oder einen Klaps auf den Hintern, oder dass ich ihn einfach nur am Führstrick halte solange bis er sich wieder "normalisiert" hat, er fängt immer wieder von vorne an...
Dazu kommt, dass er momentan wegen einer Sehnenverletzung nicht geritten werden kann, da ist er dann richtig aufgedreht und beim Führen verhält er sich unmöglich wenn er nicht Grasen darf. Er rennt dann einfach los oder bleibt stehen, zwickt einen in die Jacke und würde einen einfach umrennen...
Bei den Besitzern ist er genauso, wie ich durch Erzählungen mitbekommen habe. Allerdings streiten die es gerne ab und ich kann mit ihnen darüber nicht reden (es heißt dann ich würde mit Pferden nicht umgehen können). Dabei habe ich das Pferd vor etwa einem Jahr mal eine Zeit lang geritten, da war er nicht so...
Ich weiß einfach nicht mehr weiter... Könnt ihr mir vielleicht Tipps geben?
Wäre euch sehr dankbar!
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #2
Hallo!

Das einzige was ich dir in der Situation als Tipp geben kann, ist dass du immer eine Gerte mit dabei hast. Sie muss ja nicht gezwungenermaßen zum Einsatz kommen. Wir haben ne junge Stute, die schon als Fohlen total schwierig war. Das einzige Mittel, womit ein halbwegs geordneter Umgang mit ihr möglich war, wenn sie wusste, dass man eine Gerte dabei hat. Mit der Zeit hat sie gelernt, dass sie auch nicht alles darf und mittlerweile lässt sie sich ganz normal händeln.

Hat sich in dem halben Jahr zwischen erstem Mal reiten und jetzt irgendwas großartig verändert? Neuer Stall, dazwischen neue Reiter etc? Wie lange hat er schon die Sehnenverletzung?

Glg, Betsy
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #3
Ich glaube, Du hast die ersten Warnzeichen verpasst, als Du sie als Spielerei ansahst. Eine Gerte dabei finde ich nicht gut, eine Gerte sollte wenn ein Taktgeber sein aber keine Bedrohung. Du musst kompetenter auftreten, unbeeindruckter - er spürt ja, das Du Angst bekommst. "Klapps" auf dem Po mit der Hand fast ein Pferd eher als Lob aus oder es wurde für ihn eine Fliege verjagt, als das es sich davon beeindrucken lässt. Stell Dich so dicht ans Pferd, dass er Dich nicht erwischen kann! Weiche nicht weg. Mache Dein Tagwerk weiter, lobe ihn, wenn er brav ist. Sei konsequent.
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #4
Hi,
seh das ähnlich wie Ronja. Ein Pferd "spielt" eigentlich nicht wenn es derartiges Verhalten zeigt sondern testet seine Grenzen aus. Und die konnte er wohl, da du das als "Spielerei" angesehen hast, bei dir überschreiten.

Du musst ihm halt zeigen "wo es lang geht". Wenn du ihn führst und er zwickt in deine Jacke dann (entschuldige den Ausdruck) muss von dir im selben Moment ohne dass du ihn durch Worte oder ein Anhalten oder sowas vorwarnst die "Antwort" kommen. Das kann ein "Klatscher" mit dem Strick auf den Bauch/Hintern sein (je nachdem wie lang dein Strick ist) oder ne Abwehrbewegung mit deinem Arm (nen paar "aufs Maul" sozusagen - ich weiß das klingt grad "unmöglich", hoffe du verstehst wie ich das meine).
Einfach nicht die kleinste "Nabbelei" an deiner Jacke mehr tolerieren.

LG
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #5
Grundsätzlich gesagt, würde ich dir raten Kontra zu geben, andererseits denke ich aber auch, wenn es schon soweit ist, dass das Pferd angreift, sollte man vorsichtig sein mit seinem Abwehangriffen. Ich habe schon Pferde erlebt, die dann erstrecht Boshaft werden - allerdings muss man das natürlich von Pferd zu Pferd abschätzen. Wenn du meinst, er reagiert dann, dann gib ihm seine Grenzen.
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #6
Hallo

Ich seh es auch so wie meine Vorschreiber
du hast den zeitpunkt einfach verpasst der sieht sich jetzt einen rang höher als du
und das darf auf keinen fall so sein
Ich bin ja auch eine Zeitlang auf einen Isländerhof geritten ein Grosser Ofenstall
Um mein Pferd aus der Stall raus zu hollen muste ich durch eine Grosse Herde Wallache
Als ich an meinem Pferd stand kam da so ein junger Hüpfer her und biss mich Ok Zwickte mich in den Backen wow s ag ich nur ich hab ausgeholt un d Ihm eine gebechert das hab ich noch nie gemacht aber das tat so weh
Ab da hat er sich In meiner nähe sehr sehr gut benommen kann ich euch sagen
Aber meine Backen war dick und hat alle farben und das ging über wochen


Grüsse Sim
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #7
Hehe :) Da hat er sich ja die passende Stelle ausgesucht. Und in so einer Situation find ichs auch absolut angemessen dem Pferd eine zu "schallen". Jedes andere Pferd in der Herde hätte ja auch ausgeschlagen :)

Aber auch Soylent hat Recht - es hängt vom Pferd ab inwiefern er darauf reagiert. Wenn du Pech hast wird er auch böse dabei und dann hast du glaub ich nicht mehr die größten Schnitte weil er eindeutig stärker ist als du.
Du kannst ihn da bestimmt am Besten einschätzen wie er sich verhalten würde...?

Jetzt mal ne ernstgemeinte Frage, ich hatte den Fall glücklicherweise noch nicht: Was macht man denn mit einem Pferd, dem man die Grenzen aufweisen möchte (wie auch immer, dabei red ich nicht nur davon ihm eine zu kleben ;)) und es sieht das Ganze als Machtspiel an und ist so dominant und lässt sich darauf ein (sprich kämpft mit dir). Ich meine, das Pferd ist doch wirklich eindeutig stärker und man hat da in dem Fall doch echt das Nachsehen. Oder müsste man dann zu solchen Methoden (von denen ich nicht so viel halte!) wie "Willen brechen" greifen?

LG
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #8
Ich habe mal mit einem Pony gearbeitet, dass ein ähnliches Problem hatte wie dein Pflegepferd: Überhaupt keinen Respekt.
Mit ihr wurde nichts gemacht, seit sie im problematischen Flegelalter war und das hat sich auch in ihrem Verhalten wiedergespiegelt. Man konnte sie nicht führen, nicht putzen, eigentlich überhaupt nichts machen. Wenn sie z.B. angebunden war und sie etwas gesehen oder gehört hat, hat sie sich einfach umgedreht, auch wenn ein Mensch zwischen ihr und der Wand stand, den sie dadurch einquetschte. Beim Führen ist sie gestiegen, hat getreten, sich losgerissen.
In ihrem Fall war es so, dass sie auch noch wahnsinnig unsensibel war. So hart das klingt, aber damit ich gegen sie durchkam, musste ich teilweise fast brutal werden - während mir das total Leid tat, schien dem Pony das gerade stark genug zu sein, dass es überhaut mal reagiert:silence: (wobei ich inzwischen ohnehin das Gefühl habe, dass Pferde auf den Klaps reagieren, weil sie daran merken, dass der Mensch mit ihrem Verhalten ganz und gar nicht mehr einverstanden ist, als dass es ihnen weh tut)
Das ganze muss man natürlich mit ganz viel Konsequenz durchziehen - so ein Pferd verzeiht keine Nachsichtigkeit.
Am Ende war sie dann zumindest vom Boden aus ein Schatz. Sie ist mir bei der Arbeit in der Halle brav hinterhergelaufen, sie kam von der Weide wiehernd angetrabt, während sie sich am Anfang geweigert hatte, auch nur einen Schritt mitzukommen, ...

Bei ihr hatte ich allerdings den Vorteil, dass sie nie wirklich aggressiv angegriffen hat, auch wenn ich mich mal etwas mehr durchsetzte. Da musst du, wie die anderen schon gesagt haben, dein Pflegepferd richtig einschätzen.
Wenn das Pferd sich richtig gefährlich verhält, ist es meiner Meinung nach auch gerechtfertigt, eine Gerte mitzunehmen. Die eigene Sicherheit geht dann doch vor. Das gilt aber nur in den wenigsten Fällen und ich kenne dich und das Pferd zu schlecht, um das bei euch einschätzen zu können.

Außerdem wäre Unterricht (auch bzw. vorallem in Bodenarbeit und Umgang) angebracht.
Du kannst nicht alle Probleme allein lösen und wenn die Besitzer nicht mitziehen, wird es natürlich doppelt so schwer.
 
  • Pferd droht, beißt... Beitrag #9
Vielen lieben Dank für Eure Tipps / Ratschläge! Ich hoffe ich kann sie so anwenden und habe Erfolg damit, ich tu mein Bestes :)

@Betsy: Nein, vom reiten her hat er sich nicht geändert. Gut, man merkt es schon wenn ihn jemand anderes trainiert hat, aber er hat sich in der Hinsicht nicht zum negativen verändert. Beim Reiten kann er sogar richtig toll und verlässlich sein.
Neuer Stall, nein. Neue Reiter, Jein. Anfangs haben der Besitzer und ich das Pferd geritten, dann hab ich aufgehört weil ich noch ein weiteres hatte (das nun leider verkauft ist) und eine andere ist an meine Stelle getreten, die ist jetzt allerdings in Mutterschutz. Und nun reite ich ihn seid etwa nem halben Jahr wieder. Sind nun zu dritt (die Tochter ist nun auch dabei). Ich finde das es ein wenig viel für ihn ist, zumal ein junges Pferd ja eine Bezugsperson braucht und nicht mehrere... Aber ich darf nichts sagen, sonst kann ich nicht mehr reiten...
Die Sehnenverletzung hat er schon seid etwa zwei Wochen.

@Ronja: Jein. Mit Spielen meinte ich nicht das beißen und schlagen. Er ist ein junges Pferd und benimmt sich wie ein Fohlen (sag immer Riesenbaby zu ihm :) ), er nimmt alles in den Mund und ist übermütig und ungeduldig, aber er hat zu der Zeit nicht gebissen oder geschlagen und hat sich auch immer "runterholen" lassen...
Nein, bedrohen will ich ihn auf keinen Fall, er soll ja keine Angst vor mir haben. Ich würde NIE ein Pferd schlagen, vorallem weil bei ihm das nichts bringt, im Gegenteil: Er kann da richtig agressiv werden!
Aber eine Gerte habe ich immer dabei. Denn wenn er mich mal wieder "einquetschen" will hab ich ne verlängerte Hand um das zu verhindern. Und so ist der Abstand zu ihm und mir größer, also ist die Chance kleiner das er mich erwischt...

@SoylentGreen: Genau, er würde ausrasten wenn ich ihn schlagen würde. Ich habe gesehen wie ihm jemand anderes voll eine mitgegeben hat, da hat sich echt Angst und Agression in seinen Augen widerspiegelt...#

@Sim: Ja, der Meinung bin ich auch. Aber ich weiß nicht wann das passiert ist, also wann er die "Rangordnung" gewechselt hat. Wie gesagt als ich ihn das erste Mal in Pflege hatte war er total anders, war verschmust und sehr anhänglich. Seid ich ihn nun wieder pflege reagiert er auf Stuten wie ein Hengst (ohne Rücksicht auf Menschen), ist überempfindlich und dass hat mich völlig verschreckt. Vielleicht hat er dann mein verschrecken so aufgefasst das er der Ranghöhere ist...

@Enblazoned: Ich versuche nun konsequent zu sein, wenn er beißt warne ich ihn vor, sage laut "Nein" und wenn er darauf nicht reagiert kriegt er nen Klapps aufs Maul oder ich halte ne Bürste vor sein Maul. Wenn er dann ausrastet und seine Hinterhand zu mir drehen will drück ich ihn weg oder halte ihn vorne am Führstrick und sage wieder "Nein", solange bis er sich beruhigt hat. Und wenn er dann die Ohren nach vorne tut und an mir schnuppert streichel oder lob ich ihn. Ich versuche mich auch mit mehr Bodenarbeit, so gut es halt draußen geht (Halle darf er ja mit der Sehnenverletzung nicht).
Vom "Willen brechen" halte ich überhaupt nichts. Mein früheres Pflegepferd war ein lebendiges, glückliches und stolzes Pferd als ich ihn geritten hab. Dann wurde er zwangshalber weg gegeben. Und als ich ihn n halbes Jahr später wieder gesehen habe bin ich fast aus allen Wolken gefallen. Das war nicht mehr mein stolzer temperantvoller Liebling, sondern ein Häuflein Elend, den Kopf gesenkt, abgemagert, die Augen trüb und ohne Ausdruck... Als ich die Bereiterin drauf ansprach meinte sie nur er sei müde und verzählte mir stolz dass sie ihn nun mit scharfen Gebiss etc reitet und er richtig lammfromm sei... Zum heulen... :-(

@ShiGi: Unterricht von einem Experten, was Bodenarbeit und das Vertrauen aufbauen etc. anbelangt wäre supi, aber ich kann des so leider nicht machen, ist ja nicht mein Pferd. Und da die Besitzer nicht viel Geld haben könnten die sich so einen Experten nicht mal leisten, wenn sie überhaupt wollen würden...

@alle: Vielen Dank für eure Ratschläge, Tipps und Vorschläge. Ich hoffe sehr das mein Pferd und ich das gemeinsam schaffen. Es wird ein langer Weg werden und ich hoff ich kann über meinen Schatten springen und konsequent genug sein ohne Angst zu haben...
Gestern hat es ganz gut geklappt, aber da war eine Bekannte mit dabei und hat mich unterstützt... Mal sehn wies weitergeht.

Liebe Grüße
 
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